Holzarten für Gartenmöbel: So finden Sie das richtige Holz

0

Ob Ahorn, Teak oder Mahagoni – Holzarten gibt es in rauen Mengen. Und verschönern den ein oder anderen Wohnsitz in Form von Gartenmöbeln. Damit Sie auch lange was von Tisch und Stuhl haben, ist die Wahl des richtigen Holzes das A und O. Aber: Welche Holzart eignet sich eigentlich am besten für Gartenmöbel?

Wissen Sie, wie viele Baumarten es auf der Welt gibt? Forscher um Generalsekretär Paul Smith von der Organisation Botanical Gardens Conservation International (BGCI) in Richmond in England haben sie gezählt und in der Datenbank GlobalTreeSearch zusammengefasst. Die Inventur ergab: 60.065 verschiedene Spezies finden sich in unseren Wäldern rund um den Globus. Vor allem die Tropen, von Brasilien bis Indonesien, weisen eine hohe Dichte an verschiedenen Holzarten auf – im Amazonas-Gebiet allein existieren 11.676 Spezies.

Gartenmöbel Holz

Traditionelle Handwerkskunst: Gartenmöbel aus Holz stehen für Natürlichkeit, Wertigkeit, Robustheit, Gemütlichkeit und Eleganz.

Von diesen rund 60.000 Holzarten fallen mir auf Anhieb nur ein Dutzend ein, zum größten Teil heimische Hölzer, die man hier vor der Haustür bewundern kann. Fichte, Buche, Eiche – alles bekannte Holzarten. Aber haben Sie schon mal von Afzelia, Douglasie oder Robinie gehört? Holzarten unterscheiden sich nicht nur im Aussehen, wie etwa Farbe oder Maserung. Vor allem interessieren sich Schreiner auch für Struktur und Dichte der Hölzer. Denn besonders die letzten beiden Merkmale sind wichtig für die Verarbeitung, etwa für Gartenmöbel. Holzarten für Stuhl und Tisch im Garten müssen besonders belastbar sein und ein gutes Trocknungsverhalten aufweisen. Bei den zahlreichen Möglichkeiten ist es also gar nicht so leicht, das passende Holz für Gartenmöbel zu wählen.

Holzarten für Gartenmöbel

Kiefer und Teak haben ausgedient. Längst haben Eukalyptus und Akazie den Gartenmöbelmarkt erobert. Wer heute im Baumarkt steht und Gartentisch und Gartenstuhl kaufen will, gerät schnell ins Schleudern. Eine große Auswahl an verschiedenen Hölzern macht den Kauf nicht gerade zum Kinderspiel. Denn die Möbel sollen ja möglichst lange draußen überdauern, bei Regen, Schnee und Sonnenschein. Harte Bedingungen, denen das Möbelstück ausgesetzt ist. Wie lange es am Ende überlebt, entscheiden Holzart und Holzschutz. Allgemein kann man sagen, dass Laubhölzer länger überleben als Nadelhölzer. Das liegt daran, dass Nadelholz sehr bläuegefährdet ist, weshalb ein Holzschutz unabdingbar ist.

Laubbäume für Gartenmöbel

Wenn es um Gartenmöbel geht, haben Laubbäume gegenüber Nadelbäumen klar die Nase vorn.

Wetterfeste Holzarten: Von Teak zu Akazie

Zu den wetterfesten Holzarten gehören das südostasiatische Teakholz oder die Akazie. Aufgrund der wasserabweisenden Eigenschaft eignen sich diese Hölzer sehr gut für Gartenmöbel.

Gartenmöbel aus Teakholz

Teakholz ist eines der beliebtesten Hölzer für Gartenmöbel. Es ist sehr robust, hat eine tolle warmbraune Farbe. Ob auf Terrasse oder Wiese: Möbel aus Teakholz machen sich einfach gut und sind aufgrund der Dichte sehr witterungsbeständig und perfekt für draußen geeignet. In Thailand und Myanmar wird das Holz vor allem zum Bootsbau verwendet – diesem Holz macht Feuchtigkeit also absolut nichts aus. Das ist dem im Teak enthaltenen Kautschuk geschuldet, das wasserabweisend wirkt und dadurch eine Imprägnierung überflüssig macht.

Das unverwüstliche Holz ist in Südostasien beheimatet und für das Klima in unseren Breitengraden bestens gewappnet. Daher kann es das ganze Jahr im Außenbereich bleiben. Auch Frost und Nässe sind für das Holz kein Problem. Charakteristisch ist seine schwarze Maserung. Die Oberfläche erhält mit der Zeit eine silbrige Patina, eine Oberflächenbehandlung ist nicht erforderlich.

Gartenmöbel Die richtige Holzart

Sie müssen nicht nur bei der Wahl Ihrer Gartenmöbel auf die richtig eholzart achten, sondern auch bei der Wahl Ihrer Terrasse.

Der Haken: Teakholz ist nicht immer verfügbar und hat einen stolzen Preis. Außerdem ist es ökologisch nicht so unbedenklich wie die heimischen Hölzer. Durch die weiten Transportwege und durch teilweise illegale Rodung werden die sehr guten Materialeigenschaften des Baumes relativiert.

Wenn Sie Interesse an Teakholzmöbeln haben, beraten wir Sie gerne im Detail in unserem passenden Ratgeber.

Gartenmöbel aus Akazie

Ähnlich wie das Teakholz verhält sich die Akazie. Auch diese müssen Sie nicht imprägnieren, denn der Laubbaum aus dem Südosten der USA ist extrem wetterfest und sieht dabei richtig schick aus. In seiner Ursprungsform ist die Holzart eher gelblich, mit der Zeit verdunkelt es sich aufgrund von Sonneneinstrahlung aber zu einem attraktiven goldbraun oder lederbraun. Einen Gartentisch aus Akazie mal eben aus dem Kofferraum zu heben, ist kaum möglich. Die Holzart ist sehr schwer, die Festigkeitswerte liegen deutlich über denen einer Eiche. Und jeder weiß, wie schwer ein massiver Eichentisch ist.

Wasserscheue Holzarten: Eukalyptus und Douglasie

Eukalyptus liegt ebenfalls im Trend – nicht nur bei Koalabären, sondern auch bei Gartenmöbeln. Heilöle und Aromastoffe gewinnt man aus den Blättern des Exportschlagers, das Holz eignet sich perfekt zur Weiterverarbeitung, denn es ist sehr hart und rissfest. Da der Eukalyptusbaum sehr schnell wächst, gehört er der niedrigen Preisklasse an. Für den Außenbereich ist vor allem der Rote Eukalyptus geeignet, allerdings müssen Sie das Holz vor Wasser und UV-Strahlung schützen. Gartenmöbel aus Eukalyptus sollten Sie also mit einer Plane abdecken.

Das gelblich-braune Holz der Douglasie, die aus Nordamerika stammt, ist eines der festesten Nadelhölzer der Welt. Der Superlativ bringt ihm aber nichts in Sachen Wetterfestigkeit. Die Douglasie ist sehr anfällig für Bläue und Schimmel, weswegen eine Imprägnierung unbedingt erforderlich ist.

Heimische Holzarten: Imprägnierung erforderlich

Sie können für Ihre Gartenmöbel durchaus auf die heimische Fichte oder Kiefer zurückgreifen. Der Pflegeaufwand ist aber extrem hoch. Denn ohne regelmäßiges Imprägnieren, bildet sich Schimmel am Holz. Eine offenporige Holzlasur ist nötig oder eine Kesseldruckimprägnierung – in einem Kessel werden die Hölzer mit einem Holzschutzmittel übergossen und somit länger haltbar gemacht.

Gartenmöbel aus Fichte und Kiefer

Ein Holz, was ohne besondere Lasur und Imprägnierung nicht gut für Outdoormöbel geeignet ist, ist die Fichte. Es handelt sich hierbei um eine sehr weiche Holzart, welche etwa zur Papierherstellung verwendet wird. Der Baum wächst sehr schnell, das sorgt dafür, dass das Holz sehr elastisch ist – gut für die Verarbeitung, schlecht für den Außeneinsatz. Fichtenmöbel ziehen wie auch Möbelstücke aus Kiefer Feuchtigkeit wie ein Magnet an. Schimmel und Bläue sind kaum abzuwenden.

Gartenmöbel aus Lärchenholz

Wer seine Gartenmöbel gerne aus einer heimischen Holzart bauen möchte, kann dies auch mit Lärchenholz tun. Lärche ist viel fester als Kiefer oder Fichte und wird daher gerne beim Brückenbau eingesetzt. Sie ist gelblich rötlich, mit einer markanten Maserung und extrem wetterfest. Das Besondere: Lärchenholz hat eine natürliche Waffe gegen Fressfeinde. Sie verfügt über einen hohen Harzgehalt, der das Fäulnisrisiko minimiert, außerdem ist sie viel dichter und härter als ihre heimischen Nachbarn. Das alles macht Lärchenholz etwas teurer als Fichte oder Kiefer. Der schlaue Hobbybastler baut sein Gartenhaus deswegen aus Kiefer und umkleidet es mit Lärche, um es witterungsbeständiger zu machen. Allerdings ist auch hier eine Imprägnierung erforderlich.

Gartenmöbel aus Eiche

Eine seit jeher bei uns beheimatete Holzart ist die Eiche. Sie ist eines der beständigsten und widerstandsfähigsten heimischen Hölzer. Im Hausbau verwendete Elemente aus Eichenholz, wie Balken oder Treppengeländer, überdauern oft mehrere hundert Jahre. Im Außenbereich macht das Holz gegen Witterung und Insektenbefall ebenfalls eine gute Figur. Obwohl Eiche nicht behandelt werden muss, ist eine Oberflächenbehandlung dennoch empfehlenswert, damit das Holz trotz Witterung seine edel anmutende Oberfläche beibehält. Durch Witterung erhält das Holz eine gräuliche Patina.

Gartentisch Eiche

Massives Eichenholz ist für den Außeneinsatz bestens geeignet. Es ist extrem robust und hält auch Witterung stand.

Weitere Holzarten für Gartenmöbel

  • Bangkirai: Das südostasiatische Regenwaldholz ist sehr hart und formstabil und hat natürliche Abwehrmechanismen gegen Fressfeinde. Fäule hat bei Bangkirai keine Chance, eine Imprägnierung ist nicht nötig.
  • Sipo: Das afrikanische Laubholz ist sehr einfach zu bearbeiten und beständig gegen Insekten. Es ist perfekt für den Garten geeignet, auch ohne Imprägnierung.
  • Bambus: kein Holz, aber eine stylishe Alternative. Der Vorteil ist, dass Bambus sehr formstabil ist und sehr schnell nachwachsen kann. Neue Bambusmöbel sind wasserabweisend, mit der Zeit ist aber eine Schutzschicht nötig.
  • Rattan: Seit den 70er Jahren absolut beliebtes Material für attraktive Stühle und Tische. Die Lianen von der Rotangpalme sind sehr gut formbar und wiegen fast nichts. Sehr witterungsbeständig sind sie allerdings nicht. Gartenmöbel aus Rattan benötigen daher eine entsprechende Schutzschicht.

Wer sich bei Gartenmöbeln nicht für eine Holzart entscheiden möchte, kann Hölzer auch einfach kombinieren. Je nach Farbe und Maserung macht eine Holzkombination Sinn und Gartenmöbel zu einem echten Blickfang. Bräunliche Hölzer wie Nussbaum, Eiche oder Esche lassen sich hervorragend kombinieren. Insgesamt sollte das Farbspektrum ähnlich sein. Ein dunkelbraunes Nussholz etwa passt nicht zu einem rötlichen Kirschholz.

Die richtige Pflege der Gartenmöbel

Ob Imprägnierung oder Lasur oder einfach nur eine Plane – Gartenmöbel benötigen Pflege, egal wie robust und wetterbeständig sie sind. Manche Hölzer brauchen mehr Aufmerksamkeit, andere weniger. Aber Sonne oder Frost schaden Möbeln auf Dauer, auch wenn sie für Draußen geeignet sind. Um den Witterungsschutz zu optimieren, sollten Sie Ihre Holzmöbel zweimal im Jahr gründlich einölen.

Holzarten imprägnieren

Achten Sie auf die richtige Pflege Ihrer Gartenmöbel, damit Sie lange etwas davon haben.

Frühling und Herbst sind dafür die besten Zeitpunkte. Vor dem Einölen bürsten Sie Tische und Stühle ab; sollten bereits Zeichen von Verwitterung auftauchen, behandeln Sie diese Stellen mit Schleifpapier. Achten Sie darauf, dass die Oberflächen komplett staubfrei und trocken sind, bevor Sie mit dem Ölen beginnen. Eine Plane schützt die Möbel zusätzlich vor UV-Strahlen und Feuchtigkeit.

Lesetipp der Redaktion: Das Hobeln ist eine traditionelle Alternative zum Abschleifen. Besonders dort, wo die Holzmaserung hervorgehoben werden soll, kann die althergebrachte Methode deutliche Vorteile bringen. Doch wie wird richtig gehobelt? Ein Ratgeber.

Tipps für Ihre Gartengestaltung:

Fotos: Anton Doll Holzmanufaktur/TrendXPress/Fotolia