Die richtige Rasenpflege: Von Heugabeln und Nagelscheren

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Zu einem gepflegten Garten gehört vor allem eins: ein schöner Rasen. Die Grünfläche ist das Aushängeschild des Gartens, sie nimmt den größten Platz ein und verlangt dementsprechend auch eine gute Pflege. Hier erfahren Sie, auf was es bei der Rasenpflege ankommt und ob Sie wirklich mit der Nagelschere die Ränder beschneiden müssen.


Man kennt es aus Filmen: Der spießige Nachbar, der seinen Rasen stets mit einer kleinen Nagelschere bearbeitet und sich damit brüstet, das grünste Gras und die größten Gartenzwerge in der Nachbarschaft zu haben. Eines gestehen wir ihm zu, nämlich dass Rasenpflege wichtig ist, um sich lange an einer saftigen Wiese zu erfreuen. Aber ganz ehrlich: Die Nagelschere gehört nicht in den Geräteschuppen und es gibt selbstverständlich bequemere Arten, das Grün vorm Haus zu pflegen.

Die richtige Rasenpflege - Samensaat

Achten Sie bei dem Samensaat auf gute Qualität. Dann haben Sie länger etwas von Ihrem grünen Rasen.

Ganz egal, ob Ihr Rasen der reinste Spielplatz oder Bolzplatz ist oder nur dem schönen Anblick dient: Die Grünfläche muss regelmäßig gemäht, gedüngt und bewässert werden. Aber Achtung: Zu viel Dünger wirkt schädlich, zu viel Wasser verwandelt den Rasen in ein Sumpfgebiet und auf das richtige Mähen kommt es ebenfalls an. Es klingt zunächst ganz schön kompliziert, dem stolzen Nachbarn nachzueifern. Aber so schwer ist die richtige Rasenpflege nicht. Ich habe Ihnen im Folgenden einmal zusammengestellt, auf was es bei der Pflege eigentlich ankommt und wie Sie dafür am besten vorgehen.

Rasenpflege: Schritt für Schritt zum perfekten Grün

Zur Rasenpflege bedarf es gar nicht viel. Allerdings ist die Reihenfolge entscheidend. Im Folgenden daher eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Sie Ihren Garten am besten hegen und pflegen.

  1. Rasen mähen: Das Kürzen des Grases ist meist schon eine Wissenschaft für sich. Das bedeutet aber nicht, dass Sie mit dem Lineal die Höhe der Halme messen müssen. Eine gewisse Grundhöhe sollte der Rasen vor dem Kürzen allerdings schon haben. Man kann grob sagen, dass die Schnitthöhe zwischen drei und fünf Zentimeter betragen sollte. Wichtig ist ein regelmäßiges Kürzen, lassen Sie das Gras nicht erst meterhoch gedeihen, bevor Sie mit der Sense zu Tat schreiten. Achten Sie darauf, dass der Rasen immer auf der gleichen Höhe gemäht wird.
  2. Rasen vertikutieren: Vertikutieren bedeutet, Moos und Filze von der Rasenoberfläche zu entfernen. Das müssen Sie ungefähr zweimal im Jahr zwischen April und Oktober erledigen. Dafür gibt es den sogenannten Vertikutierer, mit dem Sie den Rasen oberflächlich behandeln können. Mit dem Gerät, das Sie wie einen Rasenmäher vor sich her schieben, ritzen Sie die Grasnarbe minimal an und können so die Unkräuter aus dem Gras herausziehen. Schieben Sie den Vertikutierer zügig über die Grasfläche, sodass er den Boden nicht zu tief einritzt. Danach harken Sie die Moos- und Filzreste von der Grünfläche und gönnen ihr ein paar Tage Regeneration.
  3. Neue Samen aussäen: Nach dem Vertikutieren sollten Sie neue Samen auf die eventuell kahlen Stellen streuen. Achten Sie bei dem Saatgut auf eine gute Qualität, lassen Sie sich notfalls im Gartenhandel beraten, damit die kahlen Stellen schnell wieder ergrünen.
  4. Der richtige Dünger für den Rasen: Dünger gibt es wie Sand am Meer. Er ist meistens unabdingbar, da der Boden in den seltensten Fällen über alle Nährstoffe verfügt, die der Rasen benötigt. Oft sind gelbe Rasenstellen und übermäßig viele Unkräuter die Folge. Ein Langzeitdünger, der seine Wirkstoffe nach und nach an den Rasen abgibt, ist empfehlenswert.
  5. Die optimale Bewässerung: Wasser ist das A und O für einen schönen Rasen. Ohne eine ausreichende Bewässerung kann der Rasen nicht gedeihen. Hier gilt es wieder, den perfekten Mittelweg zu finden, denn zu viel Wasser schadet dem Rasen. Vor allem in den warmen Sommermonaten müssen Sie nachhelfen, da die natürliche Niederschlagsmenge sehr gering ist. Gräserwurzeln nehmen das Wasser aus den tieferen Bodenschichten auf. Daher ist es sinnvoll, den Rasen seltener mit viel Wasser zu befeuchten als täglich mit wenig.



Rasen pflegen: Richtig mähen will gelernt sein!

Rasenpflege - Der richtige Rasenmäher

Das Rasenmähen ist eine Kunst für sich: Wichtig ist, dass Sie den Rasen wirklich regelmäßig mähen und, dass die Messer nicht stumpf sind.

Beim Rasenmähen sollten Sie auf einige Punkte achten, damit Sie das Gras nicht strapazieren:

  • Achten Sie darauf, dass das Messer des Rasenmähers scharf ist. Mit einem stumpfen Messer können Sie das Gras nicht schneiden, sondern belasten es zusätzlich. Eine Bartrasur mit einem stumpfen Rasiermesser ist ja schließlich auch ein aussichtsloses Unterfangen.
  • Mähen Sie einmal in der Woche. Der Rasen wächst innerhalb einer Woche mindestens um zwei Zentimeter nach. Der Mähzyklus sollte das ganze Jahr (abgesehen von den kalten Wintermonaten) über gleich bleiben. Konnten Sie eine längere Zeit nicht mähen, so gewöhnen Sie den Rasen schrittweise an die gewünschte Höhe. Schneiden Sie nicht zu viel auf einmal ab, sonst können sich die Halme nicht ausreichend schnell regenerieren.
  • Bewegen Sie sich beim Mähen immer hinter dem Rasenmäher. Treten Sie das Gras vor dem Rasenmäher platt, kann es sich nicht mehr aufrichten und nicht ordentlich geschnitten werden.
  • Bei schattigen Plätzen, im Herbst oder bei extrem heißen Temperaturen sollten Sie weniger mähen. Vor allem im Sommer dienen längere Triebe als Sonnenschirm und bewahren den Boden vor einer zu schnellen Austrocknung.
  • Verzichten Sie nach regenreichen Tagen auf das Mähen. Einen nassen Rasen sollten Sie niemals kürzen, da das Messer die Halme im feuchten Zustand nicht sauber abtrennt. Außerdem kann der Rasenmäher zu tief in den feuchten Boden einsinken und dabei die Wurzeln der Gräser zerstören.
  • Wenn Ihr Garten an einem Hang liegt, sollten Sie den Rasen immer quer zum Hang mähen. Schieben Sie den Rasenmäher niemals von unten nach oben über die Grünfläche, so tragen Sie mehr zu Ihrer Sicherheit bei. Denn dann befinden Sie sich immer auf der gleichen Höhe wie der Rasenmäher und können im Falle eines Sturzes nicht von selbigem überrollt werden.

Lesetipp der Redaktion: Wem das regelmäßige Rasenmähen zu anstrengend ist, der sollte über die Anschaffung eines Mähroboters nachdenken. Damit klappt die Rasenpflege vollautomatisch. Wir geben Ihnen nützliche Informationen zur Anwendung und Leistung zu den Mähapparaten.

Ein Kalender zur Rasenpflege

  • Frühling: Die perfekte Zeit, um dem Rasen eine Vitaminkur zu verpassen. Starten Sie in den Frühlingsmonaten mit dem Rasenmähen, und zwar regelmäßig einmal die Woche, vertikutieren Sie den Boden, entfernen Sie Unkräuter und säen Sie neue Grassamen aus. Fangen Sie mit der Gartengestaltung an und bepflanzen Sie Beete und Co.
  • Sommer: Die heißen Sommermonate bieten wenig Regen, daher sollten Sie den Rasen regelmäßig bewässern, auch tagsüber und nicht erst nach Sonnenuntergang. Erhöhen Sie die Schnittgrenzen der Rasenfläche auf vier Zentimeter, längere Grashalme bieten dem Boden den nötigen Schatten, sodass er nicht so schnell austrocknet.
  • Herbst: Bereiten Sie Ihren Rasen auf die kalten Wintermonate vor. Im Oktober können Sie den Rasen ein letztes Mal mähen und nochmal ordentlich düngen, sodass er für die nächsten Wochen versorgt ist. Sorgen Sie außerdem für eine ausreichende Belüftung des Bodens. Dafür können Sie einfach mit einer Heugabel Löcher in den Boden stechen, etwa 20 Zentimeter tief.
  • Winter: Gönnen Sie dem Rasen eine Winterpause. Das heißt, dass Sie ihn am besten nicht betreten, vor allem dann nicht, wenn Frost herrscht.



Checkliste: Was brauchen Sie für die Rasenpflege?

Wir haben schon festgestellt: Die Nagelschere gehört nicht in den Geräteschuppen. Aber welche Werkzeuge und Materialien sollten Sie auf jeden Fall parat haben, um Ihren Rasen zu pflegen? Hier eine Checkliste:

  • Rasenmäher oder Rasenroboter
  • Vertikutierer
  • Harke
  • Samenstreuwagen
  • Bewässerungssystem
  • Düngemittel und Kalk
  • Düngewagen oder Sprühgerät
  • Aerifiziergabeln oder Aerifizierwalze zum Belüften des Bodens

Rasenpflege: Die Schönheitskur für Ihren Rasen

Mit Wasser gedeiht ein Rasen wunderbar. Aber manchmal bietet der Boden dem Rasen nicht die nötigen Nährstoffe oder aber das Sonnenlicht ist aufgrund von schattigen Plätzen nicht ausreichend vorhanden. Dann müssen Sie ein bisschen nachhelfen und dem Rasen eine Schönheitskur verpassen. Dies kann in Form von Dünger sein, aber auch Sand und Kalk helfen Ihrem Rasen dabei, zum schönsten Rasen in der Umgebung zu werden und den Nachbarn vor Neid erblassen zu lassen.

Zur Rasenpflege gehört die richtige Bewässerung

Manchmal reicht eine gute Bewässerung des Rasens alleine nicht aus. Wenn Ihr Boden nicht genügend Nährstoffe oder Sonnenlicht bietet, hilft Sand oder Kalk.

Vor allem nach dem Vertikutieren freut sich Ihr Rasen über eine gute Portion Kalk, denn der reguliert den pH-Wert im Boden. Die Folge: Moos kann weniger schnell wachsen. Den Kalk streut man – am besten im März – in Form von kleinen Kügelchen auf die gesamte Rasenfläche. Warten Sie ab, bis sich die Kügelchen aufgelöst haben. Erst danach können Sie mit der Rasenpflege weitermachen und Dünger anwenden. Der sorgt dafür, dass das Gras kräftig und grün wird und hilft weniger dabei, ungebetene Gäste wie Moos und Unkräuter zu vermeiden. Mit einem Düngewagen können Sie das Gemisch auf dem Rasen verteilen. Zweimal im Jahr ist bereits ausreichend.

Wie Sie Unkraut, Klee und Moos am besten wieder loswerden

Klar, über ein vierblättriges Kleeblatt freut sich jeder. Und über Moos auch, aber nur im Geldbeutel. Zu viel Moos, Kleeblätter und Unkraut schaden dem Rasen. Auch wenn die Blüten des Kleeblatts, der gelbe Löwenzahn oder die zarten Gänseblümchen einen schönen Anblick bieten: Dem Wildwuchs muss so schnell wie möglich Einhalt geboten werden.

Zunächst einmal müssen Sie der Ursache auf den Grund gehen. Der Nährstoffgehalt im Boden wird minimal sein und die Grassamen nicht ausreichend versorgen. Qualitativ schlechtes Saatgut kann aber auch ein Grund sein, dieses ist weniger resistent gegen Unkräuter und kann sich Löwenzahn und Co. gegenüber nicht behaupten. Manchmal ist das Saatgut bereits mit Unkrautsamen verunreinigt. Achten Sie daher darauf, ein gutes Saatgut zu kaufen. Die richtige Schnitthöhe des Rasens ist ebenfalls entscheidend. Je niedriger die Grashöhe, umso mehr Licht gelangt auch an das Unkraut und lässt es in die Höhe sprießen. Eine Rasenhöhe von vier Zentimetern gilt als optimal.


Vertikutierer, Unkrautstecher & Co. – Werkzeuge für das unerwünschte Pflanzenmaterial

Wenn es dann doch so weit gekommen ist und sich Gundermann, Knöterich und sonstige ungewollte Pflanzen in Ihrem Garten breitmachen, dann greifen Sie zum Vertikutierer, der den Rasen von Moosen und Filzen befreit. Löwenzahn und anderen Unkräutern, die eine sogenannte Pfahlwurzel ausbilden, gehen Sie am besten mit einem Unkrautstecher an den Kragen. Mit diesem Gerät können Sie das Unkraut ganz leicht aus der Erde ziehen.

Rasenpflege-Tipps

Mit einem Unkrautstecher können Sie Löwenzahn und andere Unkräuter ganz leicht aus der Erde ziehen.

Unkrautvernichter auf chemischer Basis sind ebenfalls sehr wirksam und für den Rasen dennoch bekömmlich. Aufgrund der speziellen Formel töten die Unkrautvernichter nur zweikeimblättrige Pflanzen ab, zu denen die Unkräuter zählen. Der Rasen gehört zu den einblättrigen Pflanzen und bleibt von der Chemie verschont. Achten Sie vor der Anwendung darauf, dass der Boden warm und feucht ist. Bei längerer Trockenzeit oder bei Frost sollten Sie die Herbizide nicht anwenden. Das Herbizid können Sie mit einer Gießkanne verteilen. Wenden Sie es nur an denen von Unkraut befallenen Stellen an und achten Sie darauf, dass eventuelle Windstöße das Herbizid nicht in die benachbarten Blumenbeete befördert. Denken Sie daran, die Gießkanne gründlich zu säubern, bevor Sie damit Ihre Orchideen bewässern!

Keine Lust zum Rasen aussäen?

Wer keine Lust hat, mühsam den Rasen aus- und nachzusäen, dem bieten sich zwei andere Optionen: Rollrasen oder Kunstrasen. Der Vorteil von Kunstrasen liegt auf der Hand: geringer Aufwand bei wunderschönem Rasen das ganze Jahr über. Aber auch dieser Rasen möchte gehegt und gepflegt werden. Zwar entfällt sowohl das Mähen als auch das Düngen und Wässern, dafür müssen Sie den Kunstrasen aber regelmäßig aufbürsten und frei von Laub und Ästen halten.

Rollrasen verlegen – So geht es!

Der Rollrasen verlangt etwas mehr Aufmerksamkeit als der Kunstrasen, dafür haben Sie dann aber auch ein echtes Naturprodukt im Garten liegen. Die Pflege des Kunstrasens ist nicht sonderlich kompliziert. Achten Sie darauf, dass der Boden, auf dem der Rollrasen liegt, wasserdurchlässig und demnach nicht zu fest ist. Ansonsten entsteht nach Regenfällen eine Staunässe und der Rollrasen beginnt zu faulen.

Rasenpflege mit Rollrasen

Ein Rollrasen ist eine gute Alternative für alle, die keine Lust haben, mühsam den Rasen aus- und nachzusäen.

Der Vorteil dieser Rasenarten ist offensichtlich: Statt lange auf Ergebnisse zu warten, haben Sie mit dem Roll- oder Kunstrasen innerhalb weniger Stunden eine tolle Grünfläche vor dem Haus. Eine Schonzeit braucht der Rasen nicht, Sie können ihn direkt betreten und benutzen. Allerdings müssen Sie hier ein wenig tiefer in die Tasche greifen. Ein Fertigrasen ist mit drei bis neun Euro pro Quadratmeter um ein Vielfaches teurer als Samenkörner, die es schon ab wenigen Cents gibt.


Egal ob Kunstrasen, Rollrasen oder ein mühsam ausgesäter Rasen: Alle Grünflächen verlangen die passende Pflege und jede Menge Aufmerksamkeit. Diese sollten Sie dem grünen Teppich auch geben, damit Sie lange Freude daran haben – und der eifrige Nachbar letztendlich auch.

Lesetipp der Redaktion: Wenn Sie neben Ihrem Rasen noch einen schönen Garten anlegen möchten, haben wir für Sie ein paar nützliche Tipps rund um die Gartengestaltung.

Weitere Tipps für einen gepflegten Rasen: