Die 12 schlimmsten Grillfehler – So geht´s nicht!

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Spätestens am ersten schönen Frühlingstag werden hierzulande die Grills auf die Balkone, in die Gärten oder Parkanlagen getragen. Das Grillen gehört zu den beliebtesten Hobbys in der warmen Jahreshälfte. Und das aus gutem Grund: Grillen ist nicht nur eine leckere, sondern gleichzeitig gesellige und verbindende Aktivität.


Jeder kann grillen! Ja, können – tut es wirklich jeder. Dennoch unterlaufen zwischen Aluschale und Luxusgrill so manche Grillfehler, die sich leicht vermeiden ließen. Wir haben 12 Tipps für Sie zusammengestellt, die sogar dem erfahrensten Grillprofi noch ein überraschtes „Ach so?“ entlocken dürften.

Grillfehler: Falsches Grillbesteck

In Sachen Grillbesteck gilt: Es gibt einen guten Grund, warum der Handel spezielles Werkzeug zum Grillen anbietet! Wer Würstchen, Nackensteak und Co. mit einer normalen Gabel anpikst, riskiert, dass das Grillgut durch die Einstichlöcher Flüssigkeit verliert und austrocknet. Ein weiterer Pluspunkt von Grillbesteck ist der lange, oftmals isolierte Griff, der die Hitze auf Abstand hält und so Verletzungen vorbeugt.

Grillfehler-Flasches Grillbesteck

Wer das richtige Grillbesteck nutzt, schützt sich nicht nur vor der Hitze, sondern auch vor dem Austritt von zu viel Flüssigkeit aus dem Fleisch.

Grillfehler: Holz statt Kohle

Holz statt Grillkohle zu verwenden, ist eine gute Sache – allerdings nur, wenn man das richtige Holz nimmt. Dieses sollte mindestens zwei Jahre gut und trocken gelagert worden sein, bevor es beim Grillen zum Einsatz kommt. Ist das Holz noch feucht, entwickelt sich schnell starker Qualm, der nicht nur unangenehm riecht und gefährlich für die Gesundheit ist. Davon abgesehen kann das Grillgut einen bitteren Geschmack annehmen.
Bei Nadelholz hilft übrigens auch die beste Lagerung nicht: Das im Holz enthaltene Harz zerstört beim Verbrennen das Aroma jeglichen Grillguts und macht es damit ungenießbar.

Grillfehler: Häufiges Wenden

Wer sein Grillgut zu häufig wendet, läuft Gefahr, in zähes, trockenes Fleisch zu beißen. Denn beim Wenden laufen Fett, Öl und Marinade vom Grillgut herunter und durch den Flüssigkeitsverlust kann das Fleisch austrocknen. Um dies zu vermeiden, sollte Fleisch maximal viermal, Wurst sogar nur einmal gewendet werden.


Grillfehler: Falsches Öl

Grillen ohne Öl ist eine zähe Angelegenheit. Doch ist Öl nicht gleich Öl. Jedes Produkt hat einen anderen Rauchpunkt, sprich die Gradzahl, an dem es anfängt zu qualmen. Kaltgepresste Öle sind überhaupt nicht hitzestabil, beginnen bereits bei 130 °C zu rauchen und sind damit absolut ungeeignet für das Grillen von Fleisch und Gemüse. Heißgepresste Öle haben hingegen einen höheren Rauchpunkt und eignen sich entsprechend besser zum Grillen. Hierzu zählen:

  • raffiniertes Olivenöl
  • Erdnussöl
  • Rapsöl
  • Soja- und Sonnenblumenöl
  • Butterschmalz

Noch ein Tipp zum Öl: Wer den Grillrost vorher gut damit einreibt, verhindert, dass das Grillgut daran festklebt und erspart sich hinterher mühsames Putzen. Wer das Öl vergessen hat, findet hier praktische Tipps für das Reinigen des Grillrosts.

Grillfehler: Gezuckerte Marinade

Zugegeben, die Marinade ist meist das Beste am Grillen. Doch enthalten die leckeren Soßen häufig Zucker oder Honig, die das Fleisch zwar köstlich machen, auf der anderen Seite aber auch dafür sorgen, dass die Marinade schnell karamellisiert. Wer nicht flink genug ist, dem verbrennt das Fleisch unter der Zuckerkruste. Deshalb sollte das Grillgut im besten Fall zunächst angegrillt, dann mariniert und anschließend final gegrillt werden.

Grillfehler: Gefährliche Bierdusche

Grillen und Bier gehören für viele untrennbar zusammen – doch sollte man wissen wie. Zwar ist unser hopfenreiches Nationalgetränk ein perfekter Begleiter für Grillwürstchen, doch hat Bier auf dem Grill nichts zu suchen! Die beliebte Bierdusche mag vielleicht ein kulinarisches Highlight versprechen, ist aber äußerst gesundheitsgefährdend. Wie alle Flüssigkeiten, die in glühende Grillkohle gegossen werden, wirbelt auch Bier Aschepartikel auf und sorgt für eine starke Qualmbildung. Sowohl das Einatmen dieses Qualms als auch der Verzehr des „bedampften“ Grillguts sind schädlich. Wer partout nicht auf das Bieraroma verzichten möchte, kann auf spezielle Grillvorrichtungen zurückgreifen, bei denen die Flüssigkeit nicht auf die Kohle tropft. Aluschalen oder andere Auffangbehälter sind hier eine gute Wahl.


Grillfehler: Entflammbare Anzünder

Es gibt viele verschiedene Arten, den Grill zum Laufen zu bringen – und fast ebenso viele sind äußerst gefährlich! Wer Grillkohle mit Spiritus, Benzin oder Lampenöl anzündet, riskiert nicht nur starke Verbrennungen. Das kostbare Grillgut kann durch falsche Anzünder außerdem einen unangenehmen Beigeschmack bekommen. Zudem werden beim Verbrennen von Spiritus und Co. gefährliche Gase freigesetzt, die nicht eingeatmet oder verzehrt werden sollten. Doch auch viele Grillanzünder sind auf Dauer gesundheitsschädigend. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, auf ungefährlichere Varianten wie eine Heißluftpistole oder einen Bunsenbrenner zurückzugreifen.

Grillfehler: Kühles Fleisch

Klar, im Sommer besteht die Gefahr, dass Grillgut, Nudelsalat und andere Speisen in der Hitze verderben. Doch sollte Fleisch immer möglichst Zimmertemperatur haben, bevor es auf dem Grillrost landet. Hat es sich erst einmal akklimatisiert, entfalten sich die Aromen besser als bei kühlem Fleisch.
Auch beim Anschneiden gegrillten Fleisches ist Geduld eine Tugend, die sich auszahlt. Wer fünf Minuten wartet, bevor er in sein Steak beißt, kann sich auf ein Stück Fleisch freuen, bei dem sich die Flüssigkeiten gleichmäßig verteilt und die Aromen ideal verbreitet haben.

Grillfehler-Gekühltes Fleisch

Holen Sie das Fleisch schon etwas früher aus dem Kühlschrank. Das Fleisch sollte Zimmertemperatur haben, wenn es auf den Grill kommt.

Grillfehler: Ungeduldiges Grillöffnen

Ist der Grill endlich an und das Essen liegt auf dem Rost, beginnt unweigerlich der Magen zu knurren. Doch wer seinen Grill immer wieder öffnet, um zu prüfen, ob Fleisch, Fisch und die eingelegten Pilze endlich „durch“ sind, sorgt nicht nur dafür, dass sich die Grillzeit verlängert. Durch das Öffnen entweicht ein Großteil der Hitze aus dem Grill und die Garzeit verschiebt sich nach hinten. Hinzu kommt, dass das Grillgut schnell austrocknet. Wer geduldig wartet, kann schneller essen und genießt zudem ein saftiges Mahl.

Aber Vorsicht: Auch bei noch so großem Hunger ist es keine gute Idee, den Grillrost möglichst vollzupacken. Ist der Rost zu überladen, kann die Hitze im Grill nicht gut zirkulieren. Das hat zur Folge, dass das Fleisch an einigen Stellen bereits verbrennt, während es an anderen noch roh sind.

Grillfehler: Falsche Grilltemperatur

Und noch ein Tipp für Ungeduldige: Ja, uns allen läuft bei dem Gedanken an brutzelndes Fleisch das Wasser im Mund zusammen – doch sollte das Grillgut nicht zu früh auf den Rost gelegt werden. Ist der Grill noch nicht heiß genug, passiert es schnell, dass das Fleisch nicht gleichmäßig durchgrillt. Die richtige Grilltemperatur lässt sich herausfinden, wenn man seine Hand in einer Höhe von gut 10 cm über den Rost hält und langsam von 10 rückwärts zählt. Wenn man bei 7 ankommt und die Hand wegziehen muss, ist das ein Indikator dafür, dass die perfekte Temperatur erreicht ist – diese liegt übrigens zwischen 170 und 230 °C. Muss die Hand schon früher zurückgezogen werden, ist der Grill deutlich zu heiß, im entgegengesetzten Fall ist er noch zu kalt. Wer nicht ganz so unerschrocken ist, kann natürlich auch ein Grillthermometer verwenden – aber wo bleibt da der Nervenkitzel?

Grillfehler: Falsches Würzen

Grillpuristen lassen es weg, Feinschmecker sorgen mit der richtigen Dosierung für ein perfektes Grillerlebnis: Salz! Doch wann ist der richtige Zeitpunkt, Grillfleisch mit einer Prise Salz zu verfeinern? Hier gehen die Meinungen auseinander. Einzig einig sind sich die Grillmeister dieser Welt nur darüber, dass es sich nicht empfiehlt, Fleisch vor dem Grillen in eine Salzmarinade einzulegen, da es dem Grillgut wertvolle Feuchtigkeit entzieht. Wer also keine Vorliebe für schuhsohlenartiges Fleisch hat, sollte es immer erst kurz vor oder nach dem Grillen salzen.

Grillfehler-Falsches Würzen

Salzen Sie das Fleisch kurz vor oder nach dem Grillen, damit keine wertvolle Flüssigkeit entzogen wird.

Auch bei Pfeffer streiten sich die Geschmäcker: Während einige das Aroma einer Pfefferkruste mögen, bemängeln andere, dass das Gewürz beim Grillen anbrennen kann und dann einen anderen Geschmack annimmt. Hier empfiehlt es sich wirklich, das Grillgut erst kurz vor dem Verzehr zu pfeffern.

Grillfehler: Falscher Grill

Natürlich ist ein Einweggrill für spontane Grillabende im Park eine super Sache, doch sollte man immer im Hinterkopf behalten, wie viel Müll diese Aluschalen hinterlassen. Und nicht nur unsere persönliche Umweltbilanz, auch der Geschmack des Grillguts leidet unter diesen Billiggrills. Durch den simplen, flachen Aufbau kann die Luft nicht richtig zirkulieren und der Grill wird entweder gar nicht oder aber viel zu heiß, sodass ein langsames, gleichmäßiges Erhitzen unmöglich ist. Zudem bietet die kleine Fläche des Rosts nur wenig Platz, um verschiedene Dinge gleichzeitig zu grillen – so isst man in größerer Runde eher nacheinander als miteinander. Gemütlich und nachhaltig grillen geht anders.

Eine umweltfreundlichere und praktische Alternative zu Einweggrills sind portable Kugelgrills, die es mittlerweile im Miniformat gibt. Sie lassen sich ganz einfach unter den Arm oder auf das Fahrrad klemmen und können immer wieder verwendet werden.

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