Was tun, wenn der iPhone-Akku schwächelt?

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Zwar besitzen die Akkus in Apples Mobilgeräten iPhone, iPad und iPod touch eine überdurchschnittlich hohe Lebensdauer. Trotzdem kann es passieren, dass sich die Akkulaufzeit frühzeitig reduziert. Wir zeigen Ihnen Möglichkeiten, das iPhone wieder fit zu machen – ohne Akkuwechsel!

Es ist ein Graus mit den Smartphone-Akkus, insbesondere beim iPhone 6S. Der völlig unterdimensionierte Akku gibt häufig schon nach wenigen Stunden Benutzung den Geist auf, selbst wenn er noch längst nicht das Ende seiner Lebensdauer erreicht hat. Auch bei anderen iPhone-Modellen, beim iPad und nicht zuletzt beim iPod touch kann sich die Lebensdauer des Akkus relativ schnell reduzieren. Geschuldet ist das vor allem dem schlanken Design.

Ratgeber: Akkuprobleme unter iOS beheben

Dabei ist die Lebensdauer des Akkus in aller Regel hervorragend: Selbst mehrere Jahre alte iPhones benötigen noch keinen neuen Akku, obwohl man bei Lithium-Ionen-Technologie von rund zwei Jahren oder 1.000 Ladezyklen Lebensdauer spricht. Für Anwender, die unter einem schlappen Akku leiden, ist das natürlich ein schwacher Trost – doch es gibt Mittel und Wege, dem (teuren) Akkuwechsel zu entgehen. Wir zeigen Ihnen, was Sie tun können.

Stromfresser-Apps aufspüren und löschen

Bevor es an die eigentliche Akku-Rettung geht, sollten Sie überprüfen, ob nicht möglicherweise eine App oder ein Dienst auf dem Gerät am schlappen Akku schuld ist. Gerade Apps wie Facebook nagen massiv an der Lebensdauer des iPhone-Stromspeichers, bieten aber funktional kaum einen Mehrwert gegenüber der Nutzung des Dienstes im Safari-Browser.

iPhone iPod Akkulaufzeit

Praktisch: Öffnen Sie die „Einstellungen“. Unter „Batterie“ zeigt das iPhone ab iOS 8, welche Apps die meiste Energie verbrauchen.

Seit iOS 8 besitzt das iPhone-Betriebssystem eine praktische Funktion, Energiefresser aufzuspüren: Öffnen Sie die iOS-Einstellungen und wählen Sie „Batterie“. Hier werden Ihnen alle Apps samt Stromverbrauch in den letzten 24 Stunden und den letzten 7 Tagen angezeigt. Diese Auflistung gibt einen Hinweis auf zwei Dinge: Ob Sie selber am schwachen Akku schuld sind und welche Apps die größten Stromfresser sind. Denn natürlich wissen nur Sie, wie Sie Ihr iPhone nutzen. Wenn hier eine App mit hohem Stromverbrauch auftaucht, die Sie nie nutzen, sollten Sie diese löschen. Andersherum können Sie Apps eventuell seltener nutzen oder gegen die Browser-Version austauschen. Löschen Sie zudem alle Apps, die Sie nicht mehr benötigen.

Nicht benötigte Dienste deaktivieren

In einem zweiten Schritt sollten Sie einen Blick auf die Dienste werfen, die bei iOS im Hintergrund laufen. Die „Hintergrundaktualisierung“ unter Einstellungen -> Allgemein ist zum Beispiel einer der schlimmsten Stromfresser überhaupt, wird aber in aller Regel nicht benötigt. Sie erlaubt es Apps, sich zu aktualisieren – also etwa neue Daten wie Wetter oder Zusatzdienste abzurufen oder den Standort abzufragen –, obwohl sie nicht im Vordergrund sind. Das ist normalerweise überflüssig, da die Apps sich ohnehin aktualisieren, sobald man sie in den Vordergrund holt. Schalten Sie die Funktion also am besten komplett ab oder zumindest bei allen Apps, bei denen Sie sie nicht benötigen.

iPhone Akku iOS Tipps

Um Akkukapazität zu sparen, sollten Sie unnötige Hintergrundaktualisierungen unterbinden und nicht benötigte Ortungsdienste unbedingt deaktivieren.

Weitere Akkufresser sind Bluetooth und die Bildschirm-Helligkeit. Auch hier kann durch Ausschalten beziehungsweise Reduktion die Lebensdauer des Akkus deutlich verbessert werden.

Ortungsdienste teilweise deaktivieren

Ebenfalls ein großer Stromfresser ist nach wie vor das GPS-Modul des iPhones. Jedes Mal, wenn eine App den Standort abfragt, nagt sie damit unerbittlich am Akku. Das ist schlicht ein Hardware-Problem, GPS benötigt eben viel Strom. Von daher ist es sinnvoll, unter Einstellungen -> Datenschutz -> Ortungsdienste alle Apps auf „Beim Verwenden“ zu stellen oder gleich ganz zu deaktivieren, wenn die GPS-Nutzung dieser speziellen App nicht erwünscht ist. Nur auf „Immer“ sollten sie nicht stehen – dann schlucken sie Akku weg, ohne dass das einen besonderen Mehrwert hätte.

Akku kalibrieren

Sind alle Software-Einstellungen durchgeführt, können Sie versuchen, den Akku des iPhones, iPads oder iPod touch zu kalibrieren. Das geht am einfachsten, indem Sie das Gerät einmal komplett leerlaufen lassen, so leer, dass es sich selber ausschaltet. Erst anschließend hängen Sie es an das Netzteil – am besten an das, was mit dem Gerät geliefert wurde – und laden den Akku vollständig auf. Das dauert bei iPhones etwa drei Stunden, bei iPads je nach Modell zwischen vier und sechs Stunden. Wir empfehlen, den Ladevorgang über Nacht durchzuführen. Anschließend kennt die Ladeelektronik wieder die Höchst- und Tiefspannung des Akkus und kann sich dementsprechend darauf einstellen, wodurch die Akkulaufzeit effektiv deutlich erhöht wird.

Akku nicht unnötig lange laden

Grundsätzlich sollten Sie den Akku – außer bei der Kalibrierung – nicht leerlaufen und auch nicht stundenlang oder gar dauerhaft am Netzteil lassen. Zwar besitzen alle iOS-Geräte äußerst effektive Ladealgorithmen, können also nicht überladen. Trotzdem ist es zur Akkupflege moderner Lithium-Ionen-Akkus deutlich besser, sie immer nur bis zum Erreichen der 100% aufzuladen und danach vom Netz zu trennen.

Wenn möglich Original-Netzteile verwenden

Ein Effekt, der dem ein oder anderen iPhone-Nutzer vielleicht bereits aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass das iPhone oder iPad deutlich länger hält, wenn es mit dem Original-Netzteil geladen wird. Obwohl sich grundsätzlich jedes USB-Netzteil eignet, ist das Apple-Zubehör genau auf die Bedürfnisse des iPhone/iPad-Akkus abgestimmt, wodurch der Akku letztlich mit maximaler Effektivität geladen wird. Gerade billige USB-Netzteile können den Akku sogar beschädigen, sodass es durchaus Sinn macht, Original-Zubehör zu verwenden.

Hitze und Kälte vermeiden

Übrigens: Zu den größten Akku-Stressfaktoren zählen Hitze und Kälte. Während letztere jedoch nur die Kapazität beeinflusst, solange der Akku sich in der Kälte befindet, ist Hitze ein echter Akku-Killer, der die Lebensdauer massiv reduzieren kann. Von daher sollten Sie Ihr iPhone oder iPad möglichst nie in der prallen Sonne benutzen oder liegen lassen. Auch das Herumliegen im heißen Auto oder eine warme Heizung als Ablage lassen den Akku vorzeitig altern.

Akku iPhone Kälte

Praxistipp: Kalte Smartphone-Akkus sollten erst nach dem Aufwärmen wieder aufgeladen werden, da sie sonst ernsthaften Schaden nehmen können.

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Powerbank nutzen

Wenn all diese Tricks nichts bringen, weil Sie einfach sehr akkuintensive Anwendungen verwenden oder weil der iPhone-Akku wirklich den Geist aufgibt, können Sie natürlich jederzeit zu einer sogenannten Powerbank greifen, einem externen Akku. Sogar Apple hat mit dem Smart Battery Case eine entsprechende Option im Programm: eine Powerbank-Hülle für das iPhone 6S. „Echte“ Powerbanks sind allerdings deutlich günstiger. Schon für 10 – 15 Euro gibt es einfache Modelle, die die Akkulaufzeit des iPhones effektiv verdoppeln. Wichtig bei Powerbanks ist die Akku-Leistung: Je mehr Milliamperestunden (mAh), desto mehr Saft kommt aus dem Zusatzakku. Es gibt sogar „Solar-Powerbanks“, also solarbetriebene Ladegeräte, die ganz ohne eigenen Stromspeicher auskommen, aber naturgemäß nur in der Sonne arbeiten. Gerade wer unterwegs viel spielt oder surft, sollte über die Anschaffung eines solchen Strom-Backups nachdenken.

Powerbank iPhone Apple iOS

Die Ansmann Powerbank verspricht eine Kapazität von stolzen 10.400 Milliamperestunden bzw. 38,5 Wattstunden. Der Akku des iPhone 6S bietet rund 1.700 Milliamperestunden und könnte im Idealfall bis zu sechs Mal vollständig mit der kleinen Powerbank geladen werden.

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Wenn nichts hilft: Akku austauschen lassen

Wenn all diese Hilfestellungen nichts nutzen, sollten Sie darüber nachdenken, den iPhone-Akku austauschen zu lassen. Das kann – und sollte – von Apple selbst erledigt werden, einfach um einen Original-Akku zu erhalten. Denn Drittanbieter-Akkus, wie sie zum Beispiel bei Ebay oder von vielen Handy-Reparaturdienstleistern angeboten werden, stammen nicht selten aus dubiosen Quellen und sind den Originalen in Sachen Langzeit-Haltbarkeit in aller Regel deutlich unterlegen.

Lesetipp der Redaktion: Der Akku ist bei Smartphones ein Quell ewiger Frustration. Vor allem das iPhone 6 leidet an nicht unerheblichen Problemen mit der Laufzeit. Ehe Sie sich einen Powerbar oder Apples hässlichen Zusatzakku kaufen, sollten Sie aber zunächst ein wenig mit den Einstellungen des iPhone 6 spielen – hier gibt es nämlich viel Akku-Sparpotenzial. …mehr