Bilder & Fotos ohne Qualitätsverlust verkleinern – so geht’s

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Fotos sind schön, belegen aber jede Menge Speicher. Wir zeigen Ihnen, wie Sie ohne großen Qualitätsverlust Bilder verkleinern und so für mehr Platz auf der Festplatte sorgen.


Die Bilder vom gemeinsamen Urlaub mit den besten Freunden liegen sortiert und fertig bearbeitet auf der Festplatte – Zeit, sie den Mitreisenden zur Verfügung zu stellen. Wer dazu nicht auf Clouddienste wie Dropbox oder Google Fotos zurückgreifen will, verschickt die Fotos per Mail. Das Problem: Viele Inboxen erlauben nur Dateianhänge mit begrenzten Größen. In Zeiten, in denen selbst Smartphone-Fotos mehrere Megabyte an Speicherplatz belegen, wird der Mailversand zur Qual.

Die Lösung: Bilder Verkleinern! Mit den richtigen Einstellungen und Programmen sorgen Sie im Handumdrehen dafür, dass die Fotosammlung schlanker wird. Sorgen um die Qualität müssen Sie sich dabei nicht machen, da die Fotos immer noch gut aussehen. Nebenbei erleichtert das nicht nur die Weitergabe der Dateien, auch der Platzbedarf auf der Festplatte wird deutlich reduziert. Vor allem auf kleinen Notebook-SSDs sparen Sie durch die Verkleinerung der Fotos jede Menge Speicher.

Lesetipp der Redaktion: Wenn Sie mehrere Bilder per Mail versenden möchten, kann Ihnen ein sogenanntes ZIP-Archiv helfen, da es eine ganze Reihe von Dateien aufnehmen kann. Wie Sie eine ZIP-Datei erstellen, erfahren Sie hier.

Bilder verkleinern: Verschiedene Ansätze

Beim Verkleinern von Bildern gibt es zwei Hauptansätze: die Verkleinerung mit und ohne Qualitätsverlust. Bei letzterem geht es vor allem darum, die technischen Daten der Fotodatei zu reduzieren. Kameras speichern automatisch eine Reihe von Informationen in jeder Aufnahme. Werden diese aus den Dateien gelöscht, wird bereits einiges an Speicherplatz freigegeben. Im Gegenzug verlieren Sie aber auch nützliche Infos, etwa zu den verwendeten Einstellungen.

Wesentlich wichtiger für die Dateigröße ist die meist in Megapixeln angegebene Bildauflösung, in der Fotos gespeichert werden. Ein Beispiel: Eine typische Handykamera mit einer Bildauflösung von 12 Megapixeln speichert Bilder mit einer Auflösung von 4.032 x 3.024 Bildpunkten. Damit ließen sich theoretisch Leinwanddrucke mit über einem Meter in der Breite in ordentlicher Qualität realisieren. Gleichzeitig „wiegt“ ein solches Foto im JPEG-Format zwischen drei und vier Megabyte auf der Festplatte. Wird die Auflösung per Software auf beispielsweise 1,6 Megapixel (1.536 x 1.024 Pixel) verkleinert, reduziert das die Dateigröße deutlich. Der Clou: Das Foto lässt sich damit zwar nicht mehr auf eine Leinwand ziehen, zur Betrachtung am PC, Tablet oder TV eignet es sich aber nach wie vor problemlos.

Bilder verkleinern

Das linke Foto belegt ca. 80 Prozent weniger Speicherplatz. Der qualitative Unterschied ist dabei selbst auf einem großen Fernseher nicht zu sehen.

Wie stark darf man Bilder verkleinern?

Die Frage, wie stark Bilder verkleinert werden, hängt natürlich auch von ihrem künftigen Verwendungszweck ab. Selbst die Umsetzung eines Fotobuchs ist mit kleineren Bildern meist noch in ansprechender Form machbar. Wollen Sie hingegen einzelne Aufnahmen als Posterdruck nutzen, sollten Sie von der Konvertierung absehen. Wie schon erwähnt sind typische 12-Megapixel-Fotos zumindest in der Theorie von ausreichender Qualität für Fotodrucke. Verkleinern Sie die Fotos aber vor dem Druck, geht die Qualität verloren. Abseits von großen Ausdrucken ist eine Reduzierung der Bildgröße meist überhaupt kein Problem, da der Qualitätsverlust mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen ist.


Bilder verkleinern: Das richtige Werkzeug

Bilder können theoretisch mit nahezu jedem Programm verkleinert werden, das sich zur Bearbeitung eignet. Selbst die simplen Bordmittel wie Paint für Windows oder die Mac-Vorschau bieten Methoden, Fotodateien kleinzurechnen. Einfacher geht es aber mit einem externen Bildbearbeitungsprogramm. Wir nutzen in unserem Beispiel den kostenlosen Bildbetrachter XNView MP. Das Programm ist nicht nur für Windows, sondern auch für Linux und macOS erhältlich und bringt alle Werkzeuge mit, Fotos einzeln oder im Paket zu verkleinern.

Vor allem Windows-Nutzer können aber auch aus einer Vielzahl von Alternativen wählen, beispielsweise das hervorragende IrfanView oder auch „Der grandiose Bildverkleinerer“, bei dem der Name Programm ist. Welches Werkzeug zur Reduzierung der Bildgröße sie letztlich verwenden, ist Geschmackssache. Die Ergebnisse sind in der Regel mehr oder weniger identisch.

Einzelne Fotos verkleinern – Anleitung

Um die volle Kontrolle über die Fotos und die Ergebnisse der Kompression zu behalten, können Sie die Bilder einzeln herunterrechnen. Die Verkleinerung eines Fotos mit XNView MP ist schnell erledigt. So gehen Sie dabei vor:

  1. Öffnen Sie das Foto mit XNView MP für Windows, Mac oder Linux.
  2. Optional können Sie das Foto zuschneiden, um unnötige Inhalte zu entfernen. Ziehen Sie dazu mit der Maus einen Rahmen um die Inhalte, die Sie behalten möchten. Nun klicken Sie mit der rechten Maustaste in den Rahmen und wählen den Befehl „Zuschneiden“.
  3. Jetzt können Sie die eigentliche Verkleinerung vornehmen. Klicken Sie dazu auf „Bild – Größe ändern“. Im eingeblendeten Menü können Sie bei „Neuberechnen“ eine neue Bildgröße in Pixeln auswählen. Faustregel: je kleiner, desto weniger Speicherbedarf. Achten Sie auf jeden Fall darauf, dass der Haken bei „Verhältnis beibehalten“ gesetzt wird, damit Ihr Foto nicht verzerrt.
  4. Das Dropdown-Menü „Vorgabe“ bietet verschiedene Vorlagen zur Auswahl. Beispielsweise können Sie die Größe für verschiedene Fotoformate optimieren oder die Datei um 50 Prozent verkleinern. Selbstverständlich können Sie die Vorauswahl noch weiter anpassen.
  5. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden, verkleinern Sie das Bild mit einem Klick auf „OK“. Nun müssen Sie das neue Foto nur noch abspeichern. Dazu drücken Sie wahlweise die Speichern-Schaltfläche oben links oder die Tastenkombination „Strg + S“. Beachten Sie, dass das Ursprungsfoto dabei überschrieben wird. Möchten Sie die verkleinerte Version separat sichern, drücken Sie „Umschalttaste + Strg + S“ oder nutzen das Menü „Datei – Speichern unter“. Nun können Sie eine verkleinerte Kopie des Fotos speichern.
Bilder verkleinern mit XNView

XNView MP ist nicht nur kostenlos, es bietet auch die gleichen Funktionen unter Windows, macOS und Linux.



Mehrere Fotos in einem Rutsch verkleinern

Oft ist es gleich ein ganzer Haufen von Bildern, die verkleinert werden sollen. In einem solchen Fall müssen Sie natürlich nicht jedes Foto einzeln bearbeiten. Nutzen Sie stattdessen die sogenannte Stapelverarbeitung von XNView, um die Bilder in einem Rutsch zu konvertieren:

  1. Wählen Sie die Bilder aus, die Sie umrechnen möchten. Um mehrere Fotos zu selektieren, klicken Sie sie einfach mit gedrückter Strg-Taste an.
  2. Wählen Sie im Menü Werkzeuge“ die Funktion „Stapelverarbeitung“. Im aufklappenden Fenster können Sie auf dem Reiter „Eingabe“ bei Bedarf weitere Fotos per Drag & Drop für die Umwandlung hinzufügen oder Bilder entfernen.
  3. Wechseln Sie auf den Reiter „Verarbeitungen“ und klicken Sie auf „Verarbeitung hinzufügen“. Im aufklappenden Menü wählen Sie unter „Bild“ die Option „Größe ändern“. Anschließend bestimmen Sie bei „Modus“, welche Art der Größenänderung Sie vornehmen möchten. Sie können Änderungen nach Pixeln, Prozenten oder Zentimeter-Angaben vornehmen.
  4. Auf dem Reiter „Ausgabe“ legen Sie im Feld „Ordner“ das Verzeichnis fest, in dem die verkleinerten Fotos ausgegeben werden. Bei „Dateiname“ tragen Sie das Namensschema ein, mit der XNView MP die konvertierten Bilder benennen soll. Die Vorlage ergänzt den aktuellen Namen einfach um den Zusatz „Ergebnis“.
  5. Im Feld „Format“ wählen Sie in der Regel die Einstellung „JPG“. Optional können Sie mit „Einstellungen“ noch Details einstellen. Den Regler „Qualität“ sollten Sie mindestens bei der Voreinstellung „80“ belassen. Niedrigere Einstellungen nagen stark an der Qualität. Die eingangs erwähnten Metadaten in den Fotos löschen Sie, indem Sie die Häkchen bei „XYZ-Daten beibehalten“ entfernen.
  6. Sind Sie mit den Einstellungen zufrieden, übernehmen Sie sie mit „OK“. Anschließend starten Sie die Umwandlung Ihrer Fotosammlung mit einem Klick auf „Konvertieren“.
Mehrere Bilder verkleinern

Bilder verkleinern: Hier sehen Sie den 2. Schritt unserer Anleitung: Über das Menü „Werkzeuge“ finden Sie die Funktion „Stapelverarbeitung“.

Je nach Fotomenge und PC-Geschwindigkeit kann der Vorgang einige Zeit in Anspruch nehmen. Das Ergebnis: eine deutlich schlankere Fotogalerie, die Sie nun perfekt per Mail oder anderweitig teilen können.