Besser zocken – mehr Bandbreite für Spiele

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Der Spielspaß hängt bei vielen Blockbustern – wie zum Beispiel dem vor Kurzem erschienenen Grand Theft Auto 5 – von einer schnellen und stabilen Internetverbindung ab. Wir verraten Ihnen, wie Sie für mehr Bandbreite im Heimnetzwerk sorgen.

Geschwindigkeitseinbrüche oder gar Aussetzer der Internetverbindung ruinieren jeglichen Spaß während einer Multiplayer-Session. Dabei spielt es gar keine Rolle, ob über das Internet eine Partie Eishockey gespielt wird oder ob gerade eine wilde Verfolgungsjagd stattfindet. Wir zeigen Ihnen einige Maßnahmen, die für mehr Geschwindigkeit und eine stabilere Verbindung sorgen.

Kurze Distanzen = schnelleres Gaming

Unter ambitionierten Spielern gilt es als ausgemacht, dass keine Verbindung besser ist als das Kabel. Wenn es auf Geschwindigkeit und vor allen Dingen Stabilität ankommt, ist Ethernet einer WLAN-Verbindung nach wie vor überlegen. Ein wichtiger Grundsatz dabei: Je geringer die Entfernung von Konsole oder PC zum Router, desto besser.

Geschwindigkeitseinbrüche oder gar Aussetzer der Internetverbindung ruinieren jeglichen Spaß während einer Multiplayer-Session.

Geschwindigkeitseinbrüche oder gar Aussetzer der Internetverbindung ruinieren jeglichen Spaß während einer Multiplayer-Session.

Preiswerte Kabel enthalten in der Regel lediglich einen mit Kupfer ummantelten Kern aus Aluminium (in Beschreibungen häufig mit CCA abgekürzt). Damit eignen sie sich nur für kurze Distanzen: Mehr als 5 Meter sollten nicht überbrückt werden. Muss aus technischen oder baulichen Gründen eine größere Entfernung bewältigt werden, sind reine Kupferkabel empfehlenswert, die allerdings etwas teurer sind.

In gute Kabel investieren

Kabel ist also längst nicht gleich Kabel. Das gilt nicht nur für die Materialien, sondern ebenso für die Bauform und damit die Typisierung. Preiswert sind Kabel nach Cat 5. Diese bremsen allerdings selbst den schnellsten Router aus, weil sie maximal 1 Gbit unterstützen. Cat 6 und Cat 7 bieten dagegen die zehnfach schnellere Geschwindigkeit. Eine Aufrüstung kann sich also lohnen.

Power-LAN ist keine gute Idee

Eher selten besteht die Möglichkeit, LAN-Kabel in leeren Rohren unter Putz zu verlegen. Und Ethernet-Kabel, die quer durch Wohnung oder Haus laufen, sind alles andere als ein schöner Anblick. Deswegen sind Power-LAN-Adapter beliebt. Was allerdings für Videostreaming ausreichen mag, ist für den Profi-Gamer eher weniger gut geeignet. Im Idealfall kann mit einem Power-LAN die notwendige Geschwindigkeit gerade so erreicht werden. Aber die Technik ist insgesamt doch zu störanfällig, um sich für E-Sports zu eignen.

Störfaktoren ausschalten

Wenn am PC gezockt wird, sollten alle anderen Programme (insbesondere die im Hintergrund laufenden Prozesse) abgeschaltet werden. Das gilt für Skype, das Mailprogramm sowie für alle Apps, die nach Updates suchen oder Daten mit der Cloud abgleichen (Dropbox & Co.). Wird das System mit einer Antiviren-Software oder lokalen Firewall geschützt, müssen diese für die Dauer der Session abgeschaltet werden. Einige Programme bieten in den Einstellungen einen eigenen Gaming-Modus, der dann genutzt werden sollte.

Bandbreite am Router einstellen – wenn möglich

Verschiedene Routermodelle unterstützen ein Management der Bandbreite. Je nach Modell kann damit auf Basis der Netzwerke (WLAN, LAN) oder sogar bis auf Ebene einzelner Geräte die Nutzung der Gesamtbreite beschränkt werden. Dass der Spielspaß leidet, wenn auf einem anderen Gerät gerade Netflix läuft, liegt auf der Hand. Mit dem Bandbreitenmanagement kann dem Spielerechner der Vorrang eingeräumt werden.

Ports am Router für Spiele weiterleiten

Der Datenverkehr im Netzwerk wird über Ports organisiert. Erst damit wird es möglich, dass verschiedene Dienste auf dem gleichen Rechner laufen, obwohl es nur eine einzige physikalische Verbindung gibt. Viele Spiele bzw. Online-Netzwerke (XBox Live) benötigen bestimmte Ports, um zu funktionieren. Werden Anfragen an diese Ports direkt im Router an den PC oder die Konsole weitergeleitet, wird das Spielen schneller und weniger störanfällig. Die Einrichtung einer solchen Portweiterleitung ist nicht besonders schwierig.

Praxistipp: Wenn am PC gezockt wird, sollten alle anderen Programme (insbesondere die im Hintergrund laufenden Prozesse) abgeschaltet werden

Praxistipp: Wenn am PC gezockt wird, sollten alle anderen Programme (insbesondere die im Hintergrund laufenden Prozesse) abgeschaltet werden.

Voraussetzung dafür ist, dass der PC oder die Konsole stets unter der gleichen IP-Adresse erreichbar sind. Router sind dagegen üblicherweise so konfiguriert, dass über das DHCP-Verfahren automatisch einem Gerät, das sich in das Netzwerk einwählen will, eine freie IP-Adresse zugewiesen wird. Am Beispiel eines Routers von TP-Link möchten wir Ihnen die Einrichtung einer festen IP-Adresse sowie die Portweiterleitung erklären.

Zur Einrichtung der festen IP-Adresse benötigen Sie die sogenannte MAC-Adresse des Geräts. Diese finden Sie zum Beispiel auf dessen Typenschild. Um die MAC-Adresse einer internen Netzwerkkarte herauszufinden, öffnen Sie bei einem Windows-PC die Eingabeaufforderung und geben hier ein: ipconfig /all. Sie benötigen die Werte, die als „physikalische Adresse“ ausgegeben werden.

Loggen Sie sich dann in das Backend des Routers ein. Beim TP-Link-Modell wählen Sie das Menü „DHCP“ und anschließend „Address Reservation“. Klicken Sie auf „Add New“. Im nachfolgenden Dialog tragen Sie zum einen die MAC-Adresse des Computers oder der Konsole ein, außerdem die gewünschte IP-Adresse. Diese muss sich im IP-Bereich befinden, den der Router Ihrem lokalen Netzwerk zuweist. Hier können Sie sich zum Beispiel von den bisher vergebenen Adressen inspirieren lassen (Menü „Client List“). Nachdem Sie den Eintrag angelegt und gespeichert haben, geht es jetzt um die Einrichtung der Weiterleitung.

Wählen Sie aus der Navigation den Befehl „Forwarding“ und anschließend „Virtual Servers“. In der Liste klicken Sie auf „Add New“. Auf der nächsten Bildschirmseite tragen Sie die IP-Adresse (die Sie gerade reserviert haben) sowie den Port ein. Außerdem setzen Sie die Option auf „Enabled“. Zusätzlich müssen Sie das Protokoll auswählen, das genutzt werden soll.

Grand-Theft-Auto-Online benötigt beispielsweise diese Protokolle und Ports:

  • TCP-Ports: 80, 443
  • UDP-Ports: 6672, 61455, 61457, 61456 und 61458

Für jeden Port legen Sie einen Eintrag als virtuellen Server an. Das Vorgehen ist bei Routern anderer Hersteller ähnlich. Ein Verzeichnis mit Anleitungen für viele Routermodelle ist online unter https://portforward.com zu finden.