Sitz, Platz, schau in die Kamera: So gelingen Hundefotos

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Hunde geben immer ein tolles Fotomotiv ab. Doch sie so zu fotografieren, dass auch die Bilder spektakulär wirken, ist gar nicht so einfach! Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihren Vierbeiner optimal in Szene setzen.


„Gute Hundefotos erkennt man nicht nur an der Bildschärfe, sondern auch daran, ob sie den Charakter und das Temperament eines Hundes zeigen“, beschreibt es die professionelle Hundefotografin Barbara Mielewczyk auf ihrer Website sehr treffend. Spontane Schnappschüsse Ihres Hundes führen in den seltensten Fällen zu tollen Fotos. Stattdessen sind eine gute Ausrüstung, ein wenig Kamerawissen und ein Gespür für spannende Motive die entscheidenden Voraussetzungen für gelungene Aufnahmen. Die folgenden Tipps werden Ihnen dabei helfen, dass Ihre nächsten Hundefotos Profiqualität erreichen!

Hundefotografie: Begeben Sie sich auf Augenhöhe mit Ihrem Hund.

Hundefotografie: Begeben Sie sich auf Augenhöhe mit Ihrem Hund.

Hundefotografie: Die optimale Ausrüstung

Hunde sind ständig in Bewegung und halten selten still. Deshalb brauchen Sie eine Kamera mit einer kurzen Auslöseverzögerung sowie einer lichtstarken Optik – die ist unter anderem dafür wichtig, dass Sie mit sehr kurzen Belichtungszeiten fotografieren können. Konkret bedeutet das: Mit einer Kompakt- oder Smartphone-Kamera kommen Sie nicht weit. Für atmosphärische Bilder brauchen Sie eine digitale Spiegelreflexkamera oder eine spiegellose Systemkamera (DSLM). Optimal ausgerüstet sind Sie, wenn Sie zusätzlich noch hochwertige Tele- und Weitwinkelobjektive zur Verfügung haben. Aber auch mit einem Standardzoom-Objektiv können Sie gute Ergebnisse erzielen.

Hundefotografie: Immer auf Augenhöhe

Unabhängig von der Technik gilt stets die folgende Regel: Begeben Sie sich auf Augenhöhe mit Ihrem Hund. Wenn Sie das Tier von oben herab fotografieren, kann der beste Gesichtsausdruck das Bild nicht retten. Der Hund wirkt durch die Perspektive unterwürfig. Indem Sie sich auf seine Höhe begeben, tauchen Sie in die Hundewelt ein!

Hundefotografie: Nie zur Mittagszeit

Wenn Ihnen bislang noch keine tollen Hundeaufnahmen gelingen wollten, haben Sie vielleicht einfach nur zur falschen Zeit fotografiert. Professionelle Fotografen setzen ihre Shootings gerne morgens kurz nach Sonnenaufgang oder abends kurz vor dem Sonnenuntergang an. Und zwar aus gutem Grund: Wenn die Sonne sehr tief steht, wirft sie ein sehr warmes, weiches Licht auf die Erde. Das sorgt für tolle Farben und eine perfekte Kulisse. In der Mittagszeit hingegen steht die Sonne am Zenit, wodurch das Licht hart und die Kontraste schlapp wirken. Deshalb: Wenn Sie eh morgens Gassi gehen – nehmen Sie direkt Ihre Kamera mit!


Hundefotografie: Auf die Reihenfolge achten

Wenn Sie Porträtaufnahmen Ihres Hundes machen wollen, sollten Sie damit sofort starten und nicht erst, nachdem er sich ausgetobt hat. Ansonsten haben Sie nämlich nur einen erschöpften, hechelnden Vierbeiner vor der Linse. Schöne Bilder können Sie sich dann abschminken.

Hundefotografie: Optimale Kameraeinstellung

Eine universell gültige, optimale Einstellung für Hundefotos gibt es natürlich nicht. Die ist von Motiv zu Motiv unterschiedlich. Grundsätzlich sollten Sie aber folgendes beachten: Wollen Sie Ihren Hund scharf und den Hintergrund unscharf abbilden, fotografieren Sie mit einer offenen Blende, zum Beispiel f/2,8. Soll das komplette Motiv scharf abgebildet werden, setzen Sie auf eine fast geschlossene Blende, zum Beispiel f/16. Machen Sie ein Porträtbild Ihres Hundes, während er ruhig sitzt oder liegt, ist die Belichtungszeit unerheblich. Befindet sich der Hund aber in Bewegung, müssen Sie mit einer möglichst kurzen Belichtungszeit fotografieren, zum Beispiel 1/1.000 s. In allen Fällen gilt: Lieber manuell mit unterschiedlichen Werten fotografieren, als die Auswahl der Einstellungen der Kameraautomatik zu überlassen. Die weiß nämlich nicht, wie Ihre Fotos wirken sollen.

Hundefotografie: Auf den Hintergrund kommt es an

Ganz entscheidend für die Qualität eines Fotos ist der Hintergrund. Hier ist es Ihre Aufgabe, tolle Kontraste zu finden. Das kann das Meer sein, eine Blumenwiese oder auch ein strahlend blauer Himmel. Wichtig ist, dass der Hintergrund mit dem Hund harmoniert. Ein Hund mit beigefarbenem Fell wirkt inmitten einer Blumenwiese besser als am Strand!

Die besten Hundefotos gelingen dann, wenn Ihr Hund Freude hat und sich bewegen kann.

Die besten Hundefotos gelingen dann, wenn Ihr Hund Freude hat und sich bewegen kann.

Hundefotografie: Von Tele- bis Weitwinkel

Tele- und Weitwinkel sind nicht nur dazu da, dass Sie sich beim Fotografieren möglichst wenig bewegen müssen und trotzdem von nah bis fern alles eingefangen bekommen. Welche Brennweite Sie auswählen, hat direkten Einfluss auf das Bildergebnis. Bei Verwendung einer Telebrennweite (ca. ab 80 mm) wird die Entfernung zwischen Vorder- und Hintergrund eines Bildes gestaucht. Vorder- und Hintergrund scheinen dabei aufeinander zuzurücken. Je länger die Brennweite ist, desto stärker wirkt der Effekt. Bei Weitwinkelaufnahmen (ca. unter 25 mm) erzielen Sie den Effekt, dass Objekte im Vordergrund verzerrt dargestellt werden. Sie bekommen also völlig unterschiedliche Bilder, wenn Sie

a) Ihren Hund mit einer Telebrennweite näher heranholen, oder

b) die Brennweite nicht verändern und selbst näher herangehen!


Hundefotografie: Ideen für tolle Actionfotos

Die besten Hundefotos gelingen dann, wenn Ihr Hund Freude hat und sich bewegen kann. Damit Sie aber mit dem Fotografieren hinterherkommen und zugleich auch noch den Hintergrund bewusst für die Motive auswählen können, sollten Sie Ihren Hund etwas führen beim Spielen. Ein einfacher Tipp: Werfen Sie eine Frisbeescheibe hoch und lösen Sie aus, wenn Ihr Hund danach schnappt. Andere Möglichkeit: Lassen Sie Ihren Hund eine Strecke in vollem Tempo auf Sie zulaufen, am besten auf einem Untergrund, der bei jedem Schritt aufgewirbelt wird. Beispiele hierfür können Sand, Laub auf dem Gehweg oder Pfützen in einer Wiese sein. Fotografieren Sie mit kurzer Belichtungszeit und im Serienbildmodus. So können Sie sich auf spektakuläre Bilder freuen!

Hundefotografie: Der Technik etwas nachhelfen

Die Farben der Blumen werden noch einen Tick bunter, das Blau des Himmels kräftiger und zu dunkle Stellen etwas aufgehellt. Profifotografen helfen bei ihren Fotos immer noch etwas nach, indem sie sie am PC nachbearbeiten. Das sollten Sie auch tun, denn mit ein paar Kniffen können aus guten Bildern tolle Aufnahmen werden. Photoshop-Experte müssen Sie dafür nicht sein, die Auto-Optimierung von kostenlosen Lösungen wie Picasa (Link) tut’s auch!

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