Garten-Tipp: Beerensträucher pflanzen. So geht´s richtig!

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Ob Himbeere, Brombeere, Stachel- oder Johannisbeere: Gute Startbedingungen sind beim Einpflanzen von allen Beerensträuchern die Voraussetzung für köstliche Ernten. Stimmen Standort, Halterungen und Boden, kann man schon im ersten Jahr sonnenwarme, saftig-süße Früchte direkt vom Strauch naschen. Wir verraten Ihnen worauf Sie beim Beerensträucher-Pflanzen achten müssen.



Wann sollten Sie mit dem Beerensträucher pflanzen beginnen? Die richtige Pflanzzeit für Beerensträucher ist der September. Der Boden ist noch warm, so dass die Jungpflanzen bis zum Winter Saugwurzeln bilden und gut anwachsen. Im Frühjahr können die Beerensträucher dann – ihrem Wachstumsrhythmus entsprechend – zeitig austreiben. Der Alternativtermin liegt im März/April. Er empfiehlt sich vor allem in rauen Regionen. Die Sträucher treiben dann nicht ganz so zügig wie nach der Herbstpflanzung aus, erliegen dafür aber nicht dem Frost. Brombeeren, Kiwis und Weinreben, die als Jungpflanzen frostempfindlich sind, sollte man in kalten Lagen sogar erst im Mai setzen.

Beerensträucher kaufen – Treffen Sie die richtige Wahl

Bevor es an das Einpflanzen der Beerensträucher geht, müssen Sie erst einmal die passenden Obststräucher kaufen. Dabei sollten Sie sich nicht nur Gedanken darüber machen, welche Beeren Sie am liebsten mögen, sondern auch darüber wie viel Platz und welcher Standort Ihnen zur Verfügung steht.

Haben Sie nur einen schattigen Ort, um die Beeren zu pflanzen sollten Sie auf Walderdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren oder Stachelbeeren zurückgreifen. Dies sind zwar keine ausgesprochenen Schattenpflanzen, doch als ursprüngliche Waldsträucher blühen und fruchten diese auch an dunklen Orten. Die Ernte wird jedoch etwas geringer ausfallen als an einem sonnigen Standort. Bei Stachelbeeren greifen Sie in dem Fall am besten zu den mehltauresistenten Sorten.

Möchten Sie mehrere Beerensorten pflanzen, müssen Sie sich auch darüber informieren welche Beerensträucher zusammenpassen. Das heißt, sollen verschiedene Beeren im Garten nebeneinander gepflanzt werden, müssen diese auch die gleichen Bedingungen für Standort und Bodenbeschaffenheit besitzen.

Beim Kauf von Beerensträuchern sollten Sie auch unbedingt auf Pilz-, Krankheits- und Schädlingsresistente Pflanzen achten.


Standort und Bodenvorbereitung – Worauf müssen Sie beim Pflanzen von Beerensträuchern achten?

Wer Beerensträucher richtig einpflanzen will, sollte ihnen einen optimalen Standort aussuchen. Alle Obststräucher lieben es sonnig und warm. Nur wenn sie einen Platz an der Sonne erhalten, bilden sie ihr typisches Aroma und die leckere Süße aus. Meiden Sie deshalb schattige, kühle und stark windige Plätze. Ist wenig Platz im Garten, können Sie die Ruten von Himbeeren und Brombeeren oder die rankenden Triebe von Kiwis und Weinreben an einem Spalier an der Süd- oder Westseite eines Hauses, einer Mauer oder Garagenwand ziehen. Auch die strauchigen Triebe von Johannisbeeren, Stachelbeeren und Jostabeeren eigenen sich gut dafür.

Beerensträucher richtig pflanzen

Achten Sie darauf, dass Ihre eingepflanzen Himbeeren genug Wärme und Sonne bekommen. Dann erhalten Sie eine süße Ernte.

Wenn auch die Garagen- oder Hauswand keine Option für die Obststräucher sind, geben Sie nicht gleich auf. Denn wer eine Terrasse oder einen Balkon hat, muss nicht auf selbstangebaute Beeren verzichten. Viele Beerensorten wachsen auch im Kübel oder Balkonkasten, wie beispielsweise die Monatserdbeere, Johannis- oder Stachelbeere. Wichtig ist nur, dass Kasten und Kübel genug Fassungsvermögen bieten – ideal wären 50 Liter – und ein Loch im Boden besitzen, damit überschüssiges Wasser abfließen kann.

Beerensträucher können sogar noch einen zusätzlichen und praktischen Nutzen erfüllen. Sollten Sie sich für Hochstämmchen-Reihen von Johannis-, Stachel- oder Jostabeeren entscheiden, können die Beeren sogar als schicke Hecke dienen. So können Sie nicht nur leckeres Obst ernten, sondern sind gleichzeitig etwas geschützt vor den Blicken der Nachbarn.

Auf den richtigen pH-Wert kommt es an

Die zweite Bedingung für das optimale Pflanzen von Beerensträuchern ist ein durchlässiger, lockerer und humoser Boden. Vor allem empfiehlt es sich, den pH-Wert des Bodens zu testen. Bei stark sauren Böden mit einem pH-Wert unter 4,5, heben Sie den pH-Wert durch Untermengen von Algenkalk oder kohlensaurem Kalk (mehrmals im Jahr 100 g pro Quadratmeter) an.

Umgekehrt senkt man den pH-Wert bei kalkhaltigen Böden durch Rindenmulch oder Rindensubstrat. Besondere Ansprüche an den pH-Wert haben Kulturheidelbeeren und Kulturpreiselbeeren: Sie benötigen einen sauren, waldähnlichen Boden mit einem pH-Wert von 4-5. Wer im Garten einen pH-Wert über 5 vorfindet oder gar einen kalkhaltigen Boden (ph-Wert über 7) hat, pflanzt sie besser in große Gefäße mit Rhododendronerde oder legt für sie ein spezielles Moorbeet an.

Dazu müssen Sie die gesamte Beetfläche 60 cm tief ausheben, 15 cm hoch eine Drainageschicht aus Kies einbringen und mit einem Pflanzvlies abdecken. Danach seitlich die Beetwände mit einer Plastikfolie auskleiden, um zu verhindern, dass kalkhaltiges Wasser zuströmt. Die restliche Pflanzgrube mit Rhododendronerde auffüllen. Da Heidelbeeren und Preiselbeeren Flachwurzler sind, genügt diese Tiefe.


Sicherer Halt für Beerensträucher

Bevor Sie Beerensträucher richtig einpflanzen, müssen Sie ihre Halterungen installieren. Dafür gibt es je nach Beerensorte verschiedene Möglichkeiten. Dies sind die möglichen Halterungen für Beerensträucher:

  1. Einfaches Himbeerspalier: Für weiche Himbeer- und Brombeerruten, aber auch für Kiwis und Weinreben geeignet. Dazu schlägt man in einer Reihe im Abstand von 2-4 m etwa 2 m lange, imprägnierte Holzpfähle oder Metallpfosten in den Boden. Daran spannt man im Abstand von 60 cm 2-3 waagerechte Drähte. An ihnen werden dann die Ruten oder Ranken befestigt. Damit das Gewicht der Pflanzen die Spannung des Stützgerüsts nicht lockert, empfiehlt es sich, die äußeren Pfosten jeweils schräg nach außen geneigt in den Boden einzuschlagen.
  2. V-Spalier: Für Himbeeren, Brombeeren, aber auch für Johannis-, Stachel- und Jostabeeren geeignet. Die Konstruktion ist ähnlich – allerdings doppelreihig. Dabei schlägt man die sich gegenüberstehenden Pfosten in V-Form in den Boden, so dass zusammen mit den waagerechten Spanndrähten ein V-förmiger Stütz-Korpus entsteht. Darin können sich die Ruten und Triebe so entfalten, dass sie von allen Seiten Sonne erhalten.
  3. Einzelstütze für Hochstämmchen: Für Einzelstämmchen von Johannis-, Stachel- und Jostabeeren. Ein einzelner Stützstab mag für junge Hochstämmchen noch genügen. Spätestens im zweiten oder dritten Standjahr kann bei guter Pflege der Fruchtbehang so schwer sein, dass das Stämmchen an seiner „Schwachstelle“ (der Veredelungsstelle am Kronenansatz) umknickt. Deshalb treibt man um den Stamm gleichmäßig verteilt drei hohe Pfähle in den Boden, die man oben untereinander mit waagerechten Latten verbindet. Dieses Dreieckgerüst sollte so hoch sein, dass die fruchttragende Krone darauf aufliegen kann.
  4. Hochstämmchen-Reihe: Für in Reihen gepflanzte Stämmchen von Johannis-, Stachel- und Jostabeeren geeignet. Wer Beerenhochstämmchen aufgereiht hintereinander pflanzt, kann sie auch durch einen einzigen Rahmen stützen. Dazu schlägt man zu beiden Seiten der Stämmchen Pfosten in den Boden, auf die man Längs- und Querlatten aufnagelt. Auf diesem Gerüst können dann die Kronen der Stämmchen aufliegen.

Beerensträucher pflanzen – so geht’s

Nun haben Sie alle Vorbereitungen getroffen und die ideale Obstsorte und Erde, sowie den passenden Platz gefunden. Doch ein paar weitere Punkte sollten Sie unbedingt beim Einpflanzen beachten. Auch wenn Beerensträucher selbstbefruchtend sind, sollten Sie doch immer mindestens zwei pflanzen, weil dann der Fruchtansatz größer ist. Die Ausnahme sind Kiwis. Hier müssen Sie eine weibliche und eine männliche Pflanze zusammensetzen.

Diese Punkte sollten Sie beim Beerensträucher-Pflanzen beachten:

  1. Kein Wurzelschnitt: Vor dem Einpflanzen werden bei wurzelnackter Ware nur beschädigte und überlange Wurzeln eingekürzt, Containerpflanzen topft man einfach aus.
  2. Pflanztiefe: Die richtige Pflanztiefe kann bei Beerenobst das Wachstum entscheidend fördern.
  • Rote und Weiße Johannisbeeren, Kiwis, Stachel- und Jostabeeren pflanzt man nur wenig tiefer als sie zuvor im Topf standen. Die Triebansätze sollten etwa 2-3 cm in den Boden kommen.
  • Bei Himbeeren und Brombeeren kommen die Triebknospen über den Wurzelansätzen etwa 5 cm tief in die Erde.
  • Bei Schwarzen Johannisbeeren sollten die Triebansätze mindestens eine Handbreit von Erde bedeckt sein. Sie bilden dann schneller neue Triebe aus dem Wurzelbereich.
  • Bei Heidelbeeren sterben die Wurzeln bei Sauerstoffmangel schnell ab. Man pflanzt sie deshalb „hoch“, das heißt die Oberkante ihres Wurzelballens sollte etwa 1 cm über den Boden hinausstehen. Nach dem Einpflanzen häufelt man den gesamten Wurzelbereich mit Rindenkompost an.
  • Bei Weinreben muss die Veredelungsstelle mindestens 5 cm über dem Boden bleiben.

3. Pflanzabstand: Das Wachstum und der Platzbedarf der Beerensträucher recht unterschiedlich. Wir haben für Sie die Durchschnittswerte für die Pflanzabstände aufgelistet, falls Sie sie als Hecke oder in einer doppelreihigen Allee arrangieren möchten.

Beerensträucher richtig pflanzen - Der richtige Pflanzabstand

Beim Anlegen von Hecken oder Doppelreihen, informieren Sie sich vorher über den richtigen Pflanzabstand der jeweiligen Beerensträucher.



Die Pflanzabstände der unterschiedlichen Beerensorten:

  • Himbeeren: Pflanzabstand 50 cm, Reihenabstand 120 cm
  • Brombeeren: Pflanzabstand 3-4 m, Reihenabstand 1 m
  • Rote und Weiße Johannisbeeren: Pflanz- und Reihenabstand 1,5 m
  • Schwarze Johannisbeeren: Pflanz- und Reihenabstand 2 m
  • Stachelbeeren: Pflanz- und Reihenabstand 1,5 m
  • Jostabeeren: Pflanz- und Reihenabstand 2 m
  • Kulturheidelbeeren: Pflanz- und Reihenabstand 1,5 m
  • Hochstämmchen Johannis- und Stachelbeeren: Pflanz- und Reihenabstand 1,2 m
  • Hochstämmchen Jostabeeren: Pflanz- und Reihenabstand 2 m

Die richtige Pflege von Beerensträuchern

So fertig! Sie haben alle Tipps befolgt und Ihre Beerensträucher fachmännisch eingepflanzt. Doch wie jeder guter Gärtner weiß, bedarf es der richtigen Pflege, um am Ende saftig-süße Beeren zu naschen. Das bedeutet für Sie nicht einfach zurücklehnen, sondern Ihre Beerensträucher angemessen düngen, abspritzen und Zuschneiden.

Beerensträucher optimal düngen, bewässern und zuschneiden

  • Das richtige Bewässern: Sie sollten Ihr Beerenobst regelmäßig bewässern, denn die Erde sollte stets feucht sein. Aber Achtung: Nicht übertreiben mit dem Bewässern, denn feucht ist nicht gleich nass.
  • Das richtige Düngen: Außerdem ist ein ausgewogenes Düngen der Beerensträucher wichtig. Am besten eignet sich organischer Dünger, wie zu Beispiel Kuhmist oder verrotteter Kompost. Aber es gibt natürlich auch im Handel spezielle Beerendünger, die sich gut dafür eignen. Die beste Zeit zum Düngen ist im Frühjahr vor der Blüte.
  • Das richtige Zuschneiden: Das Zuschneiden der Sträucher ist bei Jungpflanzen noch nicht nötig. Warten Sie bis sich ein starker Haupttrieb entwickelt hat. Sobald Sie die Beeren dann abgeerntet haben, können die Sträucher ausgelichtet werden. Das heißt der beste Schnittzeitpunkt ist unmittelbar nach der Ernte.

Das Umpflanzen der Beerensträucher nicht vergessen

Sollten Sie Obststräucher irgendwann zu groß für die aktuelle Umgebung werden, sodass zu wenig Platz zum Entfalten der Gehölze ist, dann setzen Sie die Sträucher möglichst um.

Die Sträucher am besten bei mildem Wetter verpflanzen. Frühherbst oder Spätfrühling ist eine gute Zeit, vorausgesetzt, der Boden ist weder durchnässt noch gefroren. Dann befinden sich die Gehölze in einer Ruhephase und werden am wenigsten gestresst. Damit die rankenden Triebe Sie nicht beim Umsetzen stören, umwickeln Sie diese mit Bändern oder Schnüren. Oder Sie packen den gesamten Beerenstrauch in einen Sack.

Und so gelingt das Umpflanzen der Beerensträucher:

  • Passenden, hellen Ort wählen, bei dem der Obststrauch genügend Platz hat, sich zu entfalten.
  • Boden an dem neuen Standort vorbereiten. Das heißt, Sie müssen ein Loch graben, das doppelt so breit und tief ist, wie der Wurzelballen.
  • Den Beerenstrauch kurz vor dem Umsetzen stark zurückschneiden.
  • Mit einem Spaten den Wurzelballen ausheben. (Wichtig: Große Sträucher nur zu zweit ausheben!)
  • Den Strauch schnell wieder einpflanzen, bevor die Wurzeln austrocknen oder spröde werden.
  • Obststrauch gründlich wässern und mulchen.



Wann tragen Beerensträucher ihre Früchte?

Doch wann können Sie dann endlich die leckeren Sommerbeeren wie  Erd-, Him-, Brommbeeren und Co. verzehren? Die meisten Beerensträucher tragen erst im zweiten Jahr ihre Früchte.

Die Ernte der unterschiedlichen Beerensorten reicht dann von Mitte Mai bis Mitte Oktober. Den Anfang machen die Erdbeeren, Gefolgt werden diese dann von Heidelbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren und schließlich auch Brombeeren. Dank spät reifender Sorten lassen sich jedoch Erdbeeren und Himbeeren auch noch bis zum ersten Frost ernten.

Lesetipp der Redaktion: Wenn Sie Ihre Beeren geerntet haben und einen Vitamin-Kick brauchen, sind frisch gepresste Säfte eine Option. Säfte, aber auch Sorbets und Frozen Jogurt kriegen Sie mit dem Panasonic Slow Juicer MJ-L500 besonders schonend zubereitet. Wir haben die Saftpresse getestet.

So überwintern Ihre Beerensträucher

Die Beerensträucher sollten ja optimaler Weise direkt nach der Ernte zurückgeschnitten werden. Dadurch benötigen die Sträucher, die in der Erde stehen glücklicherweise keinen besonderen Schutz in den Wintermonaten. Doch halten Sie Ihre Beeren in einem Kübel oder Balkonkasten, dann sollten Sie diese vor zu viel Kälte schützen. Schieben Sie die Sträucher deshalb möglichst an die Hauswand oder stellen Sie diese unter ein kleines Dach. Auf die obere Erdschicht legen Sie dann noch eine dicke Schicht Mulch (beispielsweise altes Laub) oder Blähton.

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