Haarentfernung: Welche Alternativen gibt es zum Rasierer?

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Bestimmt haben Sie sich schon oft darüber geärgert, dass die Klingen Ihres Rasierers nicht lange halten und ständig ausgetauscht werden müssen. Grund dafür ist meist nicht nur die zunehmende Stumpfheit der Klingen, sondern das Verkleben der Zwischenräume durch Haar- und Rasierschaumreste. Wenn Sie sich nun fragen, welche Alternativen es für die Haarentfernung gibt, sind Sie hier an der richtigen Adresse. In diesem Artikel werde ich Ihnen das Rasiermesser, die Shavette, den Rasierhobel sowie Enthaarungscreme und Waxing vorstellen.

Haben Männer häufig Probleme bei der Bartrasur, so suchen Frauen meist Lösungen für die Enthaarung der Beine und Achseln sowie des Intimbereiches. Wenn Sie Einweg- und Mehrfachrasierer sowie elektrische Apparate bereits leid sind, können Sie es einmal mit den folgenden Mitteln versuchen.

Die alternativen Methoden zur Haarentfernung:

Die perfekte Bartrasur mit Rasierhobel, Rasiermesser und Shavette

Kaum ein Thema stellt die Männerwelt vor so große Probleme wie die Bartrasur. Wächst der erste Flaum, hat ein Mann ja noch nicht so große Wahlmöglichkeiten, wie der Bart später einmal aussehen soll. Doch mit zunehmendem Bartwuchs steht man doch schnell vor einer wichtigen Entscheidung. Sollen die Haare ganz ab oder soll es ein Dreitagebart sein? Möchte ich einen Schnäuzer oder einen Backenbart? Wie weit sollen meine Koteletten verlaufen? Fragen über Fragen. Doch eines haben alle Varianten gemeinsam: Sie müssen täglich gepflegt werden.

Hat man sich nun endlich entschieden, wie die perfekt gestylte Gesichtsbehaarung aussehen soll, wird es Zeit, die verschiedenen Instrumente für die Rasur kennenzulernen. Abgesehen vom gewöhnlichen Herrenrasierer bieten sich hier der Rasierhobel, das Rasiermesser und die Shavette an.

Haarentfernung - Alternativen zum Rasierer

Je nach Bartlänge eignen sich unterschiedliche Haarentfernungsapparate um den Bart in die richtige Form zu bringen.

Das Rasiermesser – die älteste Methode der Klingenrasur

Vom Rasiermesser werden vor allem die Herren unter Ihnen begeistert sein, die Interesse an traditionellen Handwerksmethoden haben. Seine Blütezeit erlebte das Rasiermesser Anfang des 19. Jahrhunderts, als der Bartschneider aufgrund der Industrialisierung serienmäßig hergestellt werden konnte. Besonders begehrt waren Klingen aus Solingen, Sheffield und Frankreich.

Die professionellen Barbiere erlebten hingegen im Deutschland des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts ihre goldene Ära. Sich selbst zu rasieren geriet aus der Mode, stattdessen vertraute man auf ausgebildetes Personal.

Heutige Rasiermesser bestehen aus gewalzten, dünnen Stahlbändern. Diese werden mit Hitze bearbeitet und schließlich in die gewünschte Form zugeschnitten. Sie erkennen ein Rasiermesser an der Griffschale, in welche die Schneide eingeführt wird, sowie an dem kleinen stählernen Griff am Ende des Klingenschafts, der „Angel“ genannt wird und zum Aufklappen des Messers dient.

Damit das Rasiermesser tatsächlich sämtliche Härchen erwischt, müssen Sie dieses vor jedem Gebrauch auf einem Lederriemen abstreifen. Dazu legen Sie die Schneide flach auf den Riemen und streichen sie mit leichtem Druck in Richtung des Klingenrückens.

Haarentfernung - Alternativen zum Rasierer

Die traditionellste Bartrasur erhalten Sie mit dem Rasiermesser. Wichtige Voraussetzung: Den Bart vorher mit Rasiercreme und Rasierpinsel einschäumen.

Bevor Sie mit der Rasur beginnen, schäumen Sie Ihren Bart mit einem Rasierpinsel und einer Rasiercreme gründlich ein. Wahlweise können Sie auch ein spezielles Pre-Shave-Öl benutzen, um die Gleitfähigkeit Ihrer Haut zu erhöhen. Am sorgfältigsten wird die Rasur nach dem Duschen oder Baden, da die Haut dann schön weich ist.

Während der Bartrasur führen Sie das Messer im 30-Grad-Winkel mit Ihrer Schreibhand, während Sie mit der anderen Hand die Haut straff ziehen. Dies ist besonders wichtig, um Verletzungen zu vermeiden und ein glattes Ergebnis zu gewährleisten. Wie Sie Ihr Rasiermesser halten, ist Ihnen überlassen. Sie können entweder nur den Zeigefinger auf den Klingenschaft auflegen oder Sie nehmen noch den Mittel- und Ringfinger hinzu. Rasieren Sie immer mit dem Strich, um die Haut nicht zu sehr zu strapazieren.

Denken Sie nach der Rasur unbedingt an die entsprechende Hautpflege. Mit einem alkoholischen Rasierwasser stoppen Sie eventuelle Blutungen, mit einem schonenden After-Shave-Balsam geben Sie Ihrer Haut die fehlende Feuchtigkeit zurück.

Der Rasierhobel – die Weiterentwicklung des Rasiermessers

Die Popularität des Rasiermessers erlebte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen enormen Rückgang. Das Unternehmen Gilette erfand ein Gerät, das eine austauschbare Klinge besaß und diese somit nicht mehr nachgeschärft werden musste. Die Erfindung nannte sich „Rasierhobel“ und sparte eine Menge Zeit bei der Bartrasur.

Bei der Hobelrasur kommt eine dünne, doppel- oder einseitig geschärfte Stahl-Klinge zum Einsatz, die ein kleines Stück aus dem Rasierkopf herausragt und auf einem kurzen Griff steckt. Der Wechsel der Klinge erfolgt durch Verschrauben. Heute existieren zahlreiche Varianten des Rasierhobels, was auch daran liegt, dass sein Einsatz in Ägypten, Indien, Pakistan und Japan immer noch in Mode ist.

Vor der Rasur mit einem Rasierhobel schäumen Sie Ihr Gesicht mit einem Rasierpinsel und etwas Rasiercreme sorgfältig ein. Anders als beim Rasiermesser kann der Winkel, in dem Sie die Klinge ansetzen, nicht allgemeingültig angegeben werden. Probieren Sie verschiedene Ansätze aus und wählen Sie den Winkel, der Ihnen für Ihre Rasur am sichersten und gründlichsten erscheint. Am besten rasieren Sie mit dem Rasierhobel mit dem Strich, um Verletzungen zu vermeiden. Sollten dabei nicht alle Haare entfernt worden sein, können Sie auch einen Versuch wagen, den Hobel gegen den Strich anzusetzen. Seien Sie aber bitte sehr vorsichtig dabei, da die Klingen äußerst scharf sind.

Die Verwendung der traditionellen Rasurmethode soll den Erfahrungen verschiedener Anwender zufolge schonender sein als die herkömmliche Methode mit einem Systemrasierer. Außerdem schützt sie besser vor Rasurbrand und eingewachsenen Haaren.

Die Shavette – die ideale Kombi aus Rasiermesser und -hobel

Eine Kombination aus Rasiermesser und Rasierhobel stellt die Shavette dar. Sie kursiert auch unter dem Namen Wechselklingenmesser, was ihren Charakter noch eindeutiger beschreibt. Von der Form her erinnert die Shavette an das Rasiermesser, da sie auf den ersten Blick aus denselben Elementen zu bestehen scheint.

Ich habe meinem Bruder letztens eine Shavette zum Geburtstag geschenkt, weil er einmaleine traditionelle Methode ausprobieren wollte. Sie sollte kostengünstig und nicht allzu aufwendig, aber dennoch gründlich sein. Der Vorteil der Shavette gegenüber dem Rasiermesser ist, dass die Klingen jederzeit ausgetauscht werden können. Somit entfallen die Anschaffung eines teuren Lederriemens und das lästige Nachschleifen.

Wie auch bei der Rasur mit einem Rasiermesser oder einem Hobel sollten Sie zunächst Ihr Gesicht mit einem Rasierpinsel und aufgeschlagener Rasiercreme einschäumen. Nun legen Sie die Shavette im 30-Grad-Winkel an Ihre Haut und fahren mit der Klinge in Wuchsrichtung entlang.

Achtung: Da die Shavette aufgrund der festen Einfassung der Klinge etwas steifer ist als ein Rasiermesser, müssen Sie mit ihr besonders sanft umgehen. Üben Sie nur ganz leichten Druck auf den Bartschneider aus und verlieren Sie nicht die Geduld, wenn die ersten Versuche nicht gleich das gewünschte Ergebnis liefern.

Alternative Haarentfernung: Heißwachs, Enthaarungscreme und Kaltwachsstreifen

Was den Männern ihr Bart ist, das ist den Frauen ihre Bein-, Achsel- und Intimbehaarung. Hier gibt es verschiedene Methoden, um die lästigen Härchen loszuwerden. Unter dem Begriff „Ladyshaver“ werden mehrere Rasiermethoden zusammengefasst, die allesamt auf einer Rasur mit Klingen basieren. Sei es ein elektronischer Trockenrasierer, ein Einweg- oder ein Mehrweg-Nassrasierer.

Elektronische Rasierer sind oft kostspielig und liefern manchmal nicht das gewünschte Ergebnis, wenn sie die Härchen zwar optisch entfernen, aber die Haut immer noch stoppelig wirkt. Die Wahl des richtigen Rasierers erfordert also eine Menge Recherchearbeit. Nassrasierer haben den Nachteil, dass sie die obere Hautschicht angreifen, was gelegentlich zu Verletzungen führt.

Geeignetere Alternativen sind dagegen Enthaarungscremes oder Wachs. Letzteres gibt es in mehreren Varianten. Ob es Heißwachs, Kaltwachsstreifen oder das trendige Sugar Waxing sein soll, muss jede Anwenderin individuell entscheiden.

Enthaarungscreme – die hautschonende Variante

Die klassische Enthaarungscreme eignet sich perfekt für Anfänger sowie Frauen (und Männer) mit empfindlicher Haut. Hierbei gleitet keine scharfe Klinge über die Haut, sondern lediglich ein ungefährlicher Spatel aus Holz oder Plastik. Die Anwendung könnte einfacher kaum sein.

  1. Zunächst tragen Sie die Creme auf die zu enthaarende Körperregion auf. Die Haut muss unbedingt trocken sein, da die Creme sonst nicht gut hält.
  2. Folgen Sie der auf der Packungsanleitung angegeben Einwirkzeit und überschreiten Sie diese keinesfalls! Vor allem im Achsel- und Intimbereich können schnell Hautreizungen entstehen, wenn Sie die empfohlene Wirkdauer überschreiten. Am besten überprüfen Sie die Zeit mit einer Stoppuhr, die inzwischen auf jedem Smartphone vorinstalliert ist.
  3. Ist die maximale Einwirkzeit erreicht, fahren Sie mit dem beigelegten Spatel entgegen der Haarwuchsrichtung entlang. Da Achselhaare in der Regel in verschiedene Richtungen wachsen, müssen Sie dort aus mehreren Winkeln ansetzen. Sie werden sehen, dass die Creme die Haare aufgeweicht hat und Sie diese nun leicht entfernen können.
  4. Nach der Haarentfernung spülen Sie die Creme sorgfältig mit Wasser ab.
Haarentfernung - Alternativen zum Rasierer

Mit der Enthaarungscreme können Sie Ihre Beinhaare hautschonend entfernen.

Wenden Sie nach der Haarentfernung keinesfalls aggressive Rasierwässer oder ähnliches an. Sonst reizen Sie Ihre Haut zu sehr, was zu unangenehmen Rötungen führen kann. Das habe ich einmal erlebt und möchte es nie wieder durchmachen. Setzen Sie stattdessen auf natürliche Wirkstoffe wie Aloe Vera und Pflegebalsams.

Waxing: mit Wachs oder Zuckerpaste

Spätestens seit der beliebten TV-Serie „Sex and the City“ ist Brazilian Waxing wohl jeder Frau ein Begriff. Und zwar ein unheimlicher. Hierzu wird der Intimbereich mit flüssigem Wachs oder einer klebrigen Zuckermasse bedeckt, worauf dann ein Tuch gelegt wird. Nach einer kurzen Einwirkzeit wird das Tuch mit einem heftigen Ruck entgegen der Wuchsrichtung entfernt.

Haarentfernung - Alternativen zum Rasierer

Die Haarentfernung mit Heißwachs ist äußerst rabiat, aber auch äußerst effektiv. Erst nach etwa vier Wochen wachsen wieder die ersten Stoppeln.

Diese Variante ist äußerst rabiat, aber auch äußerst effektiv. Erst nach etwa vier Wochen wachsen wieder die ersten Stoppeln. Sugar Waxing oder die Haarentfernung mit Warmwachs kann übrigens auch bei anderen Körperteilen angewandt werden. Im Gesicht eignet es sich zwar eher weniger, aber für die Beinenthaarung ist es ideal. Unter den Achseln würde ich es persönlich nicht anwenden, da dort viele Poren sitzen und die Haut dort sehr empfindlich ist.

Eine Alternative zum Heißwachs sind Kaltwachsstreifen. Diese werden zwischen den Händen warmgerieben und dann auf die entsprechenden Körperstellen aufgetragen. Sie werden ebenso entfernt wie die Streifen bei den anderen Varianten, sind aber wiederverwendbar.

Rasur, Enthaarungscreme oder Waxing: Probieren Sie es aus!

Jede Methode zur Haarentfernung hat ihre Vor- und Nachteile. Manche ist schmerzhafter als die andere, aber dafür wirkungsvoller. Sie können sich traditionell rasieren oder Sie vertrauen auf moderne Produkte, die Zeit und Aufwand sparen. Welche Variante für Sie die ideale ist, finden Sie am besten heraus, wenn Sie sich mit den Methoden persönlich vertraut machen.

Lesetipp der Redaktion: Sie wollen doch lieber beim normalen Rasierer bleiben? Doch auch da gibt es Unterschiede. Wir zeigen Ihnen welche und verraten welcher Rasierapparat sich für welche Körperpartie am besten eignet.