Fahrrad reinigen: So geht´s Schritt für Schritt

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Von der Nordsee bis in die Alpen – Deutschland ist ein Paradies für Radfahrer mit seinen langen Fahrradwegen durch Stadt und Natur. Damit nicht schon beim ersten Kilometer die verrostete Kette abspringt oder die abgefahrene Bremse zu quietschen anfängt heißt es daher, bevor es wieder warm wird: Fahrrad reinigen. Was Sie dazu brauchen und warum ein sauberes Rad sicherer ist, lesen Sie in diesen Artikel.



Von der Alten Salzstraße in Schleswig-Holstein zum Altmühltal in Bayern, vorbei an Schlössern am Rhein, rüber zum Neckar oder an der Berliner Mauer entlang: Deutschland ist ein wahres Fahrradparadies mit seinem knapp 40.000 Kilometer umfassenden Radwegenetz. Auch für den täglichen Weg zur Arbeit, als sportlicher Ausgleich am Wochenende oder für lange Trekkingtouren in den Ferien kommt das Fahrrad zum Einsatz.

Jedes Fahrrad fährt aber nur so gut, wie es gepflegt wird. Eine Studie zur allgemeinen Fahrradnutzung vom Fachhändler fahrrad.de fand heraus, dass 43 Prozent der befragten Radbesitzer ihren Drahtesel am liebsten selbst warten und pflegen. Knapp sechs Prozent bringen ihr Fahrrad in eine Werkstatt zur Reparatur und Pflege. Dabei kann man das Fahrrad ganz einfach selbst reinigen, sofern Sie die passenden Geräte und Mittel parat haben.

Fahrrad reinigen: Schritt für Schritt

  1. Stellen Sie das Fahrrad falsch herum auf den Sattel. So kommen Sie auch an schwierige Stellen ran und können Reifen ganz leicht hin und her drehen. Wer keinen Hinterhof oder Garten hat, stellt sein Fahrrad einfach in die Badewanne in der Wohnung.
  2. Fangen Sie beim Rahmen an und entfernen Sie mit einem feuchten Tuch Staub und Dreck. Mit Spülwasser können Sie den Rahmen einweichen. Entfernen Sie das Spülwasser danach mit einem Gartenschlauch oder einer Gießkanne. Bei einem Hochdruckreiniger achten Sie auf eine geringe Barzahl, damit Dichtungen und Lager nicht zerstört werden.
  3. Nun kümmern Sie sich um die Pedalen. Hier können Sie einfach mit einem Tuch Schmutzreste entfernen. Achten Sie auch darauf, dass die Reflektoren an den Pedalen wieder sauber werden.
  4. Als nächstes nehmen Sie sich mit Schwamm und Handtuch die Räder vor. Putzen Sie immer von innen nach außen und fangen Sie bei Felgen und Speichen an. Es lohnt sich auch, den Mantel zu säubern und dabei nach eventuellen Risse Ausschau zu halten. Achten Sie darauf, dass Sie Rückstände des Bremsbelags auf den Felgen entfernen. Trocknen Sie zum Schluss Räder, Speichen und Naben ab.
  5. Auch die Schutzbleche sollten Sie bei der Reinigung nicht vergessen. Es lohnt sich, diese von unten zu säubern. Das ist zwar etwas schwierig, aber unter dem Blech sammelt sich der meiste Schmutz an.
  6. Säubern Sie nun Kette und Kassette, indem Sie mit einem Lappen die groben Schmutzreste auf Kettenblättern und Ritzel entfernen. Achtung: Viele Fahrradreiniger wirken entfettend. Danach müssen Kette und Ritzel wieder ausreichend eingefettet werden. Tipp: Die Kette sollte alle 300 Kilometer gesäubert werden.

Geschafft! Ein Fahrrad zu reinigen erfordert zwar etwas Mühe und Zeit, aber es lohnt sich – nicht nur aus optischen Gründen, sondern auch für Ihre Sicherheit.

Fahrrad reinigen – zur Sicherheit

Der Winter hinterlässt Spuren – nicht nur bei der Flora, sondern auch bei Fahrrädern. Und zwar unabhängig davon, ob es im Keller überwintert oder im überdachten Hof. Im Keller ist es feuchter Luft ausgesetzt, die Reifen können porös werden, die Spannung der Kette nachlassen. Staub lagert sich an den Felgen ab. Im Hinterhof ist es Minusgraden ausgesetzt, ohne ein Dach überm Kopf auch Schnee und Regen. Rost ist wohl der größte Feind des Drahtesels. Deswegen sollten Räder gereinigt und gewartet werden, sobald die ersten Sonnenstrahlen den Frühling ankündigen. Die Werkstatt um die Ecke übernimmt den Frühlingsputz des Fahrrads. Aber warum Geld zum Fenster hinauswerfen, wenn Sie die Reinigung ganz einfach selbst durchführen können?

Fahrradkette reinigen

Reinigen Sie regelmäßig Ihre Fahrradkette, besonders im Winter.

Beim Fahrrad reinigen geht es nicht nur um die Optik, sondern vor allem um die Sicherheit. Dreck und Staub führen dazu, dass Seilzüge von Bremsen nur noch schwerfällig funktionieren. Dreck auf der Fahrradkette nutzt diese ab, beim Schalten springt sie schneller heraus. Oder aber Sie erkennen Risse am Rahmen wegen des Schmutzes nicht mehr – alles Punkte, die die Sicherheit beim Radfahren beeinträchtigen. Deswegen ist es wichtig, sein Fahrrad regelmäßig zu reinigen.


Was brauchen Sie für die Fahrradreinigung?

Bevor es ans Eingemachte geht, sollten Sie die nötigen Utensilien organisieren. Ein bisschen Küchenrolle und Spülmittel reichen dafür nicht aus.

Sie benötigen folgende Dinge, um Ihr Fahrrad zu reinigen:

  • Sie brauchen einen Putzeimer und alte Lappen, die Sie mehrmals verwenden können. Übrigens: Alte Socken eignen sich perfekt zum Fahrrad reinigen.
  • Mit einem Handfeger können Sie grobe Schmutzreste von Rahmen und Felgen entfernen.
  • Mit einer Zahnbürste gelangen Sie selbst an die engsten Stellen.
  • Feuchte Allzwecktücher können Sie immer gebrauchen.
  • Auch Kettenöl sollten Sie stets im Keller stehen haben.
  • Mit einem Poliertuch können Sie Ihrem Fahrrad am Ende ein bisschen Glanz verpassen.

Fahrradkette reinigen – vor allem im Winter

Im Winter benötigt das Fahrrad mehr Pflege, daher sollten Sie in den kalten Monaten ein besonderes Augenmerk auf Ihr Fahrrad haben und regelmäßig Ihre Fahrradkette reinigen. Schneereste sollten sofort mit heißem Wasser entfernt werden. Achten Sie darauf, dass kein Streusalz an Rahmen oder Felgen haften bleibt – dieses kann den Lack angreifen. Und auch die Fahrradkette sollte wöchentlich geölt werden. Dafür müssen Sie die Kette zunächst von grobem Schmutz mit einem Lappen befreien. Vergessen Sie nicht die Ritzel – auch diese sollten nach der Reinigung glänzen. Mit einer Zahnbürste oder einem Streichholz erreichen Sie selbst enge Stellen.

Fahrradkette reinigen - Kettenöl

Die Fahrradkette sollte im Idealfall einmal pro Woche geölt werden.

Bei der Reinigung der Fahrradkette ist es wichtig, dass Ritzel und Kette frei von Dreck sind. Gepaart mit Schmieröl wirkt der Dreck wie eine Art Peeling und nutzt Ritzel und Kette immer weiter ab. Erst nachdem Sie beides gereinigt haben, können Sie Kettenöl draufschmieren. Nehmen Sie dafür stets ausgewiesenes Kettenöl, denn dieses hat die besten Eigenschaften, um Rost vorzubeugen. Tränken Sie einen Lappen in dem Öl und ziehen Sie die Kette ein paar Mal durch den Lappen.

Welcher Fahrradreiniger ist am besten?

Haben Sie alle Utensilien beisammen, muss noch der passende Fahrradreiniger her. Mit aggressiven Allzweckreinigern sollten Sie die Matschschichten nicht vom Rahmen sprühen, denn dann wird möglicherweise der Lack beschädigt. Außerdem können chemische Reiniger das Gummi der Reifen angreifen. Damit Dichtungen, Reifen und Lack die Fahrradreinigung überstehen, muss daher ein besonderer Reiniger her.

Am besten einer, der verträglich für Gesundheit und Umwelt ist, beispielsweise Fahrradreiniger von Dynamic. Mit der praktischen Pumpflasche können Sie den Reiniger gleichmäßig auf Rahmen und Felgen sprühen, so verschwenden Sie keinen Tropfen. Dynamic löst auf Salmiakbasis auch hartnäckige Verschmutzungen und ist biologisch abbaubar. Sie können den Fahrradreiniger problemlos auf Reifen sprühen, diese werden durch die Lösung nicht angegriffen.

Gleiches gilt für Motorex Bike Clean. Dieser Reiniger kommt als Gel daher und kann ebenfalls gezielt aufgetragen werden, ohne dass viel daneben tropft. Reifen oder Bremsen werden nicht beeinträchtigt. Dieser Reiniger ist speziell für Carbonrahmen und -teile geeignet. Einfaches Spülmittel aus der Küche ist übrigens ebenso geeignet. Immerhin werben Anbieter mit starker Fett- und Schmutzlösekraft – genau das, was Sie für Ihr Rad gebrauchen können.

Fahrrad reinigen mit Hochdruckreiniger

Vorsicht beim Fahrrad reinigen mit einem Hochdruckreiniger: Reduzieren Sie die Barzahl.

Wichtig ist nur, dass der Reiniger biologisch abbaubar ist, da viel von dem Putzwasser im Boden versickert. Neben Spülmittel eignet sich auch ein Erfrischungsgetränk als Reiniger. Ist die Klingel beispielsweise stark verrostet? Dann schrauben Sie diese ab, legen sie in Cola und innerhalb kurzer Zeit ist der Rost verschwunden. Achten Sie aber darauf, dass Cola die Schmierfähigkeit an Ketten beeinträchtigt. Also am besten nur an abschraubbaren Kleinteilen verwenden.


Fahrradfelgen reinigen

Das ist wohl der unbequemste Teil der Fahrradreinigung. Die Fahrradfelgen reinigen, ist eine Sisyphus-Arbeit, denn man sollte den Dreck zwischen jeder einzelnen Speiche entfernen. Wäre es da nicht praktisch, das Fahrrad einfach in eine Waschanlage zu bringen oder einen Hochdruckreiniger zu verwenden? Praktisch: ja. Gut fürs Rad: nein. Der hohe Druck des Hochdruckreinigers presst das Wasser ruckzuck in Dichtungen und Lager und der Lack kann leicht Risse bekommen und abblättern. Wer sein Fahrrad trotzdem schnell und leicht mit dem Hochdruckreiniger saubermachen möchte, sollte die Barzahl des Geräts hinunterdrehen – je weniger Druck, desto besser. Ketten und Dichtungen sollten nicht mit dem Hochdruckreiniger behandelt werden.

Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie per Hand die Felgen reinigen. Die Bremse umschließt die Felge – ist diese voller Dreck, kann die Bremswirkung beeinträchtigt werden. Mit einem feuchten Tuch können Sie ganz einfach über die Felgen wischen. Mit einem Felgengummi lässt sich der Bremsabrieb von der Felge entfernen.

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