Ratgeber: Heimkino einrichten

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24Einen Film in einem großen Kino zu sehen ist immer ein Erlebnis. Genau dieses Kino-Feeling kann man auch zu Hause erleben: Hier erfahren Sie, wie Sie sich Ihr privates Heimkino bauen. Einen Film in einem großen Kino zu sehen ist immer ein Erlebnis. Genau dieses Kino-Feeling kann man auch zu Hause erleben: Hier erfahren Sie, wie Sie sich Ihr privates Heimkino einrichten.

Was macht einen Kinobesuch aus? Klar: Freunde, eine Tüte Popcorn, die riesige Leinwand, toller Surround-Sound und Filme in bester Bildqualität. Das kann man mit der richtigen Ausstattung auch in den eigenen vier Wänden haben. Wenn Sie ihr Heimkino selbst einrichten, sollten Sie ein paar Dinge beachten, die wir in diesem Ratgeber für Sie zusammengestellt haben.

Heimkino einrichten Teil 1: das richtige Bild

Um ein Heimkino einzurichten, brauchen Sie einen guten Beamer oder Fernseher, einen passenden Blu-Ray-Player (derzeit das beste Abspielgerät) sowie eine anständige Surround-Anlage. Wichtigste Komponente ist natürlich das Bild! Damit sind wir bei der Entscheidung, die jeder, der ein Heimkino einrichten will, irgendwann treffen muss: Wird’s ein Fernseher oder ein Beamer? Fernseher haben den Vorteil, dass sie auch bei schlechten Beleuchtungsverhältnissen gut funktionieren und leise sind. Beamer werden immer besser, kämpfen aber mit Problemen, wenn zu viel Licht im Raum ist. Außerdem können sie empfindlich laut werden. Hier entscheiden der persönliche Geschmack und die Art des Raums, in dem das Heimkino installiert werden soll.

Stellt sich die Frage: Wie groß soll die heimische Kinoleinwand sein? Je größer das Bild, desto mehr Abstand sollte man dazu halten. Dazu gibt’s eine Faustregel, die jeder, der ein Heimkino einrichtet, kennen sollte, nämlich „Breite des Bildes x 2 = Abstand zum Bild in Metern“. Kinopuristen, die ausschließlich Kinofilme auf ihrem System sehen wollen, wählen ein Bildformat von 21:9, wie man es von der Kinoleinwand kennt. Wenn auch normales Fernsehen gesehen werden soll, greift man besser zu 16:9-Fernsehern.

Heimkino einrichten Teil 2: der gute Ton

Filmton ist nicht nur für den Dialog, sondern auch für epischen Soundtrack und krachige Soundeffekte im Kino verantwortlich. Wer sein Heimkino einrichtet, braucht ein entsprechendes raumklangfähiges Audiosystem. Für den Kinosaal gibt es mehrere Audiotechnologien und Qualitätssiegel, die zu tollem Sound führen: THX (von George Lucas), DTS und das ältere Dolby Surround ProLogic. Um eine THX-Zertifizierung zu erlangen, müssen Sie eigentlich Ihr komplettes Haus umbauen – aber großen Surround-Sound können Sie auch zu Hause vergleichsweise günstig haben. 5.1-Systeme (fünf Satelliten-Lautsprecher, ein Subwoofer für Bass) sind Standard für Heimkino-Sound. Weit verbreitet bei privaten Cineasten sind 7.1-Systeme, die durch zwei zusätzliche Lautsprecher das Klangbild abrunden.

Um den optimalen Sound der Surround-Anlage zu genießen, sollten Sie Ihre Sitzposition von der Wand in die Mitte des Raums verlegen. Die Centerbox steht frontal zum Hörer, am besten unter oder auf dem TV-Gerät. Der Abstand der Frontboxen sollte zwei bis vier Meter betragen. Alle Boxen müssen sichtbar und nicht verdeckt sein. Um Heimkino-Sound zu erhalten, stellen Sie die Boxen auf Ohrhöhe (zwischen 60 und 120 Zentimeter) und drehen diese auf 20 bis 40 Grad zum Hörer. Der Subwoofer darf nicht zu nahe an die Wand, sonst werden die Bässe zu wuchtig und stören das Klangbild. Einige Anlagen können übrigens mittels eines mitgelieferten Mikrofons ausgepegelt werden. Das Mikrofon wird dazu auf die Sitzposition gelegt, dann wird jede Box einzeln eingerichtet.

Heimkino einrichten Teil 3: der AV-Receiver

Wer sein Heimkino einrichtet, braucht eine Schaltzentrale, an der alles zusammenläuft – das ist üblicherweise der AV-Receiver. Er wird gewählt, wenn Sie sich für Bild und Ton entschieden haben. Ein AV-Receiver mit 5.1-Surround-Sound ist Standard. Wer will, kann sein Heimkino auch zum 7.2-System aufrüsten (was großartig, aber nicht ganz billig ist), wenn es sein AV-Receiver zulässt. Wird ein Blu-Ray-Player angeschlossen, sollte man darauf achten, dass der Receiver auch die neuen 3D-Video- und HD-Audioformate unterstützt. Ausreichend viele Anschlüsse sind ebenfalls wichtig, wenn man beispielsweise eine Videospielkonsole oder andere Bildquellen anschließen will.

Außerdem sollten Sie überlegen, ob der Receiver ins heimische Netzwerk soll – per LAN oder WLAN kann man dann Musik über Rechner, Tablet, Internet oder die Audioanlage abspielen. Moderne Receiver bieten sogar die Möglichkeit, sich über Smartphone-Apps steuern zu lassen – oder über „Mobile High-Definition Link“ auch Musik und Filme vom Smartphone oder Tablet zu streamen.

Heimkino einrichten Teil 4: Kabel, Sessel und Popcorn

Wenn Sie ein Heimkino einrichten, sollten Sie nicht an den Kabeln sparen. Wenn möglich, sollten alle Komponenten voll digital miteinander verbunden sein. Das heißt: Finger weg von SCART-Kabeln (veraltete Technologie) und dünnen analogen Kabeln. Stattdessen HDMI– und YUV-Anschlüsse nutzen. Auch der Ton sollte digital über HDMI oder SPDIF an die Anlage weitergegeben werden. Um Kinofeeling zu erzeugen, braucht man einen völlig abgedunkelten Raum – richtig? Nein, leider falsch, zumindest bei TV-Geräten. Denn bei völliger Dunkelheit können Fernseher nicht mehr ein richtiges Schwarz darstellen, sondern nur noch Grau. Wenn Sie aber eine Lichtquelle hinter dem Fernseher platzieren, schwächt sich der Kontrast ab, und Schwarz wird wieder Schwarz.

Bleiben nur noch zwei Dinge für den optimalen Filmgenuss. Wenn Sie Ihr Heimkino mit billigen Klappstühlen bestuhlen, macht das natürlich keinen Spaß. Gute Sofas (nicht zu weich) sind da sinnvoller. Und fürs Popcorn gibt’s erfreulicherweise Maschinen oder die Mikrowellen-Variante. Und nun: Vorhang auf, Film ab!

Checkliste zum Heimkino einrichten

  1. Das Bild: Beamer oder Fernseher?
  2. Der Ort: Wohnzimmer oder Extraraum?
  3. Das Publikum: Sofa, Sessel oder Stühle?
  4. Die Anlage: 5.1- oder 7.1-Surround-Sound?
  5. Der Klang: THX, DTS oder ProLogic? Die AV-Verbindung: HDMI, YUV oder SPDIF? Das Vergnügen: Bier, Cola & Popcorn parat?