Kaffeekapselmaschine de luxe: Die Lavazza Espria Milk im Test

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Als das Allyouneed Magazin mir anbot, eine Kapselmaschine zu testen, rümpfte der Kaffee-Gourmet in mir die Nase. Kaffee gehört frisch gemahlen, dachte ich mir, ob aus dem Vollautomaten oder von Hand. Nach der ersten Tasse aus der Lavazza Espria Milk und den zugehörigen A Modo Mio-Kaffeekapseln hat sich meine Meinung allerdings grundlegend geändert!

Stark muss er sein, schwarz und natürlich lecker – mein perfekter Kaffee. Aus diesem Grund setze ich seit einigen Jahren einen einfachen, aber absolut zuverlässigen Vollautomaten ein, der meist mit Espressobohnen gefüttert wird. Klar, selber mahlen und den Kaffee in der French Press oder per Handfilter zubereiten ist nochmals eine Nummer edler, aber dafür fehlen mir als Freiberufler und Vieltrinker meist die Zeit und die Motivation. Eine Kaffeekapselmaschine wie die Lavazza Espria Milk hat daher eigentlich Potenzial, mir zu gefallen, ist sie doch in der Bedienung und Wartung oft einfacher als ein Vollautomat. Allerdings waren meine bisherigen Erfahrungen mit Kapselmaschinen eher – sagen wir – unbefriedigend. Dennoch war ich gespannt, ob mich die Espria Milk und das Lavazza A Modo Mio-Kaffeesortiment vom Gegenteil überzeugen können.

Lavazza Espria Milk

Rot, weiß, schwarz: In drei Farbvarianten präsentiert sich die neue Espria und überzeugt Kaffee-Gourmets durch ihr zeitloses und kompaktes Design.

Lavazza Espria Milk: Im Handumdrehen zum ersten Kaffee

Der erste Kontakt mit der Lavazza Espria Milk gefällt schon mal: Das kompakte Gerät beansprucht mit seiner Breite von unter 13 Zentimetern erfreulich wenig Platz auf der heimischen Küchenablage. Auch die Verarbeitung der kleinen Kapselmaschine fällt positiv auf: Das Kunststoffgehäuse wirkt elegant, die einzelnen Komponenten stabil und der Griff zum „Einspannen“ der Kapseln macht einen hochwertigen Eindruck. Die Maschine ist mit wenigen Handgriffen einsatzbereit: Der Wassertank mit 0,8 Litern Fassungsvermögen wird auf der Rückseite der Maschine eingesetzt, vorne wird ein Auffangbehälter für die Kapseln sowie austretenden Kaffee angesteckt, fertig.

Kinderleichte Bedienung: Passende Kaffeesorte auswählen, die Kapsel einlegen, den Hebel ziehen und ab dafür. Mit einem Druck auf die Fronttaste beginnt die Lavazza Espria Milk mit der Zubereitung der ersten Tasse Kaffee.

Lavazza Kapseln

Nach dem Einschalten dauert es nur wenige Sekunden, bis die Kaffeekapselmaschine aufgeheizt ist und die Ausgabe beginnen kann.

Kaffeekapselmaschine: Toller Kaffee für Geduldige

Der Kapselmaschine von Lavazza liegt ein Probiersortiment von zwölf unterschiedlichen A Modo Mio-Kaffeekapseln bei (mehr dazu weiter unten). Für meinen ersten Versuch entscheide ich mich für eine Kapsel der Sorte „Deliziosamente“, die mir laut Beipackheftchen einen „vollmundigen, mild-aromatischen“ Kaffee verspricht. Gespannt starte ich den Brühvorgang – und warte erst einmal. Denn: Der Durchlauf einer Kapsel dauert bis zu zwei Minuten. Die Lautstärke des Brühvorgangs hält sich meiner Meinung nach absolut im Rahmen, sodass ich mir auch an einem Sonntagmorgen guten Gewissens einen Kaffee zubereiten konnte, ohne die bessere Hälfte zu wecken.

Doch zurück zum ersten Brühvorgang: Nachdem dieser abgeschlossen ist, ist meine Standard-Kaffeetasse zur Hälfte gefüllt. Andere Sorten wie beispielsweise „Caffè Crema“ produzieren mehr Kaffee. Die Maschine erkennt automatisch, welche Kapsel eingelegt ist und passt die Ausgabe entsprechend an. Ebenfalls schön: Durch erneuten Druck auf die Starttaste kann die Ausgabe jederzeit gestoppt werden. Wenn es mal weniger Kaffee und mehr Milch sein soll, ist das also kein Problem. Für meinen Geschmack könnte die Maschine aber durchaus ein wenig schneller arbeiten. Spätestens, wenn ich mit der Lavazza Espria Milk einmal mehrere Gäste mit Kaffee versorgen will, ist viel Geduld gefragt. Hier wünschte ich mir die Möglichkeit, zwei Tassen per Dual-Ausfluss gleichzeitig zu befüllen, wie ihn beispielsweise mein Vollautomat, aber auch viele einfache Kaffeepadmaschinen anbieten.

Davon abgesehen überzeugt mich die Lavazza-Maschine im Alltag: Der Kapselauffangbehälter lässt sich einfach leeren, und dank eines transparenten Fensters ist jederzeit ersichtlich, wie viel Platz noch für weitere Kapseln vorhanden ist. Zudem finde ich weder Kaffeesatz am Boden der Tasse, noch tropft die Kaffeekapselmaschine nach der Zubereitung nach – die Wartung und Reinigung der Espria Milk ist damit ein Segen im Vergleich zum sehr viel pflegebedürftigeren Vollautomaten.

Geschmacklich überzeugender Kaffeegenuss

Doch wie schmeckt er denn nun, der Kaffee aus der Lavazza-Kapselmaschine? Meiner Meinung nach: ganz hervorragend. Der Probekaffee erfüllt ziemlich exakt die versprochenen Geschmackskriterien und ist zudem heiß genug. Und auch die anderen Sorten aus dem Probierpaket wissen zu gefallen: der kräftige Espresso „Apassionatamente“ ist der perfekte Abschluss eines leckeren Menüs, der „Caffè Crema“ ein toller Allrounder, der auch meine Vieltrinker-Ansprüche erfüllt und selbst der entkoffeinierte „Cremosamente Dek“ hat ein überraschend vollmundiges Aroma. Natürlich ist Geschmack immer subjektiv, im Vergleich zu billigen Kaffeepads punkten die Lavazza Espria Milk und das A Modo Mio-Angebot aber auf jeden Fall mit dem besseren Geschmack. Im Testzeitraum habe ich auch ein halbes Dutzend Gäste mit Kaffee aus der Lavazza Espria Milk versorgt. Trotz völlig unterschiedlicher Vorlieben gab es immer nur ein Fazit: Das ist wirklich guter Kaffee! Auch in Sachen Crema konnte die Maschine sowohl mich als auch die anderen Testtrinker überzeugen.

Lavazza Kapseln

Das hochwertige Edelstahl-Tassenabstellgitter lässt sich in drei Stufen individuell auf die gewünschte Tassengröße einstellen.

Zwölf verschiedene Sorten gibt es derzeit im A Modo Mio-Kapselsortiment – da sollte für jeden Kaffeefan etwas dabei sein. Im Einkauf liegen die Kaffeekapseln von Lavazza mit Preisen von 30 bis 40 Cent je Tasse eher im gehobenen Segment. Angesichts der breiten Auswahl und der guten Qualität des Kaffees ist der Preis aber meiner Meinung nach vertretbar.

Also, alles super? Nicht ganz! Mir persönlich gefällt nicht, dass die unterschiedlichen Kapselsorten lediglich durch die Farbe des Deckels auseinandergehalten werden können. Dass beispielsweise hellblau für entkoffeinierten Kaffee steht, während dunkelblau eine schokoladige Note verspricht, ist nicht eben intuitiv. Hier wäre mir ein Zahlencode oder eine zusätzliche Beschriftung der Kapseln lieber, sodass ich auch ohne Beipackzettel weiß, was mich erwartet.

Lavazza Espria Milk: Milchaufschäumer inklusive

Der Name lässt es schon vermuten: Im Lieferumfang der Lavazza Espria Milk befindet sich ein hochwertiger Lavazza-Milchaufschäumer, mit dem im Handumdrehen erfreulich fluffiger Milchschaum aufgeschlagen werden kann. Nicht nur trinke ich persönlich gelegentlich gerne einen Milchkaffee, auch für Gäste ist der optionale Schaum ein Pluspunkt. Die Bedienung ist einfach: Milch einfüllen, Knopf drücken, rund eine Minute warten, fertig ist der Schaum. Die Milch wird dabei durch Induktion erwärmt, sodass das nervige „Einfriemeln“ von günstigeren Aufschäumern entfällt. Ebenfalls schön: Ich habe die Wahl zwischen kaltem oder warmem Milchschaum, außerdem lässt sich die Milch optional auch nur erwärmen – toll für einen Kakao zwischendurch. Wie die eigentliche Kaffeemaschine arbeitet auch der Lavazza-Milchaufschäumer auf einem erfreulich geringen Geräuschniveau. Der Edelstahlaufsatz ist zudem spülmaschinenfest, sodass der Milchaufschäumer problemlos in der Spülmaschine gereinigt werden kann.

Der spülmaschinenfeste Milchaufschäumer verfügt über eine Heiß- und Kaltschaumfunktion und eine integrierte Abschaltautomatik.

Der spülmaschinenfeste Milchaufschäumer verfügt über eine Heiß- und Kaltschaumfunktion und eine integrierte Abschaltautomatik.

Fazit: Wenn Kapseln, dann so!

Ich gebe es zu: Ich bin überrascht darüber, wie sehr mich die Lavazza Espria Milk überzeugt hat. Nicht nur ist die Bedienung kinderleicht, vor allem schmeckt der Kaffee wirklich gut. Weder ich noch einer meiner diversen Gäste hat auch nur ansatzweise etwas am Geschmack auszusetzen gehabt. Lediglich die langsame Ausgabe des Kaffees hat mich in der Praxis gestört, was allerdings Jammern auf hohem Niveau ist. Die Lavazza Espria Milk und das A Modo Mio-Kaffeesortiment haben meine negative Meinung zu Kapselmaschinen also grundlegend geändert.

Würde ich persönlich komplett umsteigen? Nein, aktuell nicht. Zu sehr mag ich die kräftigen Espressobohnen, die mein Vollautomat allmorgendlich zum perfekten Kaffee aufbrüht, zumal die langfristigen Kapsel-Kosten bei meinem Kaffeekonsum dezent zu hoch ausfallen. Doch die Lavazza Espria Milk wäre meine erste Wahl, wenn ich eine Zweitmaschine fürs Büro oder für die Bewirtung von Gästen suchen würde. Die sonst üblichen Beschwerden über den „viel zu starken“ Kaffee im Hause Hofferbert waren jedenfalls im Testzeitraum der Lavazza-Kapselmaschine nicht zu hören. Die Flexibilität des A Modo Mio-Systems ist daher wohl der größte der vielen Pluspunkte, die die Lavazza Espria Milk in sich vereint. Darum bleibt mir nur zu sagen: Wenn Kapseln, dann so!

Lesetipp der Redaktion: Die Senseo Latte Duo in edlem Schwarz bietet Kaffeegenuss für echte Milchliebhaber und verwandelt das eigene Zuhause so zum Lieblingscafé.