Holzlagerung – So geht´s richtig! Interview mit einem Fachmann

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Die richtige Holzlagerung ist eine Wissenschaft für sich. Da kommt es nicht nur auf die richtige Holzart, sondern auch auf die Trockenzeit sowie den passenden Ort der Lagerung an. Wir verraten Ihnen, wie Sie Ihr Brennholz am besten aufbewahren und dadurch auch noch Energie sparen.

Als Vorstandsvorsitzender einer Waldbesitzervereinigung in Oberbayern ist Felix Wörmann nicht nur mit allen Themen rund ums Holz bestens vertraut, sondern schätzt auch im Privaten die behagliche Wärme eines Holzfeuers. Mit unserer Redaktion spricht der Experte über den effektiven Umgang mit Brennholz.

Holzlagerung – Tipps von einem Experten

Gemütliche Abende vor einem knisternden Kaminfeuer oder einem Kachelofen liegen im Trend. Kann man eigentlich jedes Holz als Brennholz verwenden?

Felix Wörmann: Natürlich brennt jedes Holz, aber wenn es um Wärmegewinnung geht, sollte man sich für Holz mit einem hohen Heizwert entscheiden. Den höchsten Heizwert pro Ster (das entspricht geschichtetem Scheitholz in Würfelform von 1 x 1 x 1 m) hat trockenes Buchenholz. Die Scheite brennen langsam ab, so dass sich eine beständig anhaltende Wärme und längere Nachlegeintervalle ergeben. Auch andere trockene Laub-Harthölzer haben einen hohen Heizwert wie zum Beispiel Ahorn, Esche und Kirsche. Doch diese werden seltener angeboten.

Das lässt vermuten, dass man sehr genau wissen sollte, für welchen Zweck das Brennholz eingesetzt wird?

Felix Wörmann: Ja, das Holz sollte passend zur Feuerstelle gewählt werden. Für rundum geschlossene Kamin- und Kachelöfen eignet sich zum Beispiel auch Eiche gut. Sie hat ebenfalls einen hohen Heizwert, bietet allerdings kein schönes Flammenbild. Bei offenen Kaminen sollte man auf Eiche verzichten, weil sie aufgrund des hohen Gerbsäureanteils einen merkwürdigen Geruch verbreitet. Für Öfen mit Sichtfenster und für offene Kamine sind Buche und Esche sehr gut geeignet, weil sie neben dem hohen Heizwert auch ein schönes Flammenbild ohne Funkenflug schenken. Das hervorragendste Holz für offene Kamine ist jedoch Birkenholz, das wegen seiner ätherischen Öle bläulich schimmert und duftet.

Brennholz richtig lagern

Bei einem offenen Kamin eignet sich als Brennholz am besten das Birkenholz.

Lesetipp der Redaktion: Nicht nur beim Heizen spielt die Art des Holzes eine wichtige Rolle. Auch bei den Gartenmöbeln sollten Sie darauf achten, welche Holzart für den Innen- oder Außenbereich geeignet ist. Wir stellen Ihnen einige der beliebtesten Hölzer vor.

Und wie sieht es mit Nadelhölzern aus?

Felix Wörmann: Aufgrund ihres Harzanteils neigen Kiefern und Fichten oft zum Funkenflug, eignen sich aber gut als Span zum Anzünden. Auch geschlossene Öfen kann man damit beheizen, obwohl sie schnell verbrennen. Einen geringen Heizwert haben übrigens auch Laub-Weichhölzer wie Pappel, Weide und Erle.

Warum wird Brennholz eigentlich gestapelt?

Felix Wörmann: Je trockener Holz ist, desto höher ist sein Heizwert und es verbrennt emissionsarm. Der Wassergehalt von frisch geschlagenem Holz liegt bei über 50 %. 1 kg Buche hat damit zum Beispiel einen Heizwert von 2,16 kWh. Sinkt der Wassergehalt auf 15 %, steigt der Heizwert auf 4,15 kWh. Holz richtig lagern ist also die Devise für alle, die Brennholz kaufen.

Holzlagerung

Die Holzscheite sollten auf einer trockenen Unterlage gestapelt werden, so dass sie keinen Bodenkontakt haben. Darüber hinaus kann man die Scheite oben gegen Nässe mit einer Plane abdecken.

Worauf muss man bei der richtigen Lagerung von Holz achten?

Felix Wörmann: Hochwertiges Brennholz ist sogenanntes lufttrockenes Holz mit einem Wassergehalt von 15-20 %. Je kleiner die Scheite sind, desto schneller trocknen sie. Es lohnt sich deshalb, frisches Brennholz nach der Lieferung gleich mit einem Holzspalter oder einer Axt in ofengerechte Stücke zu spalten und zu lagern. Günstig sind sonnige, windexponierte Stellen. Wer das Holz am Haus entlang schichtet, sollte mindestens 10 cm Abstand von der Wand halten, damit die Luft zirkulieren kann. Die Scheite werden auf einer trockenen Unterlage gestapelt, so dass sie keinen Bodenkontakt haben, und oben (evtl. auch seitlich) gegen Nässe mit einer Plane abgedeckt. Holz sollte immer im Freien oder in einem luftigen Holzschuppen gelagert werden. Im Keller oder in der Garage kann es schnell zu Schimmel- und Pilzbefall kommen.

Wie lange sollte Brennholz auf diese Weise gelagert werden?

Felix Wörmann: Ofenfertiges Holz steht sofort zur Verfügung. Frische, kleinere Scheite sollten etwa ein Jahr trocknen, größere bis zu zwei Jahre. Und noch ein letzter Tipp: Fertiges luftgetrocknetes Brennholz verliert pro Jahr 3 % seines Heizwertes. Wer keine Einbußen hinnehmen möchte, sollte sein Holz deshalb weder zu kurz noch zu lange lagern.

Herr Wörmann, herzlichen Dank für das Gespräch zur effizienten Holzlagerung!

Genehmigung zur Brennholzlagerung

Holzlagerung im Außenbereich

Wenn Sie Ihr Brennholz für den Eigenbedarf im Außenbereich Ihres Grundstückes lagern wollen, müssen Sie sich unbedingt vorher mit der Bauordnung Ihres jeweiligen Bundeslandes vertraut machen.

Sollten Sie Ihr Brennholz für den Eigenbedarf im Außenbereich Ihres Grundstückes lagern wollen, müssten Sie sich unbedingt vorher mit der Bauordnung Ihres jeweiligen Bundeslandes vertraut machen. Denn prinzipiell ist dies genehmigungspflichtig. Überprüfen Sie lieber daher, ob Sie die verschiedenen Voraussetzungen für eine private Holzlagerung erfüllen. Dann steht einem entspannten Kaminabend nichts mehr im Weg.