Heizung entlüften: Ganz wichtig – und ganz einfach

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Eine kühle Wohnung oder ein Badezimmer, in dem es einen fröstelt, lassen den Gute-Laune-Pegel rapide sinken. Gerade wenn es draußen frisch ist, möchten wir es innen mollig warm haben, erst recht dort, wo wir uns auch mal nur leicht bekleidet aufhalten. Wir erklären, wie Sie Ihre ganz einfach Ihre Heizung entlüften können.


Wenn Heizkörper nicht mehr richtig warm werden und hörbares Blubbern oder Plätschern von ihnen ausgeht, ist das meistens ein Anzeichen dafür, dass Luft in ihnen steckt. Und die muss raus! Wie das Heizung lüften in Eigenregie zu erledigen ist, wie Sie damit bares Geld sparen können und warum weniger Luft zu mehr Wärme führt, erklären wir Ihnen in diesem Artikel.

Heizung entlüften: Schritt für Schritt

Wie eine Heizung richtig entlüftet wird, hängt auch vom Alter des Heizkörpers ab. Ältere Modelle haben am horizontalen Ende ein Ventil, das in der Regel mit einer Zange oder sogar mit der Hand aufgedreht werden kann. Neuer sind Heizkörper ohne Rippen, die ebenfalls am oberen Ende ein Ventil haben, das sich mit einem Heizungs- oder auch Vierkantschlüssel öffnen lässt. Der sollte normal mit zur Wohnungsausstattung gehören, ist aber auch in jedem Baumarkt oder beim Hersteller erhältlich. Manchmal ist neben der Vierkant- auch eine Schlitzfunktion im Ventil, sodass alternativ ein Schlitzschraubendreher zu Hilfe genommen werden kann.

Es ist sinnvoll, die Entlüftung an allen Heizkörpern einmal jährlich vor Beginn der Heizperiode vorzunehmen, also ungefähr Anfang Herbst. Sollten nämlich schwerwiegendere Probleme als Luft im Heizkreislauf bestehen, können die noch rechtzeitig behoben werden, bevor Bewohner tagelang in einem unterkühlten Zuhause sitzen. Die Entlüftung erfolgt in folgenden Schritten:

Heizung entlüften

Idealerweise sollte man einmal jährlich Anfang Herbst die Heizung entlüften. So können eventuelle Probleme noch vor der intensiven Heizperiode behoben werden.

Heizungsventil öffnen

  1. Vorab sollten alle Heizkörper komplett aufgedreht werden, denn Wasser und Luft dehnen sich aus, wenn sie warm sind. In einem kalten Heizkörper könnte demnach auch nach der Entlüftung noch zu viel Restluft verbleiben.
  2. Schalten Sie wenn möglich die Heizung und die Umwälzpumpe ab und warten Sie eine halbe Stunde, damit sich die Luftblasen sammeln können. Wer dazu nicht die Möglichkeit hat, zum Beispiel als Mieter einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses, lässt diesen Schritt aus.
  3. Bevor es losgeht, sollten Sie neben dem Entlüftungsschlüssel (alternativ ist ggf. wie geschrieben auch der Schlitzschraubendreher oder sogar eine Rohrzange dienlich) ein Gefäß und einen Lappen bereithalten. Mittlerweile sind auch handliche Entlüftungsboxen erhältlich, die direkt an das Ventil angesetzt werden, einen Vierkant integriert haben und ziemlich sicher verhindern, dass heraustretendes Wasser auf den Boden tropft oder an die Wände spritzt.
  4. Öffnen Sie das Ventil langsam, in der Regel reicht eine halbe Umdrehung. Den Lappen über den Rand des Gefäßes, zum Beispiel eine kleine Schale, legen und direkt unter das Ventil halten, damit der Boden oder die Wand nicht vom durchaus auch mal schmutzigen Wasser befleckt wird.

Das Wasser auslassen

  1. Ist das Ventil geöffnet, sollte es zischen: Dies ist das untrügliche Zeichen dafür, dass die enthaltene Luft unter Druck entweicht. Manchmal riecht die Luft ziemlich muffig – das ist normal, sie kommt eben aus einer Maschine.
  2. Mit der Luft spritzt oder tropft nach einigen Sekunden Wasser mit aus dem Ventil. VORSICHT: Dieses Wasser kann sehr heiß sein! Darum schützen Sie mit dem Lappen auch Ihre Hand, um Verbrühungen zu verhindern. Lassen Sie das Ventil geöffnet, bis ausschließlich Wasser austritt und drehen Sie es erst dann wieder zu. Der Heizkörper ist nun entlüftet.
  3. Ggf. die Umwälzpumpe wieder einschalten, in jedem Fall aber die Heizkörper ca. eine Stunde aufgedreht lassen. Im Anschluss noch einmal prüfen, ob jegliche Luft wirklich komplett entwichen ist. Dazu das Procedere mit Schlüssel und Schale wiederholen.

In einem Haus sollten die Heizkörper am besten vom obersten Geschoss nach unten entlüftet werden. Das ist in einem Mehrfamilienhaus natürlich nicht immer möglich, dann verfahren Sie, wie beschrieben.


Entlüftet, aber die Geräusche bleiben

Gluckert und blubbert es nach der Entlüftung im Heizkörper weiterhin, liegt das Problem offensichtlich tiefer und zwar in der Heizungsanlage selbst. Eine Ursache kann sein, dass die Umwälzpumpe zu hoch eingestellt ist, eine andere, dass die Anlage mit neues Wasser braucht, um den Druck wieder auszugleichen. Denn: Wenn zu wenig Wasser in der Heizung ist, befindet sich wiederum zu viel Luft darin, die sich dann wieder hoch in die Heizkörper schiebt. Aufschluss darüber gibt ein Blick auf die Wasserdruck-Anzeige. Als Mieter einer Wohnung geben Sie in diesem Fall der Hausverwaltung Bescheid.

Es kann aber auch sein, dass die Heizanlage veraltet ist und den notwendigen Druck nicht aufbauen kann. Dies ist häufig in Mehrfamilienhäusern der Fall.
Stellen Sie also kurze Zeit nach der Entlüftung Ihrer Heizkörper fest, dass die Probleme erneut auftreten (Geräusche, Heizkörper wird nicht richtig warm), sollte ein Fachmann die Ursachen abklären und beheben.

Heizung entlüften

In einigen Fällen kann es sein, dass die Heizanlage veraltet ist und nach der Lüftung noch Geräusche von sich gibt – dann sollte ein Fachmann die Ursachen abklären und beheben.

Heizung entlüften mit automatischen Ventilen

Mittlerweile werden auch Ventile hergestellt, die automatisch für die Entlüftung eines Heizkörpers sorgen. Sie lassen selbstständig durchgehend die überschüssige Luft ab und können mit etwas handwerklichem Geschick sogar eigenhändig ausgetauscht werden. Dafür müssen sowohl Zulauf als auch Ablauf des Heizkörpers geschlossen und im Anschluss das Ventil wie beim Entlüften geöffnet werden. Der manuelle Entlüfter wird erst dann abgeschraubt, wenn kein Wasser mehr rausschießt und der Heizkörper damit komplett druckfrei ist.

Beim automatischen Entlüfter wird erst die äußere Öffnungsschraube zugedreht, damit nicht später plötzlich Wasser heraussprudelt. Dann wird er an die Stelle eingeschraubt, wo vorher der manuelle Entlüfter steckte – die Vorgehensweise ist wirklich simpel. Das Ventil schließt automatisch, wenn Wasser kommt. Zusätzlich hat es außen die Funktion, den Heizkörper manuell lüften zu können, was aber eigentlich nicht mehr notwendig sein sollte. Der Preis für diese Ventile ist auf ein bezahlbares Maß gesunken, womit sie eine echte Alternative zum herkömmlichen Entlüften von Heizkörpern darstellen.


Mehr Wärme, weniger Heizkosten

Das Heizung entlüften ist aus mehreren Gründen wichtig:

  1. Kaum jemand möchte sich gerne in kalten Zimmern aufhalten, es sei denn zum Schlafen. Wenn der Heizkörper aber nicht mehr richtig warm wird, dauert es umso länger, bis eine angenehme Zimmertemperatur erreicht ist. Die Heizung verbraucht über den längeren Zeitraum entsprechend mehr Energie, was höhere Heizkosten zur Folge hat.
  2. Schon aus ökologischer Sicht ist es sinnvoll, die Energie eines Heizkörpers so effizient wie nötig zu nutzen. Funktioniert der Heizkörper einwandfrei, ist der ökologische Fußabdruck kleiner.
  3. Kühle Räume bedeuten eine erhöhte Gefahr für die Bildung von Schimmel. Auf kalten Wänden kann sich Feuchtigkeit, die beim Duschen, Kochen, Wäsche trocknen etc. entsteht, niederschlagen. Auf warmen Wänden hingegen verdunstet sie.
Heizung entlüften: Vorteile

Das Heizung entlüften bringt einige Vorteile mit sich: unter anderem geringere Heizkosten und eine geringere Wahrscheinlichkeit der Schimmelbildung.

Heizungen – so funktionieren sie

Zu jedem Haus, egal welcher Größenordnung, gehört in unseren Breitengraden ein Heizkreislauf einfach dazu. Denn bei uns kann es kalt werden – und zwar ganz schön! Ob in Miets- oder Einfamilienhäusern, in der Regel stehen die Heizanlagen im Keller. Ihr Prinzip beruht darauf, dass Wasser erhitzt und diese Wärme in die einzelnen Räume verteilt und abgegeben wird. Meistens handelt es sich um Zentralheizungen, die mit Öl oder Gas als Brennstoff betrieben werden, um das Wasser zu erwärmen.

Ein Rohrsystem pumpt das warme Wasser in die Heizkörper der einzelnen Räumet. Die Heizkörper nehmen die Wärme des Wassers an und geben sie an das Zimmer ab. Das abgekühlte Wasser fließt zurück zur Heizungsanlage – so funktioniert der Kreislauf. Es bleibt aber leider nicht aus, dass sich in dieses System Luft einschleicht, schließlich ist es kein Vakuum. Doch wenn sich zu viel Luft in den Heizkörpern ansammelt, erzeugen diese Geräusche, weil das Wasser verdrängt wird und nur noch eingeschränkt zirkulieren kann. Außerdem werden sie auch nicht mehr richtig warm. In diesem Fall muss der Heizkörper entlüftet werden, um die überflüssige Luft abzulassen.

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