Leistungsstarker iPhone-Klon: HTC One A9 im Test

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Selten hat ein Android-Smartphone so polarisiert wie das HTC One A9. Das Design ist derart nah am iPhone 6S, dass das ungeübte Auge die beiden Geräte zunächst nicht auseinander halten kann. Schlecht ist das aber nicht: Dank Alu-Gehäuse, schneller Hardware und hervorragendem Display ist das vermeintliche Plagiat eine echte Alternative.

Wer regelmäßig meine Artikel im Allyouneed Magazin liest, wird wissen, dass ich ein Apple-Mensch bin. Ich besitze seit über einem Jahrzehnt Computer und Peripheriegeräte von Apple und seit nunmehr acht Jahren auch iPhones diverser Generationen. Manche waren besser (iPhone 4, iPhone 6S), andere schlechter (iPhone 3G, iPhone 5), gemeinsam hatten sie aber immer, dass sie ausgesprochen teuer waren.

Sicher: Apples Design, das eigene Betriebssystem und die insgesamt sehr wertige Hardware sind Kostenfaktoren. Fakt ist aber, dass das iPhone – trotz neuer, vergleichsweise günstiger Geräte wie dem iPhone SE – relativ teuer ist. Die Konkurrenz aus dem Android- und Windows-Lager hat da für weniger Geld oft deutlich mehr zu bieten. Einzig: Das Auge des Apple-Kunden isst mit und die Plastikbomber aus Fernost sind in aller Regel nichts, womit sich Apple-Freunde lange aufhalten. Das HTC One A9 ist da anders …

HTC One A9 Test Allyouneed Magazin

Hervorragende Alternative: Das One A9 von HTC ist mehr als nur ein Klon des iPhone 6S, wie das Smartphone in unserem Test unter Beweis stellt.

HTC One A9: Design wie beim iPhone 6S

Zunächst fällt die große Ähnlichkeit mit dem iPhone 6S auf: Die Ränder des Geräts sind handschmeichelnd glatt und abgerundet, die Vorderseite mit Display in einheitlichem Schwarz gehalten und der Rücken besteht aus dunkelgrauem Aluminium. Genau wie das iPhone liegt auch das HTC angenehm schwer in der Hand – ohne dabei schwer zu sein: Mit 143 Gramm bringt es exakt das Gleiche auf die Waage wie Apples Flaggschiff. Metall und Glas sorgen dafür, dass das HTC One A9 dem iPhone zum Verwechseln ähnlich sieht. Unterschiede fallen erst bei genauerer Betrachtung auf.

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Das HTC One A9 besitzt ein stylisches Gehäuse mit ultraflachem Metallrahmen, erweiterbarem SD-Kartenspeicher und randlosem Bildschirm aus Corning Gorilla Glass.

Der „Home“-Button ist oval, nicht rund, enthält aber ebenfalls einen Fingerabdrucksensor. Die Einschalt- und Lauter-/Leiser-Tasten wurden rechts am Display und nicht beidseitig angebracht, die Selfie-Kamera befindet sich rechts vom Hörer statt links und die Hauptkamera mit 13 statt 12 Megapixeln ist mittig angeordnet. Zudem ist das HTC eine Spur größer und dicker: Im Gegensatz zum 4,7“-Displays des 6S mit 1.334 x 750 Pixeln besitzt es ein 5“-Display mit FullHD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) und Gorilla Glas. Damit hat das HTC auf dem Papier das bessere Display als das iPhone 6S. Unter normalen Lichtbedingungen ist kein Unterschied zwischen beiden Geräten feststellbar, erst bei prallem Sonnenlicht erkennt man, dass das HTC etwas schlechter ablesbar ist. Trotzdem ist das Display hell, Inhalte sind gut zu lesen und Farben werden sehr gut dargestellt.

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Das HTC One A9 verfügt über einen randlosen, energieeffizienten, 5″-Full-High-Definition-Bildschirm mit 1.920 x 1.080 Pixel.

HTC One A9: Software und innere Werte

Betrieben wird das HTC One A9 wie so viele Smartphones mit einem Qualcomm Snapdragon 617-Prozessor mit acht Kernen. Es besitzt zwei Gigabyte Arbeitsspeicher und 16 Gigabyte fest verbauten Speicher, der jedoch, anders als beim iPhone, mit einer Micro-SD-Speicherkarte mit bis zu zwei Terabyte (!) Speicher erweitert werden kann. Logisch: Derart große Karten gibt es noch nicht, aber sobald sie auf dem Markt sind, können sie auch am One A9 betrieben werden. Das dürfte dann genug Speicher für alle Lebenslagen sein. Bis dahin tut es aber auch eine handelsübliche Speichererweiterung mit 16, 32 oder 64 Gigabyte. Als Software ist Android 6.0 an Bord, das unter den genannten Hardware-Bedingungen flüssig seinen Dienst verrichtet – hier gibt es also keine Besonderheiten.

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Mit 13 Megapixel und dem optischen Bildstabilisator nehmen Sie scharfe Fotos in bester Qualität auf. Ein Gyroskop und ein Mikroprozessor verhindern ein Verwackeln der Kamera und sorgen für perfekte Fotos.

Schön ist, dass die 13-Megapixel-Kamera des HTC ausgesprochen rauscharme Fotos liefert. Das hängt mit HTCs Ultrapixel-Technologie zusammen: Eine lichtstarke Linse wird hier mit einem für Smartphone-Verhältnisse verhältnismäßig großem Bildsensor kombiniert. Das Ergebnis sind ausgesprochen hochwertige Fotos, bei denen der matschige Aquarelleffekt deutlich später einsetzt als bei Vergleichsmodellen. Bildqualität und Geschwindigkeit sind im Großen und Ganzen so, wie man es auch von Apples Premium-Smartphone kennt.

HTC One A9: Auch für Mac-Nutzer geeignet!

Nun haben iPhones gegenüber Android-Geräten einen riesigen Vorteil: Sie sind nahezu optimal in die Apple-Infrastruktur eingebettet. Heißt: Wer sein Smartphone reibungslos mit dem Mac nutzen möchte, muss eigentlich zum iPhone greifen. Diese Regel setzt das HTC One A9 dankenswerterweise außer Kraft: Dank HTCs Sync Manager (Link) arbeitet das Gerät nämlich nicht nur reibungslos mit Windows-Systemen zusammen, sondern auch mit Mac OS X. Die Software greift zum Beispiel auf die iTunes-Mediathek zu und synchronisiert die Songs mit dem Smartphone. Auch Kontakte und Kalender werden auf diese Weise übertragen, Dokumente und Fotos bei Bedarf ebenfalls.

Als Mac-Nutzer habe ich mich darüber natürlich besonders gefreut. Einerseits könnte ich auf das iOS-Betriebssystem mit all seinen Belanglosigkeiten und Schranken verzichten und andererseits Geld beim Smartphone-Kauf sparen. Genau deshalb wäre ich beinahe schwach geworden. Allerdings nur beinahe. Denn durch acht Jahre iOS-Sozialisierung ist mir Android auch in Version 6.0 nach wie vor zu überladen und zu umständlich – aber das ist meine persönliche Meinung. Im konkreten Fall des HTC One A9 fällt positiv auf, dass der Hersteller zwar einige eigene Apps für die Basisfunktionen des Telefons mitliefert, sich aber ansonsten mit vorinstallierter Software zurückhält – auch das ist sehr „apple-esk“ und rückt das Gerät noch ein Stückchen näher an das große Vorbild.

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Tonqualität: Das One A9 von HTC bietet 24 Bit High-Res Audio HD Sound mit Dolby Audio Surround, integriertem DA-Wandler und Hochleistungsverstärker.

Fazit: Das HTC One A9 ist eine gute Alternative zum iPhone

Entsprechend positiv fällt auch das Fazit aus. Das HTC One A9 ist eine hervorragende Alternative für alle, die ein iPhone wollen, aber eben kein iOS-Betriebssystem. Oder für alle, die einen Mac zusammen mit einem Android-Smartphone nutzen möchten. Und natürlich für diejenigen, die einfach ein gutes Handy kaufen möchten. Das One A9 hat einiges zu bieten: Es ist flott, gut verarbeitet, sieht elegant aus und arbeitet nahtlos mit bestehenden Windows- und Mac-Infrastrukturen zusammen. Technisch ist es auf aktuellem Niveau und überzeugt mit einer guten Kamera. Selbst für mich als Mac-Nutzer wäre es also, so ich denn Android leiden könnte, eine echte iPhone-Alternative – und das zu einem deutlich günstigeren Preis und mit dem Vorteil, den Speicher beliebig mit Micro-SD-Karten zu erweitern.

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