Infrarotheizungen: Lohnt sich das Heizen mit Infrarot?

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Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, eine Infrarotheizung für Ihre vier Wände zu kaufen? Gute Idee. Denn diese Art von Heizkörpern bringt einige Vorteile mit sich. Aber Achtung: Bei planloser Installation droht eine horrende Stromrechnung. Daher ist es sinnvoll, sich mit den Einzelheiten sowie Vor- und Nachteilen einer Infrarotheizung zu beschäftigen.

Wir müssen uns damit abfinden: Der Sommer ist längst vorbei und die ersten Herbsttage bringen kalte Luft in unsere vier Wände. Auch ich habe erstmals die Heizung wieder angeschaltet und sage dem Sommer langsam „Auf Wiedersehen“. Grund genug, sich einmal Gedanken über die Heizungsanlage zu machen und darüber nachzudenken, ob man mit einer anderen Heizart eventuell Geld sparen kann. Infrarotheizungen sind im Gespräch.

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Was ist eine Infrarotheizung?

Infrarotstrahlen kennt wahrscheinlich jeder in Form jener Wärmelampen, die zu medizinischen Zwecken eingesetzt werden. Bei einem steifen Nacken etwa setzt man sich eine Zeit lang vor eine Lampe, die mit ihrem roten Licht Wärme auf die Haut abstrahlt. Aber auch die Polizei verwendet Infrarot, beispielweise bei Nachtsichtlampen, mit deren Hilfe sie nicht beleuchtete Objekte in der Dunkelheit sehen kann.

Ein Infrarotheizkörper ist eine besondere Form von Wärmeerzeugung im Wohnbereich. In den meisten Häusern und Wohnungen sind feste Heizungsanlagen eingebaut, in Form eines Heizkörpers unter dem Fenster beispielsweise. Geheizt wird mit Gas oder Öl. Infrarotheizungen hingegen werden mit Strom betrieben und gehören daher zu den Elektroheizungen. Trotz des Stromverbrauchs ist die Infrarotwärme beliebt, lässt sich mit ihr doch effizient heizen und gleichzeitig bares Geld sparen. Dabei kommt es natürlich darauf an, wie und wo die Heizung installiert wird. Experten sagen, dass sich bis zu 50 Prozent der Energiekosten einsparen lassen. Wenn das kein Grund ist, über die Anschaffung einer Infrarotheizung nachzudenken, oder?

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Infrarotheizungen als Dekoelement für Ihre Wohnung

Das Infrarot-Heizpaneel lässt sich beliebig platzieren: Auch als Bildersatz an der Wand.

Die Infrarotheizung, die auch als Strahlungs- oder Wärmewellenheizung bezeichnet wird, integriert sich perfekt in jeden Raum. Sie können das Heizpaneel in Form eines Spiegels aufhängen oder aber wählen ein schönes Bildmotiv, das das verstaubte Familienporträt an der Wand ersetzen und mehr Pepp in die Wohnung bringen kann. Infrarotheizungen können beliebig platziert werden, an der Decke oder an der Wand, sogar draußen auf der Terrasse ist der Einsatz einer mobilen Infrarotheizung möglich. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Heizung in den Fußboden zu integrieren. Die kleinen rechteckigen Heizkörper sind platzsparend und passen sich Ihrem persönlichen Geschmack an.

Funktionsweise des Infrarotheizkörpers

Das Prinzip der Infrarotheizung ist denkbar einfach. Die Heizung funktioniert über Strom. Verbunden mit dem Stromnetz in Ihrer Wohnung, strahlt die Heizung Infrarotstrahlung aus. Diese elektromagnetischen Wellen liegen oberhalb des sichtbaren Lichts, konkret in einem Bereich zwischen 3 bis 50 μm. Dieser Bereich ist komplett ungefährlich, anders als beispielsweise die von der Sonne ausgehende UV-Strahlung. Verbunden mit der Heizung ist ein Thermostat, mit dem Sie die gewünschte Temperatur einstellen können und das die Heizung mit der Steckdose verbindet.

Was passiert aber nun, wenn die Heizung sich erwärmt? Und was ist vor allem der Unterschied zu herkömmlichen Heizkörpern? Ganz einfach: Die Infrarotheizung sendet Wärmestrahlung aus und erwärmt feste Objekte in der Umgebung, also Wände, Decke und Fußboden, die die Wärme dann wiederum weiter abstrahlen. Es handelt sich demzufolge um eine Flächenheizung. Ein herkömmlicher Heizkörper, der mit Gas betrieben wird, erhitzt die Luft. Das bezeichnet man als Konvektionswärme. Die Luft verflüchtigt sich aber schnell durch offene Türen oder Ritzen.

Infrarotheizung als Fußbodenheizung

Es besteht sogar die Möglichkeit eine Infrarotheizung in den Fußboden zu integrieren.

Die Infrarotheizung erwärmt nicht die Luft, sondern bestimmte Flächen im Raum, weshalb man von Raumhüllentemperierung spricht. Die Luft berührt diese Flächen und nimmt automatisch etwas von der Wärme auf. Ein regelmäßiger Strahlungsaustausch zwischen festen Objekten und der Luft ist demnach gegeben. Hierdurch wird beispielsweise vermieden, dass die warme Luft sofort nach oben steigt, wie es bei der Konvektionswärme der Fall ist. Viel Wärme geht dabei in den Räumen verloren, wenn sie nicht gut isoliert sind. Bei der Wärmestrahlung trollt sich die Wärme nicht direkt in die Dachstube, sondern wird auf den Wänden gespeichert und an die Luft abgegeben.

Installation einer Infrarotheizung: Wie, wann und wo?

Ob sich die Installation einer Infrarotheizung überhaupt lohnt, kann letztendlich nur ein Fachmann beurteilen. Es gibt aber jede Menge Anhaltspunkte, die einem schon mal die Richtung weisen können. Der wohl wichtigste Faktor ist der Dämmzustand Ihrer Wohnung. Haben Sie einen Neubau, eventuell sogar ein Passivhaus, dann ist das schon mal der erste Schritt zum neuen Heizkörper. Häuser, etwa verwinkelte Altbauten, die schlecht isoliert sind, sind der Feind aller Infrarotheizungen und somit auch Ihrer Geldbörse. In mangelhaft gedämmten Häusern verflüchtigt sich die Infrarotwärme sofort wieder und Sie beheizen mehr den Garten Ihres Nachbarn als Ihr Wohnzimmer.

Infrarotheizung im Spiegel integriert

Das Heizpaneel in Infrarot lässt sich auch als Form eines Spiegels aufhängen.

Sinnvoll ist der Kauf einer Infrarotheizung für Räume oder Häuser, in denen man sich selten aufhält. Darunter fallen beispielsweise der Partykeller, der nur einmal im Jahr zu Karneval genutzt wird, oder aber das Ferienhaus an der Nordsee. An diesen Örtlichkeiten muss das Jahr über nicht geheizt werden, sondern nur temporär. Die Installation einer komplexen Öl- oder Gasheizanlage wäre hier viel zu teuer. Infrarotheizungen hingegen können schnell angebracht werden und sparen viel Geld ein. Ein Wintergarten oder ein Gästezimmer sind ebenfalls Kandidaten für eine Infrarotheizung.

Aber wo macht die Installation in Ihren dauerhaften vier Wänden Sinn? In jedem Raum mehrere Infrarotheizkörper, die um die 500 Euro kosten, zu installieren, ist viel zu teuer. Zumal man auch sagen muss, dass sich die Warmwasseraufbereitung für das Badezimmer nicht über Infrarot lohnt. Infrarot im Bad wird auf Dauer einfach zu teuer. Daher ist eine Kombination von Gasheizung und Infrarotheizung auf jeden Fall effizienter. Vielleicht haben Sie ein Dachgeschoss, das Sie ausbauen möchten? Hier sind im Normalfall noch keine Heizkörper installiert, sodass Sie berechnen können, welche Anlage am günstigsten ist. Bedenken Sie aber, dass die Dachstube gut isoliert sein muss. In besonderen Fällen lohnt es sich sogar, die Infrarotheizung mit einer Photovoltaikanlage zu betreiben. Das würde Ihre Stromkosten wieder senken, die Anschaffung hat jedoch ihren Preis.

Ist eine Infrarotheizung sinnvoll für Sie?

Jetzt sind Sie fast schon ein Profi, was die Infrarotheizungen angeht. Aber Sie haben sich immer noch nicht entscheiden können, ob Sie eine Infrarotheizung kaufen? Kein Problem, im Folgenden gibt es noch einmal zusammenfassend eine Auflistung der Vor- und Nachteile.

Vorteile:

  • gleichmäßige Abgabe von Wärme an die Umgebung und wenig Wärmeverlust in die oberen Etagen wie bei Heizkörpern, die mit Gas oder Öl heizen
  • geringe Vorheizzeit: Es wird sofort warm
  • geringer Stromverbrauch je nach Größe des Raums
  • geringe Nachheizzeit: kein weiteres Heizen nach Abschalten der Anlage
  • gut geeignet für selten genutzte Räume, beispielsweise den Partykeller
  • keine jährliche Wartung nötig
  • geringe Anschaffungskosten ab 100 Euro pro Heizpaneel
  • effizienteres Heizen bei einer langen Lebensdauer
  • Infrarot-Heizpaneele in vielen dekorativen Ausführungen
  • leichtes Sauberhalten
  • kann als Dekoobjekt herhalten
  • Betrieb mit Solarenergie möglich

Nachteile:

  • Temperatur im Raum lässt sich nur schwer messen, da nur die Objekte erwärmt werden
  • guter Dämmzustand des Hauses muss gegeben sein
  • nicht für Altbauten geeignet, da die Stromkosten zu teuer sind
  • der Strompreis ist deutlich höher als das Heizen mit Gas

Kosten einer Infrarotheizung

Strom ist teuer. Keine Frage. Und da die Infrarotheizung mit Strom betrieben wird, können auch hier die Kosten in die Höhe schießen. Der hohe Kostenfaktor ist meist ein Grund, warum man sich gegen diesen Heiztypen entscheidet. In schlecht gedämmten Häusern ist diese Entscheidung auch goldrichtig, in gut isolierten Häusern hingegen lohnen sich Elektroheizungen. Grob überschlagen kann man sagen, dass pro Quadratmeter 50 bis 100 Watt Heizleistung benötigt werden. Für meine 80 Quadratmeter große Wohnung müsste ich also eine Menge Heizkörper aufstellen, beispielsweise zehn Heizungen mit jeweils 500 Watt Leistung. Der Anschaffungspreis würde bei ca. 4000 Euro liegen.

Eine Heizung mit einer niedrigeren Leistung, beispielsweise 200 Watt, die in kleineren Räumen aufgestellt werden kann, verbraucht im Jahr ca. 280 kWh, wobei sich die Strompreise auf ca. 85 Euro pro Jahr begrenzen. Das sind natürlich nur Schätzungen. Einer meiner 500 Watt-Heizkörper würde mich um die 200 Euro im Jahr kosten bei einem normalen Betrieb in der kalten Jahreszeit. Ob sich diese Kosten lohnen, kann letztendlich aber nur nach einer genauen Analyse Ihrer Wohnsituation entschieden werden. Ich wohne in einem Altbau in einer Dachstube, schlechter isoliert geht es wohl kaum. Daher weiß ich für mich, dass die Infrarotheizung auf Dauer zu teuer wird. Aber mit einer guten Planung, perfekten Hausdämmung und einer guten Beratung können Sie vielleicht bares Geld beim Heizen sparen.