FritzBox 7590 im Test: Was taugt der Alleskönner von AVM?

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Die FritzBox 7590 ist das aktuelle Flaggschiff im Router-Portfolio von AVM. Wie sich die FritzBox 7590 im Test schlägt, lesen Sie hier.



Die FritzBoxen aus dem Hause AVM gehören seit Jahren zu den beliebtesten Routern in Deutschland. Das wundert wenig: Sie vereinen einen großen Funktionsumfang mit einer vergleichsweise einfachen Bedienung. Das aktuelle Topmodell der Berliner bietet zudem moderne DSL-Technik und verspricht optimalen WLAN-Empfang. Ob die FritzBox 7590 die hohen Erwartungen der Fangemeinde erfüllt, klärt unser ausführlicher Test.

Die FritzBox 7590 im Detail

Mit der FritzBox 7590 hat AVM seinem Flaggschiff einer umfangreichen Modellpflege unterzogen. Das beginnt schon beim neuen Design: Wie die 2016 erschienene FritzBox 7580 zeigt sich die 7590 in elegantem Weiß, das Gehäuse orientiert sich hingegen mehr am „klassischen“ FritzBox-Design.

In Sachen Features stellt die 7590 die Speerspitze im AVM-Portfolio dar. Wie schon bei der 7580 verspricht AVM im AC-WLAN Übertragungsraten von bis zu 800 Mbit/s über das 2,4 GHz Band und bis 1733 Mbit/s auf dem 5 GHz Band. Außerdem ist die FritzBox 7590 Multi-User-MIMO-fähig, das heißt, dass mehrere WLAN-Clients parallel mit Daten versorgt werden können. Das ist besonders bei konstanten Datenübertragungen wichtig. Wenn also ein 4K-Film auf dem Wohnzimmer-TV läuft und gleichzeitig ein großer Download via WLAN erfolgt, verspricht MU-MIMO saubere Übertragungen ohne Ausfälle.

FritzBox 7590 Test: Super-Vectoring

Die Unterstützung für Super-Vectoring könnte sich für DSL-Nutzer als Trumpfkarte herausstellen.

Interessant für DSL-Benutzer ist die Unterstützung von Super-Vectoring durch die FritzBox 7590. Der neue DSL-Standard ermöglicht es, auch via Kupferkabel Internetgeschwindigkeiten von bis zu 300 Mbit im Downstream zu realisieren. Unter anderem setzt die Telekom massiv auf die neue Kupfertechnologie. Wenn das eigene Haus via Kupfer ans Internet angeschlossen ist, kann die FritzBox 7590 damit eine sinnvolle Investition in die Zukunft sein. Fragen Sie bei Ihrem Internetanbieter nach, ob – und wenn ja wann – Super-Vectoring bei Ihnen eine Rolle spielen wird.

FritzBox 7590 Test: Die Einrichtung

Die Einrichtung einer FritzBox ist traditionell schnell erledigt. Das gilt auch für die FritzBox 7590: Nach dem Start führt ein Assistent die Benutzer Schritt für Schritt durch die Einrichtung des Internetzugangs. Die 7590 lässt sich dabei sowohl direkt an einem DSL-Anschluss als auch hinter einem Kabelmodem betreiben. Bei ersterem müssen lediglich die Zugangsdaten eingetragen werden, die der DSL-Provider zur Verfügung stellt. Beim Einsatz hinter einem vorhandenen Modem muss dieses an den WLAN-Anschluss der FritzBox geklemmt werden.

FritzBox-Einrichtung

Die Einrichtung der FritzBox 7590 ist dank eines praktischen Assistenten schnell erledigt.

Wie gewohnt baut die FritzBox 7590 automatisch ein WLAN auf, dessen langer Zahlencode auf der Unterseite des Routers steht. Generell ist es aber empfehlenswert, die Standardwerte zu ändern und eigene WLAN-Einstellungen vorzunehmen.

Lesetipp der Redaktion: Wir zeigen Ihnen, wie Sie Schritt für Schritt Ihre neue FritzBox einrichten.

FritzBox 7590 Test: Telefonie

Zu den traditionellen Stärken der FritzBoxen gehören ihre umfangreichen Telefoniefunktionen. Auch die 7590 macht hier keine Ausnahme. Neben zwei Anschlüssen für analoge und einem für ISDN-Telefone erlaubt die 7590 auch die Kopplung von bis zu sechs Handgeräten via DECT. Das funktioniert nicht nur mit dem hauseigenen Fritz Fon, sondern auch mit jedem anderen DECT-tauglichen Gerät. Auf diese koppeln wir im Test der FritzBox 7590 beispielsweise ein mittlerweile recht betagtes Siemens-Gigaset-Telefon mit der FritzBox. In der Folge sehen wir nicht nur die Anruflisten, sondern können auch das Telefonbuch der Fritze nutzen – einfach und praktisch.

Natürlich unterstützt die FritzBox 7590 auch die HD-Telefonie, wenn die Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Auch ein Anrufbeantworter, der die Nachrichten direkt auf der FritzBox speichert, sowie eine Faxfunktion sind FritzBox-typisch mit an Bord. Kurz gesagt: Als Telefonzentrale macht die FritzBox 7590 einen gewohnt guten und soliden Job.



FritzBox 7590 Test: Performance

Erwartungsgemäß verspricht AVM für seine aktuelle FritzBox die bislang beste Performance. In der Praxis können wir hier zumindest nicht widersprechen. Bei der Datenübertragung zwischen PC und Smartphone erreichen wir auf eine Entfernung von rund drei Metern zum Router Übertragungsraten von über 100 Megabyte pro Sekunde, was völlig in Ordnung ist. Auch unseren Internetanschluss mit 100 Mbit im Down- und 40 Mbit im Upload konnte die FritzBox 7590 jederzeit problemlos bedienen.

FritzBox 7590 Speed-Test

Die WLAN-Leistung der FritzBox 7590 überzeugt im Test.

Wichtig ist aber vor allem die Alltagsleistung der FritzBox 7590 – und an der haben wir nichts auszusetzen. In den Wochen mit dem AVM-Router konnten wir in der rund 95 Quadratmeter großen Testwohnung auf ein konstant-stabiles WLAN zurückgreifen. Wir haben dabei auch das Multi-User-MIMO auf die Probe gestellt, indem wir gleichzeitig einen 4K-Film von Netflix auf den Fernseher streamen, große Dateien zwischen einem Notebook und einem NAS-Laufwerk austauschen und parallel – einfach, weil es geht – noch eine Runde Fortnite zocken. Natürlich alles gleichzeitig und per WLAN. Das erfreuliche Ergebnis: Die FritzBox 7590 kam bei keiner der Aktivitäten nennenswert ins Schwitzen, der Film lief sauber durch und auch beim Gaming konnte ich mein Versagen nicht auf den AVM-Router schieben.

Kurzum: Im FritzBox 7590 Test haben wir an der Netzwerkleistung nichts auszusetzen. Fairerweise sei dazu gesagt, dass wir die Box nicht im Labor, sondern in einer realen Umgebung getestet haben. Da gerade der WLAN-Empfang von unzähligen Faktoren beeinflusst wird (beispielsweise von der Dicke der Wände), kann die Erfahrung in der Praxis variieren. Wir sind aber guter Dinge, dass die FritzBox 7590 den meisten WLAN-Ansprüchen problemlos gerecht wird.

Nicht ganz so ausgereift zeigt sich nach wie vor der NAS-Part der FritzBox 7590. Über die beiden USB-3.0-Anschlüsse können externe Festplatten mit der Box verbunden werden, die dann im Netzwerk zur Verfügung stehen. Beim Kopieren einer Filmdatei von einem per LAN-Kabel angeschlossenen PC erreichen wir dabei Schreibgeschwindigkeiten von rund 55 Megabyte pro Sekunde. Der gleiche Vorgang auf eine externe USB-Platte, die an einem DS216+ NAS-Laufwerk von Synology hing, kam auf über 70 Megabyte pro Sekunde. Als Simpel-NAS-Lösung für das eigene Netzwerk, auf dem etwas Musik, Fotos und Videos lagern, taugt die FritzBox 7590 aber allemal.



FritzBox 7590: Stabileres WLAN dank Mesh-Unterstützung

Wie alle neueren AVM-Produkte unterstützt auch die 7590 seit FritzOS 6.90 die Einrichtung eines sogenannten Mesh-Netzwerks. Bei einem Mesh handelt es sich gewissermaßen um einen Zusammenschluss mehrerer WLAN-Geräte zu einem einheitlichen Netzwerk. Gegenüber der klassischen Lösung, ein schwaches WLAN per Repeater um weitere Access Points zu erweitern, bringt ein Mesh eine Reihe von Vorteilen.

Der wohl greifbarste: Verbundene WLAN-Geräte melden sich bei exakt einem WLAN an, sind aber stets automatisch mit dem Gerät verbunden, das aktuell die beste Leistung garantiert. Im Vergleich dazu bieten klassische Hotspots oft ein eigenes Netzwerk, in das Geräte manuell eingewählt werden müssen. Betreibt man den Hotspot mit den gleichen Zugangsdaten, kommt es in der Praxis hingegen oft zu Verbindungsproblemen.

Doch nicht nur das: Als Mesh-Controller sorgt die FritzBox 7590 dafür, dass die jeweiligen Netzwerkpunkte das aktuell stabilste WLAN-Frequenzband nutzen („Band Steering“). Erkennt beispielsweise ein WLAN-Hotspot im Mesh-Netzwerk, dass das vermeintlich schlechtere 2,4-GHz-WLAN aktuell die bessere Verbindung garantiert, wird dieses automatisch aktiviert.

 AVM Mesh

Die FritzBox 7590 dient auf Wunsch als Basis für ein modernes Mesh-Netzwerk.

Um ein Mesh-Netzwerk mit einer FritzBox einzurichten, müssen mindestens zwei kompatible Geräte aus dem Fritz-Universum im Haushalt vorhanden sein. Neben neueren FritzBoxen eignen sich dafür unter anderem WLAN-Repeater wie der Fritz 1750E oder Powerline-Adapter wie der Fritz 1260E oder der 1240E.

Im FritzBox 7590 Test war es kein Problem, ein einfaches Mesh-Netzwerk mit einem Fritz 1750E-Repeater einzurichten. Auf den Endgeräten merkt man von der Mesh-Nutzung nichts mehr: Egal, ob wir uns in den Keller begeben, wo der Repeater seinen Dienst verrichtet, oder im Arbeitszimmer direkt neben der FritzBox ins WLAN gehen, die Verbindung bleibt selbst beim Videostreaming konstant. Vor allem beim Einsatz in Wohnhäusern mit mehreren Etagen ist die Einrichtung eines Mesh-Netzwerks damit eine absolut veritable Lösung für flächendeckendes, stabiles WLAN. Die FritzBox 7590 bildet zu diesem Zweck ein solides Fundament.



FritzOS 6.9x: Stabil, einfach, gut

Alle FritzBoxen arbeiten mit dem gleichen Betriebssystem namens FritzOS, das auf unserem Testgerät nach einem Update in Version 6.92 vorlag. Kenner älterer FritzBoxen müssen sich also nicht groß umgewöhnen. Doch auch Neueinsteiger finden sich schnell zurück. Die Menüs sind logisch aufgebaut, die Funktionen sinnvoll benannt. Sehr schön: Alle Einstellungen der FritzBox 7590 sind sowohl in der Online-Hilfe der Box als auch auf den Supportseiten von AVM gut dokumentiert.

Wer nach dem ersten Log-in bestimmte Funktionen vermisst, muss einfach die erweiterte Ansicht aktivieren. Dazu klicken Sie auf die drei Punkte in der Menüleiste und aktivieren den Schalter „Erweiterte Ansicht“. Nun lassen sich auch Profieinstellungen wie die Auswahl des DNS-Servers in der FritzBox einstellen.

FritzBox 7590 Test: FritzOS-Oberfläche

Die FritzOS-Oberfläche (hier auf dem iPad) bietet viele Funktionen, ist dabei aber nicht überladen.

Besonders gut gefällt uns die überarbeitete Netzwerkübersicht. Hier listet die FritzBox genau auf, welche Geräte gerade mit welcher Geschwindigkeit und welchem WLAN-Band im Netzwerk aktiv sind. Generell ist es einfach, der FritzBox Informationen zum aktuellen Stand des Netzwerks zu. Bei Problemen und der Einrichtung neuer Funktionen führen zudem übersichtliche Assistenten durch die Arbeitsschritte.

FritzOS ist ein Grund für die Beliebtheit der AVM-Boxen – die FritzBox 7590 bildet hier erfreulicherweise keine Ausnahme.

Lesetipp der Redaktion: FritzBox-Benutzeroberfläche aufrufen – So erreichen Sie das Router-Menü

FritzBox 7590: Apps und Zusatzfeatures

Smartphone-Nutzer finden in den jeweiligen App-Stores von Apple und Google eine Reihe von AVM-Apps für die FritzBox. Darüber können die Funktionen der Box nicht nur abseits des PCs, sondern auch von unterwegs aus verwendet werden. Das gilt zum Beispiel für MyFritz-App: Diese bietet schnellen Zugriff auf wichtige Funktionen wie die Anrufliste, den Anrufbeantworter oder die Smart-Home-Steuerung (s. unten). Ebenfalls praktisch ist MyFritz Fon. Darüber können FritzBox-Benutzer auf wichtige Funktionen wie die Telefonliste oder diverse Smart-Home-Features (s. unten) zugreifen.

Ebenfalls nützlich ist FritzFon. Die App ermöglicht es, die bei der FritzBox registrierten Festnetznummern über ein Smartphone oder auch ein Tablet zu nutzen. So telefonieren Sie nicht nur komfortabel im eigenen WLAN, auch unterwegs können Sie mit Ihrer eigenen Festnetznummer telefonieren – in einem Gratis-WLAN wie im Café sogar ohne zusätzliche Kosten. Dazu muss die FritzBox 7590 aber für den Fernzugriff konfiguriert sein. Wie das funktioniert, zeigen wir Ihnen in unserem Ratgeber: FritzBox Fernzugriff.

MyFritz-App

Die Fritz-Apps erweitern die FritzBox 7590 um sinnvolle Zusatzfunktionen.

Auch die Steuerung des Smart Home lässt sich über die FritzBox realisieren. So richtig gut funktioniert das aber nur in Verbindung mit anderen AVM-Produkten. So lassen sich beispielsweise in Kombination mit den FritzDect-Steckdosen Geräte ein- und ausschalten, außerdem kann der Strombedarf der angeschlossenen Geräte ermittelt werden. Auch die Steuerung von Heizungsthermostaten ist mit dem entsprechenden Equipment möglich. Das funktioniert per App natürlich auch von unterwegs.

 AVM Smart Home

AVM bewirbt die Smart-Home-Fähigkeiten seiner FritzBoxen. Die Unterstützung für etablierte Systeme fehlt aber aktuell noch.

Die Kombination der AVM-Smart-Home-Lösungen mit größeren Alternativen, etwa Amazons Alexa-Universum, ist hingegen bislang nur über Umwege möglich. Auch die Kontrolle von Smart-Home-Geräten über Standards wie Zigbee oder Z-Wave geht der FritzBox 7590 ab. Hier lässt der ansonsten sehr umfangreiche All-in-One-Ansatz der Box leider etwas Federn.

FritzBox 7590 im Test: Fazit

Alleskönnern wird oft nachgesagt, dass sie vieles gut, aber nichts richtig können. Auf die FritzBox 7590 trifft diese Binsenweisheit erfreulicherweise nicht zu. Von der WLAN-Leistung inklusive optionaler Mesh-Funktion über die ausgereiften Telefoniefunktionen bis hin zur vorbildlichen Bedienung von FritzOS punktet der Top-Router von AVM in fast allen Kategorien. Kleinere Schnitzer leistet sich die 7590 lediglich bei Details wie den überschaubaren NAS- und Smart-Home-Funktionen.

Davon abgesehen liefert AVM mit der FritzBox 7590 ein ausgereiftes Gesamtpaket aus moderner Hardware und gut funktionierender Software. Das hat zwar seinen Preis, angesichts der gebotenen Qualität ist dieser unserer Meinung nach aber durchaus gerechtfertigt.

Bilder: AVM

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