Gartenkalender: Monat für Monat erfolgreich gärtnern

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Laub harken, Frostabdeckungen, Rasen mähen oder Blumen säen: Wer einen Garten besitzt, hat das ganze Jahr über zu tun. Der Gartenkalender zeigt Monat für Monat, wann sich welche Aussaat lohnt und welche Aufgaben sonst zu erledigen sind. So klappt es mit dem immergrünen Garten.


Der älteste botanische Garten der Welt steht in Italien. In Padua blühen auf einer Fläche von rund 22.000 Quadratmeter mehr als 6.000 Pflanzenarten – das ganze Jahr über. Für das Studium der Pharmakologie an der Universität von Padua benötigte Seminargründer Francesco Bonafede Heilkräuter. 1533 beschloss er, die gesunden Pflanzen einfach zu züchten. Der Bau der Anlage war 1554 abgeschlossen. Hier wurde der erste Flieder Europas gezüchtet, die ersten Sonnenblumen sowie die erste europäische Kartoffel. Seitdem dient der Garten Studenten zu Fortbildungszwecken. Der botanische Garten von Padua beherbergt viele besondere Pflanzen, wie den Mönchspfeffer, eine Zwergpalme von 1558, einen 19 Meter hoher Ginkgo und eine Magnolie aus Mitte des 17. Jahrhunderts. Kein Wunder, dass dieses botanische Wunder von Padua es auf die Liste des Weltkulturerbe der UNESCO geschafft hat.

Nicht jeder hat eine rund 500 Jahre alte Palme bei sich im Garten stehen, wohl aber viele Zierblumen, Sukkulenten, Nadelhölzer oder Wasserrosen. Damit der eigene Garten das ganze Jahr über mit dem in Padua ansatzweise mithalten kann, halten Gärtner sich streng an einen Gartenkalender. Damit wissen sie genau, wann sie welche Pflanze aussäen können.

Januar im Gartenkalender: Sträucher schneiden und Sukkulenten züchten

Gartenarbeit im Januar? Während die meisten diese Zeit lieber im Warmen vorm Kaminfeuer verbringen, bereiten die Hartgesottenen den Garten schon für den Frühling vor. Nutzen Sie die frostfreien Tage, um Sträucher und Büsche zurück zu schneiden. Achten Sie darauf, dass es nicht zu kalt ist. Sind die Schnittstellen wieder mit Frost bedeckt, erschwert das die Heilung des Triebs. Schneiden Sie vor allem die Harthölzer wie Haselnuss, Weide oder Holunder. Der Januar ist der ideale Monat, um Sukkulenten zu vermehren oder zu prüfen, welche Blumensamen vom letzten Jahr noch keimen. Die robusten Geranien können Sie bereits in Kästen aussäen.

Februar im Gartenkalender: Vorkultur im Gewächshaus

Schneeglöckchen strecken die weißen Köpfe aus dem Boden. Für den Gärtner ein Zeichen, sich im Garten umzuschauen und Totholz zu entfernen. Obstbäume können über einer Knospe geschnitten werden. Ab Ende Februar beginnen die Vögel zu nisten, danach ist ein Rückschnitt zum Schutze der Vögel nicht mehr gestattet. Ambitionierte Gärtner können versuchen, Pflanzen mit Steckhölzern zu vermehren – besonders geeignet bei Weiden, falschem Jasmin oder Liguster. Jetzt beginnt die Vorkultur im Gemüsegarten, etwa von Paprika, Tomaten und Auberginen im Gewächshaus.

Gartenkalender: Februar

Der Februar im Gartenkalender: Die ersten Schneeglöckchen stecken ihre Köpfe aus dem Boden.

März im Gartenkalender: Zuwachs im Gemüsebeet

Nach den kalten Monaten kommt Leben in den Garten. Nicht nur bei den Pflanzen, auch bei den Tieren. Vögel beginnen ihre Nester zu bauen, deswegen sollte der Gärtner keine Rückschnitte mehr vornehmen. Zierpflanzen wie Rosen oder Kübelpflanzen wünschen sich einen helleren Platz und frische Erde. Düngen etwa mit Guano ist angebracht. Beim Umpflanzen sollten Gärtner darauf achten, feine Wurzeln der jungen Pflanzen nicht zu zerstören. Neben der Vorzucht im Gewächshaus können Sie jetzt das Gemüsebeet draußen erweitern und Salat, Möhren, Kohlrabi und Spinat anpflanzen.


April im Gartenkalender: Rasen vertikutieren und Sommerblumen pflanzen

Weiter geht es im Gemüsebeet: Pflanzen Sie im April Erbsen, Schalotten, Steckzwiebeln und Kartoffeln an. Und auch das Blumenbeet kann endlich loslegen. Der April eignet sich für das Aussäen von Sommerblumen wie Wicken, Astern oder Cosmea sowie allgemeine Wildblumenmischungen. Auch Dahlien starten ihr Wachstum am liebsten im April. Der Rasen braucht jetzt besondere Aufmerksamkeit: Starten Sie mit dem Vertikutieren, jäten Sie Unkräuter wie Kleeblatt, Löwenzahn und Gänseblümchen – auch wenn es hübsch aussieht. Aber der Rasen kann nur saftig grün werden, wenn ihm wichtige Nährstoffe nicht durch ungebetene Pflänzchen gestohlen werden. Das Vertikutieren sorgt für einen optimalen Sauerstoffaustausch in der Erde; führen Sie das bei trockenem Rasen durch.

Mai im Gartenkalender: Mehr Schutz für die Aussaat

Die kleinen Saatkörner sind ein Festessen für Vögel. Im Gemüsebeet und Blumenbeet sollten Sie Schutzmaßnahmen ergreifen und ein Kulturschutznetz über der Aussaat anbringen. Die Netze sorgen außerdem dafür, dass der Wind die kleinen Samen nicht wegpusten kann. Im Gemüsebeet können Sie im Mai Bohnen, Gurken und Kürbisse aussäen. Im Blumengarten ist jetzt die Zeit für Geranien, Petunien und Tagetes gekommen. Achten Sie darauf, dass Sie der Blumenerde einen Langzeitdünger hinzufügen. Damit können sich die Blumen optimal entwickeln. Prüfen Sie an den wärmeren Tagen immer mal die Zierhölzer nach Befall, etwa Mehltau oder andere Schädlinge. Säen Sie im Mai auch den zuvor vertikutierten Rasen nach und rupfen Sie Unkräuter raus, die an den warmen Tagen wie Pilze aus dem Boden sprießen. Übrigens: Die Unkräuter können Sie auf die Blumenbeete legen, da die Blätter sich zersetzen und wertvolle Nährstoffe zurück in den Boden gehen.

Gartenkalender: Mai

Der Mai eignet sich im Gartenkalender ideal, um Geranien, Petunien und Tagetes anzupflanzen.

Juni im Gartenkalender: Farben ins Blumenbeet bringen

Der Sommermonat ist ideal geeignet, um zweijährige Pflanzen zu säen, wie Stiefmütterchen oder Bartnelken. Denken Sie ans regelmäßige Düngen im Blumenbeet. Achten Sie weiterhin auf Schädlingsbefall. Gerade Spinnmilben sind besonders aktiv. Gelbsticker helfen, ungebetene Gäste fernzuhalten. Viele Gehölze treiben im Juni neu aus, ein guter Zeitpunkt, um etwa Hecken zurückzuschneiden. Den Rasen sollten Sie jetzt regelmäßig mähen, bei Rhododendren oder Stauden-Pfingstrosen die vertrockneten Blüten entfernen. Geizen Sie die Tomaten aus und entfernen Sie überflüssige Triebe.

Juli im Gartenkalender: Rückschnitt an heißen Tagen

Zeit, die Rosen zurückzuschneiden. Die Pflanzen haben ihr Wachstum abgeschlossen, Seitenknospen entstehen und Sie können weitere Gehölze schneiden, um die Blühfähigkeit zu erhalten und Krankheiten zu reduzieren. Bleibt der Regen aus, ist es wichtig, den Garten regelmäßig zu wässern. Übrigens: Im Sommer gedeiht ein Steingarten wunderbar – dafür einfach Kies oder Lava verwenden und zwischen den Steinen dekorative Pflanzen, wie etwa Polsterstaden anlegen. Vorteil: Im Steingarten müssen Sie kein Unkraut jäten. Im Obstgarten können Sie nun die Erdbeeren neu anpflanzen.


August im Gartenkalender: Stauden vermehren

Auch im August haben Sie in Sachen Gemüse noch viele Möglichkeiten zu pflanzen: Salate, Radieschen oder Knoblauch können Sie immer noch pflanzen. Im Blumengarten fühlen sich die frisch eingesetzten Herbstzeitlosen und Märzbecher besonders wohl. Falls Sie einen Kirschbaum im Garten stehen haben, ist im August die Zeit für den Rückschnitt. Düngen Sie Ihren Rasen nochmal kräftig nach und greifen Sie dafür auf einen Langzeitdünger zurück. Diese geben die Nährstoffe nur langsam und kontinuierlich in den Boden ab. Sie haben noch keinen Rasen? Dann nutzen Sie den August, um Rasen vor dem Herbst auszusäen. Im Blumengarten können Sie mit dem Teilen beginnen. Viele Stauden wie Grasnelke oder Storchschnabel haben im Frühjahr geblüht. Bevor sie sich im Herbst zurückziehen, graben Sie diese vorsichtig aus, teilen die Staude in mehrere Mini-Stauden auf und pflanzen diese wieder ein. So können Sie die Stauden im Sommer ganz leicht vermehren. Achtung: Pfingstrosen oder Türkischer Mohn wollen nicht geteilt werden.

September im Gartenkalender: Mit Blumenzwiebeln vorsorgen

Es ist Erntezeit im Gemüsegarten. Viele Salatköpfe sind prall und warten auf den Schnitt, sodass der nächste Salat nachwachsen kann. Sorgen Sie jetzt schon fürs nächste Jahr vor und pflanzen Sie die ersten Frühjahrsblüher wie Tulpen und Narzissen. Achten Sie bei den Blumenzwiebeln auf die richtigen Lichtverhältnisse. Manche Zwiebeln brauchen einen Sonnenplatz, andere entwickeln sich lieber an schattigen Örtchen. Setzen Sie ab September weniger Dünger ein, die Wachstumsphase der meisten Pflanzen ist vorbei. Nutzen Sie den Frühherbst, um Pflanzen wie Rhododendren oder Koniferen umzusetzen. Die Frostzeit ist noch lange hin, die kleinen Wurzeln können schnell und leicht wieder anwachsen. Werfen Sie einen Blick auf die Zierpflanzen. Rosen verlieren schnell ihre Blätter, sorgen Sie für ausreichend Wasser und düngen Sie die Rosen mit Hornspänen und Steinmehl. Achtung: Lassen Sie das Wasser beim Gießen nie direkt über die Blätter laufen.

Gartenkalender: September

Erntezeit im Gartenkalender: Ab jetzt können bereits viele der angepflanzten Obst- und Gemüsesorten geerntet werden.

Oktober im Gartenkalender: Laubberge für Überwinterer

Die kalten Tage brechen an – darauf sollten Sie Ihren Garten vorbereiten. Vlies und Folie im Gemüsegarten schützen die zarten Pflanzen vor dem ersten Frost. Empfindliche Kübelpflanzen sollten Sie ins Haus holen oder Maßnahmen zur Wärmung schaffen, etwa die Töpfe mit Leinensäcken umwickeln. Der Garten bereitet sich langsam auf den Winterschlaf vor, viele Pflanzen wachsen nicht mehr weiter, sie verlieren ihr Chlorophyll, verfärben sich braun. Laub fällt herunter – lassen Sie dieses ruhig liegen, wenn es Sie nicht stört. Die Blätter geben Nährstoffe ab, sorgen für einen guten Hummus und sind ein idealer natürlicher Frostschutz für die darunter liegenden Pflanzen. Übrigens: Auch Igel lieben Laub, ein Laubberg ist ein perfektes Winterquartier. Haken Sie das Laub auf dem Rasen weg, die Gräser können schnell verfaulen.


November im Gartenkalender: Knospen schützen

Haben Sie viele Laubbäume im Garten, ist die Arbeit groß. Mit einem Laubbläser können Sie die vertrockneten Blätter leicht auf einem Berg zusammen föhnen. Platzieren Sie das Laub auch auf den Wurzelscheiben und decken Sie das Laub mit Erde ab. So werden die Wurzeln vor der anstehenden Kälte geschützt. Auch alle anderen Pflanzen müssen vor der Kälte geschützt werden, denn die Sonnenstrahlen im Winter sind schädlich für viele Blumen – sie sorgen für eine Vertrocknung der Blätter. Sorgen Sie dafür, dass die Blumen keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Eine Maßnahme ist etwa, den unteren Teil der Beetpflanzen mit Erde zu bedecken, damit schützen Sie die Grundknospen.

Dezember im Gartenkalender: Nicht viel los im winterlichen Garten

Ruhe im Garten! Alle Pflanzen sollten jetzt geschützt sein. Schauen Sie sich das Geäst der Pflanzen genau an, bei Bedarf können Sie die widerstandsfähigen Arten nun zurückschneiden. Seien Sie vorsichtig bei weichholzigen Pflanzen. Hibiskus, Hortensien oder Rosen sollten Sie in Ruhe lassen. Lagern Sie die empfindlichen Topfpflanzen wenn möglich im Keller. Tun Sie den Vögeln einen Gefallen und sorgen Sie für Tränk- und Futterstellen in den Bäumen. Wenn Sie Wasserleitungen im Garten haben, sollten Sie diese leer laufen lassen. Das Wasser kann gefrieren, was die Leitungen platzen lässt. Obstbäume sind im Dezember besonders von Wildbiss bedroht, daher sollten Sie Ihre Bäume mit Drahtmaschen umwickeln.

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