Kommandozeile im Griff: So steuern Sie Ihren PC mit CMD-Befehlen

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Mit der Eingabeaufforderung umgehen Sie die grafische Oberfläche von Windows und steuern Ihren PC direkt mit Tastaturbefehlen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie das sogenannte CMD-Fenster öffnen und stellen Ihnen die wichtigsten Befehle vor.




Kapuzenpulli, tiefe Augenringe und eine Nerd-Brille: Immer, wenn in Hollywoodfilmen Hacker ans Werk gehen, um beispielsweise ein Passwort zu knacken, legen sie die Maus beiseite und geben über die Tastatur in irrsinnigem Tempo jede Menge Befehle ein. Das wirkt schließlich deutlich geheimnisvoller und professioneller, als wenn sie sich mit der Maus durch ein Windows-Menü klicken würden. Stattdessen dringen sie mit geheimen Befehlen in den Bereich des PCs vor, der normalen Nutzern verborgen bleibt.

Soweit die Hollywood-Theorie. In der Praxis sind die Befehle gar nicht so geheim. Und die Eingabemöglichkeit ist es ebenso wenig. Dahinter versteckt sich die sogenannte Eingabeaufforderung, die auch Kommandozeilen-Interpreter oder DOS-Fenster genannt wird.

Warum gibt es die Kommandozeile überhaupt?

Kurz zum Hintergrund der Eingabeaufforderung: Ursprünglich war Windows ein grafischer Aufsatz für MS-DOS, also das Microsoft-Betriebssystem. Schon damals gab es die Möglichkeit, aus der grafischen Windows-Oberfläche das Betriebssystem über Kommandozeilen-Befehle zu bedienen. So wie es in der Vor-Windows-Zeit üblich gewesen ist. Im Laufe der Jahre und von Windows-Version zu Windows-Version hat die Eingabeaufforderung immer mehr an Bedeutung verloren – nach wie vor, also auch unter Windows 10, können Sie sie aber nutzen.

Doch wozu ist das Eingabefenster überhaupt gut? Ist es nur ein Relikt aus vergangenen Zeiten? Oder eine technische Spielerei? Nicht ganz. Tatsächlich gibt es auch heute noch jede Menge nützliche Anwendungen für die Kommandozeile. Statt sich mühsam durch Menüs und jede Menge Untermenüs klicken zu müssen, kommen Sie mit Windows-Befehlen nämlich oft deutlich schneller zum Ziel.



So rufen Sie die Eingabeaufforderung auf

  1. Drücken Sie die Tastenkombination Windows-Taste und R, um das Ausführen-Fenster zu öffnen.
  2. Geben Sie cmd ein und klicken Sie auf OK.
  3. Jetzt haben Sie die Eingabeaufforderung geöffnet und können die gewünschten Kommandozeilenbefehle eingeben.
Kommandozeile aufrufen

Mit CMD, was für Command steht, starten Sie die Windows-Eingabeaufforderung.

So bedienen Sie die Eingabeaufforderung

Wer früher schon mit einem C64 oder einem MS-DOS-PC gearbeitet hat, wird sich in der Eingabeaufforderung schnell zurechtfinden. Alle anderen finden hier eine kurze Anleitung, wie die Windows-Kommandozeile zu bedienen ist.

  1. Tippen Sie die Befehle direkt mit Ihrer Tastatur ein.
  2. Drücken Sie die Eingabetaste, um den Befehl ausführen zu lassen.
  3. Bei vielen Befehlen lassen sich sogenannte Parameter anhängen. Welche Parameter Sie bei einem Befehl zur Auswahl haben und was sie bewirken, können Sie sich anzeigen lassen, indem Sie nach dem Befehl /? eingeben.
  4. Möchten Sie die Eingabeaufforderung beenden, schließen Sie das Fenster einfach per Mausklick.
CMD

Nicht ohne Grund erinnert die Eingabeaufforderung an die Bildschirmanzeige auf alten MS-DOS-Computern.

Die 10 wichtigsten CMD-Befehle im Überblick

Befehl Bedeutung
ping Mit Ping testen Sie die Internetverbindung Ihres PCs. Geben Sie dazu im CMD-Fenster zum Beispiel ping www.google.de ein. Dadurch versucht Ihr PC eine Verbindung zu Google.de aufzubauen. Als Ergebnis bekommen Sie angezeigt, ob bei der Datenübertragung Datenpakete verloren gegangen sind und wie schnell die Antwort kam. Ist das Ergebnis positiv, wissen Sie, dass Ihre Internetverbindung stabil ist, und möglicherweise nur eine bestimmte Website, die Sie aufrufen wollten, nicht erreichbar ist.
whoami Mit whoami (deutsch: Wer bin ich?) rufen Sie Informationen zum Rechner- und Benutzernamen, der gerade angemeldet ist, ab. Nützlich ist dieser Befehl nicht nur bei der Verwaltung von Netzwerken, sondern auch, um sich zum Beispiel auf einem Familien-PC zu vergewissern, welcher Nutzer mit welchen Rechten gerade angemeldet ist.
ipconfig Ipconfi zeigt Ihnen die IP-Konfiguration Ihres PCs an. Dazu zählt unter anderem die IP-Adresse Ihres Computers. Jede IP-Adresse gibt es nur einmal – Ihr PC wird dadurch im Internet eindeutig identifizierbar.
chkdsk chkdsk steht für Check DisK. Mit diesem Befehl überprüfen Sie den Zustand Ihrer Festplatte. Über verschiedene Parameter haben Sie zudem die Möglichkeit, potenzielle Fehler möglichst sofort zu beheben. Sie geben für den Festplattentest einfach zum Beispiel chkdsk c: ein. Einzige Einschränkung: Hierfür müssen Sie die Eingabeaufforderung mit Administrator-Rechten ausführen.
tasklist Mit tasklist wird Ihnen eine Liste aller aktiven Anwendungen inklusive des jeweiligen Speicherplatzbedarfs angezeigt. So können Sie auf einen Blick erkennen, welche Anwendung Ihr System ausbremst.
wf Mit wf rufen Sie die aktuellen Einstellungen der Windows Firewall auf. Hier können Sie unter anderem bestehende Regeln überprüfen und falls nötig deaktivieren.
ftp ftp steht für File Transfer Protocol. Mit diesem Befehl starten Sie eine FTP-Sitzung und können Dateien via FTP an gewünschte Empfänger verschicken – nach dem gleichen Prinzip wie mit Programmen wie FileZilla.
diskpart Mit diskpart löschen Sie Festplatten und sorgen dafür, dass Dateien nicht mehr rekonstruiert werden können. Das ist praktisch, falls Sie zum Beispiel alte Festplatten verkaufen möchten. Der Befehl funktioniert nur mit Administratorrechten.
dir Mit dir, was für Directory steht, können Sie sich die Verzeichnisse und Dateien im aktuellen Ordner anschauen. Die Besonderheit: Hier werden auch Systemdateien angezeigt, die Windows in der grafischen Oberfläche ausblendet.
copy Mit copy kopieren Sie Dateien und Verzeichnisse in ein beliebiges neues Verzeichnis. Bei dem Befehl stehen Ihnen diverse unterschiedliche Parameter zur Verfügung.

Fazit: CMD ist ein praktisches Hilfsmittel

Mit der Eingabeaufforderung blicken Sie Ihrem Windows-PC unter die Haube und steuern ihn direkt mit Tastaturbefehlen. Nicht nur IT-Administratoren ist die Kommandozeile eine praktische Hilfe bei der Systemwartung.