Fenster putzen: Schritt für Schritt zu streifenfreien Fenstern

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Die Sonne schickt endlich die lang ersehnten warmen Strahlen zu uns runter. Doch, statt Frühlingsgefühlen regt sich hier nur das schlechte Gewissen. Die Spuren, die der Winter hinterlassen hat, lassen sich an den Fenstern einfach nicht leugnen. Um also den Blick in die blühende Natur genießen zu können, muss erst einmal für klare Sicht gesorgt werden: Fenster putzen heißt die Mission!


Regenwasser, Fingerabdrücke, Luftverschmutzung, Abgase, Insekten oder Vogeldreck – auf den Fenstern kommt – im wahrsten Sinne – ganz schön was zusammen. Schlieren und der widerspenstige Schmutzfilm lassen sich nur mit ein paar Tricks und den richtigen Putzmitteln streifenfrei und restlos entfernen. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihre Fenster binnen kurzer Zeit zum Glänzen bringen und dass Fensterputzen ein Kinderspiel ist!

Fenster putzen mit Microfasertuch

Fenster putzen ohne Streifen und Schlieren kann ganz einfach sein – mit den richtigen Hilfsmitteln.

So putzen Sie Ihre Fenster richtig

Reinigungsmittel und Putztücher, die streifenfreie und saubere Fenster versprechen, gibt es einige. Doch manchmal sind es die einfachen Hausmittel, die wirklich nützlich sind. Wir verraten Ihnen, welche Hilfsmittel und Produkte Sie benötigen, um Ihre Scheiben von Schmutz und Dreck zu befreien.

Zum Fenster putzen benötigen Sie folgende Hilfsmittel:

  • einen weichen Handfeger, um die Scheiben und Fensterrahmen von Staub und grobem Schmutz zu säubern,
  • einen Eimer für das Putzwasser,
  • Glasreiniger und Spülmittel für das Reinigen der Scheiben,
  • einen weichen Schwamm, um härtere Verschmutzungen zu lösen,
  • einen Abzieher, Fensterleder oder ein Fenstersauger, um überschüssige Flüssigkeit von der Scheibe zu entfernen,
  • ein fusselfreies Baumwolltuch, um die Scheiben zu polieren,
  • ein Mikrofasertuch für den finalen Feinschliff.

Fenster putzen in 3 Schritten

So gelingt Ihnen das Fensterputzen in nur drei Schritten:

  1. Räumen Sie die Fensterbank frei und reinigen Sie den Fensterrahmen.
  2. Lösen Sie die den Schmutz mit einem Putzmittel oder Essigreiniger und entfernen Sie das Wasser zügig mit einem Fensterabzieher und Baumwolltuch.
  3. Beseitigen Sie letzte Spuren und Streifen mit einem Microfasertuch.



Schritt 1:

Bevor Sie zu Poliertuch und Reinigungsmittel greifen, sollten Sie Ihre Fensterbänke frei räumen und eventuelle Dekorationen auf den Scheiben entfernen. Sind alle Hindernisse aus dem Weg geräumt, kann es losgehen: Sie beginnen mit der Reinigung von Rahmen und Fensterbrett. Kehren Sie beides zunächst mit dem Handfeger ab und reinigen Sie sie anschließend mit einem Schwamm und lauwarmem Wasser. Trocknen Sie Fensterbank und -rahmen danach gründlich mit einem sauberen Tuch. Wechseln Sie das verschmutzte Putzwasser nun aus.

Schritt 2:

Mit dem sauberen Wasser und einem ausgewaschenen Schwamm geht es in die zweite Runde: Geben Sie ein wenig Putzmittel, beispielsweise Grüne Seife (Schmierseife), Essigreiniger oder Haushaltsessig, in das Wasser. Nun beginnen Sie damit, die Scheibe von oben nach unten mit dem Schwamm zu reinigen. Ist der Schmutz gelöst, ziehen Sie das Wasser zügig mit einem Abzieher ab. Hierfür können Sie sowohl horizontal als auch vertikal vorgehen. Wichtig ist nur, dass Sie schnell arbeiten, damit das Wasser keine Zeit hat, Streifen auf der Scheibe zu hinterlassen. Auch dürfen Sie nicht vergessen, den Fensterabzieher jedes Mal, wenn Sie am Rand der Scheibe angelangt sind, mit dem fusselfreien Baumwolltuch zu trocknen. Ansonsten verteilen Sie das Wasser auf der Scheibe, ohne es zu entfernen.

Fenster putzen mit Fenstersauger

Fenstersauger sind sehr praktisch, um Ihre Fenster streifenfrei zu putzen.

Schritt 3:

Ist die komplette Scheibe auf diese Weise bearbeitet worden, folgt das Finale: Die Ecken des Fensters und alle weiteren Stellen, an die der Abzieher nicht herangekommen ist, werden mit einem Mikrofasertuch oder einem Fensterleder ausgewischt. So beseitigen Sie auch die allerletzten Schmutzspuren. Sollten Streifen auf der Scheibe zu sehen sein, können Sie diese ebenfalls mit dem Tuch oder Fensterleder wegpolieren.

Fenster putzen bei Wind und Wetter

Das Wetter und die Jahreszeiten beeinflussen die Vorrausetzungen für das Fensterputzen, denn nicht jede Außentemperatur eignet sich für eine Glasreinigung. Sowohl sehr hohe, als auch sehr niedrige Temperaturen liefern uns die perfekte Ausrede, um die lästige Aufgabe noch ein paar Tage hinauszuzögern. Ist es draußen zu warm, trocknen Putzwasser und Reinigungsmittel zu schnell auf der Scheibe und verschlimmern womöglich den Zustand der Scheiben. Das gleiche gilt bei direkter Sonneneinstrahlung: Durch die Sonne trocknet das Putzwasser auf den Glasscheiben so schnell, dass schmierige Schlieren entstehen können.

Fenster putzen ohne Schlieren

Wenn Sie Ihre Fenster im Winter putzen wollen, hilft Frostschutzmittel im Putzwasser.

Ein anderes Extrem mit ähnlichen Folgen ist im Winter zu beobachten: Wenn die Temperaturen über eine längere Zeit bei weit unter 0 °Celsius liegen, sollten Sie auf das Säubern der Scheiben verzichten. Die Kälte lässt das Putzmittel und -wasser auf dem Fenster festfrieren. Wollen Sie Ihre Scheiben dennoch unbedingt reinigen, kann ein wenig Frostschutzmittel im Putzwasser Abhilfe schaffen. So vermeiden Sie, dass es auf der Scheibe festfriert und Schlieren verursacht. Zudem wirkt das Mittel wie eine Schutzschicht gegen nachfolgenden Schmutz und das Fenster bleibt länger sauber.

Auch bei zu starkem Wind sollten Sie das Fensterputzen verschieben: Nicht nur, dass starke Böen beim Putzen des geöffneten Fensters für Sie gefährlich werden können, auch der herumwirbelnde Schmutz in der Luft erschwert die Säuberung der Scheiben unnötig.


Tipps und Tricks gegen Streifen und Schlieren

  1. Gut vorbereiten: Vor dem Putzen der Fenster sollten Sie unbedingt die Fensterrahmen reinigen! Bleibt Staub auf dem Rahmen zurück, werden Regen, Tau und Wind ihn lösen und die Scheiben sind schnell wieder verschmutzt.
  2. Umweltfreundliche Hausmittel: Der Umwelt zuliebe können Sie auf die Verwendung chemischer Reinigungsmittel verzichten und zu den guten alten Hausmitteln greifen. Essig gilt nach wie vor als Wunderwaffe gegen Schmutz und Schlieren auf den Scheiben. Doch Vorsicht bei Marmorfensterbänken und Deko-Stücken: Aufgrund seines Säuregehalts sollte der Essig nicht mit diesen empfindlichen Materialien in Berührung kommen. Decken Sie entsprechende Fensterbänke vor dem Putzen sorgfältig ab.
    Ein weiteres nachhaltiges und umweltschonendes Hausmittel zum Fensterputzen kennen wir noch von unseren Großmüttern: Zeitungspapier. Dies wird allerdings nicht wie viele vermuten zum Putzen der Scheiben verwendet – die Druckerschwärze würde schlimmere Verschmutzungen verursachen als so mancher Vogelschwarm. Jedoch zum Trocknen und Polieren ist es gut geeignet. Locker zusammengeknüllt ist das fusselfreie Papier durch seine starke Saugkraft perfekt, um die Flüssigkeit vom Glas zu entfernen.
  3. Saubere Putztücher: Achten Sie darauf, dass alle Tücher, Lappen und Schwämme, die Sie zum Putzen der Fenster verwenden möchten, entweder neu, aber zumindest frei von Seifenresten und Fetten sind. Andernfalls könnten diese Reste einen hässlichen Schmierfilm auf der Glasscheibe hinterlassen und Ihre Arbeit war vergebens.
    Daher: Fensterputztücher niemals mit Weichspüler waschen und unbedingt sicherstellen, dass sämtliche Waschmittelreste ausgespült sind. Am besten eignet sich hierfür reichlich klares Wasser oder ein extra Spülgang in der Waschmaschine.
  4. Praktisches Helferlein: Bei extrem starker Verschmutzung, die sich durch den Einsatz von Reinigungsmitteln nicht entfernen lässt, empfiehlt sich ein herkömmlicher Ceranfeld-Schaber. Diese praktischen Hilfsmittel sind so konzipiert, dass sie auch auf Glas keine Kratzer hinterlassen und bedenkenlos verwendet werden können. Bitte greifen Sie niemals zu Messer oder Spachtel: Zum einen ist die Verletzungsgefahr recht hoch, zum anderen können Sie Ihren Fenstern tiefe Kratzer zufügen.

Sicherheit beim Fensterputzen: Vorsicht ist besser als Klarsicht!

Modernes Wohnen mit spektakulären Panoramafenstern hat seinen Reiz. Doch spätestens beim Fensterputzen schwindet die Freude über die großformatigen Glasfronten. Aber auch der Altbau besitzt seine Tücken: Hohe Decken und schwer erreichbare Fensterelemente machen das Putzen der Fenster nicht nur schwieriger, sondern auch gefährlich. Rund 80 Prozent der tödlichen Unfälle im Haushalt sind die Folge von Stürzen, die auch beim Fensterputzen passieren können. Soweit muss es nicht kommen!

Wasserreste mit einem Baumwolltuch aufsaugen

Die Ecken der Fenster sollten Sie mit einem Microfasertuch auswischen.

Die passende Kleidung: Rutschige oder schlecht sitzende Schuhe sind tabu, wenn Sie auf Leitern oder Tritte steigen müssen. Bequeme Kleidung ist beim Fensterputzen zwar von Vorteil, doch allzu weite Oberteile oder Schals bergen die Gefahr, an Leitern oder Fenstergriffen hängen zu bleiben.

Die richtige Ausrüstung: Verzichten Sie lieber auf wackelige Eigenkonstruktionen wie gestapelte Hocker oder Kisten, wenn Sie zum Putzen hoch hinaus müssen. Ein fester Stand ist Gold wert! Sich auf das Fensterbrett zu stellen ist ebenso tabu wie das weite Hinauslehnen aus dem offenen Fenster. Für die Außenseite helfen praktische Putzgeräte mit langen Stielen oder Teleskopstangen. Lassen sich die oberen Fenster wirklich nur kippen? Einige Modelle verfügen über versteckte Klappfunktionen, mit denen sie sich einfach nach innen öffnen lassen.

Beachten Sie unbedingt: Körperlich herausfordernde Hausarbeiten wie das Putzen der Fenster sollten Sie wirklich nur dann erledigen, wenn Sie sich gesund und fit fühlen.

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