Camping für Anfänger: Guide und Checkliste

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Das erste Mal mit Zelt unterwegs? Kein Problem, hier finden Sie viele Tipps und Anregungen für Camping Anfänger. Was beim Camping essen? Was hilft gegen kalte Füße? Welcher Schlafsack ist warm genug? Alles, was Sie wissen müssen, damit die erste Nacht unter freiem Himmel zu einem unvergesslichen Erlebnis wird.


„Wer in Zelten leben kann, steht sich am besten.“ Das sagte schon Goethe. Ob der deutsche Dichter wirklich gerne unterm Sternenhimmel übernachtet hat, weiß ich nicht. Aber ich weiß: Zelten unter freiem Himmel macht Spaß. Allerdings nur dann, wenn man vorbereitet ist und die nötigen Siebensachen in den Camping Rucksack gepackt hat.

Camping Anfänger fragen sich natürlich: Was nehme ich mit? Was brauche ich wirklich? Was tun bei kalten Nächten? Und welches Essen ist einfach zu kochen? Camping für Anfänger kann eine echte Herausforderung sein. Aber mit diesem Guide und der Checkliste am Ende sind Sie bestens vorbereitet für einen unvergesslichen Campingausflug.

Aber Achtung: Kälte, Insekten und steife Knochen beim Aufwachen gehören zum Zelten einfach dazu. Entschädigt wird man durch einen grandiosen Sternenhimmel und fantastische Ausblicke am nächsten Morgen!

Die Basisausrüstung für Camping Anfänger: Das Zelt

Die Basisausrüstung? Ganz klar: Ein Zelt. Da stellt sich schnell die Frage: Welches Modell nehme ich? Die richtig Abenteuerlustigen schlafen zwar auch mal ohne ein dünnes Zeltdach über dem Kopf, aber um ein bisschen Privatsphäre und Schutz zu genießen, ist ein Zelt unabdingbar.

Wer sich schon vor dem Aufbau sträubt (Zu viele Stäbe, zu viele Kordeln, und was hat es eigentlich mit diesen Heringen auf sich?), der kann einfach auf ein sogenanntes Wurfzelt zurückgreifen. Um dieses Zelt aufzuschlagen, nehmen Sie es aus der Hülle, lösen die Sicherheitsgurte und werfen es von sich weg. Wie durch Zauberhand öffnet es sich von ganz alleine. Jetzt noch schnell die besagten Heringe in die Erde schlagen und damit die Zeltleinen spannen – fertig ist Ihr mobiles Haus.

Camping für Anfänger - Das Zelt

Zur Basisausrüstung für das Campen gehört definitiv ein Zelt. Welches Zelt das Richtige ist, hängt von Ihren Anforderungen ab.

Während Ihre Zeltgefährten noch mit Gurten und Stäben im Winde kämpfen und der Zeltplane hinterherjagen, liegen Sie schon ganz entspannt in Ihrem Zelteingang und genießen die Aussicht. Kleiner Nachteil: Wurfzelte sind meist sehr unhandlich und in einer scheibenförmigen Tasche verpackt, was bei Radfahrern und Wanderern in aller Regel ein Stirnrunzeln hervorruft. Wer mit einem Auto unterwegs ist, wird mit dem Verladen des Wurfzeltes keine Probleme haben. Wenn Sie mehr zu den unterschiedlichen Zelten erfahren wollen, dann hilft Ihnen unser Zelte-Guide weiter.

Lesetipp der Redaktion: Denken Sie daran, dass Camping auch nasse Böden, spitze Steine und windige Nächte bedeutet. Deshalb ist die richtige Pflege und das Durchführen nötiger Reparaturen an der Campingausrüstung sehr wichtig. Wir verraten welche Werkzeuge Sie auf Ihrem Trip dabei haben sollten und wie Sie Ihr Zelt wieder flicken.

Damit Sie bequem liegen: Die Camping-Matratze

Zusätzlich zum Zelt benötigen Sie eine Matratze. Die Devise lautet: Je dicker und schwerer die Matte, umso weicher wird Ihr Camping-Bett. Die Isomatten gibt es in zahlreichen Ausführungen, da kann man schnell mal den Überblick verlieren. Es lohnt sich aber, genau hinzuschauen, denn dank der Isomatte liegt man nicht nur bequemer, sie wirkt auch kältehemmend und sorgt dafür, dass die Bodenkälte nicht in Ihren Schlafsack kriecht. Den Minimalisten unter Ihnen wird eine dünne Isomatte reichen, die man praktisch zusammenrollen und an den Rucksack hängen kann.

Camping für Anfänger - Die Camping-Matratze

Bei der Wahl Ihrer Camping-Matratze sollten Sie auf den jeweiligen Bodenbelag achten. Für einen ebenen Grund kann eine dünne Isomatte reichen. Bei steinigen Flächen sollte es dann doch die etwas dickere Matratze sein.

Wer ein bisschen mehr Komfort wünscht, nimmt einfach eine selbstaufblasende Isomatte. Wie bei einer Wasserluftmatratze öffnet man hier ein kleines Ventil und lässt den Dingen ihren Lauf. Nicht vergessen: Vorm Schlafengehen muss das Ventil wieder zugedreht werden. Tipp: Manche Isomatten blasen sich nicht komplett von selbst auf. Da können Sie aber nachhelfen und wie bei einem Luftballon die Matratze weiter aufpumpen. Bevor Sie eine Camping-Matte kaufen, überlegen Sie sich, wo Sie übernachten werden: Auf einem weichen Sandboden? Im Gebirge auf felsigem Untergrund? Oder auf einer bunten Sommerwiese?

Je nach Untergrund ist eine andere Isomatte zu empfehlen, die Unebenheiten im Boden ausgleicht. Übrigens, das eigene Körpergewicht ist entscheidend bei der Mattenauswahl: Große und schwere Menschen sind mit einer dicken Matte besser aufgestellt. Für die Fliegengewichte unter Ihnen oder auch für Kinder sind dünne Isomatten meist ausreichend. Kälteempfindliche Menschen sollten unbedingt auf die richtige Isolierung achten. Klassische Luftmatratzen sorgen zwar durch die Luftpolster für den nötigen Komfort, sind aber so gut wie gar nicht isolierend.


Für kuschelige Wärme im Zelt: Der Schlafsack

Es muss nicht unbedingt ein Schlafsack sein. Auch Wolldecken oder sogar Steppbetten können Sie in Ihrem Zelt unterbringen. Es kommt immer ganz darauf an, wie viel Gepäck Sie mitnehmen möchten. Praktisch fürs Zelten sind Schlafsäcke, die man in einer kleinen Tasche an den Rucksack hängen kann. Es gibt sogenannte Ultraleicht-Schlafsäcke, die fast nichts wiegen und dennoch für die nötige Wärme sorgen. Beim Schlafsackkauf achten Sie am besten auf die angegebene Temperatur. Wenn Sie in den warmen Gefilden der französischen Mittelmeerküste zelten möchten, dann benötigen Sie einen anderen Schlafsack als für die Polarlichtnacht in Finnland.

Camping für Anfänger - Der Schlafsack

Beim Schlafsackkauf achten Sie am besten auf die angegebene Temperatur. Die Hersteller kennzeichnen ihre Schlafsäcke meist mit Limit-Temperaturen.

Die Hersteller kennzeichnen ihre Schlafsäcke meist mit Limit-Temperaturen, das heißt sie geben die Temperatur an, bei der man gerade noch angenehm schlafen kann. Es lohnt sich außerdem, sich einen Schlafsack mit Kapuze zuzulegen. Die Kapuze kann man in kalten Nächten bis auf ein Atemloch ganz zuziehen und vermeidet dadurch eine übermäßige Luftzirkulation zwischen kalter Luft von draußen und der warmen aus dem Schlafsack. Übrigens: Wer unter kalten Füßen leidet, sollte eine Wasserflasche mit heißem Wasser befüllen, ein T-Shirt drumwickeln und in den Fußteil des Schlafsacks schieben – das sorgt für eine angenehme Wärme.

Die Luxusausrüstung: Was der Camping-Anfänger sonst noch so benötigt

Mit Zelt, Isomatte und Schlafsack sind Sie schon mal bestens ausgerüstet für die erste Nacht im Zelt. Wenn Sie auf einem Campingplatz zelten, der eventuell sogar ein gastronomisches Angebot hat, dann benötigen Sie im Grunde gar nicht mehr. Sollten Sie aber einmal in der Wildnis übernachten, was in Deutschland übrigens nicht gestattet ist, dann müssen Sie Ihre Ausrüstung aufstocken. In Skandinavien beispielsweise gilt das sogenannte Jedermannsrecht: Dort dürfen Sie campen, wo Sie möchten.

Um kulinarisch einigermaßen über die Runden zu kommen, empfehle ich Ihnen, einen Campingkocher und einen Campingtopf mitzunehmen. Ein Outdoor-Kocher ist leicht zu transportieren und sorgt für einen warmen Kaffee am Morgen oder eine deftige Suppe am Abend. Empfehlenswert sind vor allem Gaskocher, die sind klein und handlich, stinken nicht nach Rauch und sind günstig in der Anschaffung.

Zusätzlich benötigen Sie noch eine Gaskartusche. Den Kocher schließt man einfach an die Kartusche an, dreht das Gas auf, zündet den Kocher an und schon kann das Schlemmen in freier Natur losgehen. Kleiner Tipp: Stellen Sie den Gaskocher immer auf einen flachen Stein, das vermeidet Brandspuren im Boden. Niemals mit dem Gaskocher im Zelt arbeiten!

Camping für Anfänger - Die richtige Ausrüstung

Um kulinarisch einigermaßen über die Runden zu kommen, empfiehlt es sich einen Campingkocher und einen Campingtopf mitzunehmen.

Um sich den kulinarischen Genüssen nicht direkt aus dem Gaskocher hingeben zu müssen, sollten Sie ein Camping-Geschirrset einpacken. Ein Teller und ein Becher aus Plastik sind bereits ausreichend. Auch an Besteck sollten Sie denken. Es gibt mittlerweile ausgeklügelte Systeme, die exotische Namen haben wie Spork. Das ist ein Utensil bestehend aus Messer, Löffel und Gabel – alles in einem einzigen Besteck. Abgesehen davon gibt es auch faltbares Besteck – ein federleichtes und platzsparendes Maximum an Funktionen und Einsatzmöglichkeiten. Kleiner Tipp: Brühe und Kartoffeln sind günstig und ergeben zusammen eine wunderbare heiße Suppe nach einem anstrengenden Wandertag.


Lesetipp der Redaktion: Sie wollen noch mehr Luxus beim Camping erleben? Mit dem Happy Hour System von Stanley lassen sich im Handumdrehen auch auf dem Camping-Platz stilvoll perfekte Cocktails zubereiten. Wir haben es ausprobiert.

Checkliste für Camping-Anfänger

Was sonst noch in Ihrem Rucksack untergebracht werden sollte:

  • Taschenlampe
  • Flickzeug, um gegebenenfalls ein Loch im Zeltboden reparieren zu können
  • Taschenmesser oder Multitool
  • Picknickdecke
  • Feuerzeug
  • Küchentücher
  • Campingstuhl
  • Akkus und Batterien
  • Kissen
  • Solarladegerät
  • Mückenkerzen
  • Spülmittel und Spülwanne
  • Müllbeutel
  • Toilettenpapier
  • Dosenöffner
  • und das übliche, was Sie auf Reisen mitnehmen möchten

Diese Liste ist natürlich keinesfalls vollständig. Aber damit sind Sie schon mal bestens ausgerüstet für die erste Nacht im Zelt. Und wer weiß, vielleicht sind Sie danach auf den Geschmack gekommen und können sich ein Leben ohne Zelten gar nicht mehr vorstellen.

Lesetipp der Redaktion: Neben der ganzen aufgelisteten Campingausrüstung, ist es sehr nützlich vorher ein paar Camping-Apps runterzuladen. Diese helfen Ihnen auch offline nach passenden Campingplätzen zu suchen oder bieten clevere Funktionen an wie Taschenlampe, Kompass und Co. Wir haben unsere besten Camping-Apps für Sie getestet und gesammelt.

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