Gigaset G-tag: Wir haben den Bluetooth-Allesfinder getestet

0

Vergessliche Mitmenschen und notorische Allesverlierer sollten jetzt genau mitlesen: Mit dem G-tag von Gigaset lassen sich verloren gegangene Schlüssel, Taschen, Notebooks, Autos und (mit Einschränkungen) sogar entlaufene Hunde wiederfinden. Unser Autor hat den G-tag zusammen mit seinem Hund getestet. Bei dem gemeinsamen Versteckspiel kam Pokémon-Go-Feeling auf.


Das Spiel Pokémon Go ist in diesem Sommer der Renner bei (meist) jugendlichen Smartphone-Gamern: Sie laufen umher und stieren aufgeregt auf ihr Handy, immer auf der Suche nach dem nächsten kleinen Monster, das noch in der virtuellen Sammlung fehlt. Wer öfter mal Dinge vergisst, verlegt oder verliert, kann künftig mit dem G-tag von Gigaset Pokémon-Go-Feeling im echten Leben haben. Das smarte Geotagging-Utensil hilft Ihnen dabei, verlegte oder verloren gegangene Dinge zu finden, indem es sie mithilfe Ihres Smartphones ortet – etwa den Schlüsselbund oder die eigene Handtasche.

G-tag Gigaset

Dinge, die einem wichtig oder lieb und teuer sind, sollen schließlich nicht verloren gehen. Das gilt für Schlüssel oder Laptops genauso wie fürs Haustier, dessen Halsband mit G-tag markiert werden kann.

Ich habe das G-tag von Gigaset zusammen mit meinem ganz persönlichen Super-Pokémon getestet: meinem Hund. Mein getreuer Vierbeiner neigt dazu, zu verduften, sobald sich der Haken der Hundeleine von seinem Halsband löst. Mein Glück: Das G-tag schlägt auch dann Alarm, wenn man sich von einem Gegenstand zu weit entfernt – ideal, um es an meinem Hund zu testen: Der liebt es nämlich, plötzlich auf seiner ganz eigenen Jagd nach langohrigen Pokémon-Monstern (auch bekannt als Kaninchen) ins nächste Gebüsch zu verschwinden

G-tag: Langlebig und vielseitig

Doch werfen wir zunächst einen Blick auf das G-tag: Das Gerät ist ein kleines Plastikmodul mit wasserfestem Gehäuse. Darin befindet sich passive Bluetooth-Low-Energy-Technik, die drahtlos mit dem Smartphone oder Tablet kommuniziert. Mit seiner Öse für Schlüsselringe und einem Gewicht von nur 12 Gramm bei einer Kantenlänge von 3,7 x 3,7 x 0,9 Zentimetern kann das Beacon im Grunde an jedem Gegenstand befestigt werden, den man nicht verlieren möchte.

G-tag Gigaset Test

G-tag ist ein Bluetooth-basierter Beacon der neuesten Generation, der Gegenstände, die mit ihm versehen werden, sucht, im Blick behält und wiederfindet.

Das smarte Gigaset-Helferlein ist kompatibel mit Android Smartphones ab Softwareversion 4.4.2, die über Bluetooth 4.0 verfügen, sowie mit Apple-Produkten ab Generation iPhone 4s, iPad 3, iPad mini 1 oder iPod touch 5 (Softwareversion iOS 7). Die G-tag-App ist kostenlos bei Google Play (Link) oder im iTunes Store (Link) erhältlich. Dank der Bluetooth-4.0-Technologie verfügt G-tag über eine Reichweite von bis zu 30 Metern und erlaubt aufgrund des geringen Energieverbrauchs eine Nutzungsdauer von bis zu einem Jahr. Danach kann die Batterie des G-tags unkompliziert ausgetauscht werden. Damit der Bluetooth-basierte Allesfinder sich optimal in den Alltag einfügt, gibt es ihn in den Farben Schwarz, Weiß, Rot, Grün und Orange sowie in unterschiedlichen Packungsgrößen.


G-tag: Erfunden, um zu finden

Durch die Low-Energy-Hardware muss das G-tag zwangsläufig auf eigene aktive Technologien wie GPS oder eine Datenübertragung, etwa per WLAN, verzichten. Stattdessen bedient es sich dafür der Technologien des Smartphones. Dreh- und Angelpunkt des G-tags ist die zugehörige App: Diese nimmt Kontakt mit dem G-tag auf und merkt sich die Position des Beacons. Diese wiederum wird in der App gespeichert. Zusätzlich misst die Software die Signalstärke zwischen G-tag und Smartphone und kann dementsprechend melden, wenn sich ein getaggter Gegenstand zu weit entfernt.

Test G-tag Gigaset

Statistisch gesehen verschwendet man circa 38 Tage seines Lebens damit, nach seinem Schlüssel zu suchen. Dank G-tag können Sie diese Zeit ab sofort sinnvoller nutzen!

Um die G-tag-App nutzen zu können, muss zunächst ein Kundenkonto innerhalb der App angelegt werden. Dessen Mehrwert ist die Cloud-basierte Positionsbestimmung und das zentrale Aufstöbern der letzten Position. Nach der Ersteinrichtung muss das Tag einmalig sehr nah an das Smartphone gebracht werden, damit es das G-tag erkennt. Bluetooth muss dabei aktiviert sein. Danach ist das G-tag mit dem Smartphone verbunden. Anschließend kommunizieren G-tag und App laufend miteinander: Das Smartphone bestimmt die jeweils aktuelle Position des G-tags und speichert diese im System. Auf meinem iPhone 6S klappt das reibungslos.

Im Praxiseinsatz am Schlüsselbund und im Auto

Entfernt man sich nun vom G-tag, ohne es mitzunehmen, erfolgt keine neue Positionsmessung, die alte Position bleibt also einfach gespeichert. Die Reichweite des G-tags beträgt dabei rund 30 Meter, sobald man diesen Radius verlässt, warnt die App über die Mitteilungsfunktion des Smartphones, dass der Gegenstand zu weit entfernt ist. Auf diese Weise wird man effektiv daran erinnert, zum Beispiel einen Schlüsselbund nicht zu vergessen. Hat man den Schlüsselbund (oder einen anderen getaggten Gegenstand) verlegt, hilft zusätzlich die Reichweiten-Bestimmung der App beim Aufspüren: Je näher man dran ist, desto höher ist die Signalstärke – ein beiläufig ins Regal geworfener Schlüsselbund lässt sich auf diese Weise ganz einfach aufspüren. Dass man dabei im Zweifel herumläuft und versucht, wie beim Topfschlagen möglichst nah an den Gegenstand heranzukommen, sorgt für das richtige Pokémon-Go-Gefühl in den eigenen vier Wänden.

G-tag Gigaset App

Bluetooth 4.0: Dank des geringen Energieverbrauchs dieser Bluetooth-Generation erreicht die eingebaute Batterie des G-tags eine Laufzeit von bis zu einem Jahr.

Natürlich kann man das Tag aber auch verwenden, um zum Beispiel das Auto auf einem großen Parkplatz oder in einer unbekannten Innenstadt aufzuspüren. Dafür muss das Tag nur ins Auto gelegt werden, das Smartphone bestimmt automatisch alle paar Sekunden die Position und merkt sich diese. Nach dem Shopping-Ausflug kann man das G-tag – und damit das Auto – dann mithilfe der integrierten Kartenfunktion der G-tag-App schnell und sicher aufspüren.


G-tag trifft auf quicklebendigen Hund

Auch am Halsband meines Hundes lässt sich das G-tag auf diese Weise verwenden. Solange der Vierbeiner treu neben mir herläuft, merkt sich das G-tag jederzeit seine aktuelle Position. Bleibt der Hund irgendwo „hängen“, sprich schnuppert er stundenlang an einer Stelle und bleibt zurück, kann er mit dem G-tag recht einfach geortet werden. Auch die Meldung, dass der Wohlfühlradius von 30 Metern verlassen wird, kann für Hundebesitzer hilfreich sein. Solange das Tier noch in der Nähe seines Besitzers ist, kann es schließlich zurückgerufen werden. Hier allerdings tritt schnell ein Mangel der passiven Bluetooth-Technik zutage: Da das G-tag ohne Verbindung zum Smartphone mangels eigener GPS-Technik keine Position melden kann, ist es nicht wirklich für meinen Hund geeignet. Der sprintet die für das Verlassen des Empfangsbereichs nötigen 30 Meter in unter 5 Sekunden – danach reißt der Kontakt ab. Als letzte Position in der G-tag-App ist dann der Moment gemeldet, in dem er noch in der Nähe war, was leider wenig nützlich ist. Immerhin kann man ihn mit ein wenig Glück – und hier sind wir wieder beim Pokémon-Fangen – mit Hilfe der Entfernungsmessung orten, wenn er zum Beispiel irgendwo im Gebüsch ein Kaninchenloch gefunden hat. Für Hunde, die gerne ausbüxen, ist der G-tag also leider nicht wirklich geeignet.

G-tag

Praktisch: Die Listenfunktion des G-tags, mit der mehrere Gegenstände wie Notebook, Ladekabel und Aktentasche als Gruppe definiert werden, stellt sicher, dass man immer alles dabei hat.

Zur Ehrenrettung des G-tags sei erwähnt, dass er grundsätzlich eher für Gegenstände gedacht ist, die einerseits mitgeführt werden und andererseits nicht selbstständig ihre Position verändern. Zum Aufspüren sich selbstständig bewegender Dinge wie Haustiere müsste aktive Technik vorhanden sein: ein eigener GPS-Empfänger samt eigener Mobilfunk-Anbindung, was natürlich Baugröße und Preis explodieren ließe, zumal auch eine eigene Stromversorgung nötig wäre.

G-tag: Software-Update bietet interessante Sharing-Funktion

Anfang des Jahres erhielt der G-tag ein Software-Update auf die Version 2.0. Jetzt ist der kleine Helfer „social“ und bindet eine praktische Sharing-Funktion mit ein, welche seine Anwendungsmöglichkeiten noch einmal erweitert. Begab man sich bislang via App und G-tag allein auf die Suche nach Gegenständen, erlaubt das neue Software-Update nun, Gegenstände, die mit einem G-tag markiert sind, auch für weitere Personen freizugeben. Mit dem neuen Software-Update reagiert Gigaset nicht nur auf einen wachsenden Trend, sondern entspricht auch den zahlreichen Kundenwünschen, die ein solches Feature anfragten. Bei Personen, die bereits die App verwenden, erfolgt die Einladung direkt in der App, bei neuen Nutzern via E-Mail-Link, der zum Download der Software auffordert. Das Teilen eines G-tags muss von beiden Seiten bestätigt werden und kann jederzeit von jeweils einem Nutzer beendet werden. „Die neue Sharing-Funktion erlaubt es, G-tag noch vielseitiger einzusetzen“, sagt Raphael Dörr, Pressesprecher der Gigaset AG. „Nehmen wir an, mehrere Personen teilen sich ein Auto und mussten bislang stets abklären, wer das Auto zuletzt wo geparkt hat. Mit einem G-tag im Auto und der G-tag-App auf den Smartphones der Nutzer gehört dies der Vergangenheit an. Alle werden automatisch über die letzte Position des Fahrzeugs informiert.“


Test Gigaset G-tag App

Die Alarmfunktion meldet sich, sobald ein markierter Gegenstand die Bluetooth-Reichweite des Smartphones verlässt oder wieder in den Bereich zurückkehrt.

Fazit: Praktisch – aber nichts für Hundehalter

Bei unbeweglichen Gegenständen ist das G-tag ein äußerst praktisches Hilfsmittel. Für Nutzer, die gerne ihren Schlüsselbund, ihr Notebook oder den Regenschirm vergessen oder ihr Auto schnell mal auf dem riesigen Parkplatz eines schwedischen Möbelhauses verlieren, ist das G-tag ein wahrer Segen – und zwar gerade wegen seiner passiven Technik. Denn Menschen, die ständig Dinge verlieren, vergessen eben leider auch oft, dass sie ein Gerät laden müssen – hier ist das G-tag durch seinen Verzicht auf eine eigene Stromversorgung, das wasserfeste und robuste Design sowie die solide Befestigungsmethode ein echter Alltagshelfer, der das Leben leichter macht. Bei meinem Hund stieß der Bluetooth-Allesfinder jedoch leider schnell an seine Grenzen.

Spannende Ratgeber und Inspirationen rund um Sport & Outdoor finden Sie hier.