iPhone: GPS deaktivieren – so geht´s

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Eigentlich sollte das iPhone-GPS reibungslos im Hintergrund arbeiten. Doch hat der Geodaten-Empfänger nicht nur Vorteile. Einerseits saugt er mächtig am Akku, andererseits erlaubt er Apps, Ihren genauen Standort zu ermitteln. Und manchmal stellt das GPS (Global Positioning System) des iPhones ohne Vorwarnung einfach die Arbeit ein. Wir zeigen, wie Sie GPS auf Ihrem iPhone richtig einstellen – und mögliche Fehler beheben.

Als ich mir 2008 mein erstes iPhone kaufte – es war ein iPhone 3G – war eine der tollsten Neuerungen für mich das integrierte GPS-Modul zur Positionsdatenerfassung. Nicht nur, dass ich damit endlich effektiv Online-Karten wie Google Maps nutzen konnte, nein: Auch die damals noch in den Kinderschuhen steckenden Location Based Services (kurz LBS: standortabhängige Dienste) per App oder Browser waren ein absolutes Novum. Die standortabhängige Suche nach Geschäften, Immobilien oder Gebrauchtwagen macht das Leben seither leichter.

Inzwischen nutze ich ein iPhone 6S, GPS und LBS sind in Smartphones und im Web längst Standard. Und das GPS-basierte Spiel Pokémon Go ist mein größtes Vergnügen in meiner knappen Freizeit.

iPhone: Akku schonen und auf GPS verzichten

Dummerweise hat sich in den neun Jahren seit meinem ersten iPhone eines nicht geändert: Die Akkulaufzeit von Smartphones. Zwar hat die Akkutechnik in dieser Zeit enorme Fortschritte gemacht, der daraus resultierende Laufzeit-Bonus wird aber immer direkt von der noch leistungsstärkeren Hardware gefressen. Mehr als zwei Tage sind nicht drin, damals wie heute.

GPS auf dem iPhone deaktivieren

Anleitung: Das Allyouneed Magazin zeigt Ihnen, wie Sie GPS auf Ihrem iPhone deaktivieren.

Und wer Pokémon Go spielt oder andere GPS-Apps wie Apple Maps häufig nutzt, muss mit deutlich geringerer Akkulaufzeit rechnen. Denn auch das hat sich nicht geändert: GPS knabbert heftig am Stromspeicher eines Smartphones. Nun gibt es eine Reihe Apps, die auf das GPS-Modul zugreifen, ohne es wirklich zu benötigen, was natürlich Unsinn ist. Zumal Daten gesammelt werden, die die App im Zweifel nicht sammeln soll.

Lesetipp der Redaktion: 22 Tipps für längere Akkulaufzeiten beim iPhone 6.

iPhone: GPS für bestimmte Apps deaktivieren – so geht´s

Ich habe GPS daher für einige Apps deaktiviert. Und das geht so:

  1. Die Einstellungen-App öffnen.
  2. Hier den Punkt „Datenschutz“ auswählen.
  3. Unter „Ortungsdienste“ gibt es eine Liste der Apps, die GPS verwenden wollen.
  4. Tippe ich eine App an, gibt es jeweils drei Möglichkeiten: „Immer“, „Beim Verwenden der App“ oder „Nie“.
    iPhone: GPS deaktivieren

    iOS zeigt eine Liste aller Apps, die GPS nutzen. Einzelne Apps können hier eingeschränkt werden.

  5. Immer“ sollte grundsätzlich nicht erlaubt werden, wählen Sie besser „Beim Verwenden der App“ aus. Dadurch greift die App nur auf GPS zu, wenn sie im Vordergrund ist. Das spart Akku.
  6. Apps, die durch GPS keinen Mehrwert erhalten, etwa WhatsApp oder Twitter, stelle ich auf „Nie“. Auch das sorgt für mehr Akkuleistung.
  7. Standort teilen“ sollte deaktiviert sein. Ist diese Option aktiviert, wird regelmäßig die Position des iPhones für iMessage oder die Freunde-App an die Apple-Server gemeldet. Das muss nicht sein, daher schalte ich diese Funktion aus.

iPhone: GPS ganz deaktivieren – so geht´s

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, GPS ganz zu deaktivieren. Unter Einstellungen -> Datenschutz -> Ortungsdienste gibt es dafür den Schalter „Ortungsdienste“. Ist dieser aus, sind die Ortungsdienste komplett deaktiviert.

GPS deaktivieren iPhone Ortungsdienste

Bei Bedarf kann GPS auch ganz deaktiviert werden. Dummerweise melden manche Apps dann einen Fehler.

Apps wie Apple Maps funktionieren dann allerdings nicht mehr richtig, weshalb es durchaus sinnvoll ist, die Funktion aktiviert zu lassen. Das ist dann auch gleich eine Hilfe bei der Fehlersuche. Wenn GPS nicht will oder das iPhone eine Fehlermeldung bei bestimmten Apps ausgibt, liegt das mit ziemlicher Sicherheit an der GPS-Einstellung, ob nun global oder für die einzelne App. Beschwert sich eine App, dass sie kein GPS verwenden kann, ignoriere ich das entweder – oder gebe ihr wieder das Recht, auf das GPS-Modul zuzugreifen.

Trickkiste: GPS-Systemdienste deaktivieren

Ein weiterer Trick für mehr Akkuleistung mittels GPS-Deaktivierung auf dem iPhone ist das Überprüfen der Systemdienste, die die Ortungsdienste benutzen. Wenn Sie in der App-Liste unter „Ortungsdienste“ ganz nach unten scrollen, finden Sie hier den Punkt „Systemdienste“.

iPhone GPS Systemdienste

Viele iPhone-Systemdienste nutzen ebenfalls GPS. Hier sollten Sie prüfen, was Sie wirklich benötigen.

Hier sind einige Basis-Funktionen des iPhones aufgeführt, die ebenfalls GPS verwenden. Ich bin diese Liste durchgegangen, um Funktionen zu deaktivieren, die ich im Alltag nicht brauche. Auch das spart Akku, denn je weniger das iPhone sein GPS-Modul einsetzt, desto besser. Neben praktischen Diensten wie „Kompasskalibrierung“ oder „Mein iPhone suchen“ gibt es hier auch einige überflüssige GPS-Abfragen, etwa für „Ortsabhängige Apple-Ads“ oder „Home-Kit“, die ich nicht benutze und deshalb ausschalte.

Fehlersuche: Was tun, wenn GPS nicht will?

Manchmal kommt es vor, dass die Ortungsdienste auf dem iPhone nicht richtig wollen. Das hängt damit zusammen, dass das iPhone, ebenso wie alle anderen Geräte mit Geodaten-Unterstützung, auf das Global Positioning System (GPS) zugreifen. Das iPhone sucht dafür die Signale der stationär im Erdorbit installierten Satelliten. Eine punktgenaue Positionierung ist allerdings erst möglich, wenn drei Satelliten angepeilt werden können. Wenn auch noch die Höhe bestimmt werden soll, wird sogar ein vierter Satellit benötigt, um die Laufzeit des Signals zu messen. Das ist auch der Grund, warum dedizierte GPS-Apps wie Navigationssysteme oder Tracking-Apps noch mehr Akku zu fressen scheinen als „normale“ GPS-Apps wie etwa Google News.

Wenn GPS nicht richtig funktioniert, liegt es also daran, dass das iPhone keine oder zu wenige GPS-Satellitensignale findet. Und das hat – vorausgesetzt, der Empfänger ist technisch O. K. – vor allem damit zu tun, ob das Signal der Satelliten abgeschirmt wird. Das kann in Innenräumen passieren, besonders aber an Orten wie Tiefgaragen, an denen einfach kein Signal ankommt. In solchen Fällen müssen Sie das Gebäude verlassen. Manchmal stören Handyhüllen das Signal, vor allem solche, die Metallteile eingebaut haben. Falls das iPhone also auch draußen GPS-Probleme haben sollte, reicht es oft, die Hülle abzunehmen.

So beheben Sie GPS-Probleme

Falls das iPhone auch ohne Hülle und außerhalb von Gebäuden Schwierigkeiten beim GPS-Empfang hat, gibt es verschiedene Möglichkeiten, dieses Problem zu beheben. Manchmal „verklemmt“ sich einfach die GPS-Hardware im Gerät. In solchen Fällen hilft es, das Smartphone einmal aus- und wieder einzuschalten.

iPhone zurücksetzen

Spinnt das GPS, kann es an der Hülle oder am Standort liegen. Hilft kein Neustart, sollten Sie das iPhone zurücksetzen.

Wenn das nichts bringt, sollten Sie versuchen, das iPhone auf Werkseinstellung zurückzusetzen. Öffnen Sie dazu die Einstellungen, wählen Sie „Allgemein“ und hier „Zurücksetzen“. Mit „Alle Einstellungen und Inhalte“ wird das iPhone auf Null gesetzt. Achtung: Vorher das Backup nicht vergessen, sonst müssen Sie alles manuell neu einrichten.

Wenn auch das nicht hilft, spricht einiges dafür, dass das iPhone nicht mehr in Ordnung ist und ein technischer Defekt vorliegt. In solchen Fällen sollten Sie einen Apple-Store aufsuchen oder den Apple-Support kontaktieren.

Lesetipp der Redaktion: Egal ob mit iCloud oder iTunes: Das Allyouneed Magazin zeigt Ihnen in diesem Ratgeber, wie Sie ein Backup Ihres iPhones anlegen.

Fazit: GPS ist leicht zu handhaben

Bis heute staune ich über die Möglichkeiten der GPS-Technik in einem Alltagsgerät wie dem iPhone. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich mich selbst in Apple Maps orten oder eine Route mit meinem Handy planen kann. Scheinbar banale, aber ausgesprochen unterhaltsame Dinge wie das Spiel Pokémon Go werden mit GPS erst möglich. Und so ist die GPS-Funktion des iPhones eine ausgesprochen praktische Angelegenheit. Allerdings setzt Apple von Haus aus zu viele GPS-Optionen an, zudem prüfe ich regelmäßig, ob GPS von Apps verwendet wird, wo dies eigentlich gar nicht nötig wäre. Auf diese Weise kann ich ordentlich Akku sparen und muss trotzdem nicht auf die praktischen Ortungsdienste verzichten. Tritt ein Problem auf, lässt es sich leicht beheben – sofern die iPhone-Hardware nicht defekt ist.

Lesetipp der Redaktion: Apples EarPods sind hervorragende In-Ear-Kopfhörer und gehören zum Lieferumfang eines jeden iPhones und iPods. Allerdings können sie weit mehr als nur Musik wiedergeben. Zahlreiche Sonderfunktionen machen die kleinen Kopfhörer zu wahren Multifunktionsgeräten. Wir zeigen, welche Möglichkeiten Sie damit haben.