Festplatte formatieren unter Windows 10

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Es gibt viele Gründe, eine Festplatte zu formatieren: etwa, weil sie allein oder samt Rechner verkauft oder verschenkt werden soll. Oder aber, weil sie einem neuen Einsatzzweck zugeführt werden muss. Allerdings müssen Sie, wenn Sie Ihre Festplatte formatieren, auf einige Kleinigkeiten achten.



Wenn die Festplatte sich langsam ihrer Kapazitätsgrenze nähert, ist es sinnvoll, sie durch ein neues Modell mit mehr Speicherkapazität zu ersetzen. Die alte Platte kann anschließend gelöscht und weitergegeben werden, etwa als Backup-Medium für den Rechner eines Freundes. Oder sie stellen sie direkt bei Ebay ein. Dazu muss die Festplatte allerdings formatiert werden, und zwar so, dass die Daten nicht wiederhergestellt werden können. Denn reines Löschen oder Formatieren ist nicht sicher: Die Daten werden nur im Dateisystem als „überschreibbar“ markiert – dadurch sind sie aber noch vorhanden.

Um sie endgültig zu löschen, müssen Daten überschrieben werden. Nur so stellen Sie sich, dass der neue Besitzer mit der alten Festplatte nicht gleich einen Blumenstrauß persönlicher Daten von Ihnen bekommt.

Externe Festplatte formatieren – so geht’s

Das sichere Formatieren einer externen Festplatte, die unter Windows 10 eingebunden wurde, ist denkbar einfach:

  1. Schließen Sie die Festplatte an Ihrem Windows-PC an und öffnen Sie ein Explorer-Fenster. Die Festplatte wird mit einem eigenen Laufwerksbuchstaben eingebunden.
  2. Klicken Sie sie doppelt an, um zu sehen, was sich darauf befindet. Ist die Festplatte neu oder von einem anderen System (Linux, MacOS) formatiert, meldet Windows, dass der Datenträger erst einmal formatiert werden muss. Klicken Sie auf „Datenträger formatieren“. Ansonsten können Sie direkt zu Schritt 4 gehen.
  3. Wählen Sie als Dateisystem „NTFS“ oder „exFAT“, vergeben Sie einen Namen und klicken Sie auf „Starten“. Windows meldet jetzt, dass beim Formatieren alle Daten gelöscht werden. Bestätigen Sie mit „OK“.
  4. Eine bereits im Windows-Dateisystem formatierte Festplatte können Sie formatieren, indem Sie sie mit der rechten Maustaste anklicken. Die Vorgehensweise ist die gleiche wie in Schritt 3.
  5. Das Problem ist, dass die Daten im Zweifel nicht wirklich weg sind. Die Festplatte ist jetzt zwar scheinbar leer und einsatzbereit. Um sie sicher zu löschen, ist jedoch ein weiterer Schritt nötig, und zwar müssen Sie die Daten mit Nullen überschreiben. Das erledigt das Tool Diskpart, das in Windows 10 an Bord ist. Um Verwechslungen vorzubeugen, sollten Sie jetzt zunächst alle externen Festplatten, Speicherkarten und USB-Sticks außer der, die Sie formatieren möchten, vom PC trennen. Geben Sie anschließend im Windows-Suchfeld „diskpart“ ein, um das Tool zu starten.
  6. Ein Kommandozeilen-Fenster mit bereits gestartetem Diskpart öffnet sich. Geben Sie „list disk“ ein und drücken Sie die Eingabetaste, um eine Liste der Laufwerke anzuzeigen. Wenn Sie alle Festplatten außer der zu formatierenden getrennt haben, zeigt Diskpart zwei Laufwerke an: das Systemlaufwerk (0) und das externe Laufwerk (1).
  7. Geben Sie „select disk 1“ ein und drücken Sie die Eingabetaste, um die externe Festplatte auszuwählen. Achtung: Wenn Sie in der Anzeige in Schritt 6 mehr als zwei Festplatten sehen, müssen Sie sich sicher sein, das richtige Laufwerk auszuwählen!
  8. Geben Sie jetzt „detail disk“ ein und drücken Sie die Eingabetaste, um die Datenträger-Infos auszulesen. Das ist wichtig, da der nächste Schritt sonst nicht funktioniert.
  9. Geben Sie nun „clean all“ ein. Das Tool startet ohne weitere Nachfrage und überschreibt das gesamte Laufwerk mit Nullen. Die Daten sind anschließend weitestgehend sicher gelöscht und können auf normalem Wege nicht mehr hergestellt werden. Handelt es sich um besonders brisante Daten, sollten Sie den leider recht langwierigen Vorgang mehrfach durchführen.




System-Festplatte formatieren: So geht’s

Doch was, wenn der Rechner selbst zurückgesetzt oder gelöscht werden soll? In diesen Fällen gab es früher den DOS-Befehl „format c:“. Zum Glück kann sich ein modernes Windows nicht mehr selber löschen, was natürlich genau dann problematisch ist, wenn es darum geht, den internen Datenträger zu bereinigen. Doch auch hierfür gibt es eine Lösung: die Windows-zurücksetzen-Funktion, bei der das Windows-System selbst erhalten bleibt, aber alle Daten verschwinden.

So löschen Sie eine System-Festplatte in nur 7 Schritten:

  1. Öffnen Sie die Systemeinstellungen > Update und Sicherheit.
  2. Klicken Sie auf Wiederherstellung > Diesen PC zurücksetzen > Los.
  3. Wählen Sie jetzt „Alles entfernen“, um den Vorgang zu starten.
  4. Das Zurücksetzen wird nun vorbereitet, was eine Weile dauern kann.
  5. Windows fragt Sie jetzt, was Sie tun wollen. Die Option „Nur meine Dateien entfernen“ ist schneller und damit sinnvoll, wenn Sie einen Rechner nur innerhalb der Familie weitergeben. In allen anderen Fällen sollten Sie die Option „Dateien entfernen und Laufwerk bereinigen“ wählen. Dadurch wird das Windows-System sicher auf Werkseinstellungen zurückgesetzt und alle Daten werden gelöscht.
  6. Bestätigen Sie das Löschen der Dateien im Windows-System jetzt mit „Zurücksetzen“. Wichtig: Anschließend gibt es kein Zurück mehr!
  7. Je nach Datenmenge kann das Zurücksetzen eine ganze Weile dauern. Der Vorteil dieser Lösung: Die Daten sind weg, Windows aber nicht. Dadurch ist der PC sofort wieder einsatzbereit und kann neu eingerichtet werden.

Festplatte formatieren: Profi-Tipp – Tabula rasa mit DBAN

Falls Sie sich nicht sicher sind, ob Windows interne Zurücksetzen-Funktion funktioniert oder wenn Sie den PC völlig nackt und ohne Betriebssystem weitergeben möchten, empfiehlt sich eine andere Methode: Darik’s Boot and Nuke, kurz DBAN.

  1. Laden Sie die ISO-Datei des Tools herunter.
  2. Mit einer Software wie Etcher können Sie das Tool auf einen startfähigen USB-Stick kopieren.
  3. Stecken Sie den USB-Stick an und booten Sie Ihren Rechner von diesem. Dazu müssen Sie gegebenenfalls im BIOS die Boot-Sequenz anpassen. Anschließend startet DBAN. Drücken Sie im Bootmenü die Eingabetaste, um DBAN zu starten.
  4. Wählen Sie jetzt mit den Pfeiltasten die interne Festplatte und drücken Sie die Leertaste, bis „wipe“ eingeblendet wird.
  5. Drücken Sie „M“, um die Löschmethode auszuwählen. Grundsätzlich ist die Voreinstellung „DoD Short“ ausreichend: Sie ist vom amerikanischen Verteidigungsministerium abgesegnet und überschreibt die Festplatte dreimal. Bestätigen Sie mit der Eingabetaste.
  6. Drücken Sie F10, um den Löschvorgang zu starten. DBAN löscht und überschreibt jetzt die Systemfestplatte mehrfach. Der Vorgang kann eine Weile dauern. Anschließend ist der PC komplett gelöscht und Sie können ihn neu starten. Um Windows (oder ein anderes System) zu installieren, benötigen Sie ein Windows- oder Linux-Installationsmedium in Form einer CD/DVD oder eines USB-Sticks.





Es ist natürlich Ihnen überlassen, welche der drei Methoden Sie verwenden. Wenn Sie die interne Festplatte formatieren möchten, ist am sichersten – aber auch am unkomfortabelsten – natürlich die Variante mit DBAN. Das Tool eignet sich selbstverständlich auch dafür, externe Festplatten sicher zu löschen. Wir empfehlen aber im laufenden Windows die Variante mit Diskpart für externe und die Windows-Wiederherstellungsfunktion für die System-Festplatte: Beide Methoden sorgen für maximalen Komfort bei minimalem Aufwand.

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