Workshop: Die Fritz!Box als Mediaserver einrichten

0

AVMs größere Fritz!Box-Modelle sind mit einer voll funktionalen NAS samt Mediaserver ausgestattet. Sie müssen nichts weiter tun, als eine Festplatte oder einen großen USB-Stick am USB-Port der Box anzuschließen. Anschließend können hier Medien wie Filme, Musik und Bilder abgelegt und ins Netzwerk gestreamt werden. Wir zeigen, wie es geht.

Ein heimischer Medienserver hat viele Vorzüge, gerade wenn man im Besitz eines Smart-TVs ist: Filme, Bilder und Musik liegen zentral im Netzwerk und können von jedem Gerät im Netzwerk abgerufen werden. Das erleichtert die Verwaltung deutlich – und sorgt dafür, dass nicht unnötig Speicherplatz durch mehrfach vorhandene Mediendaten belegt wird.

Die Daten werden dabei vom Endgerät – egal ob PC, Mac oder Smart-TV – abgerufen und ins Netzwerk gestreamt. Mit der zusätzlichen Fritz!App Media können sogar Android-Smartphones und -Tablets auf die Daten zugreifen.

Schritt 1: Daten auf USB-Stick kopieren

Kopieren Sie zunächst Videos, Musik und Bilder, die Sie im Netzwerk streamen wollen. Natürlich lassen sich diese grundsätzlich auch per Ethernet oder WLAN übertragen, üblicherweise ist die Geschwindigkeit bei Direktanschluss des Mediums an den PC jedoch schneller.

Fritz Media

Praxisbeispiel: Wichtig ist, dass der USB-Stick mit dem FAT-Dateisystem eingerichtet ist, damit die Fritz!Box sie problemlos lesen kann.

Wichtig ist, dass der USB-Stick oder die Festplatte mit dem FAT-Dateisystem eingerichtet ist, damit die Fritz!Box sie problemlos lesen kann.

Schritt 2: Stick in Fritz!Box einstecken

Je nachdem, welches Fritz!Box-Modell Sie besitzen, haben Sie einen oder zwei USB-Anschlüsse zur Verfügung. Grundsätzlich arbeitet die Fritz!Box aber auch mit USB-Hubs zusammen, wenn Sie mehrere Sticks und/oder Festplatten am Router anschließen und verwenden möchten.

Schritt 3: Mediaserver in der Fritz!Box aktivieren

Rufen Sie jetzt mit http://fritz.box die Einstellungen Ihrer Fritz!Box auf und geben Sie gegebenenfalls Ihr Zugangspasswort ein.

Klicken Sie in der linken Spalte erst auf „Heimnetz“, dann auf „Mediaserver“ und schalten Sie diese Funktion ein, indem Sie auf„Mediaserver aktiv“ klicken. Falls gewünscht, können Sie den vorgegebenen Namen ändern.

Klicken Sie in der linken Spalte erst auf „Heimnetz“, dann auf „Mediaserver“ und schalten Sie diese Funktion ein, indem Sie auf„Mediaserver aktiv“ klicken. Falls gewünscht, können Sie den vorgegebenen Namen ändern.

Anschließend finden Sie im Fritz!Box-Menü auf der linken Seite unter „Heimnetz“ den Punkt „Mediaserver“. Klicken Sie diesen Punkt an und setzen Sie einen Haken bei „Mediaserver aktiv“. Vergeben Sie außerdem einen eindeutigen Mediaserver-Namen, sofern Ihnen „AVM FRITZ!Mediaserver“ zu unpersönlich ist.

Schritt 4: Laufwerke auswählen

Der Mediaserver ist jetzt aktiv. Nun müssen Sie nur noch die Laufwerke auswählen, deren Inhalte ins heimische Netzwerk gestreamt werden sollen, also den USB-Stick aus Schritt 1. Wählen Sie dazu unter „Medienquellen“ entweder einzelne Laufwerke aus oder definieren Sie „Keine Einschränkung“, wenn alle an der Fritz!Box angeschlossenen Laufwerke verwendet werden sollen. Klicken Sie anschließend auf „Übernehmen“.

Schritt 5: Medieninhalte der Fritz!Box mit dem PC abrufen

Öffnen Sie jetzt den Windows Media Player auf Ihrem Windows-Rechner: Der Fritz!Mediaserver wird automatisch links in der Seitenleiste unter „Andere Medienbibliotheken“ angezeigt. Sie können jetzt über die Navigation des Servers auf verschiedene Ordner zugreifen, etwa „Musik“, „Bilder“ oder „Videos“ und die dort liegenden Inhalte abspielen.

Schritt 6: Medieninhalte der Fritz!Box mit dem Mac abrufen

Auf dem Mac ist die Vorgehensweise durch Apples geschlossenes iTunes-System vorgegeben – iTunes erlaubt keine DLNA-Mediaserver, auch andere Programme auf dem Mac unterstützen den Standard nicht.

AVM Fritz Media

Mac: Hier können die Mediaserver-Inhalte zwar über die NAS-Funktion wiedergegeben werden, wirklich komfortabel ist das aber nicht.

Eine Lösung ist jedoch vorhanden: Der VLC-Mediaplayer für Mac OS X erlaubt zwar (derzeit) nicht die Wiedergabe von DLNA/UPnP-Streams auf dem Mac, kann aber Dateien auf einem Netzwerk-Share öffnen. Da der Fritz!Mediaserver letztlich nichts anderes ist als ein Unterverzeichnis der normalen Fritz!NAS, muss diese nur im Finder angeklickt und danach mit dem Benutzer „ftpuser“ und dem Fritz!Box-Zugangspasswort gemountet werden. Anschließend können Videos, Musik und Bilder im Finder oder komfortabler im VLC-Player verwendet werden.

Schritt 7: Fritz!Mediaserver mit anderen Endgeräten verwenden

SmartTV-Geräte und verschiedene HDMI-Sticks sowie Mediencenter-Software wie Kodi (ehemals XMBC) unterstützen DLNA/UPnP in der Regel von Haus aus, da sie auf das Zuspielen von Material von NAS-Geräten angewiesen sind. Normalerweise sollte der Fritz!Mediaserver hier unter Netzwerk-Geräten auftauchen. Wenn das nicht der Fall ist, muss die Funktion gegebenenfalls eingerichtet werden. Einfach geht es übrigens auf Smartphones und Tablets: Hier muss im Idealfall nur der VLC-Mediaplayer installiert werden, damit Sie auf die Inhalte Ihres Fritz!Mediaservers zugreifen können. Dieser erscheint hier automatisch.

Unser Fazit: Eine praktische Lösung für Windows-Rechner

Der Fritz!Mediaserver ist eine praktische Angelegenheit für alle Endgeräte, die Streaming per DLNA/UPnP unterstützen. Das sind sämtliche aktuellen Windows-PCs mit dem Windows-Media-Player sowie, unter Zuhilfenahme der App VLC, auch alle mobilen Endgeräte. Bei SmartTVs, HDMI-Sticks und ähnlichen Heimkinogeräten hängt es vor allem von der verwendeten Software ab, ob der Fritz!Mediaserver gefunden und eingebunden wird, alternative Mediacenter-Software wie Kodi oder Plex unterstützt die Funktion aber in der Regel. Nicht so einfach ist es auf dem Mac: Hier können die Mediaserver-Inhalte zwar über die NAS-Funktion wiedergegeben werden, wirklich komfortabel ist das aber nicht.

Wichtiger Hinweis: Ein Nachteil der Fritz!Box gegenüber einem echten NAS sei hier nicht verschwiegen. „Aufgrund der schwachbrüstigen CPU der Fritzbox kommt sie lediglich auf Übertragungsraten von etwa 5 MB/s. Selbst NAS-Geräte für Einsteiger erreichen bei Lesezugriffen Datenraten von 100 MB/s und mehr“, urteilt die PC Welt.

Lesetipp der Redaktion: Wer mehr Leistung aus seinem Rechner holen will, baut am besten zusätzlichen Arbeitsspeicher ein. Wir erklären Ihnen, welche RAM-Typen es gibt und worauf Sie beim Kauf achten müssen.