Die beliebtesten Radwege in Deutschland

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Von den Deichen an der Nordseeküste bis zu den Alpen in Bayern: Deutschland bietet Fahrradfreunden ein wahres Paradies an Radwegen, das in Europa einmalig ist. Wir stellen Ihnen die sieben schönsten Radwege der Republik vor.


Rund 12.000 Kilometer lang sind alle Radwege zusammen. Platz genug, um sich auszutoben. Und den brauchen die Deutschen auch, denn Radfahren gehört zu ihren liebsten Hobbies und ist sogar noch beliebter als Wandern und Schwimmen. 61 Prozent der Befragten der Studie „Fahrradfahren in Deutschland“ des Marktforschungsinstituts Research Now gaben an, dass sie sich am liebsten auf dem Drahtesel fortbewegen. Jeder zweite Deutsche nutzt im Alltag sein Zweirad.

Aus diesem Grund plant der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), die Radwege in Deutschland immer weiter und besser auszubauen und die nachhaltigste Reiseform überhaupt noch populärer zu machen. Immerhin: Rund 167 Millionen Tagesausflüge unternahmen die Bundesbürger 2017 mit ihrem Rad. Das zeigt die ADFC-Travelbike-Radreiseanalyse 2018, eine repräsentative Online-Befragung von rund 8.700 Bürgern. Und zum 14. Mal in Folge schaffte es der Elberadweg auf das Siegertreppchen der beliebtesten Radwege.

Radwege rund um die Mosel

Alle Moselradwege sind zusammen rund 12.000 Kilometer lang. Sie bieten die perfekten Radwege für Familien, Anfänger und Weinliebhaber.

Elberadweg: Von der Quelle bis zur Mündung

Vom tschechischen Riesengebirge startet der Premium-Radweg in Špindlerův Mlýn und erreicht nach rund 1.220 Kilometern Cuxhaven. Unterwegs fahren Sie vorbei an kleinen Städten, die wohl jeder auf der Karte übersieht, etwa Jerichow mit seinem berühmten Backstein-Kloster. Der Radweg wird gesäumt von zahlreichen Naturdenkmälern: die Basteifelsen in der Sächsischen Schweiz, die tiefen Schluchten der Böhmischen Schweiz, die Kulturlandschaft „Altes Land“ oder die Mündung der Elbe in das Wattenmeer der Nordsee.

Und auch kulturell ist dieser Radweg ein echtes Highlight. Die Elbe ist bekannt für traumhafte Schlösser, Fachwerkhäuser und Kirchen. Ein Abstecher lohnt sich in das Turmuhrenmuseum oder das Lügenmuseum.

  • Besonderheit: Hier stoßen Sie auf die berühmten Radwegekirchen zwischen Belgern und Torgau, Orte zum Entspannen
  • Vorteil: leicht zu befahren, keine Anstiege
  • Nachteil: viel Verkehr auf den Neuen Elbbrücken
  • Zielgruppe: Anfänger, Familien, Hanseaten, Kulturinteressierte
  • Unterschied: über zahlreiche Nebenrouten können Sie kleine Dörfer in der Umgebung entdecken

Der Mosel-Radweg: Lang aber entspannt

Der Duft nach Mirabellen und Weintrauben ist allgegenwärtig: Wer den Moselradweg im französischen Metz beginnt, wird den gesamten Weg über begleitet von Rieslingreben und Spätburgunder. Es geht vorbei an alten Befestigungsanlagen der Römerzeit, die Mosel immer an der Seite. Unter Aquädukten hindurch, über schmale Pfade und wackelige Brücken hinweg. Der 310 Kilometer lange Moselradweg zwischen Metz und dem Deutschen Eck in Koblenz ist einer der beliebtesten Radwege in Deutschland. Kein Wunder, er ist kaum anstrengend, verläuft gerade und auf gut ausgebauten Strecken.

  • Besonderheit: der Startpunkt kann weiter in den Süden der Vogesen verlegt werden; in Bussang finden Sie die Quelle der Mosel
  • Vorteil: kaum Anstiege, schöne Landschaften, direkt am Fluss
  • Nachteil: teilweise Geräusche der Autobahn
  • Zielgruppe: Familien, Naturbegeisterte, Weinliebhaber
  • Unterschied: An jeder Ecke können Sie eine Burg bewundern!

Radwege rund um den Bodensee

Vom hohen Norden geht es runter in den Süden: Der Bodensee lädt zu einer gemütlichen Tour rund um das Wasser herum ein. 220.000 Sportbegeisterte radeln jährlich die 260 Kilometer um den See im Alpenvorland herum. Bis zu einer Woche können Radler sich Zeit nehmen für die Rundtour – und unterwegs einiges entdecken. Der See lässt sich gut in acht Etappen umrunden. Start ist in Konstanz, dem See weichen Sie auf der Tour nicht von der Seite und finden an jeder Ecke ein radfreundliches Hotel.

  • Besonderheit: Machen Sie ein paar Abstecher, beispielsweise zur Insel Reichenau, zum Schloss Salem oder zur Tattnanger Hopfenschlaufe
  • Vorteil: leicht zu befahren, keine Anstiege, Ziel für jede Jahreszeit
  • Nachteil: im Sommer überfüllt; mehr Fahrradklingeln als Vögel zu hören
  • Zielgruppe: Familien, Wasserratten
  • Unterschied: Hier können Sie mit dem Rheinfall einen der drei größten Wasserfälle Europas bestaunen



Donauradweg: Acht Länder in zwei Wochen

Bayern ist laut ADFC das beliebteste Bundesland zum Fernradeln. Ein kleines Stück des Donauradwegs führt auch durch den Freistaat. Zwischen der Quelle der Donau in Donaueschingen und der Mündung ins Schwarze Meer in Sulina in Rumänien erleben Sie vielfältige Natur, kulturelle Highlights und kulinarische Köstlichkeiten. Ein bisschen Zeit sollten Sie für die 2.850 Kilometer lange Strecke aber einplanen. Immerhin durchqueren Sie acht Länder – auf nur einem Radweg! Folgen Sie alten Römerwegen, vorbei an Kaiserstädten und dem Knopfmacherfelsen fernab vom Autobahnverkehr im Durchbruchstal der Donau.

  • Besonderheit: Aus dem Staunen nicht mehr rauskommen – auf dem Donauradweg finden Sie zahlreiche Schlösser, Ruinen, Höhlen und Kloster
  • Vorteil: nahezu steigungsfrei
  • Nachteil: im Sommer überfüllt; Unterkünfte besser im Voraus buchen
  • Zielgruppe: Anfänger, Familien, Höhlenmenschen und Wasserratten
  • Unterschied: acht Länder auf einer Tour durchfahren
Radwege entlang der Donau

Der Donauradweg führt in zwei Wochen durch ganze acht Länder. Die 2.850 Kilometer lange Strecke ist ein toller Radweg für Familien, Anfänger und Wasserratten.

Rheinradweg: Von 2.000 Metern Höhe bis zum Meer

Königlich wie die Donau sei der Rhein, meinte einmal Victor Hugo. Der Radweg durch das Rheinland ist stolze 1.230 Kilometer lang und führt von der Quelle des Flusses in den Schweizer Alpen bis zur Mündung in Rotterdam. Hier kann einem schon mal die Puste ausgehen: Der höchste Punkt befindet sich auf über 2.000 Metern Höhe am Schweizerischen Oberalppass. In mehreren Etappen können Sie von dort dem Rhein entlang folgen. Vorbei am Bodensee durch das Moseltal, vorbei an Köln und Arnheim, durch das Rheindelta bis zum Meer, wo Sie in der hippen Metropole Rotterdam einer der größten Häfen der Welt erwartet.

  • Besonderheit: Berge, Seen, Weinberge, Meer – mehr Vielfalt geht wohl kaum
  • Vorteil: tolle Ausblicke, atemberaubende Natur
  • Nachteil: teilweise Anstiege zu bewältigen, Radfahren in Köln ist kein Vergnügen
  • Zielgruppe: Familien, Sportbegeisterte
  • Unterschied: neun UNESCO-Welterbestätten in vier Ländern entdecken



Ostseeküsten-Radweg: Frische Seeluft pur

Noch nicht genug Seeluft geschnuppert? Dann auf zum Ostseeküsten-Radweg. Die wunderschöne Strecke führt Sie von Flensburg bis an die polnische Grenze. Eigentlich ist diese Tour rund 8.000 Kilometer lang, denn sie verläuft durch Finnland, Schweden, Dänemark, das Baltikum bis nach Russland. Hier können Sie erst die weitläufigen Dünen und Wattenmeere der Nordsee erkunden und dann an der Ostseeküste schroffe Felsen bestaunen, etwa auf Rügen. An den vielen Anschluss-Radwegen, wie Berlin-Usedom, Alte Salzstraße oder Oder-Neiße-Radweg, haben Sie die Möglichkeit, einfach vom Weg abzubiegen und neue Strecken zu entdecken.

  • Besonderheit: Inselabstecher – die Tour verläuft auch über Fehmarn
  • Vorteil: leicht zu befahren mit vielen Naturdenkmälern und fantastischen Ausblicken aufs Meer
  • Nachteil: immer die Kurtaxe im Auge behalten
  • Zielgruppe: Familien mit Kindern, Genießer, Meeresfreunde und Inselfans
  • Unterschied: gleich zwei Meere auf einmal entdecken
Radweg an der Ostseeküste

Der Radweg an der Ostseeküste bietet fantastische Ausblicke aufs Meer und passiert viele Naturdenkmäler.

Oder-Neiße-Radweg: Östlicher geht’s nicht

Der Radweg ist der östlichste, der in Deutschland zu befahren ist. Kreuzen Sie zwei Flüsse in drei verschiedenen Bundesländern auf der 465 Kilometer langen Strecke direkt an der Grenze zu Polen. Starten Sie den Weg in Sachsen von Zittau aus und entdecken Sie die historischen Städte im Osten der Republik. Tolle Rosengärten, hübsche Altstädte und Parks laden ein zum Pausieren.

  • Besonderheit: Mal eben kurz nach Polen rüber an den zahlreichen Grenzübergängen – sofern Sie Ihre Reisedokumente dabeihaben
  • Vorteil: Volksfeststimmung am Wochenende an der Grenze zu Polen
  • Nachteil: rund um Frankfurt wird es laut und ungemütlich
  • Zielgruppe: Anfänger, Familien mit Kindern, Kulturinteressierte
  • Unterschied: Isergebirge, Lausitz und Oderbruch begeistern die Genussradler

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