HP Spectre 13“ im Test: Apple kann sich warm anziehen

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Früher waren Apple-Notebooks in Sachen Qualität und Design dem Großteil der Windows-Notebooks überlegen. Doch die Zeiten ändern sich. Mit dem Spectre 13“ zeigt HP, dass auch Notebooks mit Windows elegant, hochwertig und gleichzeitig leistungsstark sein können. Und dann ist es auch noch deutlich preiswerter als die Produkte der Konkurrenz mit dem angebissenen Apfel.

Eigentlich bin ich stur: Seit 2003 kommt mir in Sachen Computer nur noch Apple ins Haus. Die unfassbar rödelige Windows-Hardware samt Windows XP hat mir damals jeden Spaß an Windows geraubt. Aber es tut sich was – und mit Windows 10 hat Microsoft aus meiner Sicht erstmals ein Betriebssystem abgeliefert, das sich mit MacOS messen kann. Auch hardwareseitig bin ich spätestens nach Microsofts Surface-Angriff wieder mit PCs versöhnt.

Hersteller wie HP liefern inzwischen Hardware ab, die sich sehen lassen kann. Das HP Spectre 13“ jedenfalls ist das erste Windows-Ultrabook, das mich beinahe wieder in Richtung Windows-Notebook geschubst hätte. Beinahe!

Das HP Spectre 13“ ist ultraschlank und edel verpackt

Dass es HP mit dem Spectre 13“ genau auf wankelmütige Typen wie mich abgesehen hat, merke ich schon an der Verpackung. Da hat jemand seine Lektion gelernt und bei der kalifornischen Nachbarschaft in Cupertino ordentlich abgeguckt: Die Packung ist zwar schwarz, aber in Sachen Design und Handhabung entspricht sie exakt der eines MacBooks.

HP Spectre 13 im Test

Ein Gehäuseboden aus Karbonfasern sorgt für ein dünnes Profil, das sowohl robust als auch extrem leicht ist. So beträgt das Gesamtgewicht des Notebooks lediglich 1,1 Kilogramm.

Darin liegen, neben dem HP Spectre selbst, ein elegantes schwarzes Netzteil und – praktisch – eine Kunstledertasche. Die passt farblich auch wunderbar zu dem in edlem Aluminium und Magnesium gehaltenen, superflachen Notebook. Das wiegt gerade einmal 1,1 Kilo und misst an der dicksten Stelle nicht mehr als 10,4 Millimeter.

Edles Design ist nicht jedermanns Sache

Sicher: Das bronzefarben schimmernde schwarze Gehäuse des Testgeräts (Modellnummer v030ng) mit seinen Gold-Applikationen dürfte nicht jedermanns Sache sein. HP will damit wohl besondere Hochwertigkeit ausdrücken. Aus meiner Sicht wirkt Gold auf Schwarz allerdings immer ein wenig wie dicke Autos in Hip-Hop-Videos – irgendwie neureich. Zum Glück sind höhere Ausstattungslinien des Spectre (v131ng und v132ng) auch in Silber erhältlich, was das Gerät deutlich eleganter erscheinen lässt.

Windows 10 Notebook

Intel Core i5- und i7-Prozessoren der 6. Generation und eine sehr schnelle PCIe-SSD mit einer Speicherkapazität von bis zu 512 GB sowie bis zu 8 GB Arbeitsspeicher sorgen beim HP Spectre 13“ für maximale Leistung.

Am Hardware-Design an sich ist nichts auszusetzen: Alles ist dort, wo es hingehört und trotz des ultraflachen Gehäuses ist eine normale, hintergrundbeleuchtete Chicklet-Tastatur verbaut, deren Anschlag bar jeder Kritik ist. Schön ist, dass die Anschlüsse – 2 x Thunderbolt 3, 1 x USB 3.1 mit USB-C-Buchse – hinten am Gehäuse verbaut sind. So stört das Docking des Geräts, das ja dank Thunderbolt 3 mit nur einem Kabel für Strom, Monitor und alles andere erfolgen kann, nicht die schlanke Linie.

Ordentliche Ausstattung und flottes System

Trotz seiner schlanken Bauweise ist das Spectre ordentlich flott. In seinem Inneren taktet eine Dualcore i7-6500-CPU mit 2,5 GHz das System, die von 8 Gigabyte RAM und einer 512 Gigabyte fassenden PCIe-SSD unterstützt wird.

Das HP Spectre 13“ ist das dünnste Notebook der Welt.

Der neu entwickelte, in zwei flachere Elemente aufgeteilte Hybrid-Akku mit 9,5 Stunden Laufzeit liefert dieselbe Wattleistung wie ein einzelner Akku. Diese Entwicklung ermöglichte es, das weltweit flachste Notebook zu bauen.

Das Ganze arbeitet mit aktueller Skylake-Technik. Damit ist das System für die meisten Alltagsaufgaben gut ausgerüstet und kommt nur selten ins Schwitzen. Vor allem die schnelle SSD holt hier viel raus – die vergleichsweise geringe RAM-Ausstattung fällt dann nicht mehr allzu sehr ins Gewicht. Der Geekbench-Score für Single-Core liegt bei 3.684 Punkten, im Multi-Core dementsprechend bei 6.993.

Auch in Sachen Bildschirm und Grafikkarte ist das HP Spectre 13“ auf dem Stand der Technik. Das mit Full-HD (1.920 x 1.080 Pixel) auflösende 13,3“-Display ist frei von jedem Touch-Firlefanz und lässt sich nicht abnehmen. Das Spectre ist damit ein klassisches Notebook mit einem klassischen Display.

Das randlose Full-HD-IPS-Display des HP Spectre 13“ ist mit dem besonders bruch- und kratzfesten Corning Gorilla Glass ausgestattet und macht Bildbearbeitung, das Feilen an Präsentationen oder das Betrachten von Filmen zu einem Vergnügen.

Das randlose Full-HD-IPS-Display des HP Spectre 13“ ist mit dem besonders bruch- und kratzfesten Corning Gorilla Glass ausgestattet und macht Bildbearbeitung, das Feilen an Präsentationen oder das Betrachten von Filmen zu einem Vergnügen.

Die leistungsstarke Intel HD-520-Chipsatzgrafik entspricht den aktuellen technischen Anforderungen und erzielt unter Geekbench einen OpenCL-Score von 18.732. Damit ist das Notebook sicher keine Gaming-Rakete, aber doch so motorisiert, dass ältere Spieletitel ausreichend schnell gespielt werden können. Leistungsmäßig ist das HP-Notebook damit ungefähr auf dem Niveau eines aktuellen MacBooks Pro 13“ (Late 2016) in der kleinsten Version mit i5-Prozessor. Das allerdings ist deutlich teurer und dicker!

Das HP Spectre 13“ punktet mit Bang & Olufsen-Sound

Ein besonderes Augenmerk verdient die verbaute Bang & Olufsen-Soundanlage. Genauer gesagt handelt es sich dabei um ein HP-Lautsprechersystem, das mit den Audio-Experten von Bang & Olufsen entwickelt wurde. Letztlich geht es um ganz banale Stereo-Lautsprecher, weshalb der große Name des Audio-Herstellers wohl vor allen Dingen als Marketing-Gag zu werten ist.

Stereolautsprecher von Bang & Olufsen mit der HP Audio Boost-Technologie, einer Kombination aus Hard- und Software, bieten den Nutzern des HP Spectre 13“ die gewünschte Klangtiefe.

Stereolautsprecher von Bang & Olufsen mit der HP Audio Boost-Technologie, einer Kombination aus Hard- und Software, bieten den Nutzern des HP Spectre 13“ die gewünschte Klangtiefe.

Allerdings kann sich die Leistung des Lautsprecher-Systems durchaus sehen lassen: Der Sound von Rock- und Popstücken ist erstaunlich klar und präsent. Und selbst bei hohen Lautstärken ist kein Klirren zu hören. Natürlich versagt das Boxen-System rein physikalisch, wenn es darum geht, Bässe auszuliefern – ein Subwoofer hätte wohl kaum Platz im Gehäuse gefunden. Für die geringe Größe des Notebooks und den geringen Klangraum kann sich die Leistung der Lautsprecher aber mehr als nur sehen lassen. Die Boxen reichen für ein wenig Hintergrundbeschallung in ruhiger Arbeitsumgebung völlig aus und klingen zwar bassarm, aber nie blechern oder billig. Wer mehr will, sollte ohnehin zu Bluetooth-Boxen oder Kopfhörern greifen – oder die Musik gleich per DLNA oder AirPlay auf die Stereoanlage werfen. Dank der schnellen WLAN-ac-Technik stört das auch nicht bei der Arbeit.

Lesetipp der Redaktion: Mobile Bluetooth-Boxen gibt es wie Sand am Meer, doch die Sony SRS-XB2B sticht durch besondere Eigenschaften hervor: Sie ist extrem kompakt – und dabei ausgesprochen laut.

„Das HP Spectre 13“ ist das dünnste Notebook der Welt. Und im Gegensatz zu den meisten anderen superdünnen PCs auf dem Markt beeinträchtigt dies bei HP nicht die Leistung und Funktion des Notebooks“, erklärte Louis Perrin, Leiter der Abteilung Consumer Products bei Personal Systems EMEA, HP Inc. „Unsere Ingenieure setzen mit diesem HP Spectre 13“ einen neuen Standard: ein schönes, rahmenloses Display, Intel Core Prozessoren gepaart mit Bang & Olufsen-Sound sowie einem sexy und dünnen Design.“

Das HP Spectre 13“ ist ein klasse Alltagshelfer

Im Alltag zeigt das Spectre 13“ dann seine Qualitäten. Durch das schlanke Gehäuse und die hervorragende Tastatur ist es nämlich bestens für Schreiberlinge wie mich geeignet. Dazu kommt, dass das leichte Gerät dank des ausgeklügelten Display-Mechanismus niemals wackelig wirkt. Klar: Wer dickere Notebooks gewöhnt ist, wird sich zunächst Sorgen wegen der filigranen Konstruktion machen. In der Praxis ist das Gerät jedoch robust – und vor allem wackelt und knarzt nichts. Ermüdungsfreies Arbeiten ist daher kein Problem, was auch dringend nötig ist, denn der Akku hält gefühlt eine Ewigkeit, praktisch bei normalem Tipp-, Office- und Surfverhalten mit ein bisschen Musik knapp sechs Stunden. Die dünne Bauweise zwingt einen vergleichsweise schwachen 38-Wattstunden-Akku ins Gerät. Die tatsächliche Akkulaufzeit hängt damit stark von Bildschirmhelligkeit und der Rechenaufgabe ab. Unter Stress, etwa bei Spielen mit aufgedrehtem Bildschirm, ist schon nach rund zwei Stunden Schluss. Immerhin geht das Aufladen fix: Nach nur knapp drei Stunden ist ein komplett leerer Akku wieder voll.

Fazit: Eine Top-Alternative zum MacBook

Insgesamt konnte mich das schlanke HP Spectre 13“ im Rahmen des Tests voll und ganz überzeugen. Die Akkulaufzeit ist im normalen Rahmen, die Systemleistung für ein derart schlankes Gerät eher überdurchschnittlich.

Daumen hoch! Unser Testredakteur ist von der Qualität des HP Spectre 13“ voll und ganz überzeugt.

Daumen hoch! Unser Testredakteur ist von der Qualität des HP Spectre 13“ voll und ganz überzeugt.

Die drei USB-C/Thunderbolt-3-Anschlüsse sind bestens geeignet, um Peripherie anzuschließen, einen entsprechenden Adapter vorausgesetzt. Bildschirm und Tastatur konnten mich voll überzeugen, einzig das Trackpad könnte etwas größer sein. Was im Alltag unterwegs fehlt, ist ein Card-Reader, der allerdings dank immer häufigerer WLAN-Funktion in Kameras zunehmend an Bedeutung verliert. Ansonsten ist das Gerät aber eine perfekte Alternative zum MacBook Pro 13“ – und dabei einen ganzen Schlag günstiger. Dennoch konnte mich das Gerät nicht davon überzeugen, von MacOS zu Windows zu wechseln. Das liegt aber weniger am HP Spectre 13“ selbst, als vielmehr am Windows-Betriebssystem. Ich hänge eben zu sehr an MacOS und bin daher (leider) auch bereit, einen deutlichen Aufpreis für im Grunde gleiche Hardware zu zahlen, solange sie nur ein Apple-Logo hat.

Lesetipp der Redaktion: Eine PC-Maus für jedes Device? Das ist voll 2014! Die Logitech MX Anywhere 2 verbindet sich kabellos mit bis zu drei Geräten parallel. Auch sonst will der Logitech-Nager mit innovativer Technik und guter Haptik glänzen. Ob das funktioniert, klärt unser Test.