Gastzugang: Ein WLAN für Besucher sicher einrichten

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Wenn Sie häufig Gäste haben, werden Sie von diesen sicherlich immer mal wieder nach Ihrem WLAN-Passwort gefragt. Das Problem dabei: Der Besucher kann sämtliche Netzwerk-Geräte sehen und gegebenenfalls auf sie zugreifen. Wenn Sie dies nicht wünschen, ist ein Gäste-WLAN die perfekte Lösung. Viele Router besitzen entsprechende Funktionen.

Ein Gäste-WLAN bietet einige Vorteile: Anders als im „normalen“ WLAN hat Ihr Gast zum Beispiel keinen Zugriff auf die anderen Rechner im Netzwerk, was besonders bei typischen Heim- oder Büro-Netzen problematisch sein kann, wenn eine Vielzahl von Geräten wie zum Beispiel Macs, PCs, Smartphones, Tablets und Netzwerk-Speichersysteme eingebunden sind. Die möglichen Probleme reichen der Benutzung oder gar Umprogrammierung vorhandener Netzwerk-Player oder TV-Geräte bis hin zu handfesten Datenschutz-Problemen, etwa wenn Ihr Gast sämtliche auf einem Rechner oder einer NAS gespeicherten Dokumente, Bilder und Filme einsehen und sogar kopieren kann. Es spricht also einiges dafür, dem Besucher ein eigenes Netzwerk zuzuweisen, das vom normalen Netzwerk getrennt arbeitet, dem Gast aber trotzdem den Zugriff auf das Internet ermöglicht.

Gastzugang: Gast-Netzwerke führen am Heim-Netz vorbei

Sogenannte Gäste-WLANs sind immer dann praktisch, wenn Sie jemandem einen Internetzugangzugang bereitstellen möchten, ohne dass er Zugriff auf das restliche Netzwerk erhalten soll. Technisch ist das so gelöst, dass das Gast-WLAN ein eigenes DHCP-Netzwerk aufspannt, das vom restlichen Netzwerk getrennt ist. Die anderen Geräte im WLAN sind dann nicht mehr für den Gast erreichbar. Ein zusätzlicher Router oder Access-Point ist dabei nicht nötig, die meisten aktuellen Router namhafter Hersteller besitzen eine entsprechende Funktion, die als „Gastzugang“, „Gästenetzwerk“ oder ähnlich bezeichnet wird. Das Gast-Netzwerk lässt sich je nach Router-Hersteller und -Modell funktional und zeitlich einschränken, sodass es sich zum Beispiel automatisch nach einer gewissen Zeit der Inaktivität ausschaltet oder grundsätzlich keine anderen Internetdienste Internetdienste als den Webbrowser und das E-Mail-Programm zulässt, um den Gast beispielsweise an der Nutzung eines illegalen Filesharing-Clients zu hindern. Der Vorteil ist, dass Sie weder jedes einzelne Gerät im Netz auf seine Freigaben und Sicherheitsstufe überprüfen noch Ihren eigenen Internet-Zugriff beschränken müssen – der Router trennt den Gast einfach vom regulären Netz und erspart Ihnen damit diese Arbeit.

Einrichtung des Gastzugangs bei einer Fritz!Box

WLAN sicher einrichten

Mittels Gastzugang können Sie Ihre Fritz!Box als privaten WLAN-Hotspot einrichten und so Ihren Besuchern einen sicheren und schnellen Internetzugang ermöglichen.

AVMs beliebte und in vielen Haushalten eingesetzten Fritz!Boxen bieten seit geraumer Zeit die Möglichkeit, ein Gäste-WLAN aufzuspannen, das parallel zum „normalen“ WLAN betrieben werden kann. Die Einstellungen erreichen Sie bequem über das Web-Interface der Fritz!Box, sofern das WLAN aktiv ist:

  1. Öffnen Sie ein Browser-Fenster und geben Sie hier in der URL-Zeile fritz.box ein. Sie erreichen nun die Fritz-Benutzeroberfläche, die üblicherweise über ein Passwort gesichert ist, das Sie für die Einstellungen des Routers gesetzt haben. Geben Sie das Passwort ein und melden Sie sich an.
  2. Wählen Sie nun im Menü „WLAN“ den Punkt „Gastzugang“. Achtung: Der Punkt ist nur vorhanden, wenn das WLAN der Fritz!Box aktiv ist. Nutzen Sie ein anderes, an der Fritz!Box angeschlossenes Gerät für den WLAN-Zugang – etwa eine Apple TimeCapsule – finden Sie die entsprechenden Gast-WLAN-Funktionen in den Einrichtungsoptionen für dieses Gerät.
  3. Sie sehen jetzt die WLAN-Einrichtungsoptionen für das Gastnetzwerk. Setzen Sie zunächst einen Haken bei „Gastzugang aktiv“, um es zu aktivieren.
  4. Vergeben Sie jetzt einen eindeutigen Namen für das Netzwerk, der jedoch nicht Ihrem normalen WLAN-Namen entsprechen darf, etwa „GastWLAN“ und vergeben Sie ein Passwort. Wichtig ist, dass das Passwort genau so sicher ist wie jedes andere Passwort, das Sie verwenden, um Missbrauch vorzubeugen. Als Verschlüsselungsmethode empfiehlt sich „WPA + WPA2″.
  5. Werfen Sie jetzt einen Blick auf die weiteren Einstellungen, diese können sich je nach Fritz!Box-Modell und Firmware-Version unterscheiden. Wir haben eine Fritz!Box 6360 verwendet. Setzen Sie, wenn möglich, einen Haken bei „Internetanwendungen beschränken“, um Gästen die Möglichkeit zu nehmen, Filesharing-Programme zu benutzen.
  6. Setzen Sie außerdem einen Haken bei der automatischen Deaktivierung nach X Stunden: So stellen Sie sicher, dass das Gastnetzwerk automatisch beendet wird, sobald Ihre Gäste dort für einen gewissen Zeitraum nicht mehr aktiv waren.
  7. Klicken Sie jetzt auf „Übernehmen“: Das Gast-WLAN ist nun aktiv. Wenn Sie die in Schritt 4 vergebenen Zugangsdaten an Ihre Gäste weitergeben können diese sich jetzt, ohne Ihre Netzwerk-Sicherheit zu gefährden, mit dem Netzwerk verbinden.

Einrichtung eines Gastzugangs bei einem Asus-Router

Dank mehrerer SSIDs können Sie bei ASUS-Routern einen Zugang für Gäste einrichten, damit diese zwar online sind, aber nicht auf den Rest Ihres Netzwerks zugreifen können.

Dank mehrerer SSIDs (Service Set IDentifier) können Sie bei ASUS-Routern einen Zugang für Gäste einrichten, damit diese zwar online sind, aber nicht auf den Rest Ihres Netzwerks zugreifen können.

Auch Asus-Router besitzen eine leistungsstarke Gastnetzwerk-Funktion, die ähnlich der der Fritz!Box funktioniert. Das Gast-WLAN heißt hier „Gästenetzwerk“ bietet aber einen vergleichbaren Komfort. Auch andere Router funktionieren auf ähnliche Weise.

  1. Öffnen Sie auch hier zunächst das Web-Interface, indem Sie die Router-Adresse – in der Regel 192.168.1.1 mit vorgesetztem „http://“, also http://192.168.1.1 – in der Adresszeile des Browsers eingeben. Loggen Sie sich anschließend mit den Anmeldedaten für den Router ein.
  2. Wählen Sie nun im Menü den Punkt „Gästenetzwerk“ und klicken Sie dann auf „Aktivieren“. Je nach Router-Modell erlaubt Asus die Einrichtung mehrerer Gast-Netzwerke.
  3. Das Gast-Netzwerk ist nun aktiv und indem Sie es anklicken, können weitere Einstellungen vorgenommen werde: Vergeben Sie einen eingängigen Namen, der jedoch anders lautet, als der Ihres normalen WLANs (etwa „Gastnetz“), wählen Sie als Authentifizierungsmethode „WPA2-Personal“ und als Verschlüsselung „AES“.
  4. Zu guter Letzt müssen Sie noch ein sicheres Passwort vergeben und gegebenenfalls die Zugriffszeit auf eine bestimmte Dauer beschränken. Der MAC-Filter ist mit einem Gästenetzwerk eher lästig und sollte daher inaktiv bleiben. Ein Klick auf „Anwenden“ übernimmt die Einstellungen und schon können Sie die Zugangsdaten an Ihre Gäste weitergeben.

Wichtig: Testen Sie das Gäste-Netzwerk

Egal, welches Router-Modell Sie besitzen: Bevor Sie die Zugangsdaten weitergeben, sollten Sie auf jeden Fall die Einstellungen des Gast-Netzwerks testen. Verbinden Sie sich idealerweise mit einem PC oder Mac mit dem neuen Gastzugang und geben Sie das Passwort ein. Öffnen Sie anschließend ein Browser-Fenster und prüfen Sie zunächst, ob Sie ins Internet kommen. Sofern dies funktioniert, sollten Sie als nächstes testen, ob Sie sich mit Ihrem Router verbinden können: Ist das nicht der Fall, ist das Gastnetz vollumfänglich aktiv und sicher und Sie können Ihren Gästen entspannt den Zugang erlauben.

Lesetipp der Redaktion: Wenn der Besuch das Internet nutzen möchte, aber nicht auf Netzwerkgeräte zugreifen soll, bietet sich die Einrichtung eines Gästenetzwerks an. Apples AirPort Time Capsule besitzt – ebenso wie alle anderen Apple-Router – eine entsprechende Funktion, die sich mit wenigen Klicks einrichten lässt.