Intenso Memory 2 Move Pro: Test der mobilen WLAN-Festplatte

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Unterwegs Fotos speichern oder die gesamte Medienbibliothek schnell in die Tasche stecken? Mit Intensos Memory 2 Move Pro (1 Terabyte!) ist das kein Problem. Die USB-3.0-Festplatte mit eingebautem Akku nimmt auch per WLAN und Ethernet Kontakt zu anderen Rechnern auf und besitzt einen eingebauten Speicherkarten-Slot für die Fotosicherung unterwegs. Die Frage ist: Taugt das was?

Unterwegs auf Fototour – doch was tun mit den Bildern? Zwar gibt es inzwischen riesige Speicherkarten, doch deren Zuverlässigkeit ist beschränkt. Deshalb ist es sinnvoll, die Bilder ab und zu anderswo zu archivieren, zum Beispiel auf dem Tablet – das allerdings hat in aller Regel eine nur sehr knappe Speicherausstattung. Die NAS zu Hause oder die Cloud ist als Zwischenspeicher für große Datenmengen unterwegs ebenfalls nur bedingt geeignet: Schnelle und unlimitierte öffentliche WLANs sind selten, die Mobilfunk-Datentarife in Deutschland nach wie vor nicht für hohe Daten-Volumina gedacht. Und so bleibt der Fotograf auf seinen Fotos sitzen – es sei denn, er verwendet eine praktische WLAN-Festplatte wie die Intenso Memory 2 Move Pro.

WLAN Festplatte

Intenso Memory 2 Move Pro: Bis zu einer Reichweite von 40 Metern können Sie Ihre Daten problemlos per WLAN-Verbindung übertragen.

USB-Festplatte mit LAN, WLAN und SD-Slot

Wirkt sie auf den ersten Blick zunächst wie eine konventionelle externe USB-3.0-Festplatte, die über den USB-Port mit Strom versorgt wird, offenbart sie erst auf den zweiten Blick, dass sie deutlich mehr kann: Zusätzlich zum normalen USB-Kabelanschluss gibt es einen RJ-45-Stecker für kabelgebundenes Ethernet, zudem besitzt das Gerät einen SD-Kartenslot und eine eingebaute WLAN-Funktion. Darüber hinaus ist ein Akku eingebaut, der die Festplatte bis zu sechs Stunden lang mit Strom versorgen kann. Damit hat die kleine Festplatte ideale Voraussetzungen, um sich unterwegs als praktischer Helfer zu erweisen. Zusätzlich zur Festplatte selbst ist eine kleinformatige Treiber- und Tools-CD erhältlich, die allerdings nicht nötig ist: iOS- und Android-Apps gibt es sowieso im App-Store – und die PC- und Mac-Software ist nicht mehr als ein Frontend, das den Zugriff auf das Webinterface erleichtert. Der Wi-Fi-Finder erkennt die Intenso-Platte im Netz und erlaubt den Zugriff auf das Webinterface. Das allerdings kann auch durch direkten Aufruf der IP-Adresse 10.10.10.254 im Browser aufgerufen werden.

Intenso Memory 2 Move Pro

Die Intenso Memory 2 Move Pro verfügt über einen SuperSpeed USB-3.0-Anschluss und kann kabelgebunden wie eine klassische externe Festplatte genutzt werden.

WLAN-Festplatte: Laden, starten und verbinden

Zunächst sollte der interne Akku der Festplatte voll aufgeladen werden. Schließt man sie dazu an einen USB-Port des Rechners an, wird sie dort als ganz normale Festplatte erkannt. Das WLAN ist ausgeschaltet und kann nicht aktiviert werden, solange die Festplatte am PC oder Mac gemountet ist. Für das Umschalten in den WLAN-Modus muss die Intenso Memory 2 Move physisch vom USB-Port getrennt werden – es genügt nicht, sie bloß auszuwerfen. Schaltet man sie jetzt per Knopfdruck wieder ein, aktiviert sie selbstständig WLAN und andere Netzwerkfunktionen und kann dann auch ganz normal zum Laden an den USB-Port angesteckt werden.

Damit besitzt die Memory 2 Move im Grunde zwei streng getrennte Betriebsmodi: entweder als reguläre USB-Festplatte am entsprechenden USB-Port oder als mobile WLAN- und Netzwerk-Festplatte. Richtig schlüssig ist das zwar nicht, verhindert aber zuverlässig, dass der Rechner die Platte als zwei Festplatten wahrnehmen kann. Die Einrichtung der Netzwerkfunktionen muss erfolgen, wenn die Intenso-Festplatte im WLAN-Betrieb läuft. Dazu muss der Rechner zunächst mit dem WLAN der Platte verbunden werden, anschließend kann über den WiFi-Finder die Admin-Oberfläche aufgerufen werden. Alternativ besteht die Möglichkeit, von Mobilgeräten aus die App für iOS (Link) oder Android (Link) zu nutzen. Praktisch sind die zahlreichen Netzwerkoptionen der Festplatte: Anwender mit ein wenig Netzwerk-Erfahrung können die Intenso Memory 2 Move ganz nach ihren Vorstellungen einrichten. Sie kann sowohl als mobile Festplatte mit eigenem Hotspot unterwegs arbeiten, als auch per LAN oder WLAN in eine bestehende Infrastruktur eingebunden werden. Praktisch dabei: Die kleine Intenso hat einen eingebauten WLAN-Router, wenn man sie per Ethernet an einem DSL-Modem oder einem anderen Router anschließt. Für den Betrieb unterwegs empfiehlt sich allerdings, das eigene WLAN und den DHCP-Server der Festplatte aktiv zu lassen.

Intenso Memory 2 Move Pro

WLAN-Festplatte: Intenso stattet die Memory 2 Move Pro nicht nur mit dem obligatorischen Ein-Aus-Schalter, sondern auch einem Reset-Knopf aus.

Die Sache mit der Software

Allerdings muss man erst einmal so weit kommen: Im Test zeigte sich die Software der Intenso Memory 2 Move Pro aus dem Netz störrig und weigerte sich, eine Verbindung mit der Festplatte aufzubauen. Das war sowohl bei der iPad-App der Fall als auch auf dem Mac und dem Windows-PC, weshalb ich zunächst dachte, die Software wäre nicht in Ordnung. Nach einigem Herumprobieren fand ich den Fehler dann: Entgegen aller vorhersehbaren Konventionen setzt Intenso bei jeder Platte der Memory-2-Move-Serie auf eine eigene App und benötigt jeweils die neueste Version des Wi-Fi-Finders auf Mac und PC. Darüber schweigt sich allerdings sowohl das beigelegte Handbuch als auch die Website von Intenso aus. Nach Installation der richtigen Versionen stellten iPad, Mac und PC dann klaglos die Verbindung her, auch der Wi-Fi-Finder tat, was er sollte. Die Konfiguration und Nutzung stellte nun auch keinerlei Probleme mehr dar.

Intenso Memory 2 Move Pro im Praxiseinsatz

Ist die mobile Festplatte einmal eingerichtet, bietet sie eine ausgesprochen praktische Funktion: Fotografen müssen unterwegs einfach die SD-Karte der Kamera in den passenden Slot an der Intenso-Festplatte schieben und anschließend zweimal kurz auf den Power-Knopf drücken. Die SD-Karte wird nun automatisch auf den internen Speicher der Platte kopiert. Dabei legt die Festplatte für jede SD-Sicherung einen eigenen Ordner an und sichert jedes Mal die gesamte SD-Karte, wodurch Fotos anschließend möglicherweise doppelt und dreifach auf der Festplatte liegen. Das ist allerdings kein allzu großes Problem. Störender ist, dass der Sicherungsvorgang nur durch das Flackern der HDD-LED erkennbar ist. Außerdem landen Fotos nicht, wie man denken könnte, unter „Fotos“, sondern eben im Sicherungsordner der Festplatte. Um sie auf der Platte zu verwalten, müssen sie von dort erst via Tablet/Smartphone oder PC/Mac in den regulären Fotomedien-Ordner kopiert oder verschoben werden. Gleiches gilt für Videos.

Intenso Memory 2 Move Pro

Integriertes SD-Karten-Lesegerät: Das doppelte Klicken des Power-Buttons reicht aus, um Dateien von einer Speicherkarte direkt auf die Festplatte zu übertragen und dort abzuspeichern.

Immerhin: Die Bedienung ist sowohl in der Web-Oberfläche als auch in der (identischen) App schlüssig. Außerdem können bis zu fünf Personen gleichzeitig per WLAN auf die Medien zugreifen. Übrigens kann dank des integrierten DLNA-Servers die Intenso Memory 2 Move Pro jederzeit als „kleine NAS“ im Netzwerk oder unterwegs eingesetzt werden. Medien müssen einfach in die entsprechenden Ordner kopiert werden.

Fazit: Hardware top, Software ausbaufähig

Hardwareseitig kann die Intenso Memory 2 Move Pro absolut überzeugen: Als flexible und leise Netzwerkfestplatte und praktischer DLNA-Server ist sie ein praktisches Hilfsmittel, um große Datenmengen schnell und effektiv zu transportieren und einzusetzen. Die Netzwerkfunktionen sind umfangreich und ermöglichen der Memory 2 Move unter anderem, auch als Router/Accesspoint zu arbeiten. Einziger Kritikpunkt an der Hardware ist der langsame 100-MBit-Ethernet-Port – hier wäre der Gigabit-Standard sinnvoll. Deutlich weniger erfreulich ist die Software. Der Mac- und PC-Client ist kaum mehr als eine Weiterleitung zum Web-Interface des Geräts und auch die App greift auf dieses zu. Verwendet man die richtige Version, klappt das auch völlig reibungslos. Allerdings könnte die gesamte Medienverwaltung auf allen Endgeräten deutlich hübscher und effizienter ausfallen. Trotz der ansprechenden Oberfläche ist sie ausgesprochen umständlich und für weniger erfahrene Anwender nicht sonderlich logisch. Wer sich allerdings mit Netzwerk-Technik und Verzeichnishierarchien auskennt, kann mit dieser kleinen, batteriebetriebenen Mini-NAS durchaus glücklich werden.

Lesetipp der Redaktion: Im Herbst- oder Winterurlaub schnell nach den Mails schauen, den Kontostand checken oder einen Film im Stream ansehen? Alles kein Problem mit öffentlichen WLAN-Zugängen am Urlaubsort. Mit unseren Tipps wird das ein sicheres Vergnügen.