Überleben beim Zelten: Die besten Camping-Survival-Tipps

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Juckende Mückenstiche, fehlende Orientierung, zerlöcherte Zeltplanen oder leere Batterien: Beim Campingurlaub kann viel passieren. Die pure Lust am Erleben wandelt sich zum Drang zu überleben – Okay, ganz so schlimm ist es wahrscheinlich bei keinem Ausflug, aber man weiß ja nie. Gute Vorbereitung ist das A und O. Daher habe ich hier die besten Outdoor-Tipps zusammengestellt, die mir selbst auch schon das ein oder andere Mal aus der Patsche geholfen haben.

Überleben in der Wildnis, fernab von jeder Zivilisation. Ein gar nicht so leichtes Unterfangen, wenn Sie nicht richtig vorbereitet sind. Denn die Natur hält jede Menge Gemeinheiten für Wandersleute, Camper und Co. bereit. Sei es ein Dorn im Fuß, ein Stich an der Hand, ein durchlöchertes Zelt oder eine umgekippte Wasserflasche. In vielen Fällen benötigt man schnellen Ersatz und sofortige Hilfe. Auch dann, wenn man statt einsamer Wildnis einen Campingplatz in Stadtnähe bevorzugt. Daher im Folgenden für Sie ein paar Camping-Survival-Tipps, damit Ihr Ausflug in die Natur ein echtes Erlebnis wird.

Wasserfilter: Trinkgenuss direkt aus der Quelle

Auf einer Fahrradtour durch Irland irgendwo am Ring of Kerry ist es passiert: Ohne Karte und Kompass radelte ich los, mitten hinein in die Wildnis, weit und breit kein Haus, kein Handyempfang. In einem dichten Wald an einem Bach pausierte ich und stieß versehentlich meine einzige Wasserflasche um – der Trinkvorrat für diesen Tag war dahin. Ich hatte keine Ahnung, wie lange ich zur nächsten Straße, geschweige denn zum nächsten Dorf unterwegs sein würde. Umso ärgerlicher war es, dass ich nichts mehr zum Trinken hatte. Der Bach neben mir führte klares, sprudelndes Wasser. Doch so ganz klar war das Wasser nicht – aber das bemerkte ich erst hinterher. Seit diesem Tag ist ein Wasserfilter Teil meines Camping-Survival-Pakets, um im Notfall ausreichend sauberes Trinkwasser zu haben.

Camping Survival-Tipps - Wasserfilter

Sollten Sie wirklich einmal darauf angewiesen sein Ihr Trinkwasser aus einem Bach zu schöpfen, dann sollten Sie einen Wasserfilter dabei haben. Damit lässt sich das Wasser anschließend bedenkenlos trinken.

Egal ob in Irland, in der Eifel oder in Ecuador: Wasser sollte aufbereitet werden, um einen frühzeitigen Abbruch des Campingtrips wegen etwaiger Magen-Darm-Erkrankungen zu vermeiden. Es können nicht nur grobe Partikel wie Erdreste oder Sand im Wasser enthalten sein, auch Bakterien oder landwirtschaftliche Reste wie Düngemittel sorgen für ein grauenvolles Geschmackserlebnis und Schlimmeres. Wasseraufbereitungstabletten sind für Campingtrips bestens geeignet. Die wirken zwar nicht, wenn das Wasser bereits trüb ist. Aber vermeintlich sauberes Wasser wird mit den Tabletten tatsächlich keimfrei. Micropur beispielsweise desinfiziert klares Wasser durch Chlor – über den Geschmack am Ende lässt sich streiten.

Mückenstiche: Juckreiz und Schwellungen von Anfang an vermeiden

In Slowenien gibt es Skorpione. Als ich eines Morgens einen stark geschwollenen Stich am Bein hatte, war ich natürlich davon überzeugt, das sei die Schuld des Skorpions, den ich nachts zuvor aus meinem Zimmer gejagt hatte. Nach ärztlicher Versorgung war aber klar: Es handelte sich um einen harmlosen Mückenstich einhergehend mit allergischer Reaktion. Hätte ich direkt nach dem Stich reagiert, wäre alles halb so wild gewesen. Deswegen steht das Anti-Mücken-Zeug ganz oben auf meiner Überlebensliste.

Camping Survival-Tipps - Mückenschutz

Mücken können während Ihres Campingtrips eine richtige Plage werden. Deshalb sorgen Sie dafür, dass Sie ein Mückenspray dabei haben. Und falls Sie doch Mückenstiche bekommen, helfen juckreizstillende Cremes.

Einerseits natürlich juckreizstillende Cremes, aber auch Kortisonsalben, falls es sich um eine ausgewachsene und sehr blutrünstige Mücke handelt. Besonders praktisch sind elektronische Geräte, die den Stich innerhalb weniger Sekunden verschwinden lassen. Dafür wird eine kleine Keramikfläche auf mehr als 50 Grad erhitzt und auf den Stich gedrückt. Und siehe da: Mücken können mir nichts mehr anhaben! Und Skorpione sowieso nicht.

Orientierung verloren? Der Sternenhimmel hilft!

Wer beim Camping gerne in der Wildnis unterwegs ist, beispielsweise in Skandinavien, wo das Wildcampen erlaubt ist, der braucht auch eine gute Orientierung. GPS-Geräte verbrauchen viel Strom, ein Kompass ist nicht jedermanns Sache, Landkarten lesen erst recht nicht. Wie gut, dass sich die Natur dafür einiges ausgedacht hat. Mit dem leichten Merksatz „Nie ohne Seife waschen“ kann man sich die Himmelsrichtungen merken. Und jedes Kind kennt auch den Spruch: Im Osten geht die Sonne auf, im Süden nimmt sie ihren Lauf, im Westen will sie untergehen, im Norden ist sie nie zu sehen. So können sich Outdoor-Fans tagsüber am Stand der Sonne orientieren. Aber was ist, wenn es dunkel wird und die Sonne uns den Weg nicht mehr weisen kann?

Lesetipp der Redaktion: Wer sich jedoch schlecht Sachen merken kann, der fährt gut mit einer Smart Tool App für den Camping-Urlaub. Diese App zeigt Ihnen auch die jeweilige Himmelsrichtung an, hat aber zusätzlich noch Einiges mehr zu bieten. Erfahren Sie mehr in unserem Test zu den besten Camping-Apps.

Dann hilft der Sternenhimmel weiter. Schon die ersten Seefahrer wie die Phönizier oder die alten Ägypter orientierten sich an den Sternen, um die Richtung beizubehalten. GPS-Geräte gab es schließlich damals noch nicht. Der hilfreichste Kandidat am Himmel ist der Polarstern. Das Besondere ist: Der Stern scheint sich nicht über den Himmel hinweg zu bewegen und zeigt immer an, wo Norden ist. Nur, wie finden Sie den Polarstern, der auch Nordstern genannt wird? Dafür suchen Sie am Himmel zunächst den großen Wagen. Das ist das wohl bekannteste Sternbild und ist die ganze Nacht und zu jeder Jahreszeit über sichtbar.

Nehmen Sie nun die vorderen beiden Kastensterne und verlängern Sie die Distanz zwischen den beiden um das vier- bis fünffache nach „oben“. So kommen Sie direkt beim Polarstern raus und wissen genau, in welcher Himmelsrichtung Norden ist.

Loch im Zelt?

Ein Loch im Zelt ist keine Seltenheit. Unachtsam auf steinigem Gelände aufgebaut, quer über den Campingplatz an Dornenbüschen vorbeigezogen oder das Campingbesteck nicht sicher verpackt: Schon ist´s passiert. Das ist zwar kein Weltuntergang, aber ein Loch in der Zeltplane sollte schnell repariert werden. Deswegen heißt der nächste Punkt auf meiner Camping-Survival-Liste: Reparaturset fürs Zelt. Das Set besteht aus einem Spezialkleber und einem Haufen Flicken. Die durchlöcherte Stelle einfach reinigen, einen Schuss Kleber draufgeben und einen kreisrunden Flicken aufkleben. Wichtig ist die runde Form: So hält er länger als ein quadratischer Flicken.

Lesetipp der Redaktion: Nicht nur das Zelt kann während eines Campingtrips kaputt gehen. Deshalb ist die richtige Pflege und die Durchführung nötiger Reparaturen der Campingausrüstung das A und O. Hier erfahren Sie was Sie als Basisausrüstung für Reparaturen mitnehmen sollten. 

Für den Hunger zwischendurch: Essen für Camper

Mancher mag glauben: Wer campt, der hungert. Falsch gedacht, denn auch beim Camping müssen Sie nicht auf kulinarische Highlights verzichten. Und damit Sie den Campingurlaub nicht hungrig durchleben müssen, hier ein paar Tipps, wie man sich mit kleinen Tricks ein fabelhaftes Campingmenü zusammenstellt. Empfehlenswert ist auf jeden Fall ein kleiner Campingkocher mit Gaskartusche. Ein einzelner Topf genügt bereits, um eine tolle Mahlzeit zu zaubern.

Das glauben Sie nicht? Wie wäre es zum Beispiel mit einem deftigen Kartoffel-Zwiebel-Eintopf, den Sie mit Brühwürfeln aufkochen? In der Brühe sind schon jede Menge Gewürze enthalten, sodass Sie kein Gewürzregal mitschleppen müssen. Ganz einfach zubereitet sind außerdem Nudeln. Dazu braucht man keine Gourmet-Soße, ein bisschen Pesto mit frischen Cocktailtomaten reicht bereits aus. Und zuletzt: Couscous-Salat ist schnell gemacht, hält sich auch gut ohne Kühlschrank und nur ein Topf ist dafür nötig.

Camping für Anfänger - Die richtige Ausrüstung

Empfehlenswert ist auf jeden Fall ein kleiner Campingkocher mit Gaskartusche. Ein einzelner Topf genügt bereits, um eine tolle Mahlzeit zu zaubern.

Wenn kein Campingkocher vorhanden ist: Wie macht man eigentlich ein Lagerfeuer?

Wer keinen Campingkocher hat, der ist auf Stockbrot angewiesen. Und dafür benötigt man eine Flamme. Eine kleine Mückenkerze wird nicht ausreichen, um den Teig zu garen – ein Lagerfeuer muss her. Aber Achtung: Nicht überall ist es gestattet, ein offenes Feuer zu machen. Daher sollte man sich vorher beim Campingbetreiber oder der Gemeinde informieren.

Camping--Survival-Tipps - Lagerfeuer machen

Wenn Sie ein Lagerfeuer machen wollen, erkundigen Sie sich vorher, ob dies auf dem jeweiligen Campingplatz gestattet ist.

Suchen Sie sich eine flache Stelle, am besten auf Sand oder Kiesel. Legen Sie einen Kreis aus größeren Steinen zur Eingrenzung des Lagerfeuers. Dort hinein legen Sie ein Fundament aus trockenen, dünnen Zweigen, Rinde oder Laub und darauf bauen Sie ein kleines Tipi aus Zweigen. Achten Sie darauf, dass Sie eine Seite offen lassen, um das Feuer entfachen zu können. Zünden Sie nun das Brennmaterial im Inneren des Tipis an, am besten mit einem langen Streichholz. Voraussetzung ist natürlich, dass auf Ihrer Camping-Pack-Liste Feuerzeuge oder Streichhölzer stehen. Falls nicht, geht die lange Suche nach Feuersteinen los, die Sie so lange gegeneinander schlagen, bis Funken entstehen.

Weitere Camping-Survival-Tipps:

  • Taschenlampen-App: Leere Batterien sind ein Problem, das jeder Camper kennt. Praktisch sind daher Taschenlampen-Apps auf dem Smartphone, die einem den Weg zum Sanitärhaus erhellen.
  • Multi-Tool: Wie oft sitzt man mit einer Flasche Wein vorm Zelt und hat den nötigen Korkenzieher vergessen? Daher gehört in jeden Rucksack ein Multi-Tool, mit dem man nebenbei auch schneiden, feilen und zupfen kann.
  • Nahrungsreste: Um Tiere von Ihrem Zeltplatz fernzuhalten, sollten Nahrungsreste niemals direkt neben dem Zelt gelagert werden. Essensreste am besten vergraben und Vorräte in einem luftdichten Beutel an einen Ast hängen.
  • Geschirr waschen: Es gibt faltbare Waschschüsseln, die kaum Platz einnehmen. Als Schwamm eignet sich frisches Moos wunderbar.

Weitere nützliche Infos rund ums Campen: