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Sieben Fragen an Imkerin Agnes Flügel

Daniela Rühl am 5.4.2011

Die Honigfrau mit dem passenden Nachnamen erzählt MeinPaket.de, wie sie ihre Leidenschaft für Bienen entdeckt hat und warum deutscher Honig so gesund ist.

MeinPaket.de: Bevor Sie zum Imkern kamen, hatten Sie eine 60-Stunden-Woche bei einem großen Internet-Konzern. Wie sind Sie auf die Biene gekommen?
Agnes Flügel: Nach mehr als zehn Jahren Berufstätigkeit fragt man sich schon mal nach dem Sinn hinter der eigenen Arbeit. Ich wollte zurück zu meinen Wurzeln, zurück zur Natur. Letztendlich war es ein Zufall: Ich fiel einem älteren Imker buchstäblich vor die Füße und lernte durch ihn die Arbeit mit den Bienen kennen und lieben.

Honigwelt

Was fasziniert Sie am Honig?
Honig ist eines der naturreinsten Produkte. Die Biene sammelt den Blütennektar ein und verwandelt ihn unter Zugabe von bieneneigenen Stoffen in Honig. Auch Schadstoffe wie Herbizide oder Pestizide sind im Honig kaum zu finden. Und ganz nebenbei werden auch noch die Blüten der Blumen und Bäume bestäubt.

Sind Sie jetzt Vollzeit-Imkerin?
Im Prinzip ja. Mit meinen 40 Bienenvölkern bin ich im Frühjahr und Sommer ziemlich ausgelastet. Da man vom Honig nicht wirklich reich wird und meine Bienen im Herbst und Winter eine Ruhepause einlegen, arbeite ich auch noch als freie Journalistin.

Wie entstehen die verschiedenen Aromen wie Espresso oder Minze in Ihrem Honig-Sortiment?
Da bin ich meiner Intuition gefolgt und habe herumexperimentiert. Mein Anliegen ist es, den Honig aus seinem Mauerblümchendasein zu befreien. Aber auch meinen puren Honig schätze ich nach wie vor.

Sie sind für Ihre Bienen von der Stadt aufs Land gezogen. Kann man Bienen auch in der Großstadt halten?
Ja, momentan kann man sogar einen Trend ausmachen. Es ist kein Problem, ein bis zwei Stöcke auf der Dachterrasse oder im Kleingarten zu halten, sofern auch die Nachbarn mit ins Boot geholt wurden.

Werden Sie oft gestochen?
Schon. Da ich als Imkerin aktiv ins Leben meiner Bienenvölker eingreife und sie störe, werde ich bestimmt zehn bis zwölf Mal im Jahr gestochen. Bei mir hat sich in diesen Fällen die Kombination von hoch konzentrierten Kalziumampullen und Apis-mellifica-Globuli bewährt – durch deren Einnahme schwellen die Stiche nicht so an.

Was brauchen Bienen, um glücklich zu sein?
Bienen brauchen eine große Wiese mit verschiedenen Blumen, Kräutern und Obstbäumen, also eine Vegetation, die das ganze Jahr über Abwechslung bietet.

Imkerin Agnes Flügel

Agnes Flügel ist studierte Kulturwissenschaftlerin und Imkerin aus Leidenschaft. Sie arbeitet zurzeit an dem Buch „Die Honigfrau – Wie ich meinen Träumen Flügel verlieh“. Es beschreibt, wie die Bienen in ihr Leben geflogen sind, und enthält wissenswerte Infos rund um die kleinen Honigsammler. Der Titel erscheint am 18. Juli 2011, MeinPaket.de berichtet.

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