Fahrrad-Apps im Test: Smart auf zwei Rädern

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Ob Mountainbike, Trekking oder einfach eine gemütliche Stadtrundfahrt: Mit den richtigen Fahrrad-Apps macht die Tour gleich doppelt Spaß. Wir zeigen Ihnen, welche sechs Anwendungen – vom Fahrradpass bis zur Werkstatt – Sie wirklich brauchen, um smart auf zwei Rädern unterwegs zu sein. Und wie Sie beim Radeln gleichzeitig Geld verdienen.



Es quietschte und schepperte, als Forstmeister Karl von Drais am 12. Juni 1817 seine erste Tour mit dem neu erfundenen Holzlaufrad unternahm. Die Räder klapperten über die Landstraße, irgendwo zwischen Schloss Mannheim und der kurfürstlichen Sommerresidenz in Schwetzingen. Die wohl erste Fahrradtour der Welt dauerte eine Stunde, rund 13 Kilometer war sie lang.

Fahrrad-Apps zum Navigieren

Einige Fahrrad-Apps können Ihnen dabei helfen, wirklich smart auf zwei Rädern unterwegs zu sein.

Mit seiner Draisine konnte von Drais sich auf einmal viel schneller fortbewegen als seine Zeitgenossen, mit 14 Kilometer pro Stunde überholte er sogar die Postkutsche. Von Drais sah seine Entwicklung vor allem als günstige Alternative zum Pferd an. Denn in Zeiten, in denen Getreide unfassbar teuer war, hatte das Velo einen entscheidenden Vorteil: Es fraß keinen Hafer. Einen Sommer lang schaffte der gebürtige Karlsruher es weltweit in die Schlagzeilen. Doch danach wurde seine Erfindung als albernes Kinderspielzeug abgetan. Als von Drais starb, galt er als seltsamer Kauz, der trotz seiner bahnbrechenden Erfindungen – neben dem Laufrad auch eine Musikmaschine und ein Phonograph – nie zu Ruhm und Ehre gelangt war. Erst kurz nach seinem Tod 1851 ging das Fahrrad in Serienproduktion.

Von der Draisine zu den Fahrrad-Apps

Bis heute hat es nichts von seiner Beliebtheit eingebüßt. Jeder zweite Deutsche nutzt sein Fahrrad im Alltag. Das geht aus der Studie „Fahrradfahren in Deutschland“ des Marktforschungsinstituts Research Now hervor und zeigt: Das Fahrrad ist zu einem unverzichtbaren Gefährt geworden und macht dem Auto deutlich Konkurrenz. Radfahren steht sogar noch vor Wandern und Schwimmen auf der Liste der Lieblings-Outdoor-Sportarten der Deutschen. 61 Prozent der Befragten gaben an, dass sie am liebsten in ihrer Freizeit radeln. Ein Trend, auf den selbstverständlich Radhersteller reagieren und sich gegenseitig mit den neuesten E-Bikes und Retro-Rennrädern übertrumpfen.


Fahrrad-Apps, die wirklich hilfreich sind

Aber auch der App-Markt will mitmischen. Rund 2,3 Millionen Apps gibt es etwa im Google Play Store. Jeden Tag kommen 4.000 neue Anwendungen hinzu. Klar, dass auch der Radler hier auf seine Kosten kommt. Doch gleichzeitig hat er die Qual der Wahl. Denn wie soll er zwischen den zahlreichen Routenplanern, Trackern oder Trittfrequenzmessern die wirklich spannenden Fahrrad-Apps herausfinden? Und vielleicht gibt es ja noch ganz andere nützliche Anwendungen, von denen er gar nicht weiß, dass sie sich irgendwo im App-Dschungel verstecken. Ich habe mich einmal durch den Wald der Fahrrad-Apps gekämpft und dabei sechs wirklich nützliche, witzige und hilfreiche Anwendungen für die nächste Fahrradtour gefunden.

Naviki: Das Fahrrad-Navi auf dem Smartphone

Nie wieder im Wald verfahren! Mit der Fahrrad-App Naviki können Sie ganz leicht Routen planen. Wie bei jedem anderen Navigationsgerät geben Sie Start- und Endpunkt ein und Naviki berechnet Ihnen die richtige Route. Das Besondere: Sie können die Routenplanung Ihrem Vorhaben anpassen. Sie wollen mit dem Mountainbike offroad fahren und rasante Abfahrten machen? Oder mit dem Pedelec auf asphaltierten Feldwegen entlang radeln? Oder möchten Sie sich mit dem Rennrad auf einer langen und geraden Strecke mit spiegelglatter Oberfläche verausgaben? Naviki findet für jede Tour die perfekte Route und navigiert Sie mit Sprachausgabe und Pfeilen durch die Natur. Besonders Spaß macht die Cockpit-Funktion: einfach das Smartphone vorne am Lenker befestigen und den integrierten Tacho immer im Blick haben.

Fahrrad-App Naviki

Mit der Fahrrad-App Naviki für jede Fahrradtour die perfekte Route finden.

  • Preis: kostenlos
  • Bewertungen im Google Play Store: 3,5 von 5 Sternen
  • Bewertungen im iTunes App Store: 4,3 von 5 Sternen
  • Bisherige Downloads Android: knapp 5.500
  • Zusatzinfos: Offline-Karten können auch ohne Internetverbindung genutzt werden.
  • iOS-Version, Android-Version

Fahrrad kaputt? Da gibt’s bestimmt ´ne App!

Klar, eine App kann kein Rad in Ordnung bringen. Aber sie kann Ihnen zeigen, wie es geht. Wer hat es nicht schon einmal erlebt? Die Kette springt plötzlich raus, eine Bremse hat sich gelockert oder aber eine Scherbe hängt im Mantel fest. Wer sich nicht regelmäßig mit Fahrradreparaturen beschäftigt, kommt hier ohne Hilfe nicht weiter. Die Fahrrad-App MountainBIKE Werkstatt ist der perfekte Helfer auf einer Radtour. Leider ist die Fahrrad-App nicht kostenlos, aber für die Reparatur in der Werkstatt greift man deutlich tiefer in die Tasche. Die App richtet sich primär an Mountainbike-Fahrer, aber jeder Radler profitiert von den einfachen Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Detailgenau und hinterlegt mit Bildern, erklärt die Fahrrad-App für jeden verständlich, wie Reparaturen durchgeführt werden, etwa wie die Schaltung einzustellen, das Innenlager zu wechseln oder die Bremsen zu lüften sind. Der sogenannte Equipment-Check zeigt dem Fahrer, welche Werkzeuge oder Ersatzteile er für welche Reparaturen dabeihaben sollte.

Fahrrad-App MountainBIKE Werkstatt

Die Fahrrad-App MountainBIKE Werkstatt erklärt Ihnen Schritt-für-Schritt wie Sie bestimmte Reparaturen durchführen.

    • Preis Google Play Store: 3,99 Euro
    • Preis iTunes: 4,49 Euro
    • Bewertungen im Google Play Store: 4,3 von 5 Sternen
    • Bisherige Downloads  Android: 175
    • Zusatzinfos: Sie sind in Eile? Die App zeigt immer den Schwierigkeitsgrad der Reparatur und die dafür benötigte Zeit an.
    • iOS-Version, Android-Version



Fahrradpass: Die App hilft, wenn das Rad gestohlen wird

Drei Räder stehen schon auf meiner schwarzen Liste: aus dem Hof geklaut, an der Straßenlaterne geknackt und am Bahnhof. Hier kann ein Fahrradpass helfen: Er enthält alle relevanten Informationen zum Fahrrad und kann der Polizei im Falle eines Diebstahls vorgelegt werden. Da dies die Chancen erhöht, ein gestohlenes Rad wiederzufinden, ist es sinnvoll, dass jeder Radbesitzer einen Fahrradpass ausfüllt – ab sofort auch als Fahrrad-App von der Polizei. Tragen Sie die wichtigsten Daten ein, die Ihr Fahrrad ausmachen: Rahmenhöhe, Gabelnummer oder auch Material. Je besser Sie das Fahrrad in der App beschreiben, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie es wiederfinden. Sie haben auch die Möglichkeit, ein Foto Ihres Rads in der Anwendung zu hinterlegen. Die Daten können Sie im Falle eines Diebstahls direkt per Mail an Polizei und Versicherung schicken.

Fahrradpass als App

Den Fahrradpass mit allen relevanten Informationen zum eigenen Fahrrad, gibt es jetzt auch als App.

  • Preis: kostenlos
  • Bisherige Downloads  Android: 649
  • Bewertungen im Google Play Store: 4,0 von 5 Sternen
  • Bewertungen im iTunes App Store: 2,6 von 5 Sternen
  • Zusatzinfo: Mit der Fahrradpass-App können Sie auch mehrere Räder verwalten.
  • iOS-Version, Android-Version

Für Fahrrad-Freaks: Bike Gear Calculator

Sie sind nicht nur ein Sonntagsfahrer, sondern wollen bei jeder Tour das Beste aus Ihrem Rad herausholen? Dann empfehle ich den Bike Gear Calculator, der aber schon einen gewissen Nerd-Faktor hat. Denn die Fahrrad-App berechnet, wie Sie die Bandbreite der Schaltung optimal ausnutzen können und wie hoch die Frequenz der Tritte sein muss, um ein bestimmtes Tempo bei einer bestimmten Übersetzung zu erreichen – alles unter Berücksichtigung des Reifenumfangs, der Kurbellänge und anderer Parameter.

Fahrrad-App Bike Gear Calculator

Bike Gear Calculator App mit gewissem Nerd-Faktor.

  • Preis: kostenlos
  • Bisherige Downloads  Android: über 5.000
  • Bewertungen im Google Play Store: 4,2 von 5 Sternen
  • Bewertungen im iTunes App Store: 5 von 5 Sternen
  • Zusatzinfo: Die Übersetzungsangaben können Sie ganz einfach in der App speichern und bei der nächsten Tour wieder aufrufen.
  • iOS-Version, Android-Version

Mehr Schotter und Asche: Radfahren und Geld verdienen

Sie sind ständig mit dem Rad unterwegs? Warum verdienen Sie sich damit nicht ein paar Moneten dazu? Möglich ist das mit bikuh – hier können Sie sich einfach registrieren und eine Werbetafel am Rad installieren. Abgerechnet wird nach Kilometern. Die Werbekampagne können Sie sich selbst aussuchen, der Radladen in der Nähe installiert die Werbescheibe am Reifen. Über eine App nutzen Sie die Tracking- und Routenfunktion, um die Kilometer mitzuzählen. Millionär wird man mit maximal 20 Cent pro Kilometer nicht – aber immerhin können Sie die Zeit auf dem Rad für ein kleines Zubrot nutzen.

Fahrrad-Apps bikuh

Mit der Fahrrad-App bikuh beim Fahrradfahren Geld verdienen.

  • Preis: kostenlos
  • Bisherige Downloads  Android: 24
  • Bewertungen im Google Play Store: 4,2 von 5 Sternen
  • Zusatzinfos: Die App zeigt Kilometerstand und Kalorienverbrauch sowie eingesparte CO2-Emission an.
  • iOS-Version, Android-Version

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