Bier brauen – Der Weg zum eigenen Gerstensaft

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Bierbrauen ist nichts für zwischendurch – die eigene Herstellung erfordert einiges an Geduld. Aber das Experiment lohnt! Und wenn man die einzelnen Schritte befolgt, kann eigentlich wenig schief gehen. Bierbrausets helfen den Eigenbräu-Neulingen. Zum Internationalen Tag des Bieres zeigen wir Ihnen die 13 Steps zum eigenen Bier.


Das brauchen Sie:

  • 4 Kilo geschrotetes Malz
  • 20  l  Wasser
  • Jod
  • Hopfen
  • Einmachtopf
  • Tuch oder Sieb
  • Bierspindel
  • Plastikeimer
  • 40 g Bierhefe
  • verschließbare Flaschen
    1. Schroten: Für 20 Liter Wasser benötigen Sie unge
fähr vier Kilo geschrotetes Malz. Das 
Getreide sollten Sie zerkleinern, aber 
nicht zu fein mahlen!
    2. Einmaischen: Das Wasser auf 65 Grad erhitzen. Dann 
das Malz unter ständigem Rühren zugeben, 
danach weiterrühren. Die Temperatur 
konstant auf 63 Grad halten. Wichtig ist, dass Sie die Mischung noch rühren können, ohne dass sie am Topfboden anbrennt. Nach 15 Minuten auf 71 Grad aufheizen 
und 15 Minuten weiterrühren.
 
Zu beachten ist: Die sogenannte Bittere 
entsteht durch den Isohopfenextrakt. Deshalb hier nicht überdosieren!
    3. Jodtest: Einige Tropfen der Wasser-Malz-Lösung mit ein paar Jodtropfen auf einem Unterteller mischen. Verfärbt sich die Probe blau, brauchen die Enzyme noch etwas Zeit, um die Stärke in Malzzucker umzuwandeln. Bei 
roter oder gelber Verfärbung: alles bestens! Bei maximal 78 Grad arbeiten und erst abmaischen, wenn keine Verfärbung mehr sichtbar ist.
    4. Läutern
: Die Maische durch ein Tuch oder Sieb gießen, um die festen Stoffe von der Flüssigkeit zu trennen.
    5. Überschwänzen
: Den sogenannten „Treber“, also die bereits gefilterten Malzreststoffe, noch einmal 
mit zwei bis drei Liter Wasser (maximal 
78 Grad) auswaschen.
    6. Stammwürze messen: Dies geschieht mithilfe einer Bierspindel. Für Helles, Dunkles oder Pils streben wir mindestens 11 Prozent, für Export mindestens 12 Prozent, für Bock mindestens 16 Prozent an. Entweder so lange überschwänzen, bis die Stammwürze dünn genug ist, oder erst nach dem Kochen Wasser zugeben, um die Stammwürze einzustellen. Je höher die Stammwürze, desto stärker ist später das Bier, da mehr Extrakt 
zur Vergärung vorhanden war.
    7. Kochen
: Nun die Würze etwa eine Stunde bei 
100 Grad kochen.
    8. Hopfung
: Während des Kochens wird dem Bier 
seine bittere Note verliehen. Dies geschieht durch Zugabe des Hopfens 
etwa 30 Minuten vor dem Kochende. 
Die Hopfenmenge richtet sich nach 
der Biermenge und -art.
    9. Spindeln: Eine kleine Menge des Suds entnehmen und auf etwa 20 Grad abkühlen lassen. Dann wieder mit der Spindel den Stammwürzegehalt bestimmen.
    10. Heißtrub-Entfernung
: Den Sud wieder über ein Tuch in ein 
frisches Behältnis filtern, um das „Grüne“ 
zu entfernen. Danach sollte er dunkel 
und klar aussehen.



  1. Abkühlung & Hefe: Den Sud nun in eine Wanne stellen und rundherum kaltes Wasser einfüllen. Wenn die Wärme des Suds der Hefetemperatur der Biersorte entspricht (Pils: 9 bis 15 Grad, 
Weizen/Kölsch/Alt: 18 bis 24 Grad), die Hefe zugeben. Wenn die Stammwürze noch zu hoch ist, können vor der Hefe Eiswürfel zugefügt werden. Diese kühlen den Sud und senken die Stammwürze.
  2. Hauptgärung: Bei der genannten Hefetemperatur das Bier zwei bis fünf Tage gären lassen, bis die Spindel vier Prozent anzeigt. Wundern Sie sich nicht, wenn es in dieser Zeit im Gefäß schäumt und gluckst – das ist die Hefe, die den enthaltenen Zucker geräuschvoll zu Alkohol und Kohlendioxid verarbeitet.
  3. 

Abfüllen
: Die Bierflaschen (am besten wiederverschließbare mit Bügelverschluss) reinigen und im Backofen sterilisieren. Flaschen befüllen und etwa zwei Wochen bei Zimmertemperatur reifen lassen, anschließend etwa eine Woche im Kühlschrank lagern. Die 
Flaschen niemals vollständig füllen, sonst können sie platzen – drei bis fünf Zentimeter sollten im Flaschenhals leer bleiben.

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