Ausmisten: Effektiv die Wohnung entrümpeln!

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Ob beim Umzug, zum Frühjahrsputz oder einfach nur, weil die Schränke überquellen: Ausmisten muss von Zeit zu Zeit sein. Damit die Wohnung ordentlich bleibt und Sie nicht jetzt, wo endlich der Frühling kommt, ständig nach der Sonnenbrille suchen müssen. Wir zeigen Ihnen, dass Aufräumen sogar Spaß machen kann und warum Zeit dabei eine große Rolle spielt.

Wirf jeden Tag einen Gegenstand weg und du wirst glücklich – sagen Minimalisten. Aber: Wer verstopfte Schränke hat, kommt mit einem Objekt pro Tag nicht weit. Radikaler muss es sein. Wirf all die Dinge weg, die Du 12 Monate nicht verwendet hast – auch so ein Tipp, macht aber ebenfalls keinen wirklichen Sinn, um erfolgreich auszumisten. Denn das Kleid für Weihnachten oder die Schneestiefel ziehe ich nun mal selten an, freue mich aber, wenn ich sie für die passende Gelegenheit parat habe.

Gar nicht so einfach, sein Leben auszumisten. Aber dringend nötig. Denn: Wir besitzen im Durchschnitt 10.000 Gegenstände – vom Wanderschuh bis zur Gurkenreibe. Deswegen ist Ausmisten ab und zu durchaus sinnvoll, zum Beispiel wenn die Flohmarkt-Saison beginnt, ein Umzug ansteht oder wenn Sie in den Schubladen unterm Schreibtisch einfach nichts mehr wiederfinden.

Ausmisten - Aussortieren - Entrümpeln

Wenn man sich entschließt auszumisten, ist man häufig erst einmal überfordert. Wir geben Tipps wie das Entrümpeln einfacher wird.

Eine Hauruck-Aktion ist nicht zielführend. Auch zwischen Tür und Angel sollten Sie nicht ausmisten. Gehen Sie stattdessen systematisch vor. Überlegen Sie sich genau, wo Sie beim Ausmisten anfangen und welcher Raum und Schrank als erstes entrümpelt werden sollen. Und werkeln Sie nicht an mehreren Baustellen gleichzeitig, sondern arbeiten Sie sich Quadratmeter für Quadratmeter durch den Keller, die Küche oder das Arbeitszimmer.

Richtig Ausmisten: Mehr Platz im Kleiderschrank

Ich starte gerne damit, meinen Kleiderschrank auszumisten – Ordnung ist dort ein Fremdwort. Dementsprechend chaotisch sieht es hinter den glänzenden Schranktüren aus. Als Kind wurde mir eingetrichtert: Behalte die Hose, vielleicht kannst Du die nochmal zum Streichen anziehen. Gestrichen habe ich in den letzten 10 Jahren zweimal. Streichhosen habe ich mittlerweile fünf an der Zahl. Genauso verhält es sich mit T-Shirts zum Schlafen – auch so eine Sache, die völlig überbewertet wird. Eine alte Hose reicht doch, genauso wie zwei Shirts zum Schlafen.

Kleiderschrank ausmisten

Trennungen fallen immer schwer, aber hadern Sie nicht zu lange: Nach dem Ausmisten fühlen Sie sich befreiter.

Wenn ich den Kleiderschrank ausmiste, räume ich erstmal alles radikal aus dem Schrank heraus. Und danach bilde ich aus Jeans, T-Shirts und Jacken jeweils einen Stapel. Dabei sortiere ich die Kleidungsstücke aus, die mir zu klein sind oder die mir nicht mehr gefallen. Daraus entsteht ein großer Kann-weg-Haufen. Und siehe da, ich finde Klamotten, die ich tatsächlich Jahre nicht getragen habe.

Wichtig ist, dass man nicht zu lange hadert

Trennungen fallen immer schwer, aber sind wir mal ehrlich: Ein T-Shirt, das zwei Jahre in der hintersten Ecke im Schrank lag, kann so wichtig gar nicht sein. Sicher, es gibt immer Erinnerungsstücke, von der Lieblingsband etwa oder der Uni im Auslandssemester. Diese können Sie in einem Karton aufbewahren, den Sie im Keller lagern.

Unser Tipp: Klamotten sind kein Müll, deswegen lohnt es sich, die aussortierten Kleider zu spenden oder aber auf Flohmärkten oder online zu verkaufen.

Noch ein kleiner Lifehack für den Kleiderschrank: Mehr Kleiderbügel können Sie verwenden, wenn Sie die Lasche einer Konservendose abziehen und diese über einen Bügel stülpen. In das zweite Loch kann dann ein weiterer Bügel gehängt werden. So nutzen Sie den Stauraum nach unten perfekt aus. Oder Sie basteln aus alten Schuhkartons Fächer für die Schubladen. Darin lassen sich Unterwäsche und Socken perfekt aufbewahren.

Goldene Regeln zum Ausmisten

Der Kleiderschrank macht allerdings nur einen Bruchteil der Wohnung aus. Wer seine ganze Wohnung oder den Keller ausmisten will, steht meist vor einem großen Fragezeichen und am Ende vor einer noch größeren Baustelle. Vor meinem Auslandssemester war genau dies der Fall bei mir. Alles aus meiner Wohnung musste im Keller verstaut werden.

Aussortieren

Misten Sie in Kategorien aus: Stück für Stück.

Da ging es dann ans Aussortieren, viele Trennungen standen an – von Kerzen, Bildern und Büchern. Als ich von meiner Reise zurückkam und mir meine Sachen anschaute, wusste ich: Da muss noch mehr weg. Denn letztendlich besitzen wir viel zu viele Dinge, die wir gar nicht benötigen. Um die Wohnung erfolgreich auszumisten, hat mir folgende Checkliste geholfen.

Checkliste zum Ausmisten

  • Zeit nehmen: Wer anfängt, mal eben schnell die Küche entrümpeln zu wollen, steht am Ende vorm Chaos. Besser, man plant am Wochenende einen ganzen Tag für einen Raum ein. Dann hat das Projekt gute Aussichten auf Erfolg und Sie versinken nicht zwischen Kisten und Krempel. Pausen zwischendurch, bei einem Kaffee oder Stück Kuchen, sind hilfreich.
  • Alleine sein: Hier scheiden sich vielleicht die Geister, weil manche darauf schwören, mit niemandem besser ausmisten zu können als mit der besten Freundin. Aber mich würde es stören, wenn alle zwei Minuten die Frage kommt: Was ist hiermit? Alleine ist man auf der sicheren Seite und man steht sich nicht gegenseitig im Weg.
  • Stück für Stück: Versuchen Sie gar nicht erst, Keller und Küche gleichzeitig auszumisten. Entrümpelungen sind anstrengend, für die Nerven und für den Rücken. Daher sollten Sie sich nicht zu viel auf einmal vornehmen, sondern lieber pro Raum ein Wochenende einplanen.
  • Musik hören oder Serien schauen: Bei lauter Salsa-Musik oder Friends lässt es sich definitiv besser aufräumen. Machen Sie Ihre Lieblingsmusik an, singen Sie laut mit oder lassen Sie Ihre Serie im Hintergrund laufen.
  • In Kategorien ausmisten: Manchmal hilft es auch, sich nicht durch die Räume zu quälen, sondern sich einer bestimmten Kategorie zuzuwenden, etwa Geburtstagskarten oder Zeitschriften. Suchen Sie sich alle Zeitungen und Zeitschriften aus der Wohnung zusammen, die Sie gelesen haben und die dementsprechend ins Altpapier kommen. Genauso ist es mit Plastikdosen, Stoffbeuteln oder Kissen – brauchen Sie wirklich alles, was in der Wohnung rumfliegt?
  • Weg damit: Sie haben Dinge aussortiert? Sehr gut, jetzt müssen diese Sachen bloß noch aus der Wohnung verschwinden. Denn es bringt gar nichts, wenn Sie Stapel gebildet haben, diese aber weiterhin das Sofa belagern. Wer Dinge nicht einfach wegwerfen will, verkauft sie beim nächsten Flohmarkt oder bei eBay.
Flohmarkt - ausgemistete Sachen verkaufen

Wenn Sie Ihre ausgemisteten Sachen auf dem Flohmarkt verkaufen, können Sie sogar etwas Gewinn machen und damit evtl. ja neue Sachen kaufen.

Lifehacks zum Ausmisten: So bleibt die Wohnung ordentlich

Der Frühling ist interessanterweise die Zeit, in der die Menschen am häufigsten ausmisten. Einmal im Jahr sollte das auch geschehen, in einzelnen Räumen wie zum Beispiel im Arbeitszimmer können Sie ruhig noch öfter aussortieren. Hat das Ausmisten der Wohnung geklappt, ist noch längst nicht alle Arbeit erledigt. Denn jetzt gilt es darauf zu achten, dass Wohnung und Keller auch wirklich ordentlich bleiben. Das geht etwa mit Eierkartons, die Sie als Fächer in die Küchenschublade legen können. So haben Sie Platz für Kleinkram wie Schere, Stift und Büroklammer.

  • Für kleine Bäder: Kein Platz, um Ordnung zu halten? Kann nicht sein, denn auch in kleinen Räumen findet man ausreichend Stauraum. Zum Beispiel mit einem Regalbrett über der Tür für Dinge, die Sie nicht jeden Tag brauchen. Perfekt geeignet für das Badezimmer.
  • Richtig falten: Auf Reisen sorgt es für Platz im Rucksack, im Schrank für Ordnung. T-Shirts nicht einfach übereinander stapeln, sondern besser jedes Shirt einzeln zusammenrollen und so Shirt für Shirt in eine Schublade nebeneinanderlegen – so behalten Sie immer den Überblick.
  • Ordnerständer im Bad: Sie kennen bestimmt diese Zeitschriftenständer, in die man Hefte und Papiere sortieren kann. Kleben Sie so einen Ständer einfach in die Innenseite des Badezimmerschranks, etwa an die Tür. Darin können Sie Schwamm und Lockenstab verstauen, ohne dass sie im Schrank herumfliegen.
  • Noch Platz im Geschirrschrank? Dann hängen Sie an das Regalbrett doch einfach einen Drahtkorb. In diesen können Sie kleine Tassen stellen. Damit wird der Raum nach oben hin perfekt ausgenutzt.
  • Zu viele Sprühflaschen? Damit diese nicht im Küchenschrank umherpurzeln, können Sie diese einfach mit dem Sprühgriff an einer kleinen Kleiderstange oder Gardinenstange im Schrank aufhängen.
  • Drehteller im Kühlschrank: Damit sich im Kühlschrank nichts in die hintersten Ecken verdrücken kann, sollten Sie einen Drehteller aufstellen. Damit haben Sie Marmelade und Butter immer mit einem Dreh griffbereit.
  • Topfdeckel finden: Einfach ein Zeitungsregal an die Schrankseite schrauben. Dort, wo normalerweise die Zeitungen stecken, finden jetzt die Topfdeckel ihren Platz.

Unser Tipp: Stauraum kann man nie genug haben! Wir haben für Sie noch mehr Lifehacks für mehr Stauraum in der Wohnung. Mit diesen Tipps nutzen Sie den vorhandenen Platz optimal aus.

Alle sprechen momentan von Detox für den Körper. Diesen zu entgiften, soll Wunder bewirken. Das kann ich nicht beurteilen, aber ich weiß: Detox für die Wohnung tut unglaublich gut. Endlich wieder Ordnung zu schaffen, nicht mehr in Schränken zu wühlen und den Überblick über das Besitztum zu haben, ist befreiend. Und es ist erstaunlich, wie viele Gegenstände wir tatsächlich für unser Glück brauchen. 10.000 sind es bestimmt nicht.