Kaufratgeber: Auf diese Punkte müssen Sie bei einer DSLR-Kamera achten

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Der Kamerakauf ist für viele Hobbyfotografen ein Buch mit sieben Siegeln – und bei digitalen Spiegelreflexkameras (DSLRs) kommt noch ein achtes hinzu. Zahllose Standards, Anschlüsse und Technologien verunsichern sogar erfahrene Foto-Profis. Dabei ist es gar nicht so schwer, den Durchblick zu behalten – wenn man weiß, worauf zu achten ist.

Der Kauf einer neuen Kamera ist fast immer ein zeitaufwändiges Unterfangen. Obwohl der technische Fortschritt inzwischen langsamer geworden ist, bringen die Hersteller trotzdem im Jahresrhythmus neue Modelle auf den Markt. Im Segment digitaler Spiegelreflexkameras (DSLR, engl. für digital single-lens reflex) beträgt die Modell-Lebensdauer inzwischen sogar zwei bis vier Jahre, bis ein Nachfolger auf den Markt kommt. Trotzdem haben die Hersteller es in den letzten Jahren durch gezielte Aufsplittung des Segments verstanden, Kunden zu verwirren. Zum Teil unterscheiden sich Modelle nur noch in Details.

DSLR: Welches Anschluss-System soll es sein?

Diese oft vernachlässigte Frage sollten sich Fotografen stellen, die in die Zukunft investieren wollen. Durch die Wechsel-Optik von Spiegelreflexkameras häuft sich mit der Zeit ein nicht zu verachtender Objektiv- und Zubehör-Park bei jedem Fotografen an. Wechselt man später den sogenannten Kamera-Body und steigt auf ein Modell eines anderen Herstellers um, kann man auch gleich alle Objektive austauschen.

AF-P DX NIKKOR 18–55 mm 1:3,5–5,6G VR Nikon Objektiv

AF-P DX NIKKOR 18–55 mm 1:3,5–5,6G VR: Dieses Nikon-Objektiv ist speziell darauf ausgelegt, das Optimum aus der hohen Pixelanzahl und dem Bildsensor einer digitalen Nikon-Spiegelreflexkamera mit DX-Format herauszuholen.

Der Grund: Jeder Hersteller hat einen eigenen Anschluss-Standard zur Verbindung des Objektivs mit der DSLR-Kamera. Nikon besitzt ein anderes System als Canon, Pentax setzt auf einen anderen Anschluss als Sony. Und dann sind da noch die Systemkameras, deren Auswahl im Grunde mit der von Spiegelreflexkameras identisch ist: Sie haben wieder andere Anschluss-Standards. Der Anschluss ist also grundsätzlich wichtig. Zukunftssicher sind sie alle, das bewusste Auswählen eines Standards und damit Herstellers macht jedoch das spätere Auf- und Umsteigen deutlich einfacher.

DSLR Kamera: Vollformat oder APS-C?

Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Kaufentscheidung ist das Sensorformat. Gängig bei DSLR sind derzeit das „kleine“ APS-C sowie das „Vollformat“. Beide haben ihre Vor- und Nachteile. Während Kameras mit Vollformat-Bildsensoren grundsätzlich bessere Bilder liefern, gibt es bei den für den Consumer-Markt gedachten APS-C-Kameras deutlich günstigere Objektive. Die „großen“ Vollformat-Objektive lassen sich problemlos an APS-C nutzen, viele Vollformat-Kameras können jedoch mit den „kleinen“ Objektiven des APS-C-Formats nichts anfangen.

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Die Nikon D750 ist speziell auf erweiterte fotografische Möglichkeiten und minimales Gewicht ausgelegt und bietet herausragende Vollformataufnahmen, ganz gleich, an welchem Ort und unter welchen Bedingungen fotografiert wird.

Das bedeutet auch: Wer zwischen allen auf dem Markt befindlichen Objektiven wählen will, muss zum APS-C-Format greifen. APS-C hat allerdings durch das kleinere Sensorformat einen sogenannten „Crop-Faktor“: Objektive werden je nach Hersteller effektiv um den Faktor 1,5 bis 1,6 ins Tele verlängert. Sprich: Ein Objektiv mit 24 Millimetern Brennweite bleibt am Vollformat ein Weitwinkel, während es am APS-C-Sensor durch den Crop-Faktor eher zur Normalbrennweite wird (24 x 1,5 = 36 mm Brennweite). Das gilt für alle Objektive. Ein großer Vorteil des „kleinen“ Formats ist hingegen die Baugröße. Da die Bauteile von Sensor und Spiegel kleiner sind, sind auch kompaktere und leichtere DSLR-Kameras möglich – bei gleichem Objektivanschluss.

DSLR: Die Sache mit den Megapixeln

Ein häufig verwendetes Verkaufsargument bei Digitalkameras sind die Megapixel: Je mehr davon eine Kamera hat, desto besser sollen die Bilder sein. Das stimmt heute nicht mehr. Jede auf dem Markt befindliche DSLR, ja sogar jede Spiegelreflexkamera, besitzt genügend Pixel, um Bilder bis zum Format DIN-A3 oder größer ausdrucken zu können. Obwohl hierzu schon 8 Megapixel ausreichen, bieten moderne DSLRs in aller Regel zwischen 16 und 24 Megapixeln Auflösung.

Canon EOS 100D

Die EOS 100D von Canon liefert mit 18 Megapixeln erstklassige Fotos und Videos, bietet einen optischen Sucher und die bequeme Steuerung über einen Touchscreen.

Der Unterschied ist in der Praxis allerdings gering, eine höhere Pixelanzahl wirkt sich bestenfalls bei Ausschnittsvergrößerungen positiv aus. Allerdings haben viele Pixel auch einen handfesten Nachteil: Je dichter sich die Pünktchen auf dem Sensor drängen, desto mehr beeinflussen sie sich gegenseitig – das Resultat ist Bildrauschen. Inzwischen haben die Hersteller dieses Problem aber weitestgehend im Griff, weshalb es schlicht völlig egal ist, welche Auflösung Ihre neue DSLR hat. Vielmehr stellen viele Pixel Sie vor ein Archivierungsproblem. Mit zunehmender Auflösung wächst auch der Speicherbedarf der Bilddateien, insbesondere dann, wenn Sie mit RAW fotografieren.

DSLR kaufen: Einsteiger oder fortgeschrittener Fotograf?

Nachdem Sie sich für ein Kamera-System und ein Sensorformat entschieden haben, können Sie sich um die eigentlichen Eigenschaften der im jeweiligen Segment verfügbaren Kameramodelle kümmern. Durch die Vorauswahl „Anschluss“ und „Sensor“ haben Sie Ihre Auswahl bereits ordentlich eingeschränkt, jetzt geht es darum, die für Sie passende Kamera des technischen Segments zu finden. Hersteller wie Canon oder Nikon haben allerdings zahlreiche Kameras der verschiedenen Sensorformate im Angebot, von einfachen und preisgünstigen Einsteigermodellen bis hin zu recht teuren Profi-Varianten.

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EOS 7D Mark II: Die Canon-Kamera macht Reihenaufnahmen mit bis zu 10 Bildern pro Sekunde bei voller Auflösung.

Der Hauptunterschied liegt zumeist in den manuellen Einstellmöglichkeiten und den allgemeinen Features wie etwa der Serienbildgeschwindigkeit. Einfache Modelle haben zum Beispiel oft keinen Klappmonitor oder besitzen keine LED-Anzeige auf der Oberseite und nur wenige Schnellzugriffstasten am Body der Kamera, wodurch die Bedienung verlangsamt wird. Zudem verfügen anspruchsvollere DSLR-Modelle in aller Regel über bessere Autofokus-Systeme, was sich an der Zahl der Fokus-Sensorpunkte festmachen lässt. Auch kommen bei günstigen D-SLRs oft ältere Sensoren und Bildprozessoren zum Einsatz. Dieser scheinbare Nachteil ist allerdings in der Praxis kaum sichtbar und wirkt sich vor allem bei Aufnahmen in schlechtem Licht aus.

DSLR kaufen: Welche Preisklassen gibt es?

Für Sie als Käufer einer Spiegelreflexkamera dürfte vor allem der Preis wichtig sein. Einfache Modelle mit APS-C-Sensor sind bereits für rund 300 Euro zu haben, Profi-Modelle mit Vollformat können bis zu 6.000 Euro kosten.

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Mit einem ISO-Bereich von 100-51.200, der von 50 bis zu 409.600 erweiterbar ist, überzeugt die Canon EOS-1D X Mark II (UVP: 6299 Euro) bei allen Lichtbedingungen –bis zur fast vollständigen Dunkelheit.

Was Sie benötigen, wissen Sie selbst am besten. Wollen Sie einfach in besserer Qualität als mit dem Handy Bilder schießen? Gut, das geht mit wirklich jeder digitalen Spiegelreflexkamera. Wenn Sie hingegen planen, sich eingehender mit dem Thema Fotografie zu beschäftigen und eines Tages vielleicht sogar professionell zu fotografieren, sollten Sie zu einem besser ausgestatteten Modell greifen. Falls Sie Profi sind, wissen Sie vermutlich ohnehin, was Sie benötigen. Für Einsteiger reichen jedoch in aller Regel die günstigeren Modelle völlig aus. Ein späterer Umstieg auf eine „bessere“ Kamera ist übrigens innerhalb einer Anschlussklasse jederzeit kostengünstig möglich: Sie können Ihre Objektive behalten und müssen nur den Body auswechseln.

DSLR: Kit oder Body?

Vor dem Kauf einer DSLR-Kamera gilt es, eine weitere Frage zu klären, denn in aller Regel werden Spiegelreflexkameras in zwei Varianten angeboten: einmal als sogenanntes Kit, wo bereits ein bis zwei einfachere Objektive beiliegen. Oder günstiger als reiner Body, zu dem Sie dann separat ein Objektiv kaufen müssen. Für Einsteiger empfiehlt sich zunächst der Kauf eines Kits. Das Objektiv ist enthalten, die Kamera damit sofort einsatzbereit.

EOS 760D Canon

Einsteigerklasse: Die Canon EOS 760D ermöglicht das Festhalten wertvoller Momente in hervorragender Qualität – mit lebendigen Farben und Bildschärfe bis ins Detail – dank 24,2-Megapixel-Sensor und Canon DIGIC 6 Bildprozessor.

Wer hingegen schon Objektive besitzt und auf- oder umsteigen möchte, sollte zum Body greifen. Das spart Geld und verhindert, dass Sie im Laufe der Zeit zahlreiche baugleiche „Kit-Objektive“ anhäufen. Übrigens: In Foto-Foren werden diese Linsen meist abgewatscht. Allerdings sind sie inzwischen oft deutlich besser als ihr Ruf und liefern in aller Regel unter normalen Bedingungen souverän Bilder. Meist sind sie in Sachen optischer Qualität vollkommen in Ordnung, nur die oft sehr „plastikhafte“ Verarbeitung lässt zu wünschen übrig. Zumeist haben solche Objektive eine Lichtstärke von ƒ=3,5 bis ƒ=5,6, einen Bildstabilisator und einen 3x-Zoom – das ist völlig in Ordnung für den Anfang. Wer mehr möchte, kann später ein zusätzliches Objektiv kaufen.

DSLR: Welches Objektiv soll es werden?

Wenn Sie nicht an einem Kit interessiert sind, sondern von Anfang an ein besseres Objektiv haben möchten, sollten Sie einen Body und ein separates Objektiv kaufen. Das ist zumeist teurer. Überlegen Sie sich deshalb gut, was Sie benötigen, insbesondere Lichtstärke, Weitwinkel und Zoomfaktor sind zu berücksichtigen. Grundsätzlich ist Zoom nämlich nicht alles: Faktoren wie Lichtstärke und Bildqualität sollten ebenfalls beachtet werden.

AF-P DX NIKKOR 70–300 mm f/1:4,5–6,3 G ED Nikon

AF-P DX NIKKOR 70–300 mm f/1:4,5–6,3 G ED: Eine Glaslinse mit besonders niedriger Dispersion (ED) im Nikon-Objektiv sorgt für lebendige Farben, gestochen scharfe Details und einen perfekten Kontrast.

Einen Hinweis auf die Bildqualität geben in aller Regel die Lichtstärke und der Preis. Je niedriger der Blendenwert, desto höher ist die optische Vergütung – und desto teurer ist das Objektiv. Zwar gibt es günstige Festbrennweiten mit hoher Lichtstärke. Bei Zoomobjektiven wird es konstruktionsbedingt jedoch schnell finster im Tele. Allerdings ist die Objektivauswahl eine Wissenschaft für sich: Hier eine präzise Empfehlung zu geben, würde den Rahmen sprengen. Wichtig ist jedoch, dass Sie eine möglichst große Offenblende wählen. Diese fängt bei Zoomobjektiven zumeist bei ƒ=2,8 an, bei Festbrennweiten bei ƒ=1,8. Je kleiner der Wert, desto mehr Licht kann die Optik passieren und desto besser ist das Objektiv für Aufnahmen bei schlechtem Licht geeignet. Ein Ultraschallmotor und ein Stabilisator sollten bei Zoomojektiven ebenfalls an Bord sein.

DSLR: Auch für Videofilmer interessant

Zu guter Letzt sollten Sie vor dem Kauf überlegen, ob Sie mit der DSLR-Kamera auch filmen möchten. Die meisten DSLRs besitzen eine Filmfunktion und sind in der Lage, Videos im gängigen Full-HD-Format (1.920 x 1.080 Pixel) aufzunehmen.

Canon EOS 80D

Videoaufnahmen nach Wunsch: Mit Full-HD-Videoaufnahmen bietet die EOS 80D die volle Flexibilität – vom Reiseblog bis hin zum Film im Kino-Look.

Bessere Modelle besitzen inzwischen auch die Möglichkeit der 4K-Aufzeichnung. Wenn Sie planen, Ihren Camcorder dauerhaft durch die DSLR zu ersetzen, sollten Sie darauf achten, dass 4K (3.840 x 2.160 Pixel) unterstützt wird. Wenn Sie hingegen einfach ab und zu ein Video als Urlaubserinnerung aufnehmen möchten, reicht die Full-HD-Aufzeichnung völlig aus. Wie bei den Fotos gilt auch hier: je höher die Auflösung, desto mehr Speicher wird bei der Aufzeichnung oder Archivierung benötigt.

Fazit: Alle DSLRs am Markt sind gut – man muss bloß wissen, was man braucht

Grundsätzlich gilt: Alle derzeit am Markt befindlichen DSLRs sind vollkommen ausreichend für Schnappschüsse und erste Experimente mit manuellen Einstellungen an der Kamera. Auf- und Umsteiger von Kompaktkamera und Smartphone werden sich selbst bei günstigen Modellen über die massive Verbesserung der Bildqualität freuen. Eine noch bessere Qualität finden Sie bei den teureren Modellen, die zudem deutlich mehr manuelle Funktionen und Eingriffsmöglichkeiten bieten. Unter dem Strich ist es also vor allem wichtig, von vornherein den richtigen Anschlusstyp und damit Hersteller auszuwählen – ein späterer Wechsel kann durch die Neuanschaffung der Objektive nämlich sehr teuer werden.

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Fotos: Pressefotos/Canon/Nikon