Intenso Memory Safe im Test: USB-Festplatte mit Sperrcode

0

Die Verschlüsselung von Festplatten ist schön und gut, allerdings haben alle Verschlüsselungstechniken einen riesigen Nachteil: Sie benötigen das zugehörige Programm oder Betriebssystem. Nicht so Intensos Memory Safe: Dank Sperrcode lässt sich das Gerät ohne zusätzliche Software verschlüsseln – und sorgt jederzeit für optimale Datensicherheit.

Es gibt Fälle, in denen es wirklich sinnvoll ist, externe Medien zu verschlüsseln. Etwa dann, wenn sie häufig transportiert werden, um beispielsweise an Uni-Rechnern oder Arbeitsplätzen eingesetzt zu werden. Schließlich ist so ein Laufwerk schnell irgendwo – und dann kann jeder, der es findet, die Daten auslesen. Aber nicht nur in sensiblen Bereichen ist eine Verschlüsselung wichtig: Auch für private Daten wie Fotos und Videos ist ein Schutz wünschenswert, falls die Festplatte vergessen oder gestohlen wird. Der Haken an der Sache: Datenverschlüsselung ist oft aufwendig und in aller Regel nur an Geräten verwendbar, die eine werksseitige Verschlüsselungstechnologie besitzen: Apples FileVault ist nur mit Macs kompatibel, Microsofts BitLocker hingegen nur mit Windows-Betriebssystemen. Soll die Festplatte zwischen mehreren Systemen, Smart-TVs und Servern/NAS-Systemen herumgereicht werden, ist jede Verschlüsselung sinnfrei, zumal hier auch plattformübergreifende Tools wie VeraCrypt versagen.

Die Intenso Memory Safe bietet maximale Sicherheit

Diese Lücke schließt Intenso mit seiner Memory-Safe-Festplatte: Das USB-3.0-Gerät sieht zunächst aus wie eine konventionelle 2,5“-HDD für den externen Gebrauch, mit einem augenscheinlichen Unterschied: Sie besitzt ein Tastenfeld, mit dem ein vier- bis zwölfstelliger Zahlencode eingegeben werden kann. Der wiederum verschlüsselt die Daten hardwareseitig – völlig unabhängig davon, mit welchem Dateisystem die Platte formatiert ist und an welchem PC, Mac oder Smart-Device das Laufwerk eingesetzt wird. Dabei verwendet Intenso den allgemein als sicher geltenden AES-256-Standard, also einen Schlüssel mit 256 Bit. Damit genügt sie sogar den Anforderungen der US-Regierung und erfüllt den Sicherheitsstandard FIPS 140-2, der in vielen US-Behörden zum Einsatz kommt.

Intenso USB Festplatte Test

Der eingebaute Verschlüsselungschip und der verwendete Algorithmus sind nach FIPS 140-2 zertifiziert und entsprechen somit dem aktuell höchsten Sicherheitsstandard.

Mit anderen Worten: Sind die Daten einmal verschlüsselt, gibt es nichts und niemanden, der sie ohne harte Brute-Force-Attacke auslesen kann. Durch die Hardwareverschlüsselung nützt es einem potenziellen Angreifer auch nichts, die konventionelle HDD aus dem Gehäuse auszubauen, da die Daten verschlüsselt sind – er mindert damit seine Chance auf eine Entschlüsselung nur noch weiter. Übrigens: Wird der Code 100 Mal falsch eingegeben, greift der Selbstzerstörungsmodus – alle Daten werden automatisch vernichtet.

Die Bedienung der Intenso Memory Safe ist ohne Tadel

Als Anwender fragt man sich natürlich, wie eine derart starke Verschlüsselung ohne zusätzliche Software machbar ist. Die Lösung ist einfach: In der Werkseinstellung ist die Intenso Memory Safe mit dem Code 1234 gesichert, eine rote LED signalisiert, dass die HDD gesperrt ist. In diesem Zustand wird sie nach dem Anschließen an einen PC oder Mac gar nicht erst gemountet. Erst die Eingabe des Sperrcodes, gefolgt von der Rautetaste, gibt die Platte frei, damit ein Betriebssystem sie erkennen kann.

USB Festplatte Test

Ein individuell wählbarer Zahlencode aus 4 – 12 Ziffern stellt sicher, dass alle Inhalte selbst bei Verlust der Festplatte vor fremdem Zugriff geschützt sind.

Dann wird sie eingebunden wie eine ganz normale externe HDD. Gesperrt wird sie anschließend durch Auswerfen oder durch einen drei Sekunden langen Druck auf die Rautetaste der internen Tastatur. So weit, so einfach, zumal sie, einmal entsperrt, im laufenden Betrieb gegenüber regulären USB-Festplatten keine Einschränkungen hat. Schön dabei: Will man den voreingestellten Code ändern, ist das ebenfalls mit der eingebauten Tastatur möglich, Software oder sonstige zusätzliche Funktionen werden nicht benötigt. Praktischerweise ist es der Memory Safe dank der Hardwareverschlüsselung auch völlig egal, mit welchem Dateisystem sie arbeitet: Das Gerät funktioniert mit dem voreingestellten FAT-Dateisystem genauso gut wie mit NTFS oder HFS+ von Apple. Damit eignet sich die Platte zum Beispiel auch hervorragend als gesichertes Filmarchiv oder zur Archivierung vertraulicher Daten. Zumal sie ausgesprochen schnell ist: Im Test kopierte sie 11 Gigabyte Daten in unter zwei Minuten über den USB-3.0-Port, womit sie im Schreibbetrieb rund 100 Megabyte pro Sekunde erzielt und damit deutlich schneller als viele Mitbewerber ohne Verschlüsselung ist.

USB-Festplatte im Test: Dauerhafter Einsatz nicht unbedingt sinnvoll

Natürlich liegt es nahe, die Intenso Memory Safe als Dauerlösung für Backups am Rechner einzusetzen. Zwar besitzen manche Backup-Tools wie Apples Time Machine eigene Verschlüsselungsroutinen – die allerdings sind so gut wie immer an das Programm gebunden und daher nur bedingt zweckmäßig – da liegt eine Lösung wie Memory Safe nahe.

Grundsätzlich beherrscht die Intenso Memory Safe auch den Dauerbetrieb, allerdings kann es je nach Rechnerkonfiguration vorkommen, dass im Standby-Modus die Stromverbindung zur Festplatte gekappt wird. In solchen Fällen und natürlich nach einem Neustart muss dann der Sperrcode erneut eingegeben werden. Zudem sperrt die Intenso Memory Safe sich nach einer gewissen Zeit selber, wenn sie nicht genutzt wird. Das erhöht zwar die Sicherheit, macht aber die dauerhafte Verwendung zu einem lästigen Spiel aus über den Tag verteilten Neueingaben des PINs. In diesem Zusammenhang stört dann auch, dass sich das Passwort nicht komplett entfernen lässt. Setzt man es auf den Standardwert 1234 zurück, muss die Platte neu eingerichtet werden. Allerdings fehlt ein Betriebsmodus ganz ohne Verschlüsselung – in solchen Fällen sollte besser eine reguläre Festplatte ohne oder mit Software-Verschlüsselung eingesetzt werden.

USB Festplatte Test Intenso

Die Memory Safe ist mit der zertifizierten AES 256 BIT Hardware-Verschlüsselung ausgestattet, wodurch sich alle auf der Festplatte abgespeicherten Daten verschlüsseln lassen.

Fazit: Eine gute, sichere Festplatte für den Datentransport

Insgesamt konnte die Intenso Memory Safe im Test überzeugen: Die 1 TB-Festplatte ist schnell und die Bedienung nach einem Blick ins Handbuch ein Kinderspiel. Fehleingaben beim PIN verzeiht der Datenträger mit 100 Eingabeversuchen, anschließend sind die Daten weg. Schön ist auch, dass sich das Gerät nach einiger Zeit oder nach der Trennung vom Strom selbstständig sperrt, was die Sicherheit zusätzlich erhöht. Gleichzeitig führt dies aber dazu, dass sie sich nicht als mitlaufendes Backup-Medium eignet. Für den Transport von wertvollen oder sensiblen Daten von A nach B ist sie perfekt. Ein Schutz gegen Abhandenkommen der Daten, etwa per Cloud-Anbindung, gibt es aber nicht – ist die Platte weg, sind auch die Daten futsch, können aber immerhin nicht von Dritten eingesehen werden.

Lesetipp der Redaktion: Unterwegs Fotos speichern oder die gesamte Medienbibliothek schnell in die Tasche stecken? Mit Intensos Memory 2 Move Pro (1 Terabyte!) ist das kein Problem. Die USB-3.0-Festplatte mit eingebautem Akku nimmt auch per WLAN und Ethernet Kontakt zu anderen Rechnern auf und besitzt einen eingebauten Speicherkarten-Slot für die Fotosicherung unterwegs. Die Frage ist: Taugt das was? Intenso Memory 2 Move Pro: Wir haben die mobilen Festplatte getestet.