Energieeffizienzklassen von Waschmaschine, Trockner & Co. – Was hat es damit auf sich?

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In der heutigen Zeit sind die Themen Umweltschutz, Nachhaltigkeit und ökologische Verträglichkeit von großer Bedeutung. Eine besonders wichtige Rolle spielen hierbei Elektrogeräte. Um Ihnen als Verbraucher den Überblick über den Stromverbrauch der Geräte zu erleichtern, führte die Europäische Union Anfang der 1990er Jahre die Energieverbrauchskennzeichnungs-Verordnung (EnVKV) und das dazugehörige Energieeffizienzlabel ein. Hier erfahren Sie anhand von Energieeffizienzklassen, wie effizient das Gerät gegenüber Referenzgeräten arbeitet.


Auf dem europäischen Energielabel befindet sich eine Bewertungsskala, auf der Sie den Energieverbrauch des jeweiligen Gerätes anhand des schwarzen Pfeils an der rechten Seite ablesen können. Die Energieeffizienzklassen sind in den Farben Grün, Gelb, Orange und Rot gehalten, sodass Sie die Energieeinsparung einfach feststellen können (Grün = gut, Gelb und Orange = mittel, Rot = schlecht).

Welche Energieeffizienzklassen gibt es?

Ursprünglich wurde diese Skala in die Energieeffizienzklassen A bis G unterteilt, die sich am alten Bewertungssystem britischer Schulen orientieren. Geräte mit der Kennzeichnung A galten als umweltfreundlich, während solche mit der Kennzeichnung G einen hohen Energieverbrauch aufwiesen. Diese Skala finden Sie heute nur noch bei Kondensationstrocknern, Dunstabzugshauben und Produktgruppen, die erstmalig mit dem Label ausgezeichnet werden.

Energieeffizienzklassen - Skala für Elektrogeräte

Seit 2011 gelten für Waschmaschinen, Spülmaschinen sowie Kühl- und Gefriergeräte die Energieeffizienzklassen A+++ bis D.

Da viele Gerätetypen mit den Jahren immer effizienter wurden, musste auch die Bewertungsskala erneuert werden. Seit 2011 gelten für Waschmaschinen, Spülmaschinen sowie Kühl- und Gefriergeräte die Energieeffizienzklassen A+++ bis D. Am wenigsten Strom verbrauchen Geräte mit der Kennzeichnung A+++. Geräte mit einer Energieeffizienzklasse von unter A+ dürfen inzwischen nicht mehr neu in den Handel aufgenommen werden. Die neue Skala wurde Anfang 2015 auch für Gas- und Elektrobacköfen übernommen. Schritt für Schritt sollen hier ebenfalls die Mindeststandards angepasst werden. Ausgenommen von dem Energielabel sind bislang noch reine Dampfgargeräte und Kochfelder.

Doch da die Geräte immer moderner und immer stromsparender werden, können Sie längst nicht mehr davon ausgehen, dass beispielsweise eine Waschmaschine mit der Energieeffizienzklasse A+ noch wirklich gut ist. Tatsächlich handelt es sich dabei nur noch um einen mittelmäßigen Wert, der mit Energiesparen nicht mehr allzu viel gemein hat.
Da die neuen Energieeffizienzklassen A+++ bis A+ reichlich Verwirrung unter den Verbrauchern stiften, schlug die EU-Kommission im Juli 2015 vor, wieder zur ursprünglichen Bewertungsskala A bis G zurückzukehren.

Dazu ist selbstverständlich eine Neubewertung der bestehenden zehn Klassen nötig, um sie einheitlich wieder sieben Klassen zuordnen zu können. Darüber hinaus sollen die Elektrogeräte künftig in einer Produktdatenbank registriert werden, sodass der Vergleich per simpler Online-Recherche durchgeführt werden kann.
Und der Vergleich lohnt sich: Laut EU-Kommission zahlen Sie bis zu 500 Euro im Jahr weniger, wenn Sie auf ein energiesparendes Gerät Wert legen.



Welche Energieeffizienzklassen gelten für Elektrogeräte?

Die Energieeffizienzklassen variieren zum Teil sehr stark. So ist bei Gerätetypen, die erst kürzlich zum Ausweis des Energielabels verpflichtet wurden, noch die alte Skala von A bis G zugelassen. Auch ist es weiterhin erlaubt, alte Lagerware mit dieser Skala zu verkaufen, obwohl für den Gerätetyp bereits die neue Skala gilt. Im Zweijahresrhythmus werden die Klassen dabei kontinuierlich um eine Stufe angehoben, bis die Range von A+++ bis D reicht.

Energieeffizienzklassen für Waschmaschinen

Neueste Waschmaschinen unterbieten sogar die beste Energieeffizienzklasse A+++ bereits um 20 beziehungsweise 50 Prozent, sodass eine Neubewertung der Skala dringend erforderlich ist..

Weiterhin hat die Europäische Union Mindeststandards für den Verkauf von Elektrogeräten festgesetzt. Das heißt, der Gerätetyp darf zwar mit einer bestimmten Skala versehen werden, aber in den Handel gebracht werden darf das Produkt nur, wenn es den Mindestwert erfüllt. Darüber hinaus unterbieten neueste Kühl- und Gefriergeräte sowie Waschmaschinen die beste Energieeffizienzklasse A+++ bereits um 20 beziehungsweise 50 Prozent, sodass eine Neubewertung der Skala dringend erforderlich ist.

Der nachfolgenden Tabelle können Sie entnehmen, in welchen Energieeffizienzklassen die einzelnen Geräte im Handel erhältlich sind:

Energieeffizienzklasse - Tabelle für Elektrogeräte

*Beim Kauf von Fernsehapparaten sollten Sie besonders aufmerksam sein. Durch die verschiedenen Bildschirmgrößen kann die Energieeffizienzklasse Sie schon einmal in die Irre führen. Denn ein größerer Fernseher kann trotz besserer Klasse durchaus mehr Energie verbrauchen als ein kleiner Apparat mit einem schlechten Energieeffizienzwert.

Wie viel Strom und Kosten spare ich mit den Energieeffizienzklassen?

Wenn Sie beim Erwerb eines neuen Elektrogerätes auf die Energieeffizienzklassen achten, so schonen Sie nicht nur die Umwelt, sondern sparen auch noch eine Menge Geld. Sobald ein Gerät für die Skala A+++ bis D ausgewiesen ist, sollten Sie es nicht mehr unterhalb der Energieeffizienzklasse A+ erwerben. Doch selbst im oberen Bereich gibt es noch erhebliche Unterschiede. So sparen Großgeräte der Klasse A+++ ganze 60 Prozent gegenüber A-Geräten ein, A++-Geräte 40 Prozent und solche der Klasse A+ nur noch 20 Prozent.

Besonders viel Geld können Sie sparen, wenn Sie Ihren alten Kondensationstrockner gegen einen neuwertigen Wärmepumpentrockner austauschen. Diese verbrauchen bis zu 70 Prozent weniger Energie im Vergleich zum Altgerät!


Da die Kosten für die Anschaffung des Elektrogeräts mit zunehmender Energieeffizienzklasse immer weiter in die Höhe steigen, ist es nicht für jeden Verbraucher möglich, ein A+++-Gerät zu erwerben. Bedenken Sie jedoch, dass sich die Ausgaben mit den Jahren amortisieren und Ihnen langfristig gesehen viele Kosten einsparen. Ein guter Kompromiss für schmale Geldbörsen ist die Energieeffizienzklasse A++. Hiermit können Sie eine Menge Energie einsparen, müssen aber keine horrenden Anschaffungskosten bewältigen.

Die Energieeffizienzklassen sind aber nicht die einzige Möglichkeit, um Strom und somit Kosten zu sparen. Wie Sie mit einfachen Tipps Ihre Stromkosten nachhaltig senken, lesen Sie in diesen Artikenl: 10 Stromspartipps für das Badezimmer und 14 Stromspartipps für die Küche.

Energieeffizienzklassen für Leuchtmittel und Leuchten

Seit dem 01. September 2013 kommt das erweiterte europäische Energielabel auch bei Leuchtmitteln und Leuchten zum Einsatz. Als Leuchte wird übrigens das Gerät bezeichnet, in welches das Leuchtmittel/die Lampe eingesteckt wird. Das Label gilt für die meisten Lampenarten, ausgenommen sind jedoch Lichter, die nicht primär der Erzeugung von Helligkeit dienen. Dies sind zum Beispiel Leuchtmittel für Infrarotleuchten oder Beamer.

Energieeffizienzklassen für Haushaltsgeräte

Seit 2013 kommt das erweiterte europäische Energielabel auch bei Leuchtmitteln und Leuchten zum Einsatz.

Das Besondere an dieser Neuerung ist, dass bislang Energiesparlampen und LEDs allesamt in die Energieeffizienzklasse A eingetragen wurden, da sie wesentlich mehr Energie einsparen als die ausgediente Glühlampe. Mittlerweile gilt für Leuchtmittel und Leuchten jedoch die Skala A++ bis E. In der besten Klasse sind manche LEDs und Hochdruckentladungslampen zu finden, während in der zweitbesten Klasse effiziente Energiesparlampen sowie sehr gute LED-Module vorkommen.

Energieeffizienzklassen für Wohngebäude

Bei Häusern gibt es ebenfalls Energieeffizienzklassen. In diesem Fall werden diese im sogenannten Energieausweis festgehalten. Der Energieausweis informiert den Mieter über den energetischen Zustand des Gebäudes und hilft ihm dabei, herauszufinden, wie hoch die Heizkosten ausfallen. Die neuesten Ausweise (ab Mai 2014) beinhalten eine Skala von A+ bis H. Sie sind zehn Jahre lang gültig und müssen somit regelmäßig erneuert werden.

Energieeffizienzklassen - Haus energieeffizient bauen

Bei Häusern gibt es ebenfalls Energieeffizienzklassen. Hier werden diese im sogenannten Energieausweis festgehalten.

Seit 2009 ist jeder Vermieter, Verkäufer oder Verpächter dazu verpflichtet, das fünfseitige Dokument professionell anfertigen zu lassen und bei Nachfrage dem Interessenten vorzuzeigen. Einzelne Auszüge aus dem Ausweis müssen bereits in der Immobilienanzeige angegeben werden. Dazu zählen der Energieverbrauch, das Baujahr des Hauses und die Art des für die Heizung genutzten Energieträgers.


Energieeffizienzklassen für Autos

Auch bei Fahrzeugen wird mittlerweile ein Energielabel angewandt. Die Pkw-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (kurz Pkw-EnVKV) kennzeichnet neue Personenkraftwagen hinsichtlich ihrer Energieeffizienz. Die Bewertungsskala reicht von A+ bis G und berechnet sich aus dem CO2-Ausstoß im Verhältnis zum Gewicht des Fahrzeugs. Ist der ermittelte Wert niedriger als der Referenzwert, so wird der Pkw in die Klassen A+ bis D eingeteilt. Vereinzelt geben Hersteller auch den Kraftstoffverbrauch in Liter auf 100 Kilometer an.

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