Fotografie-Glossar: Die 16 wichtigsten Begriffe der Digitalfotografie

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Beim Kauf einer Canon EOS-Spiegelreflexkamera sieht man sich immer wieder mit Fachwörtern konfrontiert, die nicht nur Laien verwirren. Mehr noch: Selbst scheinbar eindeutige Begriffe wie „Megapixel“ sind nicht selten schwer verständlich. Wir bringen für Sie Licht ins fotografische Dunkel.

Wann immer Sie eine neue Kamera kaufen, werden Ihnen diverse Fachbegriffe begegnen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Smartphone oder eine große Spiegelreflex wie die Canon EOS 1300D und höhere Modelle handelt: Die Begriffe sind dieselben. Allerdings sind nicht alle sofort verständlich. Wir erklären Ihnen die 16 wichtigsten.

Fotografie-Glossar: Von Auflösung bis Zoom

Fotografie Glossar

ABC der Fachbegriffe: Von Auflösung bis Zoom. In unserem kompakten Foto-Glossar erklären wir Ihnen die wichtigsten Begriffe der Fotografie.

Auflösung

Bei der Auflösung handelt es sich, na klar, um die Megapixel der Kamera. Die Hersteller suggerieren gern, dass eine höhere Auflösung automatisch eine bessere Bildqualität bedeutet. Dem ist jedoch nicht zwangsläufig so, andere Komponenten wie die Qualität der Optik, die ISO-Empfindlichkeit und die Größe des Sensors spielen hierbei eine weit größere Rolle. Letztlich ist die Auflösung nur ein Hinweis auf die Bildgröße, die am Ende aus der Kamera herauskommt. Und die ist heutzutage eher zu vernachlässigen. Bei einer günstigen Canon EOS 1300D mit 18 Megapixeln sind das 5.184 (Breite) x 3.456 (Höhe) Pixel, bei der deutlich teureren Profi-Knipse Canon EOS-1D X Mark II sind es „nur“ 20,2 Megapixel mit 5.472 x 3.648 Bildpunkten – der Unterschied wird an anderer Stelle gemacht.

Lesetipp der Redaktion: Mit der EOS 1300D aktualisiert Canon sein Einsteigermodell – und stattet dieses üppig aus. Mit einem 18-Megapixel-Sensor und reaktionsschnellem Handling ist die Canon EOS 1300D ideal für ambitionierte Einsteiger. Wir haben die Einsteiger-Kamera getestet!

Bildschirmauflösung

Auch der Bildschirm der Kamera besitzt einen Auflösungswert. Dieser besagt letztlich nur, wie viele Pixel der Schirm effektiv darstellt. Je höher der Zoll- und Pixelwert, desto klarer wird das Bild in aller Regel auf dem Bildschirm dargestellt. Das ist praktisch, um direkt zu prüfen, ob ein Bild gelungen ist. Aktuell sind 3-Zoll-Displays mit rund einer Million Bildpunkten Standard. Die EOS 1300D hat etwa 920.000, was eine ausreichende Schärfe gewährleistet.

Bildstabilisator

Der Bildstabilisator sorgt dafür, dass ein Bild bei längerer Belichtungszeit nicht verwackelt und erlaubt das Fotografieren ohne Stativ, wenn eigentlich eines nötig wäre. Allerdings korrigiert der Stabilisator nur Wackler, die vom Fotografen ausgehen: Eine längere Belichtungszeit kann durchaus Bewegungsunschärfe verursachen. Insofern hilft der Stabilisator im Grunde lediglich bei sehr langen Brennweiten – oder wenn unbewegliche Objekte bei schlechtem Licht fotografiert werden.

Blende

Die Blende ist Teil des Objektivs und erhöht oder verringert das einfallende Licht zum Bildsensor. Dabei gilt: Je kleiner der Blendenwert ƒ, desto mehr Licht fällt auf den Sensor. Ist die Blende ganz geöffnet, spricht man von Offenblende – und die ist ein Unterscheidungsmerkmal für die Qualität eines Objektivs. Ist der Offenblenden-Wert niedrig – etwa ƒ=2.8 – ist das Objektiv deutlich lichtstärker und damit hochwertiger als eines, dessen Offenblende ƒ=4.0 beträgt. Gleichzeitig dient die Blende der fotografischen Gestaltung durch Tiefenschärfe: Je weiter sie geöffnet ist, desto unschärfer wird der Motivhintergrund.

Brennweite

Auch die Brennweite ist ein Objektiv-Wert und gibt einen Hinweis auf die Art des Objektivs. Zudem besagt sie, wie „nah“ ein Motiv durch dieses Objektiv ist: Bei Werten bis ca. 35 Millimeter spricht man von Weitwinkel, bis etwa 60 Millimeter von Normalbrennweite. Teleobjektive haben noch höhere Werte. Die Wahl der passenden Brennweite ist ein gestalterisches Mittel: Während Weitwinkelobjektive einen Großteil der Umgebung rund um das Motiv einfangen, stellen Teleobjektive ein Detail ins Zentrum oder holen weit entfernte Objekte nah heran.

Sucher, optisch oder elektronisch

Je nachdem, für welches Kameramodell Sie sich interessieren, müssen Sie sich Gedanken um den sogenannten Sucher machen. Diesen gibt es im Grunde in zwei Ausführungen: optisch und elektronisch. Beim optischen Sucher, wie er typischerweise in Spiegelreflexkameras zu finden ist, wird das einfallende Licht durch einen Spiegel in den Sucher gelenkt, ohne Umweg über die Kameratechnik. Beim elektronischen Sucher wird hingegen das Bild mit dem Bildsensor aufgezeichnet und auf einem kleinen Monitor im Sucher ausgegeben. Beide Lösungen haben ihre Vor- und Nachteile. Elektronische Sucher ermöglichen eine sehr kompakte Bauweise, sind aber im Vergleich zum optischen Sucher immer etwas verzögert.

Fokus

Beim Fokus handelt es sich um den Schärfepunkt eines Fotos. Diesen bestimmt die Kamera mithilfe der Autofokus-Messfelder. Je mehr dieser Messfelder eine Kamera hat, desto präziser und schneller ist der Autofokus. Kamerahersteller nutzen die Menge der Messfelder für eine Unterscheidung zwischen den Kameraklassen: Günstigere Modelle haben eher weniger Messpunkte, teurere mehr. In der Praxis schlägt sich das vor allem in der „Treffsicherheit“ der Kameraautomatik nieder.

GPS

Das Global Positioning System GPS ist eine satellitengestützte Positionsbestimmung. Kameras, die eine entsprechende Funktion besitzen, speichern den genauen Aufnahmeort eines Bildes in der Foto-Datei. Dadurch können Sie später nachvollziehen, wo das Bild gemacht wurde. Die Funktion ist nützlich, wird jedoch oft via Smartphone-Verbindung (-> WLAN) „simuliert“: Die Kamera nutzt das Smartphone statt eines eigenen GPS-Empfängers. Neue Kameramodelle wie die EOS 760D besitzen allerdings inzwischen eingebaute GPS-Empfänger.

Lichtempfindlichkeit (ISO)

In der Analogfotografie gab es früher verschiedene Filmtypen, die mehr oder weniger lichtempfindlich waren. Mit diesen sogenannten ISO-Werten konnten Aufnahmen auch bei schlechtem Licht gemacht oder Filme für besonders helle Umgebungen genutzt werden. Digitalkameras haben diese Bezeichnung übernommen: Je höher der ISO-Bereich (etwa: 100 – 6.400 bei der EOS 1300D), desto mehr Spielraum hat der Fotograf bei der Bildgestaltung. Hohe ISO-Werte ermöglichen zudem kürzere Belichtungszeiten bei schlechtem Licht.

Lesetipp der Redaktion: Die Einstellung des ISO-Werts überlassen viele Hobbyfotografen grundsätzlich der Kameraautomatik. Dabei kann man mit einem manuell eingestellten Wert manches Foto, das sonst misslingen würde, retten. Wofür der ISO-Wert überhaupt gut ist und wie Sie ihn optimal einstellen, erfahren Sie in diesem Artikel. Ratgeber: Der ISO-Wert in der Digitalfotografie.

Objektivanschluss

Der Objektivanschluss ist das Verbindungsstück zwischen Kamera und Objektiv und typischerweise herstellergebunden. Bei Canon ist es der EF-Anschluss, den es allerdings in Varianten gibt, etwa als EF-S für preiswerte Spiegelreflexkameras mit APS-C-Sensor oder EF-M bei Systemkameras. Die Anschlüsse eines Herstellers wie Canon sind untereinander per Adapter voll kompatibel, zu anderen Herstellern hingegen nicht oder nur teilweise. Wenn Sie also einen Objektivpark auf Nikon-F-Basis besitzen und zu Canon wechseln, müssen Sie auch die Objektive austauschen.

Rohdatenformat (RAW)

Das Rohdatenformat, kurz RAW, ermöglicht es, exakt die Daten zu speichern, die der Bildsensor „gesehen“ hat. RAW ist damit ein digitales Negativ. Es ermöglicht eine deutlich umfangreichere Nachbearbeitung als zum Beispiel das JPEG-Format. Bei Letzterem wird zur Reduktion der Datenmengen ein Großteil der vorhandenen Informationen entfernt, was eine Nachbearbeitung erschwert. Moderne Spiegelreflex- und Systemkameras bieten immer eine Möglichkeit, das RAW-Format aufzuzeichnen.

Lesetipp der Redaktion: Die iPhone-Kamera ist bei ambitionierten Hobby- und sogar bei Profi-Fotografen beliebt: beste Bildqualität und immer dabei. Doch bislang gab es ein Manko: Fotos wurden nur als automatisch verbesserte JPEG-Dateien ausgegeben. Mit iOS 10 hat Apple das geändert. Fotografen können jetzt Fotos im RAW-Dateiformat schießen. Wir zeigen, wie es geht. Ratgeber: So machen Sie mit Ihrem iPhone spektakuläre RAW-Fotos.

Sensorgröße

Die Größe des Bildsensors ist ein Qualitätsmerkmal für die Bildqualität: Je größer die Sensorfläche pro Megapixel, desto weniger „stören“ sich die Bildpunkte gegenseitig, was eine bessere Bildqualität zur Folge hat. Es gibt viele Sensorgrößen, winzige bei Kompaktkameras und Smartphones, größere bei Edelkompakten wie der Canon G9 X und natürlich Systemkameras und Spiegelreflexen. Deren Bildsensoren sind im APS-C- oder Vollformat vergleichsweise gigantisch: Der APS-C-Sensor der Canon EOS 1300D hat mit einer Fläche von 332 Quadratmillimetern etwa 20 x mehr Fläche als ein iPhone-Bildsensor. Das Vollformat einer Canon EOS 6D ist noch einmal mehr als doppelt so groß.

Lesetipp der Redaktion: Es muss nicht immer die digitale Spiegelreflex sein: In vielen Fällen ist eine Kompaktkamera nicht nur deutlich handlicher, sondern auch flexibler einsetzbar. Mit der Powershot G9X liefert Canon eine Edelkompakte, die Spiegelreflex-Fotografen als Zweitkamera beste Dienste erweisen kann. Attraktive Kompaktkamera: Canon Powershot G9 X im Test.

Tiefenschärfe

Die Tiefenschärfe wird durch die Brennweite und die Blende definiert und ist ein gestalterisches Mittel der Fotografie. Während Porträtaufnahmen besonders gut wirken, wenn der Hintergrund unscharf – die Tiefenschärfe also gering – ist, muss sie bei anderen Motiven, etwa Landschaftsfotos, hoch sein. Grundsätzlich gilt: je niedriger der Blendenwert, desto geringer die Tiefenschärfe.

Weißabgleich

Der Weißabgleich erfolgt bei modernen Kameras automatisch. Anhand eines Weiß- oder Grauwerts berechnet die Kamera alle anderen Farben. In manch einer Umgebung – etwa bei Kunstlicht – ist der Weißwert so verzogen, dass die Kamera auch alle anderen Farben falsch berechnet. Das Resultat ist ein verfärbtes Foto. Für solche Fälle besitzen alle Kameras Weißabgleich-Programme, für besondere Farbpräzision kann der Weißabgleich auch manuell erfolgen.

Fotografie-Glossar

Was bedeutet Rohdatenformat? Wofür steht NFC? Unser Glossar zum Thema digitale Fotografie gibt Ihnen die Antworten.

WLAN/NFC

WLAN und NFC gehören zwar noch nicht zum Standard, sind aber auf dem Weg dahin. WLAN ermöglicht es, die Kamera schnell und einfach mit dem Smartphone zu verbinden, etwa um Bilder zu übertragen, Geodaten zu setzen oder als Fernauslöser. Near-Field-Communication (NFC) ist letztlich nur eine Aufsatztechnik, die es zwei Geräten ermöglicht, WLAN-Zugangsdaten automatisch auszutauschen. Dadurch kann eine Verbindung ohne fummelige Eingabe von Passwörtern hergestellt werden.

Zoom

Von Zoom spricht man bei Objektiven, die eine variable Brennweite haben: Über einen Ring oder Motor kann je nach Objektiv stufenlos zwischen Weitwinkel und Tele gewechselt werden. Wie das im Einzelnen aussieht, hängt vom Brennweitenbereich des Objektivs ab.

Lesetipp der Redaktion: In diesem Kaufratgeber finden Sie eine Übersicht über die auf dem Markt erhältlichen EOS-Modelle von Canon. Wir zeigen Ihnen die Unterschiede der einzelnen Produktlinien und verraten, welche Canon EOS zu Ihren ganz persönlichen Anforderungen und Bedürfnissen passt!

Fotos: Canon