Balkon und Terrasse winterfest machen

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Ob Wacholder, Zypressen oder kleine Fichten – viele Pflanzen sorgen für etwas grüne Farbe in der kalten Jahreszeit. Aber nicht jede Pflanze ist für die schneereichen Tage geeignet. Wie Sie Ihren Balkon oder Ihre Terrasse winterfest machen, erfahren Sie in diesem Beitrag.


Wer einen grünen Daumen hat, bepflanzt im Sommer seinen Balkon oder seine Terrasse. Sonnenblumen, Tulpen und Geranien zieren dann die Kästen. Alles ist schön bunt und duftet wunderbar und in den Gartenmöbeln kann man es sich richtig gemütlich machen. Dieses Paradies ist leider nur von kurzer Dauer. Denn sobald die kalten Tage beginnen, lassen die Blumen ihre Köpfe hängen. Das ist die Zeit, in der Sie Ihren Balkon oder die Terrasse winterfest machen sollten. Damit nicht nur der Weihnachtsbaum für etwas Natur im Zuhause sorgt, lesen Sie hier, welche Pflanzen die kalte Jahreszeit gut überstehen.

Balkonpflanzen vor dem Winter schützen

Machen Sie Ihren Balkon und Ihre Pflanzen winterfest – Am besten schon bevor der erste Schnee fällt.

Spätestens Mitte November ist es soweit: Es wird immer kälter, die Tage werden kürzer und an den Bäumen hängt fast kein Blatt mehr. Die Natur richtet sich auf den Winter ein. Und das sollten Balkonbesitzer und Terrassenfans jetzt auch tun. Pflanzen müssen Sie vor der Kälte und Möbel vor der Feuchtigkeit schützen. Der Balkon verwandelt sich meist in eine schnöde Einöde, die Gardinen lassen wir lieber verschlossen, um die vertrockneten Sträucher und kargen Blumenkästen nicht zu sehen. Das muss aber nicht sein. Denn auch im Winter kann das Gartenzimmer richtig schön aussehen – vorausgesetzt, man hat die richtigen Pflanzen gewählt und die nötigen Vorkehrungen getroffen.

Pflanzen mit dem Rückschnitt winterfest machen

Wenn der Winter kommt, muss es nicht direkt heißen: Alle Pflanzen rein ins Haus. Viele überwintern gerne auf dem Balkon oder der Terrasse. Treffen Sie rechtzeitig ein paar Vorkehrungen, wenn Sie sich nächstes Jahr im Frühling wieder an den Pflanzen erfreuen möchten. Eine wichtige Maßnahme ist der Rückschnitt. Entfernen Sie alle abgestorbenen Blätter und vertrockneten Zweige und schneiden Sie die Pflanze so gut es geht zurück.

Warme Decke für die Pflanzen

Große Kübelpflanzen finden im warmen Haus meist keinen Platz, daher bleiben sie den Winter über auf der Terrasse. Damit die Erde nicht einfriert und die Wurzeln dadurch keine Nährstoffe mehr aufnehmen, sorgen Sie idealerweise für gewisse Wärmemaßnahmen. Stellen Sie alle Kübelpflanzen auf eine dicke Styroporplatte. So sind die Kübel vor Bodenfrost geschützt. Machen Sie dies auch bei den Pflanzen, die Händler als winterfest bezeichnen. Mit gefrorener Erde kommt keine Pflanze klar – stellen Sie sich vor, Sie laufen die ganze Zeit in vereisten Socken herum.

Kübelpflanzen winterfest machen

Damit Kübelpflanzen den ganzen Winter überstehen, müssen Sie Vorkehrungen treffen: Dazu benötigen Sie Styroporplatten und Luftpolsterfolie.

Den Kübel samt Styroporplatte stellen Sie in eine windgeschützte Ecke. Danach umwickeln Sie den Pflanzentopf mit Luftpolsterfolie oder einer Kokosmatte. Wenn Ihnen das optisch ein Dorn im Auge ist, können Sie einen Leinensack nehmen. Pflanzenkübel im Jutebeutel sehen schick aus, außerdem sorgt dieser wie eine Decke für ausreichend Wärme. Achten Sie darauf, dass das Gießwasser oder Regenwasser trotz Pflanzenschutzmaßnahmen abfließen kann. Winterharte Pflanzen brauchen auch im Winter ausreichend Wasser und Staunässe gilt es zu vermeiden.


Welche Pflanzengefäße bleiben im Winter draußen?

Alle Töpfe zusammengesammelt und übereinandergestapelt in die Ecke der Terrasse verfrachtet? Das ist keine gute Idee, wenn Sie die Kübel im nächsten Frühjahr noch einmal verwenden möchten. Holztöpfe verlieren an Glanz, Terrakotta-Töpfe werden porös und zerspringen, weil das Material Wasser aufsaugt, das bei Minustemperaturen gefriert und das Material platzen lässt. Lagern Sie diese Kübel daher während der Winterzeit besser im Keller.

Lesetipp der Redaktion: Sei wollen nach dem Winter sowieso neue Pflanzen auf Ihrem Balkon? Dann haben wir für Sie 10 Tipps wie Sie Ihre Balkonkästen richtig bepflanzen.

Gartenmöbel winterfest machen

Grundsätzlich ist es immer besser, alle Gartenmöbel einzumotten und im Keller zu verstauen. Im Winter setzt sich keiner freiwillig nach draußen, sodass Sie die Möbel ruhigen Gewissens wegräumen können. Je nach Holzart gehört das sogar zum Pflichtprogramm, da Nässe und Frost ein Todesurteil für manche Holzstühle sind. Eine leichte Schutzhülle reicht da meistens nicht aus. Wer keine Möglichkeit hat, seine Gartenmöbel zu verstauen, muss auf eine wasserdichte Schutzhülle zurückgreifen. Es lohnt sich, die Holzmöbel vorher einzuölen. Und gönnen Sie ihnen von Zeit zu Zeit etwas frische Luft: an schönen Wintertagen einfach mal die Hüllen fallen lassen und die Möbel lüften.

Gartenmöbel vor dem Winter einölen

Bevor Sie Ihre Holzmöbel über den Winter unter einer wasserdichten Schutzfolie verstecken, sollten Sie die Möbelstücke einölen.

Übrigens: Mittlerweile bestehen Gartenmöbel oft aus winterfesten Materialien wie beispielsweise Aluminium, Edelstahl, Polyrattan oder aus hochwertig beschichtetem Stahl – mit diesen Gartenmöbeln müssen Sie sich im Winter keine Gedanken machen. Sie freuen sich zwar über eine Schutzhülle, mehr Maßnahmen sind aber nicht nötig.

Holzmöbel im Garten auf den Winter vorbereiten

Komplizierter sind da die Gartenmöbel aus Holz. Die stellen einige Ansprüche an ihre Besitzer, vor allem heimische Hölzer wie Fichte, Buche oder Lärche. Lagern Sie diese Möbel unbedingt in Ihrem Keller oder abgedichteten Gartenhäuschen. Um Schimmel zu vermeiden, sollten Sie immer auf ausreichende Belüftung achten. Lagern Sie die Möbel nicht in einem beheizten Raum, denn durch die warme und trockene Luft entstehen schnell Risse im Holz.

Gartenmöbel winterfest machen

Terrassenmöbel aus Materialien wie beispielsweise Aluminium, Edelstahl oder Polyrattan sind bereits winterfest. Eine Schutzhülle schadet trotzdem nicht.

Wer auf ein pflegeleichteres Holz zurückgreifen möchte, ist mit Teakholz, Robinie, Akazie oder Eukalyptus bestens bedient. Der Unterschied: Diese Hölzer sind sehr dicht und ölhaltig, Feuchtigkeit kann nicht so leicht eindringen. Kein Wunder: Für Schiffe verwendete man früher gerne Teakholz, das musste resistent gegen Wasser sein. Möglich ist, dass diese Hölzer aufgrund von Kälte und Frost ihre Farbe einbüßen. Im Frühjahr reiben Sie die Möbel dann mit einem geeigneten Öl ein und verhelfen ihnen so wieder zu altem Glanz.

Lesetipp der Redaktion: Sie sind daran interessiert sich Gartenmöbel aus den pflegeleichten und robusten Materialien Teakholz oder Rattan zuzulegen? Wir haben alles Wissenswerte über Teakholzmöbel und Rattanmöbel für Sie zusammengestellt.


Was muss noch winterfest gemacht werden?

So blöd es auch klingt: Aber machen Sie Ihre Gießkannen winterfest. Lassen Sie das Wasser nicht in der Gießkanne stehen, denn wenn es gefriert, dehnt es sich aus und kann die Kanne zerstören. Auch außenliegende Wasserleitungen sollten Sie abstellen. Lassen Sie das Wasser, das sich noch in der Leitung befindet, ablaufen und drehen Sie dann den Hahn ab. Somit vermeiden Sie, dass das Wasser in den Leitungen gefrieren kann.

Viele erfreuen sich auch an einem Gartenteich. Damit dieser im Winter nicht zu einem schlammigen Sumpf verkommt, sind auch hier entsprechende Maßnahmen zu treffen. Das gilt einerseits für die im Teich verbaute Technik, aber vor allem für die Lebewesen. Eine Pumpe beispielsweise schalten Sie am besten aus und lagern diese im Keller oder aber in einer frostsicheren Wassertiefe. Das gleiche gilt für Unterwasserstrahler. Befreien Sie am Ende des Herbstes den Teich von Laub und Faulschlamm. Das Laub sinkt auf den Boden, wo es sich in Schlamm verwandelt. Dieser kann Schwefelgase oder Methan freisetzen, was den Fischen die Luft zum Atmen raubt.

Übrigens: Der Faulschlamm ist voller Nährstoffe. Nutzen Sie ihn als Dünger für Ihre winterfesten Pflanzen. Und wer sich das Laubfischen sparen möchte, der bedeckt seinen Teich einfach mit einem Fangnetz, das Blätter auffängt, sodass diese gar nicht erst ins Wasser gelangen. Schützen Sie Ihren Teich auf jeden Fall davor, dass er zufriert, denn dies würde dazu führen, dass die Fische zu wenig Sauerstoff erhalten.

Tipp: Sogenannte Eisfreihalter aus Styropor sorgen für ein Loch in der Eisfläche.

Winterharte Pflanzen für den Balkon

Wer im Winter trotzdem vor einem grünen Balkon stehen möchte, greift auf winterharte Pflanzen zurück. Bepflanzen Sie die Blumenkästen einfach mit Tannenzweigen, das ist wohl die einfachste Variante und sorgt an den kalten Tagen für etwas Sichtschutz. Diese können Sie wunderbar mit roten Kugeln und sonstigen Dekoelementen wie Lichterketten schmücken. Andere winterfeste Pflanzen sind beispielsweise Besenheide, Muschelzypresse, Zuckerhut-Fichte oder Thuja. Stellen Sie sich nun vor, wie diese Pflanzen mit etwas Schnee bedeckt sind – Ihr Balkon sieht damit auch im Winter traumhaft aus.

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