iPad Pro 9,7 oder iPad Air 2: Welches iPad passt zu mir?

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Ein echtes iPad Pro im Format eines iPad Air 2: Das bietet Apples neues 9,7 Zoll großes iPad Pro. Allerdings lässt Apple sich die moderne Technik im wahrsten Sinne des Wortes mit Gold aufwiegen, während das iPad Air 2 massiv im Preis gefallen ist. Stellt sich die Frage: Welches iPad passt am besten zu mir und meinem Geldbeutel?

Apple macht es potenziellen iPad-Käufern derzeit nicht leicht: Nicht nur, dass sie zwischen drei Formaten – 7,9 Zoll, 9,7 Zoll und 12,9 Zoll – wählen müssen, nein: Nun gibt es auch noch mehrere aktuelle Geräte in der mittleren Größenklasse, nämlich das iPad Pro 9,7 Zoll und das iPad Air 2. Beide Geräte besitzen die exakt gleichen Abmessungen von 240 x 169,5 x 6,1 Millimetern. Und auch das Gewicht ist mit 437 Gramm (Wi-Fi)/ 444 Gramm (Wi-Fi + Cellular) identisch. Kein Wunder also, dass interessierte Käufer sich fragen, welches der beiden Geräte nun die bessere Wahl ist. Doch keine Sorge: Wir können helfen.

iPad Pro 9,7

Das 9,7-Zoll-iPad Pro bietet moderne Display-Technologien, darunter ein True-Tone-Display, welches Vier-Kanal-Sensoren für die Anpassung des Weißabgleichs auf dem Display mit dem Umgebungslicht nutzt, um eine natürlichere, präzisere Betrachtungserfahrung wie auf weißem Papier zu schaffen.

Der größte Unterschied: Preis und Speicherausstattung

Der wohl augenscheinlichste Unterschied zwischen iPad Air 2 und dem neuen iPad Pro 9,7 Zoll ist die Speicherausstattung: Während es das „alte“ Gerät mit 16 und 64 Gigabyte Speicher gibt, bietet Apple das kleine iPad Pro nur mit deutlich größeren Speicheroptionen an: 32, 128 und 256 Gigabyte stehen zur Auswahl. Wer nicht gerade eine gigantische Video-Mediathek mit sich herumschleppt oder das Tablet tatsächlich für Videoschnitt und RAW-Bildbearbeitung benutzt, dürfte bei allen Geräten nicht so schnell ans Limit kommen. Gerade Nutzer, die das iPad nur als mobile Erweiterung für PC, Mac oder Notebook verwenden, sind in der Regel nicht auf gigantische Speichermengen angewiesen. Zwar sind 16 Gigabyte grundsätzlich knapp, zumal allein das iOS-Betriebssystem rund zwei Gigabyte schluckt. Trotzdem hat diese „kleine“ Konfiguration einen großen Vorteil: Mit einem Grundpreis von 439 Euro ist das Air 2 deutlich günstiger als das Pro mit 32 Gigabyte, das bei 689 Euro startet – 150 Euro teurer als die 64-Gigabyte-Variante des Air 2! Übrigens können Sie ordentlich Speicherplatz sparen, indem Sie zum Beispiel iTunes Match oder Apple Music nutzen und ein wenig App- und Medien-Hygiene walten lassen.

ipad air 2

Touch ID eröffnet Nutzern von iPad Air 2 einen einfachen und sicheren Weg, ihr iPad mit nur einem Fingertipp zu entsperren und bietet die Möglichkeit, sich in Apps zu authentifizieren, um Logins und Daten besser zu schützen.

Brauchen Sie die Pro-Features?

Das iPad Pro hat gegenüber dem iPad Air einige Ausstattungsdetails, die es im Vergleich zu seinen älteren Geschwistern überlegen machen: Neben dem Smart-Connector für den Anschluss eines Smart-Keyboards sind das vor allem die Unterstützung für den Apple Pencil, der vierfache Lautsprecher und das neue True-Tone-Display mit erhöhtem Farbumfang. Wer diese Funktionen bislang nicht vermisste, wird vermutlich auch mit dem iPad Air 2 glücklich. Eine Tastatur lässt sich jederzeit per Bluetooth oder neuerdings auch per Lightning-Stecker verbinden. Logitech, Griffin und Belkin haben jeweils für 60 bis 70 Euro ein Keyboard im Programm, das per Kabel Verbindung zum iPad aufnimmt und daher keine eigene Stromversorgung benötigt. Zu beachten ist, dass das Smart-Keyboard bislang nur in englischem Keyboard-Layout verfügbar ist. Außerdem gibt es für das iPad Air, das Ende 2014 auf den Markt kam, eine große Zahl von bluetooth-gebundenen Keyboard-Hüllen, die das Air 2 genau wie das Pro zum kleinen Laptop machen, etwa das praktische Zagg Rugged Book oder das Type+ von Logitech. Und auch der Stift kann relativ leicht ersetzt werden: Wer statt zum teuren Apple Pencil zum günstigen iPad-Stylus greift, kann auch auf dem iPad Air 2 zeichnen und schreiben. Natürlich nicht in der Qualität des Pro, trotzdem ausreichend für die meisten Anwender, die nicht gerade professionell Comics zeichnen. Für die allerdings lohnt sich der Apple Pencil auf jeden Fall: Er ist in Sachen Präzision mit keiner anderen Lösung vergleichbar und damit trotz seines hohen Preises als Zubehör ein definitives Argument für das iPad Pro. Die zusätzlichen Lautsprecher sind hingegen kaum mehr als eine hübsche Idee – sicher jedoch kein Upgrade-Grund. Anders sieht es mit der neuen Kamera aus. Die stammt aus dem iPhone 6S, hat 12 Megapixel, 4K-Video und einen Blitz, was das Pro-iPad sicher für den ein oder anderen iPad-Fotografen interessant macht. Auch das True-Tone-Display mit vollem sRGB-Farbspektrum und automatischer Farbanpassung abhängig von Außenbeleuchtung und Tageszeit ist mehr als eine Spielerei und dürfte für professionelle Benutzer auf jeden Fall ein Grund sein, den Mehrpreis für das Pro-iPad zu bezahlen.

iPad Pro 9,7

iPad Pro 9,7 (rechts): Das fortschrittliche Retina Display ist 25 Prozent heller und 40 Prozent weniger reflektierend als bei iPad Air 2 und macht es noch einfacher, Inhalte in geschlossenen Räumen oder im Freien zu sehen.

iPad Pro vs. iPad Air: Ist die stärkere Hardware wichtig?

In Sachen Hardwareausstattung ist das iPad Pro 9,7 Zoll dem iPad Air 2 allerdings nicht sonderlich überlegen. Zwar ist es laut Apple bis zu 1,8 x schneller, weil es den aktuellsten Apple A9X-Prozessor besitzt, der höher taktet. Das kleine iPad Pro leidet allerdings gegenüber seinem 12,9-Zoll-Bruder an halbiertem Arbeitsspeicher – und besitzt damit wie das Air 2 mit A8X-Prozessor nur zwei Gigabyte RAM. Beide CPUs sind für moderne Tablet-Anforderungen ausreichend leistungsstark. Der verknappte RAM allerdings ist ein Ärgernis: In der Vergangenheit hatten iPads nach großen iOS-Updates mit ihrer zu geringen Speicherausstattung zu kämpfen. Die reichte oft nicht für die neuen iOS-Features. Zwar sind die zwei Gigabyte RAM von iPad Pro 9,7 Zoll und Air 2 für aktuelle Aufgaben ausreichend – doch niemand weiß, was Apple für das nächste iOS im Schilde führt. Da iOS genau wie Mac OS X oder Linux ein Unix-System ist, ist Arbeitsspeicher durch nichts zu ersetzen. Zwei zusätzliche Gigabyte wären bei einem Pro-Modell sicherlich keine Preistreiber gewesen – dass Apple hier gespart hat, setzt nicht nur die Zukunftssicherheit des kleinen iPad Pro aufs Spiel, sondern schmälert den Abstand zum günstigen Air 2 massiv. Von der höheren Prozessorgeschwindigkeit des iPad Pro dürfte nämlich bis auf wenige Ausnahmen, wie zum Beispiel das Rendering von Videomaterial, in der Praxis kaum etwas zu spüren sein.

Fazit: Das Air punktet durch den Preis, das Pro durch RAM und Zusatzfunktionen

Insgesamt sind iPad Pro 9,7 Zoll und iPad Air technisch nicht allzu weit auseinander. Das iPad Pro spielt seine Vorteile dank seines besseren Bildschirms, dem schnelleren Prozessor, der größeren Speicherausstattung und dem optionalen Apple Pencil vor allem im professionellen Bereich aus. Allerdings nur für Anwender, die das Gerät tatsächlich für die Arbeit verwenden und dafür das letzte Quäntchen Leistung brauchen. Wer professionell Videos schneiden, RAW-Bilder bearbeiten oder Grafiken erstellen möchte, ist also mit dem kleinen iPad Pro gut beraten – sollte aber im Zweifel lieber zum iPad Pro mit 12,9-Zoll-Display greifen, weil es mehr RAM und Arbeitsfläche hat. Wer all das aber nicht mit seinem iPad tun möchte, sondern es als Surf- und Spielgerät verwendet, ist mit dem iPad Air 2 nach wie vor gut beraten. Seine Vorzüge liegen vor allem im ansprechend niedrigen Preis und dem riesigen Angebot an passendem Zubehör.