Der GTC Blinkerhandschuh im Test: Gut gesehen beim Abbiegen

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Warnwesten, Reflektoren für Arme und Beine, blinkende Rücklichter – für Fahrradfahrer gibt es bereits allerhand Tools, die das Radfahren im Dunkeln noch sicherer machen. Aber an einer viel befahrenen Straße links abbiegen zu wollen, birgt dennoch ein großes Risiko. Die Lösung: ein Blinkerhandschuh.

Immer wenn ich mit meinem Fahrrad unterwegs bin, versuche ich, das Linksabbiegen zu vermeiden. Ich weiche auf den Bürgersteig aus und nutze lieber die Fußgängerampel. Vor allem im Dunkeln ist mir diese Aktion einfach viel zu gewagt. Wie sollen Autofahrer erkennen, dass ich links abbiegen möchte? Mein Handzeichen wird meist übersehen. Da hilft auch die neongelbe Warnweste nichts.

Gerhard Harald befand sich einmal in genau dieser Situation und wäre dabei beinahe verunglückt. Der Ruheständler überlegte sich daraufhin eine Möglichkeit, wie man für mehr Sicherheit nicht nur für Radfahrer, sondern auch für Skateboarder, Inlinefahrer oder sogar Rollstuhlfahrer beim Abbiegen sorgen kann. Drei Jahre lang hat Harald herumgetüftelt und dann kam ihm die Idee: ein Blinkerhandschuh für Radfahrer.

Sichtbarkeit, Sicherheit und Schutz – das ist das Motto des neuen Blinkerhandschuhs. Der Blinker von der GTC Group ist ein ganz normaler Handschuh, der bei Bedarf am linken oder rechten Zeigefinger zu blinken beginnt. Die Idee klingt für mich genial. Daher habe ich das Produkt, das es auch in die Sendung „Die Höhle der Löwen“ geschafft hat, einmal ausgetestet.

Der Herbst und der Winter sind eigentlich als weniger fahrradfreundlich bekannt, da Radfahrer einem größeren Risiko ausgesetzt sind. Aber ich möchte auch in der dunklen Jahreszeit nicht auf meinen Drahtesel verzichten. Und so kommt der Blinkerhandschuh genau richtig. Dieser soll den Radfahrer an dunklen Kreuzungen hell erleuchten, sodass er von den Autofahrern gesehen wird.

Test: Wie gut ist der Blinkerhandschuh?

Den Handschuh fürs Abbiegen gibt es in verschiedenen Modellen und verschiedenen Farben. Mehrere Größen werden angeboten, ich habe mich für XS/S entschieden, in klassischem Schwarz. Die Handschuhe werden wie gewohnt angezogen, wobei ich aber gleich einen Unterschied feststelle: Die Batteriefächer auf der Handoberseite drücken leicht auf der Hand – wahrscheinlich eine Sache der Gewöhnung. Mit einem Klettverschluss kann man die Handschuhe am Handgelenk festzurren.

Der Blinkerhandschuh ausgestattet mit LED Licht

Die Blinkerhandschuhe sind mit jeweils vier kleinen LEDs vorne und hinten am Zeigefinger ausgestattet.

Die eigentlichen Blinker befinden sich an beiden Zeigefingern. Jeweils vier kleine LEDs sind vorne und hinten am Zeigefinger in einem Quadrat angeordnet. Auf der Fingerinnenseite befindet sich außerdem das Symbol fürs Anschalten. Mit dem Daumen kann man den Blinker am Handschuh aktivieren, ein leichtes Drücken reicht bereits aus und schon leuchtet der Blinker in einem dunklen Orange auf – genauso wie bei einem Autoblinker. Die LEDs leuchten sehr hell und fallen im Dunkeln oder bei schlechten Sichtverhältnissen sofort auf. Ich persönlich finde sie ein bisschen zu hell, da sie im Dunkeln blenden. Also besser nicht direkt in die LEDs schauen. Das Licht blinkt für insgesamt 15 Sekunden – eine gute Zeitspanne, nicht zu kurz aber auch nicht zu lang.

Die LEDs werden mit Batterien angetrieben. Diese sitzen auf dem Handrücken in einem wasserfesten Fach. Wenn man die Batterien auswechseln will – sobald das LED-Licht schwächer wird – muss man einfach den Klettverschluss des Batteriefachs aufziehen. Die Batterien sind in ein kleines Plastiktütchen eingepackt und können ein Stück herausgezogen werden. Achtung: Ziehen Sie nicht zu fest, denn sonst könnte die Verkabelung mit den LEDs reißen. Nach dem Wechsel werden die Batterien einfach wieder in das Fach zurückgeschoben und der Deckel wieder aufgesetzt.

Die erste Radtour mit dem Blinkerhandschuh

So viel zur Theorie. Nun geht meine erste Fahrt los mit den Handschuhen. Ich werde sie wohl eine Nummer größer bestellen, da mich das Batteriefach stört und auch die LEDs am Finger leicht drücken. Die Handschuhe sind wasserfest und halten schön warm, fast schon zu warm, denn ich merke, wie die Hände zu schwitzen beginnen. Beim ersten Abbiegen betätige ich mit dem Daumen das Touch-Feld am Zeigefinger. Hier hat der Tüftler wirklich gute Arbeit geleistet: Die Bedienung ist kinderleicht und lässt sich ohne Weiteres während der Fahrt durchführen.

Batterien für den Blinkerhandschuh

Die Batteriefächer für das LED-Licht befinden sich auf der Handschuh-Oberseite.

Der Blinker springt sofort an und ich biege vorsichtig ab. In den kleinen Einbahnstraßen in meinem Viertel ist die Blinkdauer von 15 Sekunden jedoch zu lang. Es wäre praktisch, wenn man mit dem Daumen das Blinklicht auch wieder ausstellen könnte. Stattdessen muss ich aber die paar Sekunden warten, bis das Licht von alleine ausgeht.

Vorteile der Blinkerhandschuhe

  • vielseitig einsetzbar für Fahrrad, Skateboard, Inliner, Fußgänger, Rollstuhlfahrer oder Rollerfahrer
  • wärmt in kalten Winternächten
  • ist wasserfest und somit auch bei Regenwetter nutzbar
  • blinkt hell in Orange, sorgt für mehr Sichtbarkeit

Nachteile der Blinkerhandschuhe

  • Batteriefach und LEDs drücken leicht beim Radfahren
  • im Sommer sind die Handschuhe zu warm
  • Blinkdauer der LEDs nicht individuell einstellbar
  • Belüftung der Handschuhe könnte besser sein
  • keine Polsterung an der Handinnenseite, was bei langen Touren stören könnte

Der Blinkerhandschuh ist definitiv eine Innovation für alle Radfahrer. Er bietet mehr Sicherheit in der Dunkelheit und sorgt für warme Hände in kalten Wintermonaten. Die Idee ist grundsätzlich genial, allerdings sind die Handschuhe nur für Herbst und Winter geeignet, im Sommer sind sie definitiv zu warm. Auch Sommermodelle stelle ich mir für den Sommer zu warm vor.

Fahrradblinker: Welche Alternativen gibt es?

Wem der blinkende Handschuh nicht ausreicht, der kann sich über weitere Alternativen freuen, um sicher abbiegen zu können. Beispielsweise gibt es sogenannte Blinkergrips. Das sind Griffe, die am Fahrradlenker befestigt werden: Man zieht die eigentlichen Fahrradgriffe ab und stülpt die Blinkergrips über. An deren Enden sind die orange leuchtenden LEDs integriert. Allerdings sind diese nicht so weit auf der Straße sichtbar, wie es beim Blinkerhandschuh der Fall ist.

Weiterhin gibt es Blinksysteme, die an der Sattelstange befestigt werden. Wie ein normales Rücklicht oder ein Katzenauge sehen sie aus und zeigen bei Bedarf den Spurwechsel an. Die Bedienung dieses Blinklichts befindet sich am Lenker. Über einen Knopf kann man auswählen, ob die LED-Pfeile nach links oder rechts zeigen. Der Vorteil: Man muss das Fahrrad beim Abbiegen nicht mehr mit nur einer Hand balancieren. Der Nachteil: Ein LED-Licht an der Sattelstange kann schnell verdeckt werden durch lange Kleidung oder Taschen.

Eine weitere Alternative zum Blinkerhandschuh könnten auch blinkende Armbänder sein. Der Vorteil hierbei wäre, dass diese auch im Sommer getragen werden können. Allerdings ist hier die Aktivierung der LEDs weitaus schwieriger als bei dem Blinkerhandschuh.

Für welche Blinkermethode man sich letztendlich auch entscheiden mag: Alle Alternativen sind so simpel wie genial und sorgen für mehr Sichtbarkeit im Straßenverkehr und mindern dadurch das Risiko eines Unfalls.

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