WLAN im ganzen Haus: Devolo dLAN 1200+ WiFi ac im Test

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Wer ein Einfamilienhaus besitzt, weiß, wie schwer es ist, zuverlässige WLAN-Verbindungen durch dicke Betonwände und -decken herzustellen, ohne Kabel zu ziehen. Der dLAN 1200+-Adapter von Devolo verwendet deshalb bereits vorhandene Kabel: die Stromleitungen – und das klappt erstaunlich gut.

Wer ein Haus oder eine große Wohnung besitzt, kennt das Problem: Wie bekomme ich das WLAN-Signal zuverlässig in alle Räume, ohne hässliche Ethernetkabel an den Wänden verlegen zu müssen? Gerade in Einfamilienhäusern ist der Anschlussraum meist im Keller oder im Erdgeschoss – bis unters Dach schafft ein WLAN es kaum, weil der Stahlbeton in Zwischendecken und Wänden das Signal blockiert. Wer kann, zieht also Kabel durch Leerrohre. Doch das ist nicht nur teuer, sondern funktioniert im Zweifel gar nicht erst, weil die Rohre meist nicht dort enden, wo sie benötigt werden. Aufputz ist auch keine Lösung, und wer mit dem Bohrhammer frisch verputzte Wände bearbeitet, dürfte sich schnell Ärger mit der Partnerin einhandeln.

Zum Glück gibt es mit Devolos dLAN eine Lösung, die nicht nur den Geldbeutel und die Immobilie schont, sondern auch einen erstaunlich hohen Wife-Acceptance-Faktor hat: Das Netzwerksignal wird über die vorhandenen Stromleitungen übertragen und endet in einem WLAN-Accesspoint, wie es auch bei Devolos dLAN 1200+ WiFi ac Starter Kit der Fall ist.

Devolo dLAN 1200+ WiFi ac: Kinderleichte Inbetriebnahme

Und das geht so: Das dLAN-Set besteht aus zwei Powerline-Adaptern, die einfach in die Steckdose gesteckt werden; der eine nahe des Routers, der andere, größere mit dem WLAN-Accesspoint dort, wo ein WLAN-Signal benötigt wird.

dLAN 1200+ WiFi ac

Mit einer Bandbreite von 1200 Mbit/s via Powerline-Datenübertragung und WiFi ac vereint der Devolo dLAN 1200+ WiFi ac die schnellsten Übertragungs-Technologien für das Heimnetz.

Man verbindet den ersten Adapterper Ethernet-Kabel mit dem Router, anschließend wird das Netzwerk über die Stromleitung übertragen und endet am WLAN-Accesspoint. Terminiert wird das Signal übrigens durch den Stromzähler – hier muss niemand Angst haben, dass seine Daten über das Stromnetz der Stadt oder des Mietshauses verteilt werden. Die zwei vergleichsweise großen Adapter mit durchgeschleifter Steckdose sollen besonders hohe Geschwindigkeiten von bis zu 1.200 MBit/s innerhalb der Stromleitung erzielen. Außerdem arbeitet das WLAN nach 802.11ac-Standard, womit sich eine rasante Netzwerkerweiterung aufziehen lässt. Sobald die Adapter eingesteckt werden, nehmen sie schnell Kontakt miteinander auf. Das Netzwerk über die Stromleitung steht in weniger als einer Minute, auch das WLAN ist direkt aufgespannt. Das klappt sogar, wenn die Geräte an einer Mehrfachsteckdose hängen. Und weil sie eine eingebaute Steckdose mit einer Kapazität von bis zu 3.600 Watt haben, werden für den dLAN-Adapter keine zusätzlichen Steckdosen benötigt.

Devolo dLAN 1200+ WiFi ac

Im aktuellen Vergleichstest von Powerline-Adaptern der COMPUTER BILD (Ausgabe 16/2015) wird Devolo mit dem dLAN 1200+ WiFi ac Test- und Preis-/Leistungssieger.

Devolo dLAN 1200+ WiFi ac: Sicheres WLAN ab Werk

Damit sich der Konfigurationsaufwand in Grenzen hält, hat Devolo den WLAN-Adapter – ähnlich wie AVM bei seinen Fritz!Box-Geräten – mit einem aufgedruckten Code als voreingestellten WLAN-Schlüssel ausgestattet. Auf diese Weise ist das Powerline-Netzwerk sofort einsatzbereit, Endgeräte wie Laptop, iPad oder Smartphone können sofort und sicher mit WPA2-Verschlüsselung eine Verbindung zum neuen WLAN herstellen. Praktisch ist in diesem Zusammenhang übrigens die Wi-Fi-Clone-Funktion: Mit ihr übernimmt der Devolo-Accesspoint die Zugangsdaten und die SSID eines bestehenden WLANs, wodurch der Router und das neue WLAN gegenüber Endgeräten wie PC, Smartphone und Tablet als ein einziges WLAN-Netzwerk erscheinen. Der Einrichtungsaufwand reduziert sich damit auf ein Minimum. Zusätzlich zur WLAN-Verschlüsselung kann auch die Verbindung zwischen den dLAN-Geräten mit einer 128-Bit-AES-Verschlüsselung gesichert werden. Das ist sinnvoll, um zu vermeiden, dass ein potenzieller Angreifer selbst ein Powerline-Gerät einsteckt, um auf das Netzwerk zuzugreifen. Mit der Verschlüsselung, die sich in wenigen Sekunden durch Druck der entsprechenden Taste an beiden Geräten aktivieren lässt, wird diese Gefahr deutlich reduziert. Neue dLAN-Adapter können anschließend ebenfalls per Knopfdruck eingebunden werden, zusätzlich lässt sich über die Devolo-Cockpit-Software das Standard-Passwort ändern.

dLAN 1200+ WiFi ac

Der Devolo Powerline Adapter ist ohne Vorkenntnisse mit wenigen Handgriffen installiert: einfach Router an einen Adapter anschließen, den zweiten Adapter im gewünschten Raum einstecken und lossurfen.

Devolo dLAN 1200+ WiFi ac: Wie steht es mit der Geschwindigkeit?

Bislang waren Powerline-Adapter alles andere als schnell, da einerseits die Qualität der Stromleitungen, andererseits aber auch die Technik hohe Geschwindigkeiten verhinderte. Laut Hersteller kann das dLAN-Kit sowohl über die Steckdose als auch per WLAN mit bis zu 1.200 MBit/s kommunizieren – schneller also, als das typischerweise an Routern verbaute Gigabit-Ethernet. Derartige Geschwindigkeiten sind allerdings nur unter optimalen Bedingungen zu erreichen: also keine Störfaktoren im WLAN und Stromleitungen bester Qualität. Dementsprechend war die tatsächliche Leistung des WLANs zwar erstaunlich gut – bis zu 850 MBit/s waren bei geringem Abstand zwischen Laptop und Accesspoint drin. Naturgemäß reduziert sich dieser Wert mit zunehmender Entfernung, mit jedem Hindernis und jedem WLAN in der Nachbarschaft zum Teil deutlich. Allerdings ist die Reichweite erstaunlich hoch, auch weil der ac-WLAN-Standard gleichzeitig auf 2,4 und 5 GHz funkt. Das WLAN ist also flott genug, um mehrere Geräte schnell und zuverlässig zu vernetzen.

Devolo dLAN 1200+ WiFi ac

Der Devolo dLAN 1200+ WiFi ac ist kompatibel zu den dLAN 200, dLAN 500 und dLAN 650 Modellen sowie allen Powerline-Adaptern, die dem HomePlug AV(2) Standard entsprechen.

Weniger flott hingegen ist die Übertragung zwischen den zwei dLAN-Adaptern: Je nachdem, wie wir im Test die Adapter in Steckdosen steckten, war die Übertragung laut dLAN-Cockpit-Software (Link) mal mit 1.053 MBit/s nah am angegebenen Wert von 1.200 MBit, mal mit nur 226 MBit/s ausgesprochen weit davon entfernt. Das Problem: Verbraucher im Stromnetz stören das Signal zwischen den Buchsen, zudem hängt die Verbindungsqualität von der Länge der Leitung und deren Qualität ab. In einem Altbau mit alten Stromleitungen kann die Signalqualität also durchaus auf ein Minimum sinken. Zusätzliche Adapter können die Verbindung ebenfalls bremsen. So oder so ist die bauliche Substanz und die Qualität der Stromleitung die große Bremse für das dLAN-System. Wer sich die Adapter kauft, sollte vorher sicherstellen, halbwegs moderne Stromleitungen zu besitzen – und muss dann trotzdem einige Steckdosen-Kombinationen ausprobieren, um die optimale Geschwindigkeit zu erzielen. Auf Verlängerungskabel und Mehrfachsteckdosen sollte übrigens grundsätzlich verzichtet werden.

Fazit: Eine einfache und bequeme Möglichkeit, das Netzwerk zu erweitern

Unter dem Strich erfüllt das dLAN-Kit jedoch voll und ganz seinen Zweck: Es erweitert das WLAN in Ecken, in die es vorher nicht kam, ohne dass dafür Strippen gezogen werden müssen. Die Grundeinrichtung ist selbst für Laien ein Kinderspiel, da die Adapter im Grunde nur an die Steckdose müssen, um zu funktionieren. Die erweiterte Bedienung und Einrichtung mit der dLAN-Cockpit-Software ist ebenfalls ausgesprochen einfach. Schön ist die durchgeschleifte Steckdose in den Geräten, die verhindert, dass die Adapter unnötig Stromanschlüsse blockieren. Leider sind beide Adapter relativ groß, insbesondere der WLAN-Adapter ist alles andere als ein Leichtgewicht, sodass eine „unsichtbare“ Installation hinter einem Regal nicht möglich ist. Nichtsdestotrotz ist dLAN eine gute Alternative zum Ethernet-Kabel.