Fotografie: Porträtfotografie für Einsteiger

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Porträts sind neben Landschaftsaufnahmen die beliebtesten Motive von Hobbyfotografen. Mit ein bisschen Übung können auch Anfänger tolle Ergebnisse erzielen. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie beim Fotografieren achten sollten.

Portätfotografie: Die Technik

Egal ob Smartphone, Kompaktkamera oder teure DSLR bzw. spiegellose Systemkamera (CSC): Porträtaufnahmen können Sie im Prinzip mit jeder beliebigen Kamera machen. Allerdings haben Smartphones und Kompaktkameras einen Nachteil, und zwar bringen sie keine lichtstarke Optik mit und erlauben meist auch nicht, dass man die Belichtung manuell vornimmt. Das führt dazu, dass nur Fotos aufgenommen werden können, auf denen das komplette Motiv scharf abgebildet wird − was bei der Porträtfotografie aber nicht immer gewünscht ist.

Unser Tipp: Wenn Sie sich für Porträtfotografie interessieren, legen Sie sich eine beliebige digitale Spiegelreflexkamera oder Systemkamera zu. Selbst Einsteigermodelle sind für tolle Porträtfotos absolut ausreichend.

Portätfotografie: Die Schärfe

Porträtaufnahmen, die in den Schaufenstern von Fotostudios ausgestellt werden, haben häufig eines gemeinsam: Nur bestimmte Bereiche des Bildes werden scharf dargestellt. So ist zum Beispiel das Model im Vordergrund scharf, der Hintergrund aber unscharf. Oder aber nur die Augenpartie ist scharf abgebildet, der Rest des Bildes verläuft in die Unschärfe. Der Blick des Betrachters wird dabei automatisch auf die scharfen Bildbereiche gelenkt. Wir empfinden solche Fotos als angenehm, weil sie dem natürlichen Sehen nachempfunden sind. Wenn wir eine Person gezielt anschauen, sehen wir ebenfalls nur diese scharf und nicht auch noch den Hintergrund. Als Fotograf kann man mit einer DSLR oder CSC den Schärfebereich bei einem Bild gezielt steuern − und so Einfluss auf die Bildwirkung nehmen.

Trauen Sie sich, Kameraeinstellungen manuell vorzunehmen. Experimentieren Sie mit unterschiedlichen Blendenstufen, und vergleichen Sie die Ergebnisse.

Trauen Sie sich, Kameraeinstellungen manuell vorzunehmen. Experimentieren Sie mit unterschiedlichen Blendenstufen, und vergleichen Sie die Ergebnisse.

Unser Tipp: Trauen Sie sich an die Unschärfe − diese ist bei Porträtaufnahmen ausdrücklich erlaubt! Sie werden merken, dass Fotos ganz anders wirken, wenn nur bestimmte Bildbereiche scharf dargestellt werden.

Portätfotografie: Die Kameraeinstellungen

Als typische Brennweite für Porträts gilt 85 mm. Dieser Wert bezieht sich aber auf das Kleinbildformat. Bei Kameras mit einem APS-C-Bildsensor entspräche dies beispielsweise einer Brennweite von rund 53 mm. So wirken Gesichter auf Fotos natürlich. Ist die Brennweite kürzer oder länger, werden die Gesichter verzeichnet dargestellt − was bei Großaufnahmen und extremen Brennweiten natürlich besonders auffällt. Diese Regel sagt aber nicht, dass Porträts nur mit dieser Brennweite aufgenommen werden sollen. Erlaubt ist in der Fotografie grundsätzlich alles! Wenn beispielsweise ein Mensch in seiner Umgebung porträtiert werden soll, wird zwangsläufig eine Weitwinkelbrennweite eingesetzt.

Ansonsten gilt bei klassischen Porträts: Anfänger können erste Erfahrungen mit dem Motivprogramm „Porträt“ ihrer Kamera sammeln. Dieses versucht die Kamera so einzustellen, dass der Vordergrund scharf und der Hintergrund unscharf wird. Das klappt aber nur, wenn das Model nicht direkt vor dem Hintergrund postiert wird! Wollen Sie die volle Kontrolle über die Schärfentiefe, müssen Sie die Blende manuell einstellen − entweder über den manuellen Modus oder über die Kameraeinstellung „Blendenvorwahl“, auch „Zeitautomatik“ genannt. Hier können Sie verschiedene Blendenwerte einstellen, die Kamera kümmert sich um eine passende Belichtungszeit.

Bei der Blende gilt:
Je kleiner der Blendenwert (z.B. f/2,8), desto größer die Blendenöffnung − und umso geringer der Schärfebereich.

Je größer der Blendenwert (z.B f/16), desto kleiner die Blendenöffnung − und umso größer der Schärfebereich.

Sie bestimmen also mit der eingestellten Blende sehr genau, wie das Bild wirken soll.

Unser Tipp: Trauen Sie sich, Kameraeinstellungen manuell vorzunehmen. Experimentieren Sie mit unterschiedlichen Blendenstufen, und vergleichen Sie die Ergebnisse.

Portätfotografie: Die Perspektive

Die Bildwirkung lässt sich bei Porträts nicht nur durch unterschiedliche Kameraeinstellungen beeinflussen. Sie können die Wirkung zusätzlich durch Ihre Position steuern. Hierbei gibt es drei Möglichkeiten:

Sie können bei Porträts mit der Wirkung spielen, indem Sie unterschiedliche Kamerapositionen ausprobieren.

Porträtfotografie: Sie können bei Porträts mit der Wirkung spielen, indem Sie unterschiedliche Kamerapositionen ausprobieren.

Von oben herab fotografieren: Das Model wird gezwungen, zu Ihnen aufzuschauen, wodurch es verletzlich, bei extremen Winkeln gar unterwürfig wirkt. Auf Augenhöhe fotografieren: Das ist die übliche Perspektive. Fotograf und Model begegnen sich auf Augenhöhe, sie sind gleichgestellt. Von unten nach oben fotografieren: Die typische Perspektive bei Porträts von Reichen und Mächtigen. Der Porträtierte blickt auf den Bildbetrachter hinab.

Sie können bei Porträts mit der Wirkung spielen, indem Sie unterschiedliche Kamerapositionen ausprobieren. Doch nicht nur, wo Sie sich mit Ihrer Kamera positionieren, hat Einfluss auf die Bildwirkung. Auch die Position des Models spielt eine große Rolle. So wirken beispielsweise Frontalansichten aufdringlich. Viele Fotografen lassen Models deshalb den Kopf Richtung Kamera neigen. Der mögliche Radius beginnt bei der Frontalansicht und endet beim Profilbild. Hierbei sitzt das Model im 90-Grad-Winkel zum Fotografen und dreht seinen Kopf zur Kamera. Nur eine Gesichtshälfte ist somit zu sehen. Häufig werden sogenannte „Charakterporträts“ im Profil aufgenommen.

Portätfotografie: Die Location

Porträtfotografie geht überall: im Studio, im Freien − hier sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist nur, dass Sie direktes Sonnenlicht meiden. Das sorgt beim Model für zugekniffene Augen und bietet keine schönen Farbkontraste. Achten Sie auf einen schönen bzw. zur Bildaussage passenden Hintergrund. Geht es ausschließlich um das Gesicht des Models, fotografieren Sie vor einem neutralen, einfarbigen Hintergrund.

Lesetipp der Redaktion: Der Himmel wird auf einmal tiefschwarz. Bedrohliches Donnergrollen nähert sich. Immer wieder erhellen Blitze die dunkle Landschaft. Während die meisten sich bei solchen Sommergewittern schnell verkriechen und hoffen, dass das Naturschauspiel bald vorbei ist, sehen es die anderen als große Chance – auf spektakuläre Gewitterfotos. Wie Ihnen die gelingen, zeigen unsere 7 Praxis-Tipps!