Alte Dias digitalisieren – so geht’s

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Viele Fotografen, die schon vor der Verbreitung von Smartphone und Digitalkamera fotografiert haben, besitzen riesige Dia-Sammlungen. Falls Sie auch dazu gehören, interessiert es Sie sicherlich zu erfahren, wie Sie Dias digitalisieren. Wir zeigen, wie Sie das bewerkstelligen können.



Mein Vater besitzt eine riesige Dia-Sammlung: Er fotografiert seit über 50 Jahren und hat sich bis vor Kurzem nie so recht für die Digitalfotografie begeistern können. Lange verwendete er seine alte Canon-Analogkamera und brachte die Filme zur Ausbelichtung wie eh und je in den Fotoladen. Immerhin: Inzwischen hat er sich eine digitale Spiegelreflex zugelegt und viel Freude damit, auch das Anlegen einer Fotosammlung auf dem PC ist für ihn kein Problem mehr. Dummerweise bleiben tausende analoger Dias in Plastik- und Holzkästchen, die jetzt ihren Weg in die digitale Welt finden müssen. Ich habe meinem Vater bei dieser Aufgabe geholfen.

Dias digitalisieren ist kein Hexenwerk

Zum Glück hat die Industrie dieses Problem erkannt – und bietet schon seit geraumer Zeit Hardware an, mit deren Hilfe sich alte Dias problemlos digitalisieren lassen. Kein Wunder, denn die analogen Schätzchen werden mit der Zeit nicht besser. Einer der Gründe, warum die Digitalfotografie sich so schnell durchsetzen konnte, ist die Haltbarkeit der digitalen Bilder. Sie verlieren schlicht keine Qualität und sind ewig haltbar. Zumindest, solange sie nicht aus Versehen umgerechnet oder gelöscht werden. Die Digitalisierung ist von daher kein Hexenwerk: Alles, was mein Vater oder Sie benötigen, ist ein Dia- oder ein Flachbettscanner mit Durchlicht-Einheit.

Alte Dias digitalisieren

Viele ältere Fotografen besitzen noch spektakuläre Aufnahmen im Dia-Format.

Dias digitalisieren – aber wie?

Allerdings gleicht die Suche nach dem richtigen Diascanner der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Für reguläre Fotos reicht ein billiges Scangerät vom Discounter, ja sogar Smartphone-Apps wie Scanner Pro, mit denen das Foto einfach abfotografiert werden kann, sind kein Problem. Bei Dias und Negativen sieht das anders aus: Sie sind winzig – und benötigen viel Licht, um in voller Qualität zu erscheinen. Da sind Billigscanner und Smartphone schnell aus dem Spiel.



Den richtigen Scanner wählen

Diascanner gibt es in allen Preisklassen – vom Luxus-Modell wie dem Reflecta DigitDia 7000 mit automatischem Dia-Einzug und 10.000 DPI Auflösung für über 2.000 Euro bis zu sehr einfachen Lösungen wie dem Rollei DF-S 100 SE für gerade einmal 75 Euro. Wenn Sie bereits einen Flachbettscanner besitzen, sollten Sie schauen, ob der eine Durchlichteinheit besitzt: Dann können Sie hier Dias einspannen und diese ganz bequem scannen. Geräte wie der Epson Perfection V370 sind eine gute Alternative. Wichtig ist jedoch, dass der Scanner mindestens mit 2.400 DPI scannen kann.

Dia-Scanner

Wer größere Dia-Sammlungen besitzt, sollte vorab genau überlegen, auf welchen Scanner er setzt.

Dias digitalisieren: Die richtige Auflösung wählen

Die relativ hohe Scan-Auflösung hat einen Grund: Sie wollen die Bilder ja in einer sinnvollen Auflösung ähnlich einer Digitalkamera scannen. Dabei sollten schon mindestens 8 Megapixel verwendet werden. Der DPI-Wert des Scanners steht dabei in direktem Verhältnis zur gewünschten Megapixel-Auflösung des gescannten Dias. Ein Diapositiv, wie Sie es zu Hause haben, hat wahrscheinlich das typische Kleinbildformat von 3,6 x 2,4 Zentimetern. DPI steht für „Dots per Inch“, also „Punkte pro Zoll“. Ein Zoll entspricht 25,4 Millimetern. Ein Kleinbild-Diapositiv im Standardformat 3,6 x 2,4 cm entspricht 1,41 x 0,94 Zoll. Daraus lässt sich die nötige DPI-Zahl für eine bestimmte Megapixel-Auflösung errechnen. Die Formel dazu lautet:

Pixel lange Seite / Zoll lange Seite = DPI

Die Wikipedia listet typische Pixelwerte moderner Digitalkameras auf. Ein 8-Megapixel-Bild hat beispielsweise 3.264 Pixel auf der langen Seite. Diesen Wert setzen Sie in die Formel ein:

3.264 Pixel / 1,41 Zoll = 2.314 DPI

Um ein Diapositiv in Standardgröße also mit rund 8 Megapixeln zu scannen, müssen Sie eine Scanauflösung von rund 2.400 DPI auswählen. Höhere DPI-Werte sorgen damit auch für höhere Megapixel-Auflösungen. Wenn Sie das Dia als 20-Megapixel-Bild ausgeben wollen, müssen Sie zum Beispiel eine Auflösung von rund 3.600 DPI wählen.

Dias vorher reinigen!

Bevor Sie mit dem Dias digitalisieren loslegen, sollten Sie diese allerdings reinigen. Die hohen Scan-Auflösungen sorgen dafür, dass selbst winzigste Stäubchen später auf dem Digitalfoto wie riesige Flecken aussehen. Gleichzeitig dürfte sich selbst bei bester Lagerung über die Jahrzehnte jede Menge Dreck auf den kleinen Plastikkärtchen angesammelt haben. Eine erste Reinigung sollten Sie mit einem Mikrofasertuch (etwa einem Brillenputztuch) durchführen. Damit lassen sich Stäubchen und Fusel von Dias entfernen. Gibt es größere Probleme – etwa Schimmel oder hartnäckigen Schmutz – können Sie die Dias aus dem Rahmen nehmen und in destilliertem Wasser einweichen. Wischen Sie sie anschließend mit einem Mikrofasertuch sauber.

Dias digitalisieren: Zuerst reinigen

Alte Dias bekommen dank der Digitalisierung ein zweites Leben.

Dias scannen im richtigen Format

Sind die Dias gereinigt, können Sie sich an den eigentlichen Scan begeben. Die beim Scanner mitgelieferte Software hilft Ihnen dabei, die Dias richtig zu scannen. Lesen Sie am besten das Handbuch Ihres Geräts, um herauszufinden, wie Sie optimal vorgehen. Allgemeine Tipps bekommen Sie an dieser Stelle auch von uns: Lassen Sie den Scanner nicht automatisch die Bilder korrigieren, denn die Software ist oft übergriffig. Scannen Sie außerdem am besten in ein verlustfreies Format wie TIFF, damit Sie die Bilder später ohne Qualitätsverlust nachbearbeiten können. Je nach Diascanner-Modell können Sie bis zu fünf Dias auf einmal einscannen. Luxusgeräte wie der oben genannte Reflecta sind in der Lage, ganze Diakästen selbstständig zu scannen.



Bilder nachbearbeiten und archivieren

Nach dem Scan haben Sie eine Reihe von Foto-Dateien auf Ihrem PC oder Mac. Diese können Sie bequem mit einer Bildbearbeitung wie Photoshop nachbearbeiten. Wenn Sie kein Photoshop haben oder den Preis für das Abo scheuen, können Sie auch zur Gratis-Alternative GIMP greifen. Mit etwas Übung lassen sich mit dem Programm sehr effektiv gescannte Dias nachbearbeiten. Anschließend können Sie die TIFF-Dateien dann als JPEG exportieren und platzsparend archivieren. Im Fall meines Vaters tat es übrigens ein einfacher 5-Megapixel-Diascanner. Diese reichen für die ersten Gehversuche völlig aus, zumal viele dieser Geräte auch ohne angeschlossenen PC funktionieren und die Bilder auf einer Speicherkarte ablegen. Dank einfacher Bedienung überführt mein Vater derzeit seine riesige Dia-Sammlung ins Digitalformat – und macht seine alten Aufnahmen damit für die Ewigkeit haltbar.

Tipp: Hochwertige Diascanner wie die Reflecta-Geräte scannen ganze Dia-Serien in einem Rutsch. Entdecken Sie jetzt eine große Auswahl an Diascanner auf Allyouneed:

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Lesetipp der Redaktion: Auch wenn die Digitalfotografie seit 15 Jahren Standard ist, besitzen viele Fotografen noch zahlreiche Negative aus der guten alten analogen Zeit. Zum Glück lassen sich diese recht einfach digitalisieren. In unserem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie Sie Negative digitalisieren.